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Ueber den Arsengehalt des kuflichen sogenannten reinen Schwefelantimons.

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ARCHIV DER PHARMACIE.
CXXI. Bandes clrittes Heft.
Erste Abthez'dung.
1. Physik, Chemle und praktische
Pharmacie.
Ucber den Arsengehalt des kguAichen sogenannten reinen Schwefelantimons;
von
H. W a c k e n r o d e r .
zu den praktisch unausfuhrbaren und daher erfolglosen Vorschlagen zur Gewinnung reiner Producte, die
man in der Regel gar nicht in reinern Zustande verwendet und bedarf, gehoren die vielfachen Angaben zurDarstellung des ganz reinen Antirnonmetalls und Schwefelantimons. Sie haben nur dahin gefiihrt, dass unter der
Bezeichnung Stabium purum oder purissimum und Stabium
sulphuralum pururn zu erhoheten Preisen Producte verkauft werden, uber deren Reinheit man oftrnals ganzlich
im Irrthum ist. Das irn Handel vorkornrnende Antimon
und Schwefelantimon sind seit langer Zeit sehr haufig
voii mir oder rneinen Zuhorern untersucht worden, aber
stets haben sich die gewohnlichen Beimiscbungen, Arsen,
Eisen, Blei und Kupfer in bald grosserer, bald geringerer
Menge darin gezeigt.
Da es nun aber nicht leicht ist, die Menge des Arsens in dern ihm so sehr ahnlichen Antimon auszumitteln,
besonders wenn dasselbe nur in geringer Menge darin
enthalten ist: so glaube ich, es sei nicht unpassend, die
Methode anzugeben, welche jetzt von uns zur quantitaLiven Bestimmung des Arsens irn Schwefelantirnon befolgt
Arch. d. Phariii. C I X I . Bds. 3. 1111.
17
258
Wacketwodcr,
wird, und die rnit geringen Abanderungen auch bei der
Priifung aller Antimonpraparate angewendet werden kann.
Es werden ?O,O Grm. sehr fein zerriebenes Schwefelantimon rnit 40 Grm. salpetersaurem Kali und 90 Grrn.
[rockenern kohlensarrretn Natron innig gemengt Das Gemenge wird in kleinen Portionen in einen rothgliihendcn,
mit einem Deckel verseheneu hessischen Scbmelzliegel in
tfcr Weise eingdragen, dass der Tiegel nut auf Augenblicke geoffnet und: nach Clem Einschutten des Gemenges
sogleich wieder bedeckt wird, damit die Hitze so wenig
als miiglich verrnindert werde. Kach vollendeter Verpurrung wird das Feuer' einige Minuten lang durch Auhtellen
t1t.s: Domes oder der Zugrohre verstarkt und der Tiegel
noch etwa 10 Minuten Ian5 zwischen den Kohlen gelassen,
hevor derselbe aus dern Fouer gehoben wird. Die Masse,
noch elie sie ganz erkaltet, zeigt eine weiche, fast breiartige Beschaffenheil und kann leicht mit einer eisernen
Spatel herausgenomrnen werden. Sie wird in einer Porcellanschale rnit etwa 4 Unzen Wasser digerirt, die Fliissigkeit auf ein Filtrum abgegosscn und die Digestion mit
Wasser dreimal wiederholt, das antimonsaure Natron aber
auf dem Fillrum etwas ausgewaschen. Die stark alkalische Lauge wird n u n mit Salzsaure bis zur merklichen,
aber nicht stark sauren Reaction versetzt, wobei Dampfe
der salpetrigen Saure entweichen und eine geringe Menge
von Antimonsaure niederfallt. Die Flussigkeit wird eine
Weile zur Austreihung der salpetrigen Saure digerirl und
donn fillrirt.
Nachdem sie erkaltet ist, leitet man einen Strorn yon
schwefligsaurern Gas hindurch, das man am besten aus
concentrirter Schwefelsaure durch Holzkohle entwickelt,
bis das Gas in Ueberschuss vorhanden ist. Nach einigem
Slehen entfernt man die uberschussige schweflige Saure
wieder durch Iiochen der Fliissigkeit, lasst erkalten und
leitet einen Strom von Schwefelwassersto5gas hindurch.
Da durch die schweflige Saure, besonders bei Erwarmung,
nicht nur die Arsensaure, wieich schon indea ersten Auflagen
mciner chemischen Tabellen angel'iihrt habe, zu arseniger
rlrsenijeILull dcs Iiliufl. soy. reinen Schi~~fela,iliniolu.259
Saure, sondern auch, wie es scheint, die Antimonsiure ZII
Antimonoxyd reducirt wird, so werden durch den Schwefclwasserstoff Arsen und Antimon sehr leicht his auf die
letzte Spur als Dreifach- Schwefelmetalle abgeschieden.
Die auf einem Filtrum gesarnmelten Schwefelrnetalle
werden grit ausgewaschen, ohne dass sie dahei durch
Unterbrechung des Auswaschens theilweise oder ganz eintrocknen, und sodann mil der gewohnlichen, niassig verdiinnten Losung von kohlensaurem Ammoniak ubergossen,
urn das A s 2 S3 von den] Sbz S3 zu trennen. lridem man
den Schiiabel des Trichters mil einern Korke verschliesst
und den Trichter mil einer Glastafel bedeckt, kann man
die Flussigkeit unbedenklich G Stunden Iang einwirken
und dann dieselbe ablaul'en lassen und nun rnit verdunntem kohlensaurern Amrnoniak, zuletzt mit wenig Wasser
das ungelosle Schwefelantimon auswaschen. Bei richtigem Verfahrcn wird man nur Dreifach - Schwefelantimon,
das in kohlensaurem Ammoniak eben unloslich ist, auf
dem Fillrum so rein von Arsen zuruckbehalten, dass es
rnit Soda VOI' dern Lothrohr aul' der liohle keinen arsenikalischen Gerucli mehr entwickelt, wahrend die durch
Salzsaure abgeschiedene Antinionsaure gewohnlich noch
einefi sehr geringen Ruckhalt an Arsensiiure unter denselben Umstanden verrath.
Aus der arnrnoniakalischen Losung kann das Amen
sehr leicht und vollstandig als Dreifach - Schwefelarsen
gefallt werden, wenn man sie rnit Salzsaure ansauert und
dann noch ein Paar Minuten lang Schwefelwasserstoffgas
i n einem raschen Strorne hindurchtreten Iasst. Das gefaille Schwefelarsen wird sogleich auf einern Filtrum gesainmelt , mil Schwefelwasserstoffwa.ser ausgewaschen
und moglichst schnell getrocknet, zuletzt bei elwa 1000 C.
Es wird als A s 2 9 in Rechnung gebracht. Die Prufung
desselben auf Antimon wird am besten auf die Weise
bewirkt, dass man den trocknen Niederschlag rnit conccntrirter Salpetersaure oxydirt und unter Zusatz von ein
wenig concentrirter Schwefelsaure die Fliissigkeit so lange
erhilzt, bis schwefolsaure Diiinpfe fortgehen, dann den
17"
Wackenroder,
260
Ruckstand mit Zink und Schwefelsaure in einen Gasentwickelungsapparat bringt und Arsenflecken auf Porcellan,
oder in der stark erhitzten Glasrohre eineii Arsenanflug
entstehen Itisst. Die reinen Arsenflecken verschwinden
augenblicklich in aufgegossenem unterchlorigsaurern Natron, und der nietallische Anflug in der Glasrohre ist fur
ganz reines Arsen zu halten, wenn die Glasrohre, nachdem der Anflug uber der Spiritusflamme oxydirt und die
arsenige Saure durch einen trocknen Luftstrom hinausgetrieben worden, klar und durchsichtig bleibt, wenn aufs
neue reines Wasserstoffgas unter Erhitzung des Glases
hindurch geht. Jede Spur von Antimon macht sich durch
eine Schwarzung des Glases bemerklich, indem das bei
der Oxydation des Metallanfluges entstandene und mit
dem erweichten Glase verbundene Antimonoxyd durch
das Wasserstoffgas reducirt wird.
