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Thierische Organismen der Brunnenwsser von Prag. Untersuchungen von Franz Vejdovsky in Prag. Mit 8 Tafeln. Prag 1882

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Biicherschau.
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in der Pharm. Austriaca nicht aufgefiihrten neueren Arzeneistoffe nebst Angabe uber Gewinnung, Eigenschaften und Dosiruug , eine Abhandlung uber
Wehrpflicht, Studien - und Priifungsordnung fur die Pharmaceuten in Oesterreich etc.
Derselbe beginnt mit einem durchschossenen Kalendaxium an das sich
eine Stempelgebuhren-Scala, Angaben uber die Ziehung satnmtlicher osterreichischen Lotterieeffecten fur 1885, eine vergleichende Miinztabelle, Weithangabe der Coupons, ein Brief- und Telegraphentarif anschliessen. Der specifische pharmaceutische Abschnitt bringt zunachst die Vergleichstabelle der
Thermometerscalen, darauf folgt eine Uebersicht der Elemente nnter Angabe von Symbolen, Atom , Molekular- und Aequivalentgewichten, Werthigkeit etc., eine Saturations-, Solutions und Tropfentabelle und eine
kurze Uebersicht der Gifte und Gegengifte. Seite 40-81
enthalt die
Taxe fur officinelle und nicht officinelle Arzeneimittel und eine gedrangte
Uebersicht uber die in der Pharmacopoea Austriaca noch nicht aufgenommenen neueren hrzeneistoffe beziiglich deren Gewinnung, Eigenschaften, Anwendung und Ilosirung, den schluss dieser Abtheilung bildet die Aufziihlung,
der in jiingster Zeit die Pharmacie betreffenden wichtigsten behordlichen
Verordnungen und Erlasse.
Der 11. Abschnitt bringt ein Verzeichniss der auf den osterreichischen
Universitiiten studirenden Pharmaceuten, eine Rangliste der Militair - Medicamenten - Beamten. ein Verzeichniss der pharmaceutischen Corporationen,
an das sich dann ein solches der Apotheker nebst einer Liste empfehlenswerther Bezugsquellen anschliesst. Das Tagebuch mit reichlich bemessenem
Raume fur tagliche Eintragungen bildet den Schluss des handlichen, gut ausgestatteten und gebundenen Almanach.
Bertram.
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Tbierische Organismen der Brunnenwllsser von Prag. Untersuchungen yon F r a n z V e j d o v s k y in Prag. Mit 8 Tafeln. Prag 1882. - In den
Jahren 1879- 81 untersuchte Verfasser in Folge Auftrages der stadtischen
Behorden mehr als 200 Prager Brunnenwsser mikroskopisch, die bei den
Einwohnern in iiblem Ruf standen und wie der Verlauf der Untersuchung
zeigte, diesen Ruf auch verdienten und legt in der vorliegenden schiin ausgestatteten Abhandlung die Resultate der Untersuchung vor , soweit es sich
um thierische Organismen handelt,
In einem einleitenden Kapitel hebt Verfasser mit Nachdruck hervor,
dass es eine Grenze in der Erkenntniss der Zusammensetzung der TrinkwRsser giebt, welche die chemische Untersuchung nicht iiberschreiten kann, und
dass hier die mikroskopische Untersuchung erghzend einzutreten hat. Gewiss
wird man dem Verf. hierin beipflichten, wenn man auch den von ihm beigebrachten Satz Huxley's : ,, Dass es in Hinsicht auf die chemische Analyse
so reines Wasser geben kann, wie nur immer moglich, und dass doch dasselbe auf den menschlichen Korper todtlicher wirken kann als Blaussure, mLhrend ein Wasser chemisch schlecht sein kann, ohne Jemandem zu schaden",
der die Uczulanglichkeit der chemischen Untersuchung beweisen soll , nicht
unterschreiben wird.
Es ist sicher, dass die mikroskopische Wasseruntersuchung der chemischen noch lange nicht ebenbiirtig ist, wenn es auch keinem Zweifel unterliegt, dass das einst der Fall sein wird. Von keinem der im Trinkwasser
gefundenen Organismen ist zweifellos nachgewiesen, dass er mit irgend einer
Krankheit in direktem Zusamrnenhang steht und es erscheint fraglich, ob
auf diesem, wie man ihn nennen kann, direkten 'FVege bedeutende Resultate
zu erhoffen sind. Mehr Aussicht scheinen Bemuhungen zu haben, die darauf
ausgehen , den biologischen Verhaltnissen der betreffenden Organismen auf
den Grund zu gehen und die dann einen Schluss auf die Beschaffenheit des
Wassers, specie11 auf die Natur der organischen Substanzen, vielleicht auf
die Eutstehuiig der salpetrigen SLure, des Ammoniaks gestatten, etwa in der
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Biicherschau.
