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Synopsis der Pflanzenkunde etc. Von Professor J. Leunis. Hahn'sche Hofbuchhandlung in Hannover. 8. 2 Thlr

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Literalur.
Vcrgleicht inan diesen Artiltel niit dern i n der ersten Auflage des
Cortnnentars enthaltanen iiber denselben Gegenstand, 80 erlcennt man,
dass eine vollstiindige Umarbeitung statt gefunden hat und Nichts unberiiclcsichtigt gebliebcn ist , was zur Erlguterung und Voll~tiindiglteit
gehbrt.
Die Mittheilung des Inhslts diescr drei Artiltel wird aber hinreicllcn, uin erkennen eu lassen, wie der Vcrfasser die Gegenstiinde dcr
Erlfiuterung Iiehandelt. Es wiirde mich zu weit gefuhrt haben, wenn
ich den Inhalt noeh ausfirhrlicher gegeben hiitte; wie ich glaube, lcann
:{US dein Angefuhrten hinliinglich der Werth des Buches beurtheilt und
cin Schluss auf die meisten andern Arlilcel gemacht werden.
Dern ersten Tlieile, welcher rnit der sechstcn Lieferung scliliesst,
sind noch vier sehr brauchbare l‘abcllcn beigegeben, nfimlich : 1) Vergleichende Scalen des Pahrenheitschen, Reauniurschen und Celsiusschen Thermometers; 2) Vergleichung einiger belcannter Ariometergrade, sowohl unter einiinder selhst, als niit den specifischen Gewichten und in Kucksicht a d leichtere iind schwerere Fliissiglceiten als
Wasser; 3) iiber Gewichtc, und 4) iiber IIohlmaassc.
Ausstattung und Thick des Buches, so wie Wahl lateinischcr
Lettern statt der friihern deutschen, geben der neuen A d a g e einen
unlcugbaren Pussern Vorzug vor der iilteren.
Inderii ich hiermit meinen Bericlit schliesse, kann ich nicht umhin,
rnein Bedauern dariiber auszudriiclcen, dtiss der Commentar noch nicht
vollstiindig erschienen ist. Er vertritt bei den Pharmaceuten ganz die
Stelle eines Noth- und Hiilfsbuches, und hat als Repertorium einen
so unzweiklhaften grossen Werlh, dass man ilrn ungern entbehrt.
Dr. G e i s c l e r .
__
S y n o sis der Pflanzenkunde e k . Von Professor J. L e u n is.
Ha n’sche Hofbuchhandlung in Hannover. 8. 2 Thlr.
R
Obgleich seit des bcriihniten Paracelsus’ Zeiten Arzneimittel RUS
dern hlineralreiche weit ‘hiiufiger wie friiher bei den Krankheiten der
Menschen angewandt werden, weil sie mcist weit lcriiftiger auf den
itienschlichen Organismus einwirken, so ist doch die Zahl der Heilniittel aus dem Pflanzenreiche noch so gross, die W’irlrung nianchea
so eclatant, und rnanches Pklanzenheilmittel so wenig durch ein anders
xu ersetzen, dass desshalb dern Apothelcer das Studium der Botanilc
niichst den1 der Cheinie unstreitig von griisster Wichtiglreit sein muss.
1)er Pharmaceut niuss aber nnsers Erachtens nicht nur Kenntniss der
medicinischen Yllanzen haben, er muss auch iiherhaupt das gesammte
I’flanzenreich in seinein Coniplexe, er muss vorsLiglich aach die Flora
seines Vaterlandes genauer Irennen. Es muss ihm ferner ausser dem
Linnk’schen Systcm auch wenigstens eins der verbreitetsten natiirlichen
Systeme beltennt sein; denn S O wie ihni das Linne’sche System gleichSam als Register das Auffinden einer ihrn unbelcannten vaterllindischen
Pflanre erleichtert, S O giebt ihm das naturliche System erst eine deutliche Einsicht, nicht nur in den Zusammenhang des ganzen Pflanzenreichs, sondern es leitet ihn auch auf die Wirltungen der Pflanzen,
da es eine belcannte Sache ist, dass die rnedicinische Wirlcung nicht
selten fast allen Arlen einer und derselben naturlichen Fainilie gemein
ist. Die Kcnntniss der Wirltung ist freilich vorriiglich Saohe des
Arztes, indess auch fur den Apotheker, welcher sein Pach nicht rein
Literatur.
