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Notizen zu Volksheilmitteln im Orient.

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Landerer,
Das Auffinden dieses Gefasses gehort zu den griissten archaologischen Seltenheiten.
Vor einiger Zeit wurde auch ein schwareer, mehr
grauer Uriffel aufgefunden, welcher, da sich noch andere
zur Cosmetik dienende G egenstande in demselben Grabe
fanden, wahrscheinlich eum Schwarzen der Angenbrauen
der Damen benutzt wurden. Als schwarzfarbender Bestandtheil zeigte sich Kohle mit Schwefelantimon, das
sich mit Gewissheit nachweisen liess. Dass die alten
Hellenen dieses Metall kannten, ohne jedoch zu wissen,
woher dasselbe gebracht wurde, geht aus dem griechischen Namen desselben, Sttmmi, hervor, indem man das
Schwarafarben der Augenbrauen Stirnmiasma nannte.
Vor vielen Jahren wurde in Sparta, am Fume des
Dlenelaus -Gebirges, ein Grab aufgefunden und in einem
kleinen Gefasse ein solches Schminkmittel, welches aus
Sb S bestand.
+
-
Notizen zu Volksheilmitteln im Orient ;
von
D e m s e 1b en.
Die Kinderlosigkeit ist im Oriente eine Qua1 fur
die Frauen, die sich Kinder wiinschen, zudem da es
in1 griechischen Ritus Gebete und Wiinsche giebt, urn
den Neuvermahlten Nachkommen zu erbitten. Es giebt
auch Gebete, die von den Geistlichen fur kinderlose
Frauen gebetet werden.
Aus diesen Grunden und
den im Orient herrschenden Vorurtheilen nehmen solche
Frauen zu einer Meuge von Heil- und Geheimmitteln ihre
Zuflncht. Namentlich sind es Hebammen und alte empirische Aerzte, die diesen Frauen Pessarien empfehlen,
welche oft Bus den reizendsten und giftigsten Substanzen
zusammengesetzt werden. Seit einigen Jahren sind mehrere Frauen gestorben, die zu solchen Mitteln ihre Zuflucht nahmen. Dieser Missbrauch komnit heutzutage
Volksheilmittel i m Orient.
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mehr auf den Dorfern im Oriente, als in Griechenland
vor. I m Volke existirt die Meinung, dass es Pflanzen
gebe, welche innerlich genommen, Unfruchtbarkeit bei
den Frauen zu erzeugen im Stande seien. Dieselben
nennt man Ateknochorton, von Ateknia, Kinderlosigkeit,
und C'horton, Kraut, Pflanzen fir die Unfruchtbarkeit.
Die Pflanze, welche diese Eigenschaft besitzen soll, ist
Ceterach of$cinarum, Asplenium Ceterach, von Dioscorides
Haernionon mularin, auch Asplenon, Asplenion und Skolopendrion genannt. Den ersten Namen hat es vom Maulesel, weil es, von Weibern genossen, die Unfruchtbarkeit,
~b r i y o v t k , befordern sollte. Die Pflanze wird entweder
von den Frauen selbst genommen, oder ihnen beigebracht,
damit sie unfruchtbar bleiben. Aus Dioscorides ist zu
ersehen, dass der Glaube an die Wirkung dieser Pflanze
aus den altesten Zeiten stammt. Das Wort Ceterach ist
aus dem Arabischen und soll etwas S o n d e r b a r e s bedeuten.
Vor einiger Zeit ist mir ein Volksheilmittel bekannt
geworden, das in jeder Beziehung sonderbar ist. Dass
sich die Schlangen enthauten, ist bekannt, und diese
Schlangenhaut, Exuviae Serpentum, zu finden, halt nicht
schwer. Ich fand dieselbe gewohnlich - warum kann
ich nicht angeben - unter Passerina hirsuta, oder auch
unter Poterium spinoszim. Das Volk nennt diese Haut
gewohnlich ,,Hemd der Schlange", indem sie dieselbe
wie der Mensch das Hemd auazieht. Im Orient wird sie
zu Asche gebrannt und diese fiir ein Heilmittel gegen
chronische Fieber gehalten. Dasselbe wird in Form eines
Electuariums oder als Pulver gegeben.
Tsesrnene nennt man im Oriente einen Barnen, der
aus Egypten kommt. Man halt denaelben fur ein sicheres Mittel eur Wegbeizung von Hornhautflecken. Derselbe wird im mijglichst feinsten Zustande, mit Kandiszucker vermischt, in das Auge geblasen; oder er wird
zuvor niit Citronenbaft gekocht, getrocknet und mit Kandiszucker verniischt als feines Pulver ebenso verwendet.
