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Mittheilung Uber einen ungewhnlich grossen Blasenstein eines Pferdes.

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Mlttheilung iiber einen ungewohnlich grossen
Blasenstein eines Pferdes ;
von
G. L..Hiibeoer,
Apolheker in Witzenhaiisen.
Vor einiger Zeit hatte icli Gelegenheit, einen Harnstein zu analysiren, der aus der Harnblase eines Pferdes
starnmend, in Bezug auf seine Strnclur und chemiscbe
Zusammensetzung wohl gerade nichts Auffallendes und
Ungewohnliches zeigtc, jedoch von so enormer Grosse war,
class man ihn n i t vollem Rechte den grossten aller his
dahin gefundenen und analysirten Harnsteine nennen konnte.
Es ist rnir wenigstcns kein Fall bekannt, dass schon irgendwo ein Stein der nachstehenden Grosse. gefunclen und
beschrieben wurde. Steine von mehreren Unzen an Gewicht komrnen hiiufig genug vor, solche von mehreren
Pfunden diirften jedoch schon seltcner sein; doch keniit
man einige bis zu einer Schwere von 6-7: Pfund.
Im Nachstehenden erlaube ich mir die Umstande niiher
anzufuhren, unter welchen diese Concretion gefunden wurde,
und I'uge zugleich eine kurze Beschreibung der Krankheitsgeschichte des Thieres hinzu. Ich verdanke diese Mittheilung dern hiesigen Thierarzle Herrn Dern me.
Es wurde demselben irn October v. J. von einem Gutsbesitzer ein brauner Wallach englischer Race und wohl
12 Jahr alt, welcher einige Tage vorher erkauft war, zur
Untersuchung in Beziehung auf seine Gesundheil und Brauchharkeit vorgefuhrt. An dern Thiere konnte kein ausserlicher Schaden wahrgenomnien wcrden, doch wurde bernerkt, dass das Pferd bei der Bewegung ofters als
gewohnlich, und in kleinen AbsPtzen, einen hraungelben,
dicklichen Urin entleerte, wobei die Ruthe ein wenig nach
unten und hinten gekrurnmt war. Auch l i e s das Pferd
den Urin ohne sich gehorig d a m anzustellen, scheinbar
leicht, wobei dasselbe ein eigenthumliches Brummen horen
liess. Durch dieses oftere Uriniren wurde die innere Seile
Arch. d. Pharm. CXXI. Bds. 1. H h .
2
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lZi16eiici*,
dcr bcidcn TIinlcrschcnlicl beschmutzt und dieser Scbruutz
hinterliess beim Trocknen eine dunkclbraune, widriq rieehende Masse zuruck. Bei Wcndungen zeigte das Pferd
Schwache irn Kreuze, doch war h i m Druck auf dasselbe
kei no be son d c r e E m pfi n dl i ch ke it w ah rzu n ehrn en ; a uch
zeigte das Tliicr im [Jebrigen weiter lieine Schnierzensiusserung. I W e r u n d GctrPnk wurden mit gutern Appetit
verzehrt, dabci war jedoch das Pferd auffallend mager.
A u s diesen Symptomen wurde auf ein vorherrschendes
Leiden, auf eine Erschlaffung der Nieren und der Harnblase geschlossen u n d das Thier rnit einigen den Tonus
be ford er n d e n Ha us mi t t el n be h a n d el t .
Nach Verlauf von vier Wochcn, wihrend welcher Zeit
Herr D e m m e ties Pferd nicht wieder sah, wurde dieses
demselben in deli Stall gebracht und zur ferneren Behandlung ubergeben. Es hntte sich in dieser Zeil ein beiriahe
fortwahrender Auslluss einer gelhlichen, sich ziehenden,
sehr klebrigen und stark riechentlen Masse, aus der Harnrijhre eingestcllt. h s Uriniren erfdgte, nach wie vor,
ofters, wenig und i n kurzeii Ahsbtzen, auch schien der
erwahnte Ausfluss mil Clem Urinlassen nicht in Verbindung
xu stetien. Dcr Penis war stark angeschwollen, so dass
derselbc niclit angezogen merden konnte. Am Praepulium
war ein dicker, stark in diesen Theil eingreifender brauner
Schorf. Die SchwPche i m Kreuz hatte zugenommen, auch
war das Thier bei guter Nahruns und gutem Appetit sehr
abgemagert und in einen cachektischen Zustand gekommen.
