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Ueber die Bildung eines rothen Farbstoffes an organischen Krpern.

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302 CJeber die Rddung eines rothen Farbstoffea efc.
Ueber die Bildung eines rothen Farbstoffes an
organischen Kiirpern.
(Briefliche Mittlieiluog vom Apothelrer H ii bo e r in Witzenhausen an
Dr. B l e y . )
Im
ersten Hefte des 49sten Bandes des Archivs fur
Pharmacie Pag. 43. ist ein Aufsatz vom Herrn Dr. 0 b end o r f f e r in Hamburg iiber die eigenthiimlishe Bildung
eines purpurrothen Parbsloffes bei beginnender Faulniss
enthalten. Da diese Erscheinung gewiss von grosseni Interesse ist, so durfte es wohl nicht uninteressant sein zu
erfahren. dass auch ich am hiesigen Orte Gelegenheit
hatte. die BildunS dieses purpurrothen Farbsloffes zu beohachten, ohne dass es mir jedoch ebenfalls gelingen
wollte, die eigentliche Ursache seiner Entstehung aufzuiinden.
Es sei mir vergonnt, den Umstand naher zu bezeichnen,
welcher mir die Gelegenheit verschaffte den erwahnten
Farbstoff zu beohachten.
In der Mitte des Monats November 1846 ubergab mir
der Herr Inspector P. von hier eine Untertasse, in welcher
eine fast gallertartige Bouillon enthalten war und einen
starken Rindsknochen, welcher ebenso wie der Inhalt der
Tasse mit einer dunnen Schicht einer purpurrothen Farbe
uberzogen war. Die Bouillon war von einem Huhne und
hatte 1 bis 2 