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Nachschrift zu der vorstehenden Untersuchung.

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Untersuchullg der Ophelia Chirata.
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Nachschrift zu der vorstehenden Untersuchung;
von Dr. P. A. P l u c k i g e r in Bern.
Das Chirata-Kraut ist zwar in Europa wenig bekannt iind
wird selbst in Fngland keineswegs vie1 gebraucht, obwohl die
British Pharmacopoeia (1867) ihin eine Stelle angewiesen,
wie auch die Pharni. dcr Vereinigten Staateii 1866. In Indien
aber erfreut sich Cliirata seit sehr langer Zeit eines bedentenden Rufes und wird allgeinein in den Bazars verkauft. Unt e r der grossen Zahl der sehon in der altestcn indischen
Arxneikunde, z. B. in S u s r 'u t a s Systema Medicinae *) (nngefihr ein Jahrtausend vor Christus) aufgefuhrten Heilniittel
fehlt auch Chirata nicht. Sie h e i s t iin Sanskrit K i r a t a t i k t a , d. h. Bibterkraut der Kiratas, eines unreinen (outcasl),
in die Bergliinder Nordindiens zuriickgedrangten Stainnies.
Mit vollem Rechte hat daher dieses Kraut bci den englischen
Aerxten i n Indien von jeher Re~iclitung and n u n ancli in der
Pharnincopoeia of Indin (London 1 8 6 8 , p. 148.) Aufnahme
gefunden.
Soiiderbarerweise hatte G n i b o u r t **) riiehre iiltere
Beschreibungen und Abbildongen des in f'riiheren Jahrhnnderten aus Indien nach Eiwopa gcbrachten C a 1 aIii u s BTO in a t i c u s , o d o r a 1u s oder v e r n s auf die Cliirala zu beziehen
versucht. Der giinzlicdie Mange1 eines Aroiiias war allerdings
sehon von G 11i b o u r t selbst hervorgehoben worden , so dass
die Bemerknngen von F 15 e und von R o y 1 e ***) geniigten,
iini die ganzliche Versehiedenheit d e r geruchlosen (ihirata
yoni Calamns darzuthun , obwolil die Gesehiehte des lctztern
noch nicht geniigend anfgehellt ist.
Die Starnmpflanze des in Rede stehenden Bitterkrantes,
O p h e l i a t) C h i r a t a G r i s e b a c h , ist z u e w t 1814 von
*) S 11 s r u t a s Byurvedas , id est medicinae systema a veiierabili
D ' I l a n v a n t a r e denionstratum a Susrutd discipulo compositum. Ex
sanskr in lat. sermori. vertit F r. H e s s l e r Erlangae, Enke 184.4
**) Histoire naturelle des drogues simples TI. (1869.) 519.
***) R o y 1 e and H e a d 1 a n d , Manual of Materia medics and therapeutics. 1865. p. 529.
-t) Von o y ~ ' , U c ~ segnen,
v
gedeihen, niit Hesiehung auf die Heilkrafte
der Pflande.
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Untersuchung der Ophelir Chirata.
IC o x b u r g h unter dem Namen Gentiana Chirayita, spater
auch von W a l l i c h , D o n (als Agathotes Chirayta), W i g h t
und C 1e g h o r n abgebildet und beschrieben worden. Sie
ist eine zierliche einjahrige Gentianee der Vorberge des Himalaya von Simla an durch Kumaon bis Nepal verbreitet.
I n ihrem allgemeinen Aussehen schliesst sich Ophelia Chirata
sehr nahe unserer Erythraea Centaurium an, immerhin mit
manchen sogleich anzudeutenden Unterschieden.
Die Chirata , welche gelegentlich im englischen Handel
zu haben ist, pflegt von sehr geringer Beschaffenheit zu sein
und vorherrschend nur entblatterte Stengel zu zeigen. Das
von Herrn H o h n verarbeitete Kraut dagegen bestand aus
unversehrten *) und vortrefflich erhaltenen Pflanzen , welohe
mit Bliithen, Friichtchen und Wurzeln verRehen waren , so
dass sich die wesentlichen Merkmale der Art noch gut erkennen liessen. Fur die giitige Beschaffung dieses zur Untersuchung verwendeten Materials bin ich meinem Freunde D a n i e l H a n b u r y zum hochsten Danke verpflichtet. Es moge
gestattet sein, dasselbe hier kurz zu characterisiren.
Die holzigen Stengel erreichen eine Lange von 2 bis
3 Fuss und 1/4 Zoll Dicke; sie sind unten cylindrisch und in
Entfernungen von 11/2 bis 3 oder 4 Zoll knotig gegliedert,
in ihren obern Theilen stumpf vierkantig mit herablaufenden
Leistchen. Die Farbung schwankt zwischen braungelb und
dunkelpurpurroth, die Verzweigungen sind mehr griinlich oder
graulich braun. Haufig ist die Wurzel 2 bis 4 Zoll lang
und doppelt so dick als der Stengel; sie bildet eine meist
einfache mit wenig zahlreichen Fasern versehene Pfahlwurzel.
