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Ueber das Verhltniss der indischen Cholera zu den Jahreszeiten und Uber ihre Entstehung.

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Ueber d. Verhiiltniss d. indischen Cholera z. d. Jahreszeiten etc. 167
fung seiner Ansichten in der Praxis halt er dic Phthisis fiir eine wabre
zymotischc Erankheit specifischer Art in derselben Wehe wie der exanthematische und Iliotyphus, die Syphilis u. 8. w. Auch eie entsteht nie
spontan; die tuberculosen Massen sind es, welche die specitische und
krankmachende Materie enthalten und das Material liefern, durch welches
die Phthisis von einer Person auf die andere iibertragen und in der gamen
menschlichen Geeellschaft verbreitct wird. Hotfcntlich gelingt es aber,
dime Materie bei ihrer Entleerung aus dem Eorper durch geeignete chemische oder andere Mittel zit zerstoren und so allmiilig die Tuberculose
ganz ansenrotten.
Budd begriindet seine Ansichten, die er durch O. E. Paget veroffentlichen liisst, folgendermassen: 1) Wie bei allen zymotischen Krankheiten
entwickelt und vervielfiitigt sich auch bei der Tubcrculose der Krankheitsstoff im Korper, wclcher letztere dabei das Bestreben hat, dime neugebildeten Stoffe in verhiiltnissmassig kurzer Zeit wieder ausauwerfen. 2)
Unzweifelhafte Falle der Uebertragung der Phthisis von einem Individunm
auf ein anderes hat Budd beobachtet. 3) In vielen Oegenden hat sich
diese Krankheit mit grosser Sterblichkeit erst nach Ankunft der Europiier
dort verbreitet. 4) Die Tuberculose kommt besonders in tief gelegenen
und dicht beviilkerten Gegenden vor, wahrend sie in sehr hochgelegenen,
abgesehen von einzelnen Verschleppungcn , ganz fehlt. Dies beobachtet
man iiberhaupt bei zymotischen Krankheiten , namentlich bei solchen
mit fliissigem Infectionstriiger. 5 ) Hiu6g kommt Phthisis vor an Orten,
welche iiberhaupt der Entwicklung zymotischer Krankheiten giinstig sind,
wie in Elostern, Easernen, Zuchthausern, Harems u. s. w. ’
Was nun die geographische Verbreitung der Phthisis betrifft, so Bteht
fest, dass sie auf den Siidaeeinseln friiher nicht existirte und erst auftrat
und an Verbreitung rasch zunahm, als die Eingebornen anfingen mit den
Europaern haufigcr und inniger zu verkehren. Jetzt richtet diese Krankheit dort ungeheure Verheerungen an. Ea ist also dorthin ein neuer und
speci6scher Erankheitsstoff importirt worden. Dieselbe Erscheinung hat
bei den Indianern Amerika’s Dr. R u s h nus Philadelphia beobachtet.
In Afrika ist dssaelbc der Fall. Die Neger der Eiiatenstriche, welche
vie1 mit Europiiern zusammenkommen, haben vie1 von der Lungenschwindsucht zu leiden, dagcgen ist sie im Inncrn von Afrika, wie Livingstone
u. a. Afrikareisende Budd auf das Bestimmteste versichert haben, ganz
Memorandum on the n d w e a d the mode of prounbekannt. (W. B&.
pagation of phthisis. Lancet. 1867. II. Nr. 15.)
R.
Ueber das Verhgltniss der indisehen Cholera m den Jahreszeifen
nnd Uber ihre Entstehung.
J. M a c p h e r son vergleicht die meteorologischen Beobachtungen an
den wichtigsten Choleraorten Indiena mit den Berichten iiber die Epidemieen.
Was zunachst die Jahreszeiten betrifft, so fallt in dem griissten Theile
Indiens die Regemeit auf die Monate Juni bis September incl., die iibrigen
acht Monate mit Ausnahme des Januar sind fast regenlos. Miirz, April,
Mai sind die heisaesten, December, Januar und Februar die kiiltesten
Monate. Die grosste Ausbreitung der Cholera, awischen 1 8 O und 26O N.
Br. fallt nur in die Monate Miirz bis Mai, also in die heisse Zeit, und
4 bis 5 Monate nach dem Regen. Die nordwestlichen Provinzen und das
Pendjab machen eine Ausnahme , hier fallen die haufigsten Epidemieen
auf Juli und August, im nuasersten Siiden treten sie noch spiiter auf.
Im Pendjab, wo die Winterkiilte erheblich iat, verschwindet die Cholera
168 Ueber d. Verhliltniss d. indischen Cholera e. d. Jahreseeiten eto.
meistentheils; abcr bei den milden Wintern von Trichinopolis ist sie zu
dieaer Zeit ganz gewohnlich.
