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PrUfung eines reinen amerikanischen Opium aus Mohn gewachsen zu Hancock Vermont und gesammelt von C. M. Robbins

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Priifung eines rcincn aiiierikanischen Opium etc.
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wurden die in Aether leicht loslichen Alkaloi'de (nach Beseitigung des Chinins und Chinidins mittelst Weinsaure) der
Priifung unterzogen, so zwar, dass die schwefelsaure Losung
dieser Basen mit concentrirter Salpetersaure vermischt wurde,
wodurch aber niemals eine Fallung qder auch nur Trubung
resultirte. Wenn Paricin vorhanden gewesen ware, SO hatte
ea auf solche Weise gefunden werden miissen.
Das Paricin ist aber auch nicht identisch mit dem Pelosin, da letzteres, wie F l i i c k i g e r gefunden hat, den Lichtstrahl nach rechts ablenkt , wiihrend das Paricin, nach friiheren Versuchen von d e V r y, optisch unwirksam ist. Wir
sind also genothigt, das Paricin bis auf weiteres als ein
besonderea Chinaalkalo'id zu betrachten , das sich von diesen
Stoffen durch seine Fiillbarbeit durch conc. Salpetersaure vortheilhaft unterscheidet.
PriiBnng eines reinen smerikanisohen Opium , Pus
l o h n , gewrchsen 5u Hancock, Vermont , nnd gesammelt von C. M. Robbins.
Von W i l l i a m P r o c t e r , Jr.*)
Am 18. Jannar erhielt Schreiber dieses eine Probe von
etwa einer Unze Opium von Herrn R o s e n g a r t e n u. S o h n e ,
mit der Angabe (in Form der Abschrift eines Briefes von
Herrn H o w e und F r e n ch zu Boston, Mass.), dass solches
von dem Herrn C. M. R o b b i n 8 zu Hancock, Vermont stamme,
welcher den Mohn aus fremdem Samen cultivirt habe, von
dem die Unze 10 Dollar kostete. Das Opium war durch
Ritzen der Kapseln in derselben Weise, wie solches anderwarts auch geschieht , gewonnen , der ausgetretene Milchsaft gesammelt nnd in der Sonne getrocknet worden, wobei
er sich stark farbte. Dasselbe enthielt weder Bliitter noch Theile
von Mohnkspsoln, noch andere fremde Theile beigemengt, aber
*)
A18
Separatabdruck vom Hr. Verf. erhalten.
E, I;.
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Priifung einee reinen amcrikaniachen Opium etc.
seine Consistenz war diejenige eines mehr weichen als festen
Extracts, dessen Weichhcit nicht sowohl dem Reichthum an
Feuchtigkeit, als vielniehr seinem kautschukartigen Charakter
zuzuschreiben ist; denn beim Trocknen verlor es nur 6 Proc.
Wasser und auf dem Bruche erschien es nun kurz und gliinzend. Die gesammte Ernte belief sich auf 11 Unzen und'in
Geruch und Geschmack glich es durchaus einem guten tirkischen Opium.
I n einem Briefe des Herr-. R o b b i n s , den mich die
Hrn. R o s e n g a r t e n u. S o l i n e einsehen liessen, sagt derselbe: ,,Ich bepflanzte etwa 15 Quadratruthen (etwa 'Ilo Acker)
Land mit Mohn, in Reihen zwei Fuss auseinander, die Haufelung von Fuss zu Fuss. E r war vom 1. Juni bis zum 1. October im Wachsthum. Die Kopfe wnrden nur einmal im
Tage geritzt und zwar Nachmittags ; wir machten mehre
zarte Einschnitte in die Seiten der Kopfe, wobei wir sorgfaltig uns hiiteten, durch die Innenseite zu dringen. Das Opium
wurde den nachsten Morgen abgeschabt und auf Tellern an
der Sonne gctrocknet. Nach meiner Meinung gewannen wir
noch nicht die Halfte des Opium, welche uberhaupt hatte
gewonnen werden kijnnen.
Die Mohnpflanzen waren urn 2 oder 3 Wochen zu spat
gepflanzt worden. Der Mohn wuchs und erhielt sich kriiftig,
verlangte aber einen trocknen Boden.
Einhundert Gran dieses Opium wurden mit Wasser in
einem Morser zerrieben , bis sie vollig emulsionirt waren.
Nachdem die Mischung mehre Stunden unter zeitweiliger
Bewegung gestanden hatte, wurde sie auf ein tarirtes Filter
gegeben und nach dem Trocknen betrugen die unlioslichen
Theile 33 Gran. Die erhaltene Flussigkeit wurde vorsichtig
verdampft bis auf 6 Fluidrachmen , niit ihrem gleichen Volumen Alkohol vermischt und filtrirt; 30 Gran Aetzammoniakflussigkeit von 0,960 spec. Gew., wurden mit 3 Volumen
Alkohol vermischt und langsam unter fortwahrenden Umriihren jenem Auszuge zugemischt bis eine entschieden alkalische
Reaction bemerklich blieb und 24 Stunden ruhig hingestelk
Priifung eines reinen amerikanischen Opium etc.
