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Neuropharmakologie- Ein Kurzlehrbuch fUr Studium und Praxis von Ch. Stumpf 16 Abb. IX 194S. Preis DM 5900 Springer-Verlag Wien-New York 1981

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Buchbesprechungen
Arch. Pharm.
Neuropharmakologie - Ein Kurzlehrbuch fur Studium und Praxis - von Ch. Stumpf, 16Abb., IX,
194S., Preis DM59,00, Springer-Verlag, Wien-New York 1981.
Das vorliegende Buch entstand auf der Grundlage einer Vorlesungsreihe, uber ,,Neuropharmakologie", die der Autor an der Universitat Wien fiir Medizinstudenten hdt. Der Autor betont im
Vorwort, daB vom Leser keine Vorkenntnisse in klinischen Fachern vorausgesetzt werden.
Andererseits sind aber groBe Teile des Buches ohne detaillierte Kenntnis der Anatomie des zentralen
Nervensystems nicht zu verstehen. Alleine schon dadurch beschrhkt der Autor den von ihm
angesprochenen Leserkreis praktisch ausschlieBlich auf Mediziner.
In einem Allgemeinen Teil von 15s. wird der Leser in Ort und Art zentraler Wirkungen von
Pharmaka eingefiihrt, weiterhin in fiir das ZNS typische Verteilungsphanomene und in die fur die
Neuropharmakologie typischen experimentellen Untersuchungsmethoden. Im speziellen Teil
(150S.) werden die von neuropharmakologischer Seite relevanten Arzneistoffgruppen systematisch
abgehandelt: Lokalanaesthetika, Narkotika, Hypnotika, Sedativa, Psychopharmaka, Antiepileptika, Antiparkinsonmittel, Zentrale Analeptika (. . . gibt es auch periphere Analeptika?), Opiate und
Pharmaka mit Wirkung auf die Hirnleistung. An den SpeziellenTeil schlieBensich zwei Kapitel iiber
Arzneimittelabhangigkeit und Vergiftungen an.
Auf jedes Kapitel folgt ein Literaturverzeichnis, das dem Leser ein weiteres vertiefendes Studium
der Wirkstoffgruppen erleichtern soll. H e r wurde man sich mehr neuere und leichter zuganglichere
Ubersichten und Lehrbiicher in deutscher Sprache wiinschen. Allzuoft wird auch Literatur
angegeben, die alter als 20 Jahre ist, und erstaunlich haufig finden neuere Auflagen von Lehrbiichern
keine Beriicksichtigung. Das Sachregister am Ende des Buches ist vollig unbefriedigend. Es besteht
zum iiberwiegenden Teil nur aus den Wirkstoffbezeichnungen. So fehlt 2.B. im Sachregister der
Begriff ,,Grand-mal-Anfall", in einem Buch, das sich ausfiihrlich mit Antiepileptika befaBt.
Die im Text verwendeten Substanzbezeichnungen sind Internationale Freinamen bzw. Trivialnamen. Leider sind aber in dem jedem Abschnitt angeschlossenen Praparateverzeichnis nicht alle im
Text aufgefiihrten Pharmaka enthalten. Fur den deutschen Leser ist es auBerdem ein gravierender
Nachteil, daB sich die angefiihrten Praparatenamen am osterreichischen Markt orientieren.
In einem Pharmakologie-Lehrbuch erwartet man selbstverstandlich Angaben uber die Dosierungen von Arzneimitteln. Dazu der Autor im Vorwort: ,,. . . Dosierungen sind nur in Ausnahmefallen
angegeben, da sich in der Literatur erhebliche Unterschiede in den Dosierungsangaben finden. . .andererseits wurden in den Praparateverzeichnissen . . . auch deren Dosierungen angegeben, so daD
aufgrund dieser Tatsache Riickschliisse auf die Dosierung gezogen werden konnen".
Fur den Naturwissenschaftler erschreckend ist die formelmaBige Darstellung der in diesem Buch
behandelten Wirkstoffe. Es bleibt unverstandlich, daB im Falle von Autoren aus dem Bereich der
Medizin die Verlage hier nicht korrigierend eingreifen. Die Wiedergabe von Strukturforrneln ist
insgesamt sehr schlecht, praktisch nie wird Riicksicht auf die Stereochemie von Wirkstoffen
genommen (S. 54 - Glutethimid, Pyrithyldion; S. 120 - Benzatropin). Auch echte Fehler in den
Strukturformeln sind vergleichsweise haufig (S. 137 - Fentanyl; S.149 - Noscapin; S. 20 - Cocain).
Diese Beispiele lieBen sich fortsetzen. Die Tabellen und Abbildungen, sowie die Formeliibersichten
sind schlecht strukturiert, uniibersichtlich und oft nicht selbsterklarend.
