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Ueber Blaufrbung des Brodes durch Rhinanthin und dessen Vorkommen in einigen andern Pflanzen.

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C. Hartwich, Blaufarbung des Brodes durch Rhinanthin.
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Ueber Bla&arbung des Brodes durch Rhinanthin
und dessen Vorkommen in einigen andern Pflanzen.
Von C. H a r t w i c h , Apotheker in Tangermunde.
Im Nachfolgenden mochte ich die Aufmerksamkeit auf eine
auffallende Verunreinigung des Brodes hinlenken, die zwar nicht
neu und besonders in dieser Zeitschrift schon wiederholt erwahnt
ist, die aber, wenn sie einmal vorkommt, nicht verfehlen kann,
das grosste Interesse rege zu machen. Vor einiger Zeit brachte mir cin Muller aus hiesiger Gegend
eine Probe Brod von intensiv violetter Farbe, nebst einer Probe
Mehl und Roggen, die zur Bereitung dieses Brodes gedient hatten,
mit dem Auftrage: die Natur der Farbung und ihren etwaigen
Ursprung aus dem betreffenden Roggen nachzuweisen. Die Korner
des Roggens selbst waren von durchaus noimaler Beschaffenheit,
das Durchschnittsgewicht eines Kornes betrug 0,022 g., wahrend
es Nobbe in seinem ,,Handbuch der Samenkunde" von 0,013 bis
0,023 schwanken lasst. Es wurden dann die im Roggen vorhandenen fremden Samen herausgelesen, die ausser einigen wenigen
Stucken von Secale cornutum aus folgenden bestanden :
Vicia hirsuta Koch.
Agrostemma Githago L.
Sherardia arvensis L.
Raphanus raphauistrum L.
Centaurea Cyanus L.
Avena spec.
Polygonum spec.
Melampyrum arvense L.
Sie betrugen zusammen 3,71%. Von dieser Menge kamen
auf die Samen der Melampyrum arvense L. 1,59%, also fast die
Halfte. Es hielt nun nicht schwer, an der Hand der oben angeffirten Literatur, sowie nach ,,Husemann, Pflanzenstoffe pag. 911 "
nachzuweisen, dass die Farbung des Brodes bedingt war durch das
in den Melampyrumkornern enthaltene, von Ludwig 1868 hierin
und in den Semen von Rhinanthua hirsutus All. nachgewiesene
Glucosid Rhinanthin. Ein alkoholischer Auszug des Brotes, des
Mehles und der Melampyrumkorner mit Salzsaure versetzt und
1)
October 1868.
Jnni
1870.
Amh. d. Pharm. XVII. Bds. 4. HfL
Auguat 1871. Januar 1872.
19
290
C. Hartwich, Blaufiirbung des Brodes durch Rhinanthin.
gekocht, nahm besondors beim Erkalten eine intensiv griine Farbe
an; derselbe Auszug mit H g S 0 4 versetzt und gekocht, gab eine
mehr ins Blauliche spielende Farbung. Am schwachsten trat die
Reaction beim Brode auf, indessen wurde sie auch hier sehr deutlich erhalten , wenn das Brod mit dem salzsanrehaltigen Alkohol
langere Zeit gekocht wurde. Der Grund lag darin, dass ein Theil
des Rhinanthin durch das Backen (nicht durch das Gahren, wie
ich mich durch Versuche iiberzeugt habe) in jenen blauen Farbstoff umgewandelt war. - Die ubrigen Reactionen, die man an
den oben angefuhrten Stellen nachlesen kanu , wurden ebenfalls
erhalten, doch sind sie weniger deutlich, z. B. die Gelbfarbung beim
Behandeln des wassriges Auszuges mit Kali oder Ammoniak, da
der Aiiszug aus dem Mehl von vorn herein etwas gelb ist. In dem mir vorliegenden Falle hatte dsr XSufer den Verkaufer, der ihm den Roggen ausdrucklich als gut bezeichnet hatte,
:ruf Schadenersatzt verklagt , wurde indessen mit seiner Klage abgewiesen, da der Richter annahm, dass er (der Klager), der als
Miiller Sachverstandiger war, schon bei einer oberflachlichen Untersuchung die Verunreinigung hatte entdecken miissen. Die oben beschriebene Reaction mit Salzsaure und Alkohol
ist sehr scharf, ich habe gefunden, dam, wenn das Mehl nur
1/12 o/o Melampyrumkorner enthalt , die Reaction noch ungemein
deutlich ist, auch bei starkerer Verdiinnung lasst sie sich noch
erkennen, besonders wenn man einen ebenso behandelten Auszug
von unverdachtigem Mehl daneben stellt. Ludwig beschreibt die Farbung, die bei dieser Reaction eintritt, als ,,schmutzig braunlich violett" (Aug. 71) und ,,a19 dunkelbraun, beim Verdunnen nur hellbraun (weder blau, noch violett,
noch roth)" (Jan. 72). Dagegen nennt er die Farbung bei Verwendung der Samen von Rhinanthus ,,blaugriin bis griinblau." Ich
habe stets diese Farbung erhalten bei den verschiedensten Yodificationen des Versuches, ob ich die Samen von Melampyrum oder
Rhinanthus nahm.
Die beiden bis jetzt besprochenen Yflanzen : Melampyrum
arvense L. und Rhinanthus hirsutus All. (die aber nur eine Abart
der Rhinanthus major Ehrh. Alectorolophus major Rchb. ist), gehoren zu den Scrophularineen und zwar zu der scharf umschriebenen Gruppe der Euphrasieae Benth. Siimmtliche hierher gehorige
Pflanzen sind Wnrzelschmarotzer und siimmtliche haben die dem
E. Reichardt, Beetimmung kleinster Mengen Areen, Blei, Kupfer im Harn. 291
Botaniker wohlbekannte nnangenehme Eigenschaft, im Herbar beim
Trocknen schwarz zu werden. Es lag daher der Gedanke nahe,
zu untersuchen, ob vielleicht das Rhinanthin in dieser Gruppe
weiter verbreitet ist. Ich habe daher von den Arten, die ich in
hiesiger Flora erlangen konnte, Samen gesammelt und untersucht.
Alectorolophus major Rchb. (die Stammform von A. hirsutus.),
Alectorolophus minor Wimm. und Grab., Melampyrum cristatum L.,
Euphrasia Odontites L., Pedicularis palustris L. geben die Reaction
auf Rhinanthin in iibereinstimmender Weise ; einige kiimmerlicho
Fruchte von Bartschia alpina L., die ich einem in meinem Herbarium befindlichen Exemplar entuahm , ebenso. Euphrasia officinalis L. gab die Reaction auch, doch war die Farbung, auch mit
Salzsaure stets eine entschieden blaue. Pedicularis silvatica L.
ergab die Reaction gar nicht. Es diirfte nicht unintereseant sein,
auch andere dahin gehorige Species, z. B. von Melampyrum, Pedicularis und Euphrasia zu untersuchen. Ludwig fuhrt fur die eigenthiimliche Farbung des Brodes durch
Melampyrum ein altes Zeugniss an, das des Hieronymus Prague.
Ebenhlls besprochen findet sie sich im Krauterbuch des Dr. Jacob
Theodor Tabernaemontanus, der daruber folgendermaassen schreibt :
,,Wann der Kiihweitzen unter den rechten Weitzen, Speltz
und ander Korn kommet, und damit gemahlen wird, wie dann
solches offt in dem Westerich und Land zu Lotthringen geschicbt,
so wird das Brot so davon gebacken wird, gantz braunroht, gleich
wie auch um Dusa, Widersdorff und den andern umliegenden Orten, das Brot davon blauschwartz wird, wie ich solches offtermal
wie auch andre an gemeldten Orten ohne einigen Schaden und
Verletzung genossen habe und ist sonst ein sehr gutes iiberaus
wohlgeschmacktes Brot." -
Bestimmung kleinster Mengen Amen , Blei,
Kupfer u. dergl. im Urin.
Von E. R e i a h a r d t in Jena.
Diese Bestimmungen wurden von mir wiederholt im Interesse
der Heikunde ausgefihrt, namentlich urn den Grad einer lang19*
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