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Ueber den angeblichen Stickstoffgehalt des Roheisens.

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Ueber den angeblichen Stickstoffgehalt des
Roheisens ;
VOll
D e in s e 1 h e n.
___
Bekanntlich ist in den letzten Jahren die Behauptung aufgestellt worden, dass Stahl und Roheisen, ja
selbst Stabeisen, S t i c k s t o f f enthalten; und es hat sich
in Frankreich zwischen F r 6 m y und C a r o n cine wcitlaufige Discussion entsponnen, indein Jener den Stickstoff als einen wesentlichen, dieser als einen zufalligen
Bestandtheil der genannten Korper betrachtet.
Was den Stahl betrifft, so behauptet F r h m y , dass
bei der Bildung des Cementstahls das Stnbeisen Kohlenstoff und Stickstoff aufnehnie, dass der Stahl diesen Stickstoff beini Gluhen in Wasserstoff in der Form von
Amrnoniak verliere und dadurch zu Stabeisen werde,
dass die Riickstande, welche Stahl beirn Uehandeln mit
Sauren oder mit Kupferchlorid giebt, stickstoffhaltig
seien, und dass schon sehr geringe Mengen Stickstoff
die Stahlbildung hervorrufen, wie denn B o u i s in einem
Gussstahl angeblich 1/500000 Stickstoff bestimmt haben
will *).
Aber der Stickstoffgehalt in den Eisenarten ist schon
vor langer MIS 20 Jahren von S c h a f h a u t 1 in Munchen
hehauptet worden **), welcher sagt, dass manches Roheisen mit Kali Amnioniak entwickle, dass der beste
englische Gussstahl 0,18 Proc. Stickstoff enthalte, dass
die Riickstande vom Auflosen des Eisens in Sauren stickstoffhaltig seien. Obwohl nun spater M a r c h a n d durch
eine Reihe von Versuchen zu dem Schlusse gelangt war,
eiii Stickstoffgehalt sei im Roheisen und Stahl nicht mit
*) Auch B o u s s i n g a u l t hat sich als Vertheidiger von F r 6 m y 's Behanptungen erklLrt, und giebt an, im Gussstahl seien
7 / 1 ~ 0 ~ 0 eioes
0
Procents an Stickstoff enthalten.
"") Lond. a d Edinb. phil. Mag. 1839. - Jahrb. fur prakt. Chem.
19. 159.
24
RamnzeIsberg,
Sicherheit anzunehmen, auch die Riickstiinde beim Auflosen derselben frei von Stickstoff gefunden hatte, so hat
doch Fr Q my neuerlich seine Behauptungen auch fur das
Roheisen geltend zu machen gesucht und sogar die kiihne
Hypothese aufgestellt, Roheisen und Stahl seien Verbin.
duagen von Eisen mit einem aus Kohlenstoff und Stickstoff bestehenden Radikal, dessen Ziisammensetzung durch
Substitution verandert werden konne, und dessen Zersetzungsproducte heim Au0osen dieser Stoffe in Sauren
zum Vorschein kamen.
Es scheint, dass FrBmy’s Ideen durch die interessanten Versuche W o h l e r ’ s und D e v i l l e ’ s , nach welchen Bor, Kiesel und Titan sich in der Hitze mit dem
Stickstoff der Luft direct vorbinden, eine Stiitze erhalten
konnten. ‘Findet sich doch Cyankalium im Eisenhohofen,
ist die kupferrothe krystallisirte Substanz, welche man
mit W o l l a s t o n lange fur Titan hielt, doch nach W Q h 1e r ein Cyan - Stickstofftitan, und hat noch neuerlicli
H. R o s e in der Kieselsaure der Hohtifen 0,1Proc. Stickstoff nachgewiesen, so dass C a r o n glaubt, wenn Roheisen Stickstoff enthalte, so sei er an Kiesel oder Titan
gebunden. Allein Eisen nimmt an sich in der Hitze
keinen Stickstoff’ auf; die Versuche von B ert h o 11e t,
T h Q n a r d , S a v a r t , D e s p r e t z , B u f f und F r d m y
scheinen nur zu beweisen, dass Eisen beim Erhitzen
in Ammoniak bei einer gewissen Temperatur sich mit
Stickstoff verbinden konne, und dass nur die Methode des
Letzteren, Rothgluhen von Eisenchlorur in Ammoniak,
ein wirkliches Stickstoffeisen liefere. Insbesondere aber
ist in Betracht zu ziehen, dass die Bestimmungen bei
der Darstellung von Roheisen und Stahl ganz andere
sind, als die oben erwiihnten; dass es sich dabei weder
um ein Eisensalz noch um Ammoniak handelt.
In Frankreich hat sich G r u n e r mehrfach gegen
F r Q m y ausgesprochen, und aus praktischen Grunden des
Letzteren Behauptung, Roheisen enthalte no& mebr
Stickstoff, als der daraus gepuddelte Stahl, widerlegt.
angeblicher Stickdoffgehalt des Roheisens.
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Es mag hier gana unerortert bleiben, ob so ungemein kleine Mengen Stickstoff, wie namentlich die spateren Versuche FrBmy’s u. A. in den Eisensorten ergeben, auf die Beschaffenheit derselben von irgend welchem Einfluss sind. Dagegen schien es mir wichtig,
dasjenige Roheisen auf einen Uehalt an Stickstoff zu
priifen, ails welchem der sogenannte Rohstahl dargestellt
wird. Es ist diejenige Art des weissen Roheisens, welche
man Spiegeleisen zu nennen pflegt, und welche aus Spatheisenstein mit Holzkohlen erblasen wird. Ich liess mehrere
Pfunde desselben in verdiinnter Schwefelsaure auflijsen,
und sowohl die Auflosung als den kohligen Ruckstand auf
. Stickstoff nntersuchen. Aus jener wurde der grkste
Theil des Eisenvitriols auskrystallisirt *), die Mutterlauge
dann mit Kalkhydrat destillirt. Dadurch wurde in der
That etwas Ammoniak erhalten und in Form von Platinsalmiak bestimmt. Allein der daraus berechnete Stickstoff betriigt 0,002 eines Procents, oder 1/50000 des Eisens,
und diese geringe Menge fur wesentlich zu hplten, streitet
wohl gegen alle Wahrscheinlichkeit. Nach F r k m y ist
aber der Ruckstand stickstoffhaltig ; allein weder durch
Erhitzen mit Kalilauge noch mit Natronkalk gab der
aus Spiegeleisen erhaltene Ammoniak ; aber er enthielt
such kein Titan. Auch derjenige kohlige Ruckstand,
welcher beim Auflijsen von Roheisen mit Hiilfe eines
elektrischen Stromes nach W e yl’s Methode erhalten
wird, gab ein negativesResultat. Lasst man aber solche
Riickstande einige Tage an der Luft liegen, so entwickeln
sie beim Behandeln rnit Kalilauge Ammoniak, welches
sie offenbar aus der Luft absorbiren.
Wie leicht das Ammoniak von porosen Korpertl absorbirt wird, ist allgemein bekannt. Kohle, naturliches
und kunstliches Eisenoxyd und andere Korper besitzen
*) Sollte dabei nicht das Ammoniak in Form von schwefelsaurem Eisenoxydul-Ammoniak=H4 NO, SO3 FeO, SO3 6 H 0
auskrystallisirt sein ?
( L u d w i g. )
+
+
26
Wittstein,
diese Eigenschaft, und die alte Beobachtung von A u s t in,
C h e v a l l i e r und B e r z e l i u s , dass feuchte Eisenfeile
an der Luft Ammoniak bildet, und dass der Eisenrost
solches enthglf, ist vielleicht nicht aus einer Wasserzersetzung, sondern lediglich aus der Absorption des in der
Luft enthaltenen Ammoniaks zu erklaren.
Ich liess zerkleinertes Spiegeleisen mit Wasser abspiilen und rnit Kalilauge erhitzen, erhielt aber kein Ammoniak. Hatte das Eisen aber einige Tage an der Luft
gelegen, so konnte nun eine merkliche Menge Ammoniak
erhalten merden.
Wenn hiernach gerade in demjenigen Roheisen,
welches vor allen anderen zur Stahlbildung geeignet ist,
kein wesentlicher Gehalt an Stickstoff sich nachweisen
Iasst, wem andererseits die Leichtigkeit, mit welcher
Ammoniak von Eisen und anderen Korpern aus der
Luft aufgenommen wird, in Betracht geeogen wird, so
darf man wohl lnicht glauben, dass FrBmy’s Ideen auf
die Metallurgie des Eisens von Einfluss sein und die
Theorie der Cementstahlbildung modificiren konnen.
Versnche znr Anfindung eines leichten, sichern nnd
schnellen Verfahrens, die thierische Milch anf
ihren Handelswerth zn priifen ;
von
Dr. G. C. W i t t s t e i n .
(Fortsetzung und Schluss der Abhandlung in Ed. CLXIV. Heft 3.
pag. 239.)
__
Z w e i t e V e r s uch s r e i h e.
Ich kam nun auf den Gedanken, o b e s n i c h t e i n
M i t t e l g a b e , d u r c h welches man i n d e n S t a n d
g e s e t z t w e r d e , d e n R a h m , welchen die Milch mindestens erst binnen mehrstiindigen Stehens vollstandig
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