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Therapeutische Mittheilungen.

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Thorapeutisohe Mitthoilungen.
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In einer Rosshaar Spinnerei litten besonders die Arheiterinnen,
welche rnit dem Sortiren der rohen und Verpacken der gekrhselten,
fertigen Haare beschaftigt waren, an eigenthiimlichen Krankheitserscheinungen, die sich in Verdaiiungsstbrungen und Erschlaffung
kundgaben, gegen die aber keines der vom Arzte angewandten Mittel
Abhiilfe schaffen wollte. Spater, nach Monaten, steigerten sich
diese Erscheinungen so, dass der Arzt an den Unterleibs-Schmerzen,
der Farbung des Zahnfleisches und anderen Symptomen, eine Bleiintoxication feststellte. Wodurch war dieselbe hervorgerufen?
In der genannten Fabrik wurden Haare aller A r t in - Rosshaare verwandelt und um denselben eine schbne glanzend-schwarze
Farbe zu geben wurden sie, eingeblt, in einer besonderen geschlossenen Vorrichtung mittelst der Maschine mit einem geringen Quantum
BleigEtte geschwenkt , dann zu Zupfen in der Krauselmaschine
versponnen und schliesslich verpackt. Wenn man bedenkt , dass
ein nur geringes Quantum der schweren Bleiglatte mit den geblten
Haaren in so innige Beriihrung gebracht wird, dass an den Haaren
(die dem Referenten vorgelegen haben) mit blossen Augen nichts
davon zu sehen ist, so scheint es in der That der Einfiihrung eines
nur geringen Quantums Blei in den Organismus zu bediirfen, um
Vergiftungserscheinungen hervorzurufen.
P.
TherapeatischeIllittheilnngen.- Das Paraldehyd 3(C*H40)
- eine dreifach isomere Bildung des Aldehyd C BH40, aus melcliem
letzteren bekanntlich das Chloralhydrat durch Substitution von' 3 H
durch 3 C1 entsteht = CyHC130 HBO- ist als Aniistheticum und
Hypnoticum mit dem Chloral in Concurrenz getreten. Es diirfte
daher wohl von Interesse sein, die auf eingehende Versuche gegriindeten
Urtheile dreier Aerzte, des Dr. Dana in New-Pork, des Dr. Peretti
in Andernach und des Dr. Langreuter in Dalldorf hier in Kurzem
wiederzugeben. Nach dem ersteren ist das neue Wttel bereits rnit
Erfolg in Amerika zur Anwendung gekommen. Es soll zwar in
seinen Wirkungen weniger sicher als das Chloral, dafiir aber ungefahrlicher und ohne die fatalen Nachwirkungen des Chlorals sein,
dessen Genuss bekanntlich bei vielen Patienten fiir die folgenden
Tage einen bbsen Kater heraufbeschwbrt.
Nach Peretti's Versuchen ist das Paraldehyd kein specifisches
Heilmittel fiir Psychosen, auch kein Aniistheticum fiir dauernd erregte
h n k e , wohl aber ein Hypnoticum, ein Schlafmittel, das unter Umstinden, bei leichten Depressionszustiinden, die Heilung unterstiitzen
kann. - Die Nachtheile des Mittels sind, dass baldigc Gewbhnung
eintritt und dass die Athemluft den unangenehmen Geruch desselben
annimmt. Es wird am zweckmiassigsten in 4procentiger wasseriger
Lbsung, die mit 10 o/o Zucker versiisst ist, dargereicht.
Dr. Langreuter hat in der Dalldorfer Irrenanstalt wahrend acht
Monaten Beobachtungen fiber die Wirkung des Paraldehyd gemacht
und dasselbe in der Formel;
+
052
Wirkung einiger neuer Arzneimittc*I.
Paraldehyd 25,0, 01. Olivar.pr. q. s. ad 50,O. 01. Menth. pip. gutt. 5.
gereicht. Die gewijhnliche Dosis war 6 g. Paraldehyd. Ausser schnell
vortibergehenden Unregelmassigkeiten des Pulses, welcher jmmer
etwas voller war, traten keine abnormen Erscheinungen auf. Die
Respiration war, nach dem Einschlafen, tiefer und seltener. I n der
Regel trat der Schlaf nach 5 Minuten, spatestens nach
Stunde
ein. Bedinging fur den giinstigen Erfolg ist Ruhe der Umgebung
und trat derselbe bei Tagesdosen in 61 o/o, bei Nachtdosen in 90 o/o
ein. Wo kein Schlaf erzielt wurde, war doch Beruhigung erreicht,
besonders bei aufgeregten Paralytikern und Epileptikern. Ebenso
war die Wirkung bei Migrane und andercn nervi3sen Zusthden eine
befriedigende. fDurch D. Med. Zed./
Ueber die Wirkung einiger iieuer Arzneitnittel. - I n
der unter Leitung des Prof. E. Maragliano stehenden medicinischen
Klinik zu Genua sind im Schuljahr 1882,83 folgende Beobachtungen
uber die W i r h n g einer Anzahl neuer Arzncimittel gemacht , die wir
hier kurz zusammenstellen :
1) Quebrach o und seine Alkaloi’de, A s p i d o s p e r m i n u n d
Qu c brac h i n. Das Extr. Quebracho nnd das Quebrachin kijnnen niir
dann auf die Verminderung der Respirationsfkequenz einen Einflues
haben, wenn es sich nicht um oganische, sondern nur functionelle
Athmungsstiirungen handelt. Anch bei den acuten und chronischen
Affectionen des Respirationsapparates und des Herzens kannen sie
voriibergehende Besserung herheifiihren ; die physiologische Athmungsfrequenz beeinflussen sie jedoch nicht merklich. Die beiden Alkalofdc
vermijgen die Pulsfrequenz bis auf 20 Schlage herabzusetzen uncl
wird der mit dem Basch’schen Apparate gemessene Blutdruck fast
gar nicht verandert.
Die erwahnte Wirkung trat besonders bei innerlicher Darreichung
der Alkaloi’de innerhalb 30 bis 40 Minuten, auf hypodermatischem
Wege in 5 bis 10 Minuten ein. Das Aspidospermin mid Quebrachin
wurde in Pillen von 0,05 bis 0,10, - 0,25 bis 1,00 pro die angewandt, die mittlere innere Dosis betrug 0,40 bis 0,50 pro die; die hohcn Doscn erregen Eke1 und Erbrechen. Das alkoholische
Extract wurdc zu 10 g. in einem indifferenten Vehikel dargereicht.
- Bei den subcutanen Injectionen wurde von den Alkalofden 0,05
bis 0,lO pro dosi benutzt und gefunden, dass bei einer Auflijsung
von 0,05 in 1,0 destillirtem Wasser keine localen Affectionen entstehen. - Bei astmathischen Anfallen ist die Injection, ftir dic
methodische Anwendung das Extract vorzuziehen.
2) Cotoi‘n u n d P a r a c o t o f n ergaben bei acuten und chronischen
Intestinalcatarrhen, zu 0 , l O pro dosi und 1,0 pro die angewandt,
grasstentheils n e g a t i v e Resultate.
Aehnliche Erfolge hatte Cattani nach Gaz. degli Ospit. 65. 188:’,
in heinahe 100 Fallen von Diarrhoen, vow eiafachen Catarrh bis zu
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