Weise, wie jetzt der Geologe aus dem Buftreten gewisser Pflanzen Schlusse
Derartige Wasseruntersuchungen
werden sich nicht begniigen durfen, einfach das Vorhandensein von Bacterien
oder Infusorien der Algen zu constatiren, sondern es wird nothig sein, die
einzelnen Organismen genau zu bestimmen, da es doch bekannt ist, dass Angehorige derselben Gattung in ihren Lebensbedingungen oft weit aus einander gehen. Ich erinnere hier an die Arten der Gattung Vorticella, von denen
V. nebulifera in reinem klaren Wasser, V. microstoma, die ihr sehr iihnlich
ist, nur in fauligem stinkendem Wasser vorkornmt. Aehnlich liegt die Sache
bei Paramaecium.
Der Weg, der hier zu gehen, d. h. die Gruppirung der hieher gehorigen
Organismen nach den Anspruchen. die sie an die Reinheit des Wassers,
in dem sie leben, stellen, ist in1 Grossen und Ganzen durch Cohn und Gerardin vorgezeichnet.
Der Verf. lenkte sein Augenmerk nicht nur auf die Organismen, die mit
dem Wasser selbst heraufgepumpt werden, sondern untersuchte auch den
Schlamm in den Brunnen und die Ansatze in den Rohren, zu deren Gewinnung eine besondere Vorrichtung beschrieben wird. - Das Wasser wurde
sowohl frisch als auch nach Iangerem Stehen untersucht.
An thierischen Einwohnern wies der Verf. nach: 22 Rhizopoden, 3 Sporozoen, 45 Infusorien, 24 Wurmer und 10 Crustaceen.
In einer Uebersicht wird der allgemeine Befund aufgefuhrt , wobei gelegentlich auch der aufgefundenen Pflanzen Erwlhnung geschieht ; demnach
kommt in mehreren Brunnen Scenedesmus vor und diese Brunnen scheinen
zu den schlechtesten zu gehoren. Es mochte hicrnach fast scheinen, als ob
also das Vorhandensein giiiner Algen nicht ohne Weiteres ein Crikrium fur
die Gute des Wassers ware, wie hliufig angenomnien wird; vielleicht auch
macht Scenedesrnus eine Auunahnie. Jedenfalls wird es sich verlohnen , gelegentlich darauf zu achten.
Sehr interessant sind die Mittheilungen, die Verf. iiber das Vorhandensein einer den Brunnen eigenthumlichen Dunkelfauna macht. Verf. macht
es sehr wahrscheinlich, dass eine Anzahl von Thieren sich dem Leben in
den dunklen Brunnen, also seit verhaltnissmassig kurzer Zeit, dadurch angepasst haben, dass sie die Augen ganz oder theilweise einbussten, bei einer
Art, Cypris eremita, gelang es dem Verf. nachzuweisen, dass sie in der ersten
Zeit ihrer Entwicklung wenigstens rudimentare Augen, dunkle Pigmentflecke,
besitzt. Einige Wurmer zeichneten sich durch hellere Firbung oder vollige Abwesenheit der Farbe vor ihren am Licht lebenden Verwandten aus.
Durch das Vorhandensein mancher Thiere, die sonst nur in fliessenden
Gewassern vorkommen, konnte Verf. nachweisen, dass die betreffenden Brunnen direkten unterirdischen Zuflussen zuganglich sind; aus dem Vorhandensein der kleinen Corycia stercorea schliesst Verf. auf das direkte Eindringen
von Dungstoffen in die Brunnen.
So giebt die vorliegende Abhandlung in mehr als einer Beziehung reichliche Belehmng und Anregung zu weiteren Untersuchungen und zeigt, wie
interessante Resultate eine mit der nothigen Sachkenntniss und Sorgfalt ausgefiihrte mikroskopische Wasseruntersuchung zu geben vermag und wenn
diese Resultate auch noch nicht ausreichen, so sichere Grundlagen zur Beurtheilung des Wassers zu geben , wie die chemische Untersuchung, so ist
doch zu wiinschen, dass sich derartige schone Arbeiten mehren und dann
wird 0s nicht schwer halten, dass auch die mikroskopischeWasseruntersuchung
Hurtwich.
bald den ihr gebiihrenden Platz einnimmt.
auf die Beschaflenheit des Bodens zieht.
H a l l e a. 5. , Bnahdmekerei des Waiaenhanseu.
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