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Ueber Alizarintinte.

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308
Gviigei;
thiimlich ist. Dieser Geruch ist dem, welclrcn clas ein
Paar Tage gelegene I-I~~scriflcisch
entwickelt zinc1 den inan
in gewbhnlicher Spraclic ,,wildciid4' nennt, Z I I vergleiclicn.
Xuffallend verschieclen ist der Uerucl), den clas Blut tler
IIiiliiier uncl das der Schildkriite cntwiukelt, so class vielleicht in Betreff des sicli hei der l+'liulniss entwickelnden
Ueruchsprincips ein wescdiclier IJntcrscliicd zwisclien
d e ~ iM u t der zalmien i d den1 der wilclcn Thiere anzunchnien scin diirfte. Fmlendes Jlcrlschenblnt, theils durch
Venaesection erhnltencs, tlieili;l-I:~i~~orrli~~i~lalbli~
t, entwickelte
uincn von deni iXt1icr angcgebcnen p n z vcrschieclenen
(kxucli, und dicser wtr w i d e r vtmcliieclen von dem, d m
3lenstrualblut entwickeltc. L)a inir die Ehnittelung dieser Blutstropfen v ~ n i(:criclite iilxrtr:igen wurde, so erkliirtr ich bloss, d:isr die E'lccken yon 131ut herriihrten,
uncl class sie hiichst malirschciiilicli xiis den angcgebencn
(triindcn niclit von hleiisclienblut Iicrstnmmten.
Ueber Alizarintinte ;
VOll
Dr. C rli g e I'.
Die Alizarintinte lrann noel1 iiiimer kcine Ruhe findcn ; die Einpirie nagt noch oline Untcrlnss an dern Iinoclieii, den ilir die Urarlntanerie vorpworfen liat, oline,
\,is jetzt wenigstens, zu cineni wirlilicli befriedigendcn
Iicsultate gelangt zu win j zuni Beweise dieses dienen die
iiranclicrlei, zuni Tlicil sehr koriiisclien Vomchriften zur
Ikxcitung dcr vielgepriesenen Tinte.
&fan hat vielfacli an detn Nanien ,,AlizarinL' Anstoss
genonimen, und dentiocli ist dersul1Je niclit ganz so ohne
alle Berechtigung, irideiii die pxtcntirte Alizarintintc wirklicli eincri Zusatz von Iirapp I)el~oiiiint. Es ist miiglicli,
dass niclit einc Spur von Alizarin i n die Tintc iibergeht,
wie es gewiss ist, class das Krapp kcinen wesentlichen
Jlestandtheil derselben bildet. Alleiii es ist bekannt, dass
der Krapp eine zicinlicli grosse Menge von Zucker enthblt, cler sicli tlcr l i n k bciniisclit und einen Theil des
Qlanzes ertheilt, den sie anf dern Papiere zeigt ; anderntheils cntliiilt der I<rapp aucli einen gelben, in Wasser
sclir leielit ldsliulien Faihstoff, und dieser gicbt der Tinte
dns eigenthiiiiiliclie grim - bl~inliche odor bliiulich - griine
Ansclicn. Wer nicht aaf dieses, wie auf den GIanz verzichten will, w i d also wohl auch Kmpp anwenden miissen, und (:s Imnn dies oline alle Nnchtheile gcschehen,
wenn nian ilin fiir sic11 allcin niit wmiiicni W’asser aiiszieht, denn er blcibt fiir seine wcitere Verwendung nuf
seine rothe Farbc ganz unverloren.
JVie bei tlcn bislier giingigcn Tinten bleiben auch
liier der Gerbstofl’ unct der Eisenvitriol die ( h n d l a g e .
Wicviel CSerhsioR die ‘l’inte enthalten muss, darubcr knnn
iiian verschiedener Mcinnng sein ; liandelt es sicli -jecloch
uni eine miigliclist genauc Nachbildung dcr Dresdener
Alizarintinte, so lint man daraiif 1:edacht zu nehmen, dass
der zur Anfertigung der Tinte besthnrntc Oalliiipfclauszug
10 -- 11 l’roc. Tannin ctc. entlialte.
Wenn die Galliipfel durch cin eiiimxliges Ausziclien mit Wasser 50 Proc.
an dieses abgeben, so wiirde inan hiernach auf 1 T11.
(;all;ipfcl 41iz bis 5 TIi. Wasscr zu nelimen haben ; inaclit
ninn den Aufguss ditnnei; so erhiilt ninn hieraus eint?
Tinte, die nur eineu schwaclien oder aucli gar kcincn
Ulanz aiif don1 Papiere zeigt, und dnlier zuin Copiren
wenig geeignet ist.
