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Panna. Radix Pannae

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HI. Naturgeschichte und Pharmakognosie.
Panna Radix Pannae.
-
I n der Hand nur sehr weniger Aerzte hat sich seit
einigen Jahren ein vegetabilisches Pulver als Heilniittel
gegen den Bandwurm so ausserordentlich bewiihrt, dass
die Dosis dieses Arcanurns von 1*/2 bis 2 Drachmen gewohnlich mit 20 bis 30Thalern Lezahlt worden ist. Seit
einiger Zeit ist dies Mittel unter dcr Rezeichnung Pannau
bekannter geworden, und inan weiss bereits, dass es das
Pulver einer Wurzel ist, die in Sudafrika als ein Universalmittel gilt, und auch dort theils der vielen Nachfrage, theils der Seltenheit wegen, ziemlich hoch bezahlt
wird. Im Friihjahr 1856 ist endlich bier eine neue,
etwas grossere Sendung unzerkleinerter W urzeln nus Afrilra
angekommen und zugleich cine zieinlicli genaue Beschreibung der Yflanze. Demnach gehort diese jedenfalls zuin
Geschlecht der 3ilices und ahnelt am meisten dem Aspidium filix mas. Die Stiele oder Hauptrippen dcr Wedel
sollen indess markiger, die Bliittchen derber und glanzender griin sein; die Wurzeln sind gleichfalls Knollstocke iiiit
den Resten der Strunke, diese aber weit inarkiger als
die uiiserer Rad. Filicis. Innen im frischen Zustande gelblich, auf dem frischen Schnitt etwas harzig scheincnd,
die Spreuschuppen sehr zart und dicht, braun und wie
Sammet beim Anfiihlen; der Geruch erinnert an den von
Secale, ist daneben aber eigenthumlich gewiirzhaft. Sornit
glauben wir die Pflanze vorliiufig Aspidiwn Filix Punna
benennen zu diirfen. Sobald die analytische Priifung der
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Radix Punnae.
Wurzel, deren grossten bis G Drachmen wiegen und die
im Verhaltniss zu unsern Bad. Filicis ungewohnlich schwer
siiid, vollendet sein wird, werden diese Blatter das Itesultat der Oeffentlichkeit vermitteln.
Herr Dr. B e h r e n s hat dieses Mittel bereits in 90
Fallen angewendet, in 83 soll der Bandwurm binnen 1
bis 4 Stunden der Kur abgegangen sein, in zwei Fallen
ist der Kopf nicht aufgefunden, nur in drei Fallen wurde
das Mittel sofort ausgebrochen; aber selbst da, wo der
Kopf nicht bemerkt ist, soll sich kein Ruckfall eingestellt
haben. Ueber die Anwendung selbst sagt Dr. B e h r e n s ,
dass es zunachst dazu einer Vorbereitung bediirfe, niimlich einer strengen Diat wiihrend 3-4 Tage, und dass alle
schwerverdauliche, aber vor allem alle pappigen Speisen,
wie Kartoffeln, Puddings und andere Mehlspeisen zu vermeiden seien.
Zu einer Kur sollen mit Ruckicht tLuf das Alter und
die Constitution der betreffen'den Personen nur 1Drachme
bis 111, Drachmen erforderlich sein. Die Panna wird als
feines Pulver mit Wasser angeruhrt, dann nach achtstundiger Maceration als Schutteltrank genommen, alle Stunde
etwa 15 Gran des Pulvers, 1-2 Stunden nach der letzten Gabe eine Dosis Ricinusol von 1-11/, Loth. I m
Fall der Wurm ohne Kopf abgehen sollte, wurde ein
schwaches Lavement von Panna die Abtreibung des Kopfes
in der Regel bewirken. Die ublen Zufalle wahrend der
Kur sollen sich auf Erbrechen, 'was bei Miinnern ofter
vorkommt, als bei Frauen, und auf Congestionen nach dem
Kopfe beschranken, die aber selbst nach 1-11/2 Stunden
verschwiinden. Mit der Herbstsendung wird endlich eine
vollstiindige Pflanze, wie verheissen, erfolgen, und nach
dieser dann eine genaue Beschreibung und Classificirung
geschehen konnen *).
Halberstadt, den 1. August 1856.
Dr. A. L u c a n u s .
*) Der Preis der Panna in gepulvertem Zustande ist f i r 1 nrachme
21/2 Thlr. Apotheker erhalten solche gegen Franco-Baarzah-
Radix Pannae.
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Da Herr Dr. P o s n e r in No. 73. der allgem. medic.
Zeitung mit ZuRtimmung der Herren Prof. Koch, Dr.
