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Ueber das salpetrigsaure Ammoniak.

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Berthelot, Salpetrigsaures Ammoniak.
forscher; die Protokolle der physicalisch - chemischen und
inathematischen Section geben uber vier verschiedene Vortrage
und Demonstrationen Nachricht.
Ueber das salpetrigsaure Ammoniak.
Ton B e r t h e l o t . * )
Das salpetrigsaure Ammoniak ist im festen Zustande
bis jetzt noch keinem naheren Studium unterworfen worden.
Da ich Gelegenheit gehabt habe, dasselbe in bedeutender
Menge darzustellen, weil ich es zu meinen thermochemischen
Untersuchungen bedarf, so will ich die dabei gemachten Erfahrungen zur allgemeinen Kenntniss bringen.
Die Darstellung geschieht am besten durch doppelte Zersetzung gleicher Aequivalente salpetrigsauren Baryts und
schwefelsauren Ammoniaks in concentrirten Losungen. Man
operirt in der Kalte und verdunstet das Filtrat im Vacuum
neben gebranntem Kalk so rasch als moglich. Wie man
auch verfahren mag, 80 dauert die Operation doch mehrere
Wochen, und die Ausbeute iibersteigt, wegen der freiwilligen
Zersetzung des Salzes, nicht 30 bis 40 Proc. der theoretischen. Man muss zur volligen Trockne verdunsten und das
Salz in einer Schaale im Vacuum neben gebranntem Kalk
aufbewahren, aus Grunden, die weiter unten folgen.
Das trockne Salz ist weiss, krystallinisch, aber elastisch
und zahe, lasst sich zwischen den Fingern rollen und haftet
merkwiirdig fest an den Wanden der Gefasse, ahnlich wie
der kunstliche Campher (Chlorwasserstoff - Tereben). Es reagirt vollkommen neutral, und seine Zusammensetzung entspricht genau der Formel H4N, NO9 An der Luft zerfliesst
es sehr rasch.
Bei gewohnlicher Winter - Temperatur zersetzt sich das
Salz nur langsam, im Sommer dagegen rascher. Bei 60 bis
*) Bus dem Bulletin de la SOC. chim. de Paris, t. XXT, p. 65.
JV.
Berthelot, Salpetrigsauree Ammoniak.
403
70° bleibt es einige Augenblicke anscheinend unverandert,
dann aber d e t o n i r t es heftig. Ebenso detonirt es durch
einen Hammerschlag. Es will also sehr vorsichtig gehandhabt sein. Bei seiner Zersetzung wird beinahe ebenso vie1
Warme frei wie bei der des Nitroglycerins. Allmahlig auf
einem Platinblech erwiirmt, verschwindet es auf einmal ; wirft
man es aber in kleiner Menge auf das schon heisse Blech, so
verbrennt es sofort mit lividem Schein.
Bei seiner langsamen Zersetzung liefert es als Producte
Stickstoff und Wasser, und behalt die neutrale Reaction. Es
darf nicht in hermetisch verschlossenen Gefassen aufbewahrt
werden, denn diese wurden bald zerschmettert werden. Selbst
das Auf'bewahren in, wenn auch nur unvollstandig mit einem
Glasstopsel verschlossenen Flaschen ist bedenklich , denn alsdann kann das durch die langsame Zersetzung erzetlgte Wasser nicht sofort verdunsten, dieses wirkt losend auf das ubrige
feste Salz und beschleunigt dadurch dessen Zersetzung. Daher ist es am zweckmassigsten, das Wasser in dem Grade,
als es entsteht, im Vacuum gleich durch Kalk absorbiren zu
lassen.
Die concentrirte wasserige Losung des Salzes zersetzt
sich in der Kalte weit rascher als das trockne Salz, wovon
ich mir den Grund nicht erklaren kann. Schiittelt man eine
solche Losung, so schaumt sie wie Champagner. In der
Wiirme entbindet sie, unter Beibehaltung ihrer Neutralitat,
reines Stickstoffgas.
Nach zwei Monaten enthalt die wasserige Losung fast
gar kein Salz mehr; nur ein paar Procent sind noch darin,
diese verschwinden aber nicht, sei es nun dass bei einer
gewissen Verdunnung die Zersetcung ganz still steht, oder
dass sie immer langsamer verlauft.
Stellt man eine Glasschaale, worin sich einige Krystalle
des Salzes befinden, an die Luft, so zergehen sie gleich zu
einem Liquidum und entwickeln dann Blasen von Stickstoff.
Nach einigen Wochen enthalt die Schaale nichts weiter mehr,
als nadelformige Spuren salpetersauren Ammoniaks , welche
entweder schon im Azotite praexistirt oder sich erst wiihrend
26 *
404 D. Scolosuboff', Ansamml. d. Arsens in d. verschied. Geweben ctc.
der fi eiwilligen Zersetzung gebildet hatten. Jedenfalls bleibt
nichts zuriick, was ahnlich einem Azotit auf salpetersaures
Silber pracipitirend wirkt.
Das feste salpetrigsaure Ammoniak ldsst sich leicht durch
gleichzeitiges Zusammentreffen von Stickstoffoxyd , Ammoniak
und Sauerstoff erzeugen und wahrscheinlich selbst in Qantitaten bereiten. Man leitet diese drei Gase trocken in einem
abgekuhlten Cylinder, und zwar vermittelst sehr weiter Rohren, welche nicht bis auf den Boden reichen. Zur Vereinfachung der Vorriuhtung kann man auch das Stickstoffoxyd
und das Ammoniak vorher mischen. Die drei Gase wirken
sofort auf einander ein; da sie aber das zur Bildung des
Salzes erforderliche Wasser nicht enthalten, so tritt gleichzeitig auch Stickstoff auf:
tLNO
0
2NH3 = 4Pj
3H20.
2NO
0
2H3N
H20 = 2(H4N, N02).
Beide Reactionen erfolgen in der That gleiahzeitig , aber
das Volum des erzeugten Stickstoffs ist vie1 grosser, als es
sein miisste, wenn alles entstandene Wasser zur Bildung von
salpetrigeaurem Ammoniak verwendet ware. Tch erhielt
nemlich uber das Doppelte der theoretischen Menge, was Rich
iibrigens leicht aus der gleichzeitigen Zersetzung einer Portion
Azotit erkliirt. Azotst entsteht, wie ich mich uberzeugt habe,
dabei nicht. Jedenfalls verdichtet sich i m oberen Theile des
Cylinders eine bedeutende Menge salpetrigsaures Ammoniak,
und zwar krystallinisch, anscheinend wiirfelig und van deutlicherer Form, als es durch freiwilliges Verdunsten erhalten
wird. Dieser Versuch empfiehlt sich besonders als Collegien Experiment.
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Ueber die Ansammlung des Arsens in den verschiedenen Geweben der vergifteten Thiere.
VOII D. S c o l o s u b o f f , * ) drrt in Moskau.
Die Lahmung und Atrophie der Nuskeln, welche man
an den Extremitaten der Thiere oder der Kranken, die mit
*) IMlet. de la SOC. chim. de Paris, XXII. p. 124.
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