Fur ein spezielles Lehrbuch der ,,Neuropharmakologie" kommt der Allgemeine Teil vie1 zu kurz,
hier besonders die Exp. Untersuchungsmethoden. Im Spez. Teil und auch im Vergiftungsteil erfahrt
man kaum mehr als in einem guten normalen Pharmakologie-Lehrbuch. Zu dem schlechten
Gesamteindruck des vorliegenden Buches tragen auch eine ganze Reihe von Ungereimtheiten und
sachlichen Fehlern bei. Einige wenige Beispiele: S. 6 - . . . ist die MolekiilgroBe wirklich ein
entscheidender Faktor fur die Wechselwirkungmit Rezeptoren? S. 53- Vollig unverstandlich ist beim
heutigen Wissen um den Wert von Kombinationspraparaten bei Analgetika die Empfehlung des
Autors von ,,Mischpulvern", die enthalten: Paracetamol + Propyphenazon + Barbiturat Codein +
Coffein. S. 56 - . . .kein einziges Wort iiber die teils schwerwiegenden Nebenwirkungen von
+
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Buchbesprec&ngen
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Metaqualon (2.B. Polyneuropathien) und uber das grol3e Miabrauchspotential dieser Substanz. S. 57,
unter 2.3. ,,Hypnotika" - Hier findet man auch das Aethanol (3s.). Der Therapie der
Aethanolvergiftung ist ein einziges Wort gewidmet = ,,Symptomatisch", dafiir aber dem
forensischen Aethanolnachweis etwa 13 Zeilen.
Bei einer Gesamtbeurteilung sieht sich der Rezensent auaerstande, das vorliegende Buch zu
empfehlen. Die 59.-DM, die das Buch kostet, sind sicher fur ein gutes normales Lehrbuch der
Pharmakologie und Toxikologie besser angelegt.
G. Lambrecht, FrankfurtIM. [B 9961
Lehrbuch der Pharmazeutischen Chemie, 3., vollig neubearb. Aufl., von G. Wagner, 5Abb.,
63Tab., 602S., Preis DM65,00, VEB Verlag Volk und Gesundheit, Berlin 1981.
In seinem Vorwort zur 3. Auflage stellt Wagner fest, nach seiner Ansicht sei Pharmazeutische
Chemie die Chemie aller pharmazeutischen Verbindungen, wogegen Wirkungsweise und Biotransformation anderen Fachern vorbehalten bleiben sollen (der Rezensent ist hier anderer Meinung).
Diese Konzeption der ,,reinen pharmazeutischen Chemie" liegt dem Buch zugrunde.
Die Bearbeitung wurde auRerst griindlich vorgenommen, so daR ein komprimiertes, zuverlassiges,
modernes Werk vorliegt. Die Rahmen-Einteilung ist praktisch gleich geblieben:
1. Allgemeiner Teil
a) Methoden zur Identifizierung, Reinheitsprufung und Gehaltsbestimmung von Arzneimitteln
(38 S.)
b) Anorganisch-chemischer Teil(69 S . )
c) Organisch-chemischer Teil (123S.)
2. Spezieller Teil (322 S.): Therapeutische Wirkstoffgruppen
Im Inhalt erfolgten teilweise andere Untergliederungen und Verschiebungen. Neu aufgenommen
wurden unter
a) Ionensensitive Elektroden, Elektrophorese, Radioimmunoassay, Ionenpaar-Extraktion,
Nitritometrie
b) Nuklearpharmaka
c) hauptsachlich die im 2.AB-DDR enthaltenen Monographien.
Im speziellenTeil sind manche Doppelgruppen der 2. Aufl. (2.B. Spasmolytika/Antihypertonika)
nunmehr getrennt worden. Als neue Gruppen wurden eingerichtet: Antiarrhythmika, Koronarpharmaka, Blutersatzmittel, Desinfektionsmittel und Virustatika; dabei sind zuweilen auch nur Stoffe
zusammengefaat, die in der 2. Aufl. verstreut aufgefuhrt waren. Vielleicht wiire in diesem Teil noch
die zusatzliche Aufnahme von Cromoglicinsaure, Cis-Platin, Antioestrogenen und anderen
Lipidsenkern angezeigt.
Erstaunlich ist zunachst die Tatsache, daR die 3. Aufl. 142s. (19 %) weniger als die 2. umfaRt. Dies
geht aber auf Kosten der Darstellung und der Didaktik. Sicher war es richtig, die allgemeinen
Einfuhrungen fur Substanzklassenim org.-chem. Teil (Darstellungsmethoden und Reaktionen) den
Chemie-Lehrbuchern zu uberlassen, aber es wurde auch eine Reihe von Formeln gestrichen (2.B.
Phenothiazin-Radikalkationen,Senfole), die didaktisch durchaus sinnvoll waren. Dasselbe gilt fur
die Textpassagen (2.B. Einteilung der Rauwolfia-Alkaloide, Alkaloide, Narkose) und besonders fur
Tabellen (2.B. Antimetabolite, Antihistaminika).
Von der Darstellung her war die 2. Aufl. besser, deutlicher akzentuiert, textlich aufgelockerter und
besser eingeteilt, leichter lesbar und einfacher zu ubersehen.
Jetzt ist alles auf Ersparnis ausgerichtet: 2.T. kleinere Type (2.B. Inhaltsverzeichnis), weniger
Fettdruck (2.B. Vergleich Inhalationsnarkotika), moglichst alles ohne Leerzeile und Absatz
hintereinander ,,weggedruckt" (2.B. Analytikabschnitte). Selbst Formeln werden aus Rationalisie-
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