17*
Landever,
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Dieser Samen stammt von einer Cassia ab und wird seiner Heilkraft wegen sehr theuer bezahlt.
Es ist bekannt, dass das Erbrechen d e r Schwangeren ein sehr unangenehmes Leiden ist und die von den
Frauen selbst als Hausmittel genommenen Mittel, als auch
die von den Aerzten verschriebenen Medicamente nicht
vie1 belfen. Es sind grosstentheils aromatische Mittel,
so wie Lignum Quassiae, die gegen dieses Leiden im
Rufe stehen. Unter den in neuerer Zeit aufgetauchten Heilmitteln befindet sich das Oxalate of Cerium, Cerium omjdatum oxalicuni. -1ch hatte mir dasselbe verschafft und nach Mittheilupg von mir befreundeten Aerzten ist dieses Medicament gegen das Uebel sehr wirksam.
Dasselbe kann in folgender Form in Dosen von 1 bis
2 Gran mit Nutzen gegeben werden:
Rec.
Oxalat. Cerii oxydat. Gr, 2
Elaeos. Aurant. seu Menthae Gr. 10
M. D. 1. D. Nro. XII.
Omiii bihorio pulvis assumenda.
Contra vomitos gravidarum.
I m Peloponnes existirt ein em pirischer Arzt, der sich
seit vielen Jahren mit der Heilung von Augenkrankheiten beschaftigt und sich durch seine glucklichen Heilungen einen grossen Ruf ‘erworben hat. Derselbe befasst
sich jedoch ausschliesslich niit Heilung von Ophthalmien,
Conjunctivitis, Blepharitis, so wie von Hornhautflecken
und ahnlichen Exsudaten der Cornea. Sein Hauptmittel
besteht in der Anwendung yon Parietaria difusa, die in
Griechenland haufig vorkommt. Absude dieser Pflanze
dienen als Collyria gegen Augenentziindung, besonders
jedoch Eiweiss, das in diesen Absuden hart gesotten und
auf die entzundeten Augen gebunden wird, bis die Entzundung vollkommen beseitigt ist. Gegen Hornhautflecken
besitzt derselbe ein Pulver, welches e r den. Patienten
auf die Flecke und Narben bliist; dasselbe besteht nach
einer Untersuchung, die ich im Auftrage des Staats-Procurators machte, aus Zincurn sulfuricum und Saccharurn
candisatum.
I’olksheilntitteZ im Orient.
26 I
Was die Parietaria betrifft, so war diese Pflanze
den Alten hinreichend bekannt. Sic nannten dieselbe
Helsine, Nb. vitriai-ia, 1’urietali.F Hwba, auch C‘r.ceoh&s,
und benutzten sie Zuni Auswaschen glaserner Gefasse.
Bei Celsus komint diese Pflanze unter dem Namen Hb.
n i w u l i s , bei Dioscorides unter Perdikion, auch Paradikion vor; auch St. Peterskraut wurde sie genannt. Auf
jeden Fall ist dieselbe a19 ein schleimiges, antiphlogistisches Mittel zu betrachten und die Art und Weise der
in diesem Absude gekochten Eier etwas eigenthiimlich.
Mit dieser Pflanze, welche starke Haare hat, wird
von den rmpirischen Aerzten auch die friiher so haufig
ausgefiihrte Ophthalmoxysis bei Trachoma der Augenleiden ausgefuhrt.
Yinnomallon (von Pinna nobilis und Mallion, Wolle)
nennt man den Byssus, das sind die metallglanzenden
Haare der edeln Stockmuschel, Pinnn nobilis, einer im
Mittelmeere haufig vorkommenden Fliigelmuschel, deren
Fleisch den Orientalen und Kiistenbewohnern zur Speise
dient und hesonders zur Fastenzeit gegessen wird. Der
Ryssus dient als Heilmittel bei Ohrenkraiikheiten und
wird theils bei Otitis 7xnd Otalggia in die Tuba Eustaclziana
geschoben , u m die Suppuration zu unterhalten, theils
wird, anstatt aus Leinwand oder Charpie einen Pfropfen
zu machen, ein solcher aus diesem Byssus gemacht und
in den Ohrgang geschoben. I n Italien werden aus demselben, gleich wie aus Seide, Bandschuhe und Geldsiickchen verfertigt, was die Orientalen nicht verstehen, weshalb deren Anwendung sich nur auf den angegebenen
Heilaweck erstreckt.
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