Aus allen diesen Syrnploinen wurde auf Chanker geschlossen, obgleich alle thierirztlichen Auloren einig sind, (lass
ein CVallach diesen nicht bekornmen kann.
DRS Pferd wurde n u n mil Terpentin, schwefelsaurem
Eigen, Ainica eta. behandelt. Der Schorf und die Aufschwellung arn Praepufium wurden mit lauwarmem Bleiwnsser tliglich mehrmals gewaschen, ausserdem die Wunden mit Bulyrum anlinio?tii geiitzt. Naah einigen Tagen
wurde dcr Schlauch kleiner, der Schorf heilte und der
Penis konnte beigeeogen werden. Der ununterbrochene
Austluss der ziehenden Masse aus der Harnrohre liortc
u6er
eitieti cmgeirliihtrlich y o s s e t i
Blasenslein.
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auf; die Urinemission erfolgte nacli Iiingeren Zwischenraumen und vermchrt. Die Fresslust blieb ungestort. Dennach nahm das Pferd, trota des guten Futters, taglich
mehr ab, so dass sich noch weit gefahrlichere Zufalle,
welche aus dem oachektisohen Zustande entstelien konnten, befurchten liessen. Das Tliier wurdo daher taglich
genau untersuclit, und fand sich am I T . November 1834
im linken Nasenloche auf der Schleimhauk ein erbsengrosses aufgeworfenes Gosohwur mit speckigeni Grunde,
iihdich den Geschwuren, die sich beirn Rotz einstellen.
Wiewahl nun weder Nasenausfluss, noch Dr.iisenanschwel-.
Lung, nach sanot etwas, was auf Rotz hatte sohliessen lassen, sioh Parfaand, so wurde dennoch von der I'erneren
Behnndlung abgestanden und das Thier getodiet. Die Seclion ergab Folgendes :
Bei der TodtunS ergoss sich aus dem Schlauche wohl
ein halbes Maass eines graugelben, dicken L'rins. Am
Schlauche fand sich das vorhin erwahnte, im Heilen begriffene Geschwur vor. Beirn Abnehrnen der Haut fantl
sicb die sehr niagere Musculatur dunkel, das Blut war
schwarzlich' und dqnri. Beim Oeffnen der Uauchhohle fanden sich die Gedarme in normaler Lage, rait Fuller angefiilll und, so wie die Leber und blilz, gesund. Beide Nieron waren sehr gross; in dern Gewebe der Nierenkapseln
befand sich eine sulzig- wasserige Masse infiltrirt; bt!itn
Durchschnitt der Nieren zeigte sich die Corticalsubstanz
fast weiss und sehr miirbu. Seide Nieren waren sehr
erweitert und entarlet; in dcnselben lagerle eine dicke,
gelbbraunliche Masse, eine gleiche Masse fand sich in den
sehr erwsiterten Hqroleitern. Die Harqblase war sehr hart
und ausgedehnt. Beim Oefinen derselben fand sich ein
zu einer enormen Griisse herangewaohsener Harnstein,
welcher die Farbe des Ochers und die Form eines Kurbis hatte. Die Blase selbsl war entarlet und hatte fast
die Dicke eines halben Zolles. Die Schleimhaute derselben enthielten am Grunde einige brandige Stellen. Die
Organe der Brusthohte waren normal, die Nasenhohle ent2+
90
Hubener,
hi& das vorhin beschriebene Gcschwur, die Schleirnhaut
derselben war briiunlich - blan.