B e r g und Apotheker Simon es versucht hat, die Panna
f%r eine pharmaceutische Phantasmztgorie, f i r mit unserer
FilisC mas identisch zu erklaren, obwohl den Herren nur
Bruchstiicke der Panna vorgelegen haben, so eracheint
es um so nothwendiger, die wesentlichen Eigenthiimlichkeiten und Verschiedenheiten beider Wurzeln genauer
hervorzuhcben. Dass die Punna der Wurzelstock eines
tropischen, aber im Verhaltniss zu unserm Filix mas fast
riesenhaften Farrn ist, fdllt in die Augen. Die grossten
Wurzelstocke haben eine Lange von 8 -12 Zoll und eine
Breite von 2 Zoll und dariiber, die Abschnittflachen der
Wedelstocke eine Breite von 1/2-3/4 Zoll und dariiber,
die Wedel mussen mithin sehr stark und von mindestens
4-5 Fuss Lange sein. Die Wedelstiele des Aqidizcm
Filix verjungen sich merklich dicht am Strunke, die alteren Wedelreste sind sehr dunkel und glatt, nur die im
Wachsthum begriffenen haben moosartige Spreuschuppen.
Bei der Panna ist der Wurzelstock, aber auchdie alten Wedelreste mit feinen Sprenschuppen dicht, sainrnetartig besetzt.
An den Pmznn-Wurzeln, die im frischen Zustande in
Weingeist gelegt und so aufbewahrt zu uns gekommen
sind, bemerkt man rothliche Faden, die schlangenartig
den Strunk durchziehen; an den alteren Theilen des
Strunkes durchgehende Locher, innen schwarzlich gefarbt.
Es sind die Faden der Saugwwzeln, resp. die Reste der
abgestorbenen.
Die Abstammung der Punnn aus dem Kaffernlande
ist nachgewiesen durch Dr. B e h r e n s und J. D. M a r q u a rd, so wie durch die Vermittler in Cap Towa, und durch
die Speditionshauser Abraham Baradaile in London und
Adolph Coqui in Hamburg. Ausser den trocknen und
den in Weingeist conservirten Wurzeln sind Proben von
lung mit 20 Proc. Rabatt in Halberstadt vom Dr. L u c a n u s ,
in Quedlinburg VOIU Apotheker Junius.
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Radix Pmmae.
in Zuckersaft eingekochter Panna Leigelegt, welche in
dieser Form im Mutterlande den Kindern als das beste
Wurmmittel gegeben werden 8011. Von einer Verheimlichung des Ursprungs der Pnnna kann daher keine Rede
sein, und urn so weniger, da diese Wurzel in Quedlinburg, Halberstadt und Umgegend seit 3 - 4 Jahren bereits als Mittel gegen den Bandwurm angewendet ist, cin
schones Exemplar sich seit liinger als Jahresfrist in der
bekannten Droguensammlung in Leipzig befindet, cin kleines auch in der Generalversammlung des norddcutschen
Apqtheker-Vereins in Gotha vorgelegen hat, aber auch
ganze Wurzeln von L u c a n u s in Halberstadt und J u niu s in Quedlinburg, insbesondere an Apotheker, eehr
gern abgegeben werden.
Dass nun Herr Dr. B e h r e n s erst dann mit der
Ernpfehlung der P u m a herrortrat, als er und andere
Aerzte sich durch niehrjiihrige Anwendung und Erfahrung von der vorziiglichen Wirksamkeit gegen den Bandwurm uberzeugt hatten, muss inan jcdenfalls billigen ;
iiberdem ist erst in diesem Sommer eine solche Quantitit Panna hier angekoinmen, dass sich dadurcli cine
allgeineinere Anwendung eiuleiten liess.
Qegen den Vorwurf des hohen Preises wird sich
Herr Dr. B e h r e n s allein vertheidigen, da er und sein
Bruder in dcr Capstadt allein den Urprungspreis genau
kennen.
Der Recepturpreis fiir eine 1Jo3is von 111, Dracllme
nebst Gebrauchsanweisung ist allerclings auf 3 Thlr. festgestellt, doch erlialten Acrzte und Apotheker gegen 1-0sausbezahlung cincn angeinessenen Rabatt, der sich nacli
dem Verhaltniss der Beatellung richtet.
Der Kern dcr Sachc ist abcr die Wirkung; bewiihrt
sich diese auch anderwiirts wic hier, RO wird doch Mancher fur die kleinc Dosis, dcs beyuemeren Einnelimens
wegen, gern dic hii!icre Suinnie nnfwenden.
Halbcrstadt, den 10. October 1Y3G.
Dr. L u c a n u s .
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