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Todesfall durch Chloroform.

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#
Nahwgeschichte
I
.
und Pharm-
kognosie.
Todesfdl durch bloroform.
__
In No. 30. der Berliner klinischen Wochenschrift vom
23. Juli 1866 registrirt Dr. C. H u e t e r , Assistenzarzt am
Konigl. chirurgiscben Klinikum der Universitat Berlin,
den zweiten derartigen Fall, welcher demselben in seiner
kurzen chirurgischen Praxis vorgekommen. Dr. H u e t e r
unterstellt es dem Urtheil der Leser des vorliegenden
Aufsatzes, nach welchem ein 27jahriger kriiftiger Arbeiter wahrend der Exarticulation von zwei Fingern der
rechten Hand an den Wirkungen des angewandten Chloroforms s t a r b , ob dieser Ausgang der unvorsichtigen
Anwendung des Betilubungsmittels, welches vor 1 bis
2 Tagen aus der Apotheke der Konigl. Charit6 in geschwarzter Flasche zur Klinik gekommen war, oder ob
derselbe der fehlerhaften Beschaffenheit dieses Chloroforms zuzuschreiben gewesen, ist aber auf Grund der
Untersuchung des Dr. M a r t i n s , des Assistenten des
Prof. H off m a n n , geneigt, die verderblicbe Wirkung
des angewendeten Chloroforms aus dem letztgenannten
Momente zu erklaren.
Der Bericht des Dr. M a r t i n s besagt, dass das in
Redo stehende Chloroform keineswegs rein gewesen. Nnr
ein Drittheil destillirte bei der richtigen Temperatur
(62oC.), das Thermometer stieg dann ziemlich rasch auf
70 - 72- 750 C. und blieb sogar noch bei 808 ein nicht
unbedeutender Ruckstand. Schon beim Oeffnen der Flasche
erkannte Dr. M a r t i n s, dass das Chloroform nicht den
richtigen Qeruch besaas, es roch stark nach Chlorkohlenstoff und Phosgengas, enthielt aber weder Salzsaure noch
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Todesf all d t d t G'li lor0form.
Chlor. Es scheint aus unreinem Alkohol bereitet worden zu sein und enthielt, wie schon der Siedepunct andeutet, haher gechlorte Verbindungen.
Ueber diese gechlorten Verbindungen, fiihrt Dr. H u e t e r fort, liegen meines Wissens noch kcine eingehenden
Untersuchungen in Betreff ilirer physiologischen Wirkungen vor. S i m p s o n *) in Edinburgh hat Versuche iiber
die anasthesirende Eigenschaft des Chlorkohlenstoffs angestcllt. E r fand, dass die herabstiiiimende Eigenschatt
des Chlorkohlenstoffs auf das flerz bedeutender ist, als
die iihnliche Wirkung des Chloroforms. Chlorkohlenstoff
cnthiilt 1 Aeq. C1 mehr und 1 Aeq. H weniger als Chloroform. Es ware denkbar, dass noch hoher gechlorte Verbindungen noch mehr herzliihmend wirken. Ehe diese
Frage entschieden wird, halte ich es einstweilen fur angemessen, nur Chloroform anzuwenden, uber dessen constanten Yiedepunct ich Oarantien habe und welche diese
gechlorten Verbindungen nicht enthalten. In No. 33. derselben Wochenschrift vom 13. AuguEct
1866 verbeitet sich Dr, B s r t s c h e r , erster Arzt am Marien-Hospital in Osnabriick, n U e b e r s c h l e c h t e C h l o r o f o r i n - N a r k o s c i i ", welche in den letzten zwei Jahrcn
bei nahezu an 100 Narkosen von demselben beobachtet
worden sind. Der Verf. schreibt diese Wirkung der freiwiliigen Zersetzung zu, der das ursyrunglich reine Chloroform in einem Zeitraume von 8 - 18 Wochen unterlegen, in Folge deren ein Gehalt an Sslzsaure, Alkohol
und Aethylenchlorid in demselben nachgewiesen werden
konnte. Stb d e l e r warnt (Annal. der Cliem. u. Pliami.
Dec, 1864. 8.329) vor einem in1 Handel vorkommenden,
in bestandiger Zersetzung' begriffenen Chloroform, welches frisch uber etwas Alkali rectificirt, rasch wieder
sauer wird und den erstickenden Cieruch des Phosgengases annimmt.
*) Medical Times and Gaz. 1865.
medic. Ribbeusch. 1866. No. 3.
KO 807. - Centralbl. Fur die
Landerel; aber Heilquellen auf der Insel Kos.
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Dr. B a r t s c h e r schliesst seinen Aufsatz niit folgenden epikritischen Bernerkungen:
1. Reines Chloroform kann wiederum eine chemische
Zersetzung erleiden, wodurch es verunreinigt und fur den
Qebrauch, besonders zu Narkosen, g e f a h r 1ich wird.
2. Jedes Chloroform sollte vor seiner Anwendung,
zumal bei tieferen Narkoscn, jedesmal wieder untersucht,
resp. rectificirt werden.
3. Das Chloroform muss, da das zerstreute Tageslicht in demselben die bedenklichen Veranderungen hervorrufen kann und muss, i n e i n e m d u n k l e n G l a s e
an e i n e n i d u n k l e n O r t e a u f b e w a h r t w e r d e n .
Ueber Beilqnellen anf der Insel Kos;
von
Dr. X. L a n d e r e r .
Welcher Arzt und Pharmaceut, der den Narnen der
Insel Chos, auch Kos, liest, wird sich nicht erinnern,
dam ihre Bewohner von derselben riihmen, dass hier der
grosste Priestcr des Aesculaps, Hippokrates, vor 2500
Jahren geboren wurde, dem diese Insel ihrcn unvergaaglichen Ruhm verdankt. Die Insel hiess in den altesten
Zeiten auch Merope, gegenwiirtig Stanchio und war im
Alterthum durch ihren vorziiglichen Wein beriihmt. Kos
zeigt den Charakter einer vulkanischen Insel und hier
und da finden sich Lava und bimssteinahnliche Producte.
Auf derselben befand sich der schonste und grossartigste
Tempe1 des Aeskulap mit einer betrachtlichen Zahl von
Priestern und Nachkommlingen des Heilgottes. In der
Nahe dieses Tempels, von dern heute nur noch Ruinen
zu sehen sind, befindet sich eine sehr heilkraftigc Mineralquelle, die in die Krttegorie der Halrnyriden gehiirt
und sehr jodhaltig ist. Wiihrend der Friihjahrs-Saison
wird dieselbe von einer Menge Patienten besucht und
mit Nutzen gebraucht. Es ist hochst merkwiirdig, dass
sich in der Niihe aller Aeskulaps-Tempe1 im Oriente, die
Arch. d.Pharm. CLXXIX. Bds. 3. Aft.
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