Der ails der Harnblase entnommene Stein wurde mir
zur Ermittelung seiner Bestandtheile ubergebcn. Derselbe
war jcdoch nicht mehr unversehrt, sondern in grossere
und kleincre Stiicke zerbrochen.
Er stellte eine braunlich-gelbe, erdige, ziemlich weiche,
leicht zertheilbare, compacte, feuchte Nasse dar, die in
allen ihren Theilen gleichfarbig und gleicharlig zu sein
schien und an keiner Stelle Scliichten oder Ablagerungen
erkennen liess. Auch liess sich nichts Krystallinisches
daran wahrnehmen. Das absolute Gewicht diesss Steines
hetrug z w o l f u n d e i n h a l b e s P f u n d biirgerl.Gewicht
oder zweihundert Unzen *).
Das specifische Gewicht is1 4,875; des getrockneten
1,99 his 2,OO.
*)
Da uveiter unten angegeben wird, dass der Blasenstein beirn Aufbewahren 20 Procent Wasser verloren habe, so berechnet sich
danach das Gewicht der trocknen Cnncrelion zu 10 Pfund. Ein
ebenfalls grosser Blasenstein, der die Harnblase de! Pferdes beinahe ganz ausfilllte, ist von L a s s a i g n e (Annul. der Pharm.
Bd. 17. p . 8 5 ) und ein andercr iihnlirher, der in dcr Saminlung
dcr Veterinir-Schule zu Hannover aufbewrhrt wird, ist yon niir
analysirt worilen [ d e a d . Ed. 28. p . 259). Es scheinl, als wenn
diese ausserordentlicheu Ausscheidungen aus dem Harne der
Pferde immer nur hauptslchlich aus kohlensaurem Kalk besttinden, der in der Blase selbst eine weiche Rlasse bildet und erst
au der Luft erhkrlet, aber iminer leicht zerreiblich bleibt. Die
erwlhnten beiden Pferdeharnateine enlliielten nach L a s s a i g n e
u n d nach niir:
Koblensauren Kalk.. . . . . . . . . 83,70
72,469
l’alkerde
3,OO
3,522
Phosphorsauren Kalk.. ....... O,80
1,916
Schwefelsauren Kalk.. .......
3,250
Blasenschleim..
730
.17,100
Losliche Bestandtheile des Hams 5,OO
Chloride und Fett ...........
Spuren
Mygroskopisches Wasser.. . . . .
1,400
........
..............
-
-
100,OO
99,65’i.
II. Wr.
iiber eanen ungewohnlich grossen Dlascnslein.
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Aether und 90proc. Alliohol nahmen von demselben
nichts auf. In verdiinnten Sauron losle sich derselbe n i t
Hinterlassung von wenig organischer Malerie und eines
weissen kijrnigen Pulvers (Gyps), unter Entbindung vieler
Kohlensaure, auf.
Vor dein Lothrohre auf Platinblech behandelt, entwickelte sich ein hornartiger Gerucli, der Stein wurde
geschwarzt, brannte sich jedoch nach Iiingerem Gliihen
vollig weiss, ohne zu schmelzen.
M i l Kalilauge ubergossen konnle keine Spur von Ammoniak wahrgenommen werden, selbst nicht bei Quanlilslen his zu 4 Loth, die zu den wiederholten Versuchen
verwandt wurden.
Die qualitative Analyse ergab als Bestandlheile:
Kalk viel; Talkerde wenig; Eisenoxyd wenig ; Kohlensaure viel ; Phosphorsaure wenig ; Chlorid wenig;
Schwefelsaure wenig.
Wasser enthielt der Stein am '20. November 1851
21,334 Procent. Im Februar aber nur nocli 4.25 Procent.
Leider war es mir his jelzt nicht moglich, die quantitative
Analyse dieser Concrelion zu vollenden ; ich werde diese
daber spater folgen lassen.
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