Stiirkere Exemplare zeigen eine knieformige Biegung der
Wurzel, was vielleicht doch auf eine mehr als einjahrige
Dauer hinweist. Die Stengel entspringen vorwiegend einzeln
aus der Wurzel, hier und da fand ich aber auch mehrstengelige Pflanzen. Die zahlreichen verlangerten Zweige entsprechen in Betreff ihrer Anordnung der Erythraea Centaurium
*) Es wurde erst bei mir, der bequemern Versendung nach Jena
liebe, geachnitten.
ZU-
Untersuchung der Ophelia Chirata.
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und bilden nach oben eine reiche Trugdolde. Die Einfugung
der Blatter und Bliithen mag gleichfalls mit der genannten
einheimischen Gentianee verglichen werden. Die untern Blatter der Ophelia erreichen leicht 3 Centimeter Lange und his
7 Millim. Breite, die obern nehmen rasch an Grosse ab.
Alle sind spitz lanzettlich , ganzrandig , am Grunde herzformig, und, wie die ganze Pflanze, vollig kahl. Je nach der
Grosse zeigen sie 3, 5 oder 7 Nerven, wovon der mittlere
der starkste ist. Jede Gahel der Scheindolde ist mit zwei
Stutzblattchen versehen.
Die gelbe viertheilige radfdrmige Blumenkrone ist ungefahr 12 Millim. lang, im Grunde etwas driisig. Der Kelch
bleibt an Lange weit hinter der Krone zuriick. Die Frucht
ist eine einfacherige an der Spitze zweiklappig aufspringende
Kap6el niit zahlreichen kleinen Sarnen. Der Bhthe konimt
dieselbe starke Bitterireit zu welche die Chirata auszeichnet.
S u r der Holekbrper der starksten Stengel ist nicht bitter;
er schliesst ein ansehnliches Mark ein. 8elbst die Zweige
bieten im Querschnitte einen breiten Ring von verhoiztem
Prosenchym dar , welchem sie eine entsprechende Starrheit
verdanken.
Der volksthhmliche Name der Drogue lautet in Indien
C r e y a t und ist auf mehre andere Ophelia - Arten ubertragen worden. Hauptsichlich aber scheint A n d r o g r a p h i s
p a n i c u l a t a W a l l i c h , (Justicia paniculata B u r m a n n ) eine
in Bengalen haufige Acanthacee , unter jenem Namen (oder
eigentlich Kiriatha) verstanden zu werden. Dieses nur 1 bis
2 Fuss hohe Kraut schmeckt gleichfalls ausserst bitter, unterscheidet sich aber durch abwechselnde langgestielte Bliithen,
mit rosenrother zweilippiger Krone. Es stellt iibrigens nicht
eine Dolde, sondern eine feine Rispe dar.
Wahrend Ophelia Chirata als dukhani (d. h. siidliche)
Chiretta oder Creyat bezeichnet wird, heisst Ophelia angustifolia Don im Gegensatze dazu pahari (d. h. aus den Bergen
stammende) Chiretta. Diese Art wachst in denselben Gegenden wie die wahre Chirata, besitzt aber beinahe lineale
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Extr. Lupulini aether.
Rlatter und weisse, violett gefleclde Bluinenkronen, welche
kiirzer sind als der Kelch.
O p h e l i a e l e g a n s Wight hingegen ist in den Bergen
Siidindiens z u Hause und wird in den dortigen Bazars als
inlandischer (c,onntry) Cceyat bezeichnet.
Sic besitzt blaue
Bliithen.
Die indische Pherinacopoe fiihrt endlich noeh die weissbliithige 0. d e n s i f o l i a G r i s c b a c h (0. milltiflora Dalzell)
an. Alle diese Arten werden als ebenso bitter wie die cchte
Chirata geschildert nnd in der That statt derselben in den
nordwestlichen , centralen und siidlichen Yrovinzeii Indiens
gebraucht.
Die Ophelia- Arten ersetzen in ihrcr Heimath vollliommen die in nnscre Praxis eingefuhrten verwandten Pflauzen
der europiiischen Flora, mid von dieseni Gesielitspnnkte ails
diiyfto die vcrstchendc , sorgfdtige Untersncliung des Herrn
H 6; 1, n phariiiiiceut,iscties Interesse darbieten. Pliarn~acopoeia
of India hat cin Inliisuni nnd eine init Cardamomen und
Orangenschalen aromat,isirte Tinctnr der Chirata aufgenommen.
Extracturn Lupuliui nethereurn ;
von C h r . R u m p in Hannover.
Das Lnpulin enthalt den wirksainen Bestandtheil des
I-Iopfens in concentrirter Form, ist desshalb anch in die Pharmacopoen ilufgenommen und ein hiiufig beliehtes Heilmittel
gewordcn. Dieses leidet aber an zwei Uebclstanden , erstens,
dass es sich mit der Zeit verandert und dann, dass es in der
Regel mit Sand und Staub vernnreinigt ist. Beide Uebelstande sind nicht zii vermeiden und schwer ganz zu beseitigen. Gutes frisehes Lupulin bildct ein goldgelbes Pulver,
das an warnien Handen sich anhangt und klehrig ist, ntit
der Zeit wird es dunkley und trocken anzntiihlen , wobei der
anfangliehe eigenthiimliche Gcrnch sich nbschwiicht. Alles
Lnpulin des Handels ist der gesaiunielte Staub von den
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