Den Aequivalenten nach sollte nian nahezu 2/3 Nisenvitriol nehmen, n l s Tannin in dcr E’liissiglieit geliist ist;
nus den wciicr iinteri angcgcbenen Clriindcn ist es jedoch
lwaser, man niniint nnr die EIiilfte, also 5 Proc. auf die
‘l‘inte. In cler Tlint enthdt die Lconlinrd’sche Tinte
zwiicliciii 5 uncl G Proc. Eisenvitriol. Ucbrigens 1:men
sich meder das Eiscnosydul, nocli die Schwefels:iiiro,
die als schwefclenures Eiscnosydul der Tintc zngcfiigt
werden, genau best innnen, da mit dcr lndigoliisiing 90wohl diescr wie jcner in dic Tinte gelangen ; scliliesslich
310
Gviiger,
muss sicli der Eisenvitriol nach der RIengc des Qerbstoffcs ricliten, und lctzterer sol1 in eineni kleinen Ueberscliuss vorliandcn sein, denn ein solcher verliindcrt oder
ver1:mgsanit doch den Ucbergang dcs Eiscnoxyduls in
Oxyd. Dies ist iiberhaupt der Angelpunct fiir die Eereitung einer giiten Alizarintinte. Das gerbsaure Eisenoxydul bildct eine kauni gefiirbte klare Fliissigkeit ; an
cler Luft niinmt das Oxydul Saucrstoff suf und verwandelt sich in Oxyd, das jedoch vom Gerbstoff sofort wieder zu Eisonoxydul reducirt w i d ; dies gcht so fort, bis
zuletzt aller Gerbstoff zerstiirt, d. 11. iu C+allussiiure verwandclt ist. Dics ist das Stadium, wo die Bildung von
gallussanrem Eisenoxyduloxyd begonnen hat. Nun zcigt
sich dann auch der bekanntc schwarzblaue hTiederschlag,
cler die Tinte triibc und schlarninig niacht und nlle die
bekannten Unannehmlichkeiten niit sich fiitirt.
M'ie nun cin klciner TJebcrschuss von Ucrbsiiure
bereits gebildetes Oxyd in Oxydul zuriickfuhrt, so niacht
etwas freie Schwefclsiiure den Eisenvitriol bestiindiger,
d. h. wenigcr geneigt sich hiihcr zu oxydiren, wie das
jcdcr Apothcker n u s der Vorsclirift seiner Pharniakopoe
zur Hercitung des rcinen Eisenvitriols weiss. Die lrleinc
JIcnge freier Schwefelsaure in der Alizarintinte dient also
nicht, wic Inan dies ijfter angegeben findct, das gebildete
gerbsnure (gallnssaure) Eisenoxydul in Ruflbsung zu erlialten, sondcrn nur Zuni Schutz des Eiscnvitriols gcgen
den Sanerstoff der Luft. Allcin man hat auch mit der
freien Schwefelshre ein gewisses llaass einzuhalten ; denn
wenn nuch die Uegenwart organischer Substnnzen die
Einwirkung dcr Schwefelsaure auf die Stahlfcder etwas
m8ssigt, SO niutliet man ihr doch znviel zu, wenn man
verlangt, dass sie das Eiscn viillig gegen die freic Sliure
schiitzc. Und dass dein in der That nicht so ist, gewahrt
inan reclit bald, wenn man eine blanke Stahlfeder in die
patentirte Alizarintinte senkt.
Aus den angegebenen Griindcn ist auch der Zusatz
von Iiolzessigsaureni Eisen verwerflich. Dieses Priiparat
iiber Alizarintinte.
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bestelit selir ge~viihnlicligrosstentheils aus ;Oxydsalz; init
(+erbsiiure in Seriihrung gekornmen, verwandelt es sicli
in Oxyclul, dessen sich, unter Bbsclieidung der Essigsiiure, die freie Schwefelskure bemiichtigt. Will man ~ u r
Verineidung des Schininiels Ilolzessigsiiure zufiigcn, SO
tliue nian es direct.
Die Alizarintinte unterschcidet sich voii den seither
gebriiuchliclien Tinten dadurch, dass sie ini Wesentliclien
eine Auflosung von gerbsaurem Eisenoxydul ist, wiihrend diese Flussigkeiteii bilden, in denen gallussaures
Eisenoxyduloxyd suspendirt ist. Jene wiirde suf deiu
Papiere beirn Schreibeii kamn sichtliche Schriftzuge hinterlassen, darum hat Inan ihr einc dunkelgeC+rbte Flussiglreit, Indigolosung, zugefiigt ; in clieseii vertritt das
gallussaurc Eisenoxydoxydul die Stclle des Iiidigo ; jene
wird scliwarz nacli tleni Schreiben j diese sind schwarz
beini Sclireiben.
In BetreB des Zusatzes cler Indigolosung sei noch
bcnrerkt, class nian sich liierzu besscr einer AuAosung des
Indigo in r:nichender Schwef’elsiiure, als einer solclien von
sogenannteiii Indigokarinin beclient. Das reine indigblauschwcfelsaurc K d i oder Nxtron unterliegen sehr leiclit
der reclucirenden Wirkung des Eisenvitriols, wodurch die
Tinte nach einiger Zeit ilire sclibne blaue Farbe verliert;
weit nielir Widerstand ciagegen leistet die IndigblauUnterscli\r~ef‘elsaiure,clie icli ohne Gegennrart von E”
,isenvitriol niernals illre Farbe habe ver%ndern sehen.
Nach diesen i\littheilungen wird sich Jeder eine gnte
Alizarintinte bereiten ltiinnen, ohne dass er nothig liiitte,
sich nach Receptcn uncl Vorscliriften z u einer solchcn
iimznsehen. illan sol1 dieselbe beliebig stark und sauer
oder neutral inachen, wonach sich denn ihre Eigenschaften in etwas andern; j e niehr sich die Tinte derii Zustantlc
viilliger Neutralitiit niihert, urn so friiher wird daniit ( 4 ~ schriebenes schwrrz, um SO weniger wird die Stahlfedei
angegriffen; allein urn so friiher ersclieint beini Zutritt
der Luft der unaiigenehnic blauschwarze Niederschlag.
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