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Ueber den Werth der Bezeichnung ВPatent bei Waaren.

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VI. Wiscellen.
Ueber deli Werth der Bezeichnung ,,Patent
bei Waaren.
Kicht selten findet man Waaren , auch Naschinen, als
Patent oder patentirte, mit einem X.K. osterr. Privileg. ausgestattet , in Ankundigungen dem Publikum ausdrucklich
empfohlen. Es wird dadurch der Glaube verbreitet, als
besassen diese Gegenstande einen besonderen , Seitcns des
Staates anerkannten Werth, wodurch der letztere sich bestininit
gefiihlt , ihnen einen eigenen Schutz angedeihen zu lassen.
Es ist sicher, dass fiir viele Dinge Patente nachgesucht werden zu dem alleinigen Zwccke, sie unter diescr Firma besser an den Mann bringen zu konnen. Wenn das Manover
im Ganzen auch ein unschuldiges zu nennen und nur in die
Klasse der Geschaftsreklame zu rechnen ist, so durfte es
doch angemessen sein, das Publikum mit wenigen Worten
uber den reellen Werth des ,,Patents '' u. s. w. aufznkliiren,
da gelegentlich auch einmal eine arge S c h w i n d e l e i auf
diesem Wegc unterlauft.
I n allen uns bekannten Staaten, mit Ausnahme zweier,
herrscht bei Ertheilung von Erfindungspatenten das blosse
Anmeldeverfahren, d. h. es macht Jemand bei der betreffenden Staatsstelle eine Eingabe, worin er bittet, ihm auf eine
bestinimte Reihe von Jahren das Alleinrecht der Ausbeutung
einer in den1 Gesuche nlher beschriebenen Erfindung zu
ertheilen. Der Gesuchsteller kann dabei selbst der Erfinder
sein oder im Namen eines Anderen auftreten. Es wird alsdann nach Entrichtung der betreffenden Spesen, die in manchen Landern sehr hoch sind , ein Dokument verabfolgt, das
, , P a t e n t','l worin dem Gesuchsteller das gewunschte Privileg
ertheilt ist, u n b e s c h a d e t d e r R e c h t e D r i t t e r , welche
nachweisbar die fragliche Erfindung friiher gemacht und praktisch verwerthet haben. I n letzterem Falle auch dann, wenn
durch gedruckte Beschreibung die Erfindung schon vor der Ein-
Uebcr den Werth der Bezeichnung ,,PatcntLLbei Waaren.
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gabc bckannt gewesen ist, wird das Patent ohne Werth, d. h.
der Besitzer desselben kann keinen Anspruch mehr auf staatlichen Schutz machen, wenn Andere die Sache ebenfalls BUSzubeuten suchen. Eine p a t e n t i r t e E r f i n d u n g i n d i e s c m F a l l e ist also eine solche, fur welche - knrz und
biindig - g e w i s s e S p e s e n d e r E i n r e g i s t r i r u n g i n
d i e P a t e n t l i s t e n g e z a h l t w o r d e n s i n d , nicht mehr
und nicht weniger. E s geht aus der Bezeichnung weder
hervor, dass die Sache ncu, noch dass sic gut oder n~tzlich
ist. Der Staat ladet mit der Patentertheilung deni Publilcuni gegenuber nicht die mindestc Terpflichtung auf scine
Schultern.
Kaum anders gestaltet sich die Sache in den Etaaten,
wo ein etwas abwcichcndcs Verfahren beobachtet ~ 7 i r d, in
N a d e n und in Pr e u s s e n (auch im Grossherzogth. 8. - Weimar - Eisenach). Hier wird nSirnlich die Eingabe eincr sorgfiiltigen Priifung durch Fachnianner unterzogcn , um dic Meuheit (und Z~~~ecBnilissigkeit)
der angcblichen Erfindung zit
constatiren. Eine grosw Zahl von Gesiichen wird dabei thatsachlich znriickgewiesen , nicht selten unter Xlagen und Bcschwerden seitens dcr Erfinder , welche sich zuriickgesetzt
fiihlen. I n den Fiilleri , w o das Gutachten hinsichtlich dcr
Neuheit gunstig aus€allt, wird ein Patent ertheilt , wiedcrnm
jcdoch unter Beifugung der stehenden Formel: ,,unbeschadct
der Rechte Drittcr 11. s. w.,"indcni ja recht wohl denkbar ist,
dass die Sache den1 priifenden Fachnianiie im Eereiche seiner
Erfahrung und in der ihm zugiingigen Literatur nicht vorkam, gleichwohl aber irgendwo schon von einem Anderen
ausgefiihrt oder in einer fremden Schrift beschricben war.
Der Staat iibernimmt also durch das Patent auch hier keinc
irgend welche Garantie, weder hinsiehtl. der Neuheit noch der
Nutzlichkeit der Sache; cr ertheilt das Patent aiif Grund des
Ausspruchs von Sachverstandigen, dass die Kieht - Neuheit dcr
Erfindung nicht nachgewiesen werden 1-"
Lome
Lasse man sich also im Publikum nicht mehr durch den
Koder , , P a t e n t I' irre filbren; schrcibe man demselben keinc
hohere Bedeutung zu, als beliebte es dein Spekulanten dic
Bezeichnung ,,vorzuglich, " ,,einzig, '( ,,noch nie dagewesen, '(
auf seine Waare zii setzen, wovon Jedermann gleich weiss,
was er davon zu halten hat. Aber auch Seitens der Industriellen moge man nicht immer glaubeu, dass jede Waare,
die mit Patent bezeichnet ist, wirklich auf einem Patent ruht
und desshalb eventuell nicht nachgeahm t werden tiurfe.
Manche Dinge bleiben immer Patent, auch nachdem das Pri-
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Ueber den Ursprung des Hexenthunie
vileg langst abgelaufen ist; man hat sich daran getvohnl
beide Ausdriicke immer zusammen anzuwenden und der Ver
fertiger findet auch keinen Anlass die Etiquette umzuandern
da die Sache so zieht. Andere Dinge sind vielleicht nie ]'a
tent gewesen und werden doch so bezeichnet, oder erlanger
vielleicht das ILecht der Aufschrift in einem Duodezstaate
etwa in AIonaco, und durchwandern damit nun kiilin dit
Welt. Wer sieht ihnen die Abstammung und die Berechligung an? In jedem besonderen Falle, wo sich Jemand durch
die Bezeichnung ,)Patent" bci einem Gegenstande naher
beriihrt Mhlt, versliume er nicht, in den Patentlisten seines Heiinathlandes nachzusehen , ob die Sache auch wirklich daselbst
geschiitzt ist. 1st dies nicht der Fall, so steht ihm jederzeit frei, die Sache bei sich nachzuahmen. In Baden werdeu
fieit mehren Jahren Patente bloss noch auf die Zeit von
3 Jahren ertheilt; die Zahl derselben betragt kaum 40 im
Laufe eines Jahres. l)er gewiinschte Nachweis ist desshalb
leicht und schnell zu erlangen. (Budische Gewerbezeituiig
1868. S. 55. Po1,yt. Xotizblatt iL'*.11. 1868.).
H. L.
Ucbcr den Ursprung des Bexenthluns ;
von L u d w i g Mcjer.
Der Anfang der eigentlichen Kexenprocesse fallt in das
Jahr 1459 , in welchem zu A r r a s mehre Weiber beschuldigt
wurden. mit dem Teufel ein Biindniss gemacht und init demficlben abscheuliche Feste gefeiert zii haben. Die Gerichte
nahmen die Sache in ihre Hande und zwar fiel, da ein Abtall vom christl. Glauben vorzuliegen schien, der Process
linter das I n q u i s i t i o n s g e r i c h t , welches die Angeschuldigten nach den iiber die Xetzergerichte bestehenden Vorschriften behandelte; die Folter erzw-ang die Gestandnisse der Leugnenden und der Tod auf dem Gcheiterhaufen war die Strafe
der durch freiwilliges Gestandniss oder durch Martern Ueberi'uhrten. Da jeder der 1-erurtheilten neue Nanien yon Theilnehmerinnen abgcpresst wurden und die Zahl der Opfer
dadurch irumer iuehr anwuchs: als die Richter besonders
reiche Frauen auszusuchen schienen , urn sich durch deren
Vermogen zii bereichern; da erhob sich das Volk gegen jene
Greuel und erzwang die Beendigung der Verfolgungen. Ein
Nenschenalter lang dachte man nicht an die Erneuerung jeucr
Processe.
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