Ma c p h e r s o n glaubt die folgcnden Satze als ganz sicher aufstellen
t u kcmen :
Grosse Hitze ist ein ausserordentlich gunatiges Agens f& Verbreitung
der Cholera. Heftiger a n h a 1t e n d e r Regen nnterbricht die Epidemie,
vorubergehende leichte Regeuschauer haben keinen W u s s darauf. Ealte
hindert die Auabreitung der Kraukheit entschieden. Die uneweifelhaft
grosste ortliche Diepotition fiur die Seuche haben ticfliegcnde Gegenden,
flache Seekusten, Flusmundungcn, dann Localitaten mit iippiger Vcgetation und dichter Revolkerung. Doch findet die Cholera auch den Eingang
zu abgelegenen einzelnen Dorfern und felsigen , bergigen Gegenden.
Seit sehr langer Zeit schon ist diese Krankheit endemisch in Bengalen, an der Kuste Malabar und in Malwah. Alle drei Gegenden haben
gleiche mittlere Jahrestemperatur SOOF. (2145 R ; 26",7C.), die mittlere
Regenhohc betragt 120", 60", und 30", 80 dass man den atmosphiirischen
Niederschliigen keinen bedcutenden Einlluss zuschreiben kann. Die Lebensgewohnheiten der Eingeborcnen bieten auch keine Veranlassung zu directem Einflusse. Freilich werden die Fiices gewohnlich im Freien deponirt,
jedoch finden sich grosse Anhaufungen derselben im Allgemeinen nicht.
Doch mochte daa Trinkwasser, wie M a c p h e r s o n meint, nicht ganz ohne
Einfluss sein, aber es treten auch die hcftigsten Epidcmieen auf, wo jede
Vcrunreinigung des Wassers fehlt.
Von grossem Einflusse sind abcr jedenfalls Temperaturschwankungen
bci grosser Hitze. (J. Macphereon. On theprevalence of Cholera in India
according to deaaon, and on amne point8 in ita etiology. died. Timea 1867.
Nr. 908 - 909 *).
-
R.
____
*) Dr. J o h n M a c p h e r s o n ' s Schrift ist ins Deutsche ubcrsctzt
worden unter dem Titel: ,,Die Cholera in ihrer Heimath, mit ciner Skizze
ihrer Pathologie und Thernpie von Dr. J o h n M a c p h e r s o n etc. ubersetzt von Dr. R o b e r t V e l t e u , prakt. Arzte und Badearete en Aachen.
Durch Zusiitze vermehrto dcutsche Ausgabe. - Erlangen. F e r d. E n ke.
1867. Gr. 8. VI. 156. 24 Sgr." Der Inhalt zcrfillt in die Abschnitte:
Einleitung Geschicbte der Cholera in Indien. - Aetiologie S. 21 - 65.
Pathologie bis S. 95. - Therapie bis 8. 139.
Prophylaxis bis S. 152.
Den Schluss bildet einNachtrag zu den Theorieen der Verbreitung dcr Cholera.
Die Ansichten M a c p h e r s o n ' s finden Bestiitigung in folgendem Berichte. Die Express (daa Abendblatt von D a i l y N e w 8 ) meldet, dass am 11.
Januar das am 12. November von Hamburg ausgelaufene Schiff Leibnitz
in New-York eingetroffen sei. Unter den Buswanderern, die an Bord
desselben ihre Ueberfahrt machten, brsch am 21. November die Cholera
Bus. Einc junge Frau aus dem Mecklenburgischen wurde euerst von dcr
Seuche ergriffen und sie und ihre Landsleute, die aus einem von der Cholera heimgesuchten Districte kamen, fielen als die ersten Opfer. Von 145
Erankheitafden hatten 105 einen todtlichen Ausgang ; 84 der Gestorbenen
waren BUS Mecklenburg , darunter 35 Kinder.
Bk zum 27. D,ecember wuthete die Krankheit bei w a r m e r W i t t e r n n g am stiirksten, dann t r a t bei kaltem Wetter e i n e guns t i g e r e W e n d u n g ein. Das Schiff war bci seiner Ankunft in schr
unsauberem Zustande, von der Mannschaft starb nur einer, zwei Krankc
atarben a d dem Hospitalschiffc Illiuoia. Die Ueberlebenden trafen bis
in guter Gesundheit in New-York ein. Einen Aret hntte das
auf 6-8
SchiiT nicht an Bord , wie denn ]eider dic mcisten Buswaadrerschiffe dieser
R.
Hilfe in der Noth entbehrcn.
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