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Durch dae Ammoniak entstand unmittelbar ein korniger
Niederschlag , welcher sich beim Hinstellen noch vermehrte.
Derselbe wurde am Ende der erwiihnten Periode auf einem
gewogenen Filter gesammelt, mit kaltem Wasser gewaechen
und getrocknet. Der Niederschlag war noch etwas gefarbt
und wog 18,2 Gran. E r wurde nun rnit Aether zu wiederholten Malen ausgekocht , rnit derselben Fliissigkeit ausgewaschen und dann getrocknet; er Tog jetzt noch 16,25 Gran.
Diese Substanz bositzt die Eigenschaften des Yo r p h i n 8 , wird
durch Salpetersaure gerothet, durch Fe%IS geblaut; aber sie
ist immer noch gefarbt. Sie wurde desshalb in siedendem
Alkohol gelost und die filtrirte Losung zur Krystallisation
verdunstet. Es blieben 0,5 Gran braune Materie zuriick; fur
kryst. Morphin berechnen sich sonach 15,75 Gran. Die Aetherwaschfliissigkeiten vom Morphin hinterliessen nahezu 2 Gran
krystall. Substanz, welche mit Salpetersiiure cine hellgelbe
Losung gab, hauptsachlich aus N a r k o t i n bestehend, nebst
einer kleinen Menge briiunlicher Substanz am oberen Rande
der Abdampfschale.
Die Fliissigkeit, aus welcher das Morphin gefallt worden war, gab mit FeWlS eine tiefrothe Farbung; sie wurde
rnit einem geringen Ueberschuss von CaCl vermischt, der
gallertartige Niederschlag auf einem Filter gesammelt, gewaschen in einer Fluidunze Wasser von 190O Fahr. vertheilt,
rnit einem Ueberschuss von verdiinnten HCl vermischt, heiss
filtrirt und einige Stunden stehen gelassen. Der krystalliniache kornige Niederschlag von Kalkhimekonat wurde gesammelt und mit heisser verdiinnter HC1 behandelt; die dsraus
beim Stehen in gefarbten Krystallen sich abscheidende M e
k on s a u r e wurde gewaschen, gesammelt und getrocknet.
Der anfanglich erhaltene in Wasser unlosl. Opiumriickstand , 38 Gran an Gewicht , wurde nun mit B e n z i n ausgezogen , wodurch 11 Gran K a u t s c h u k erhalten wurden ;
obgleich dasselbe wold noch Narkotin , Harz , fettes Oel etc.
beigemengt enthalten mochte, so wurde es doch nicht weiter
behandelt , da der Hauptzweck seiner Extraction erreicht
war, nemlich den Grund der Weichheit des Opium bei Abwe-
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Priifung eines reinen smerikanischen Opium etc.
.
senheit des gewohnlichen Procentgehaltes an Feuchtigkeit
aufzufinden.
Das in Benzin Unlosliche wurde in einem Platintiegel
eingeaschert und liess 0,5 Gran einer hellgrrruen Asche.
Daa Resultat der Analyse von 100 Granen amerikan.
Opium ist sonach folgendes :
15,75 Gran Morphin,
2,OO ,, Narkotin (unrein),
5,25 ,, Mekonsaure,
11,OO ,, Kautschuk, fette Substanzen und Harz,
22,OO ,, Unloslicher Ruckstand (einschliesslich von 0,5
Asche),
38,50 ,, In Wasser losliche Substanzen anderer Natnr
als Salze des Morphine und Narkotins, namentlich extractive gummige Theile etc. *>
5,OO ,, Wasser.
99,50 Gran.
Mittlerweile hatten die Herrn R o s e n g a r t e n und
S o h n e eine Priifung dieses Opium auf Morphin zu ihrer
cigenen Ueberzeugung angestellt und dabei etwa 1 5 Procent
desselben gefunden , wodurch fur diesen Bestandtheil eine
Bestatigung erhalten wurde , denn der geringe Unterschied
beider Bestimmungen ist in der sorgfaltigeren Manipulation
bei unserer Priifung zu suchen.
Auf das Gummi oder die extractiven Bestandtheile wurde
die Untersuchung nicht ausgedehnt. Im Ganzen liisst sich
schliessen, dass das von Hr. R o b b i n s erhaltene Opium rein
ist und von ausewordentlichem Gehalte an wirksamen Bestandtheilen ; es ist eben der eingedickte Milchsaft der Mohnkapseln, frei von irgend einer organiechen oder .unorganischen
Verfalschung. Es steht zu hoffen, dass der Producent in dem
nachsten Jahre erweiterte Versuche mit der Opiumcultur
anstellen wird.
H.L.
*) Ee waren keine Versuche geniacht worden, K o d e ‘in , N n r c e i’n,
M e k o n i n oder andcre wohl definirte Bestandtheile des Opium, die darin
in kleinen Mengen vorkommen, zu isolircn.
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