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mechanisch, sondern wissenschaftlich treiben will, durchaus nothig.
Ich will jedoch hier nicht wiederholen, was Jeder wciss, wenigstcns
wissen muss, nur dass miichte ich noch erwiihnen, dass nicht derjenige
Botanik zu verstehen glaubcn sollte, welcher Narnen and iiussere Charaktere der Pflanzen ltennt., welcher nothdiirftig eine Pflatize beslititmen Irann, sondern nur der, welcher das Leben der Pflanzen zugleich
b e g r i f f e n , welcher die I’flanzen z u v e r s t e h e n g e l e r n t hat.
Dass solche lienninisse aber vielen jungen I’hnrrnaceuten fehlen, bedarF wohl niclit erst einer Andeutung. E i n Gruiid davon liegt wohl
darin, dass es uns bisher an einem zwecktniissigen IIandhuclie fehlte,
welches die Pflanzcnlriinde von diesem Gesichtspuncto iins dein angehenden Pharmaceutcn erleichtert. Sehr erfreulich muss demnach Jedent
nach Wissenschafllichkeit strebenden angchendcn I’hartnaceuten die so
cben erschienene S y n o p s i s d e r P I 1 a n z e n k un d e vont P r o f e s s o r
L e u n i s sein. Das Werlr zeiehnet sich unter allen rnir belrannlen
lhulichen Werken so sehr aus, dass man es gewiss niclit ungern
sehen wird, wenn ich dassclbe hier etwas niihcr beleuchte. Genanntea Werk enthiilt auf 40 Uogen des zweclcmiissigsten, engsten wid
zugleich iibersichtlichsten1)ruclces nnch dern verbesserteti I~ecandoll‘scheii
System die Naturgeschichte des Pflnnzenreichs nach a 1I e n Beziehungen. Ausser einer sonst vollstlndigen lrlorn Norddeulschlands sind
alle fiir Gewcrbe, Kunste und Wissenschaften wichtigen, cinheiniisclieh
und auslludischen Yflanzen aufgenommen, natnentlich ist den Arzneipflanzen besondere Auftnerlrsainlreit gewidtnct, so dass dies Buch als
ein Hepertoriuni der gesarnmten Pflsnzenknnde betrarhtet werden lcann
und sowohl fur den angehenden wie ausgebildeten Apothelier votn
grossten Interesse sein niuss. Fur Ersteren, urn sich mit Leichtiglteit
in diese, fur ihn so urtentbehrliche Wissenschaft hineinzuarhciten, fur
Letzteren, urn durch Rachschlagen vermittelst des sehr ausfiihrliehen
Kegisters sich schnell oricntiren zu lionncn. Den ersten Zweek erreicht
das Buch 1) durch eine vorausgeschickte gedrangte Terniinologie,
Physiologic clc., anf welche zugleich iiberall bei der speciellen Bolanilc wieder zuriickgezeigt wird. 2) Durcli einen sogenannten Pflanzcnhalender, welcher iiber 200 der gemeinsten und am lcichtesien bestimmbaren Yflanzen enhiill und so zugleich einen Fingerzeig giebt, init
welchen Pflanzen der Anfiinger om leichtesten beginnen kanu. 3) Durch
einen Schliissel zuin LinnB’schen System und cu den Gattungen. Von
diesen wird alsdann zu den1 natiirlichen Systeme hingezeigt, wo die
Arten beschrieben sind, so dass man niit Leichtiglceit vom Itiinslliclicn.
zu dent vie1 schwierigern natiirlichen Systeme hiniiber gefiilirt w i d .