Betragt das gefallte Schwefelarsen, wie meistens, so
wenig, dass es nach dem Trocknen nicht vom Filter abgesondert werden kann, so muss das Papier durcb einen
etwas grossern Zuaatz von Schwefelsaure wenigstens verkohlt werden, um Arsenwassersloff ohne Beschwerde entwickeln zu konnen.
Nach dieser Methode sind nun neuerdings mehrere
Proben von schwarzem Schwefelantimon, das theils ausdrucklich als arsenfreies, theils als sehr reines in den
Handel gebracht worden, in unserem Laboratorio unter
meiner Leitung untersucht worden. Namentlich haben
sich Hr. R e i c h a r d t , L o e t z e , B i s c h o f f , O t t o H o f f m a n n , B r a n d e s und T u c h e n an diesen ziemlich langwierigen Untersuchungen, dereii gelungene Resultate ich
hier anfuhren will, betheiligt.
I. Sogenanntes arsenfreies Schwefelantimon aus Spanien von einem Leipziger Handelshause.
I.Versucb ergeb ,
2.
7,
,,
.
..
090401im hlittel 0,063 Proc. As2 S3.
0,085
11. Sehr reines ungarisches Schwefelantimon von Ro-
senau, erhalten von einem anderen Leipziger Handelshause.
Der Versuch ergah
..
0,150 Proc. Ab2S3.
Arsengehialt des kuufl. soy. reinen Schwefelantimons.
264
111. Sogenanntes arsenfreies Schwefelantimon, er11a1ten
durch Herrn Apotheker S ch e f f l e r in Ilmenau.
I. Versuch ergab
,,
2.
,,
3.
9,
,,
. .
. .
. .
0,215
0,200 i m Mittel 0,213 Proc. AszE3.
0,225
1
IV. Schwefelantimon von Harzgerode am Harz fiir pharmaceutische Zwecke bestimml, erhalten von einern
Braunschweiger Handelshause.
. ..
1. Versuch ergab
2.
,( ,, ,
42101
0,200
im Miltel 0,235 I’roc. A22 S3.
V. Sogenanntes arsenfreies Schwefelantirnon von Schlciz,
erhalten durch Herrn Apotheker Sch u m a ch e r in
Neustadt a. 0.
1. Versuch ergab
.
,
0,665
,,
,, . . 0,6301 im lllittel 0,608 I’roc. t W S 3 .
Als Extreme in dern Arsengehalte des Schwefelantimons sind also T f l F und ;F Proc. gefunden worden, und
daraus erklart sich auch, wie bei Priifung kleiner QuanLitaten des Schwefelantimons auf Arsen eine geringe Menge
des letzteren leicht ubersehen werden kann, zumal die
scharfste Probe auf Arsen, der arsenikalische Geruch bei
der Erhitzung des Schwefelanlimons mit Soda auf der
Kohle vor dern Lothrohre, bei nicht ganz richtiger Manipulation leicht im Slich lasst. Dagegen kann in dem Regulus Anlimonii jede Spur von Arsen noch leicht vor dern
Lothrohr auf der Kohle entdeckt werden. So zahllos auch
die Versuche sind, die ich mit k a u f I i c h e m Antirnon und
Dreifach-Schwefelantimon jemals angestellt habe, so habe
ich dennoch nur ein einziges Ma1 ein von T r o m m s d o r f f in Erfurt hezogenes Antimonrnetall angetroffen, das
bei der Lothrohrprobe nicht den inindesten arsenikalischen Geruch entwickelte.
2.
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