4) Niitzliche, aehiidliehe, sowie einheimische Pflanzen etc. sind iiberall
durch besondere Zeichen herausgehoben, die Pflanzen auch naeh ihrer
Nutzanwendung i n besondern Uebersichten zusammengestellt. Die
Arzneipflanzen sind in den Uebersichten nacli den Werlten von I1 u f
l a n d uud K r a u s e geordnet, so dass der Apothelter liicr gleiclr das
fiir ihn Wichtige znsamniengesiellt findet,. Bei diesen und vielen andern
Erleichterungsinilteln slehet das Werk zugleich auf der Hiihe der Wissenschaft, indcm der Verfasser wit Umsicht alle neuen Forscburigeri
von den Papilionaceen bis zu den Prolctariern unter den Cryptogntiiett
herab henutzte nnd sich sogleich uber alles ausbreitele, was Laicn
utid BIannern vom Fach in solchon Werlcen wichtig und niithig sein
kann. So findet man hier, wenn ich Beispiele erwlhnen soll, den
von, Professor S c h i i n l e i n und R e m a k in den Hautausschllgen bei
Menschen neuerdings entdeckten Favuspih [Achare’on Schoenleinii),
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Lileratur.
ferner die bei den Seidenwiirmern als Muscardine bekannten Schwiirnme,
sowitr denn hier iiberhaupt die in so rnancher Hinsicht hochst wichtige
Cryptogarnie nicht, wie es gewohnlich geschieht, stiefmiitterlich behandell ist. Perner finden wir hier den Bernsteiii, dessen fossile Mutterpflanre yon Gij p p e r t entdeclct und Piniles succinifer genannt ist, mil
irn Pflanzenreiche eingereihet. Ueber L)amioarharz, vegetabilisches Elfeubein und andere neuerdings in Ilandel gelrornniene Pflanzenstoffe giebt
der Verfasser ilberall hinreichende Auskunft, was fur den Pharmaceuten ehenfalls erwiinscbt sein muss, weil Pharmacie mit der dbrigen
Waarenkunde so oft in nehere Beriihrnng kommt. Ueher WartoKelItrankheit, Rlehlthau, iiberbaupt iiber alle den Pflanzen nachtheiligen
Einfliisse ist a n den betreffenden Orten lrurze Ausltunft und weitere
Nachweisung gegeben. Besondere Riiclrsicht iet desshalb auch auf
Entornologie genommen. Bei allen Pflanzen sind niimlich die auf denselben lebenden Invecten genannt, was mit solcher Genanigkeit und
Ausfiihrlichkeit noch in keinern dlinlichen Werlte geschehen ist.
Eine ganz besonders zweclcrniissige Einrichtung zeichnet das Werk
auch noch hinsichtlich der literarischen Wachweisungen aus, indem
durch eigenthiimliche Einrichtnng nicht nur jede Painilie, sondern
auch jede Gnltung und A r t ihre Literatur hat, so dass hier die Werke
und lcurzrn Lebensumstande von rnelir als 300 botanischen Schriftstellern aufgefuhrt sind. Urn aber zu zeigen, dass auch unser eifriges
Porschen nach Miingeln nicht ganz fruchtlos geblieben ist, bemerlten
wir nur, dass der Verfasser bei aller Sorgfiltigkeit doch die Gattung
Nilvarza in zwei Fainilien S. 213. und S. 228. aufgefuhrt, in der Faniilie namlich, in welcher sie friiher stand und in der, in welche sie
neuerdings versetct wurde. Anch will es uns nicht gefallen, dass in
der Literatur nianche Werke von geringer Wichtigkeit angegeben sind.
So danlcenswerth ferner die Angaben der Quantitat der letzten Sylbe
bei den lateinischen Wamen ist, so blieb sich der Verfasser doch dabei
auch nicht inirner ganz consequent. Jedoch lrdnnen diese geringen, ich
m6chte sagen unbedeutenden MBngcl, die sich wohl in jedem Buche
der Art a u f h d e n Iassen, nicht in Ansclilag ltominen gegen die grossen und uberwiegenden Vorziige, welche dies Werlr vor iihnlichen so
sehr auszeichnet.
Wir fugen nur noch den Wuusch hinzu, dass sich dies Werlr bald
einer weiten Verbreitung erfreuen moge, und sind fest uberzeugt, dass
dassclbe recht geeignet ist, viele schlechte Marktwaare, mit welcher
die botanischc Literatur unserer Zeit Uberladen wird, zu verdrangen
rind acht wissenschaftliche Pflanzenkunde in weitern Kreisen zu verhreiten. Man sehe selbst und iiberzeuge sich, dass wir nur i m Interesse der Wahrhcit und Wissenschaft diese Zeilen niederschrieben.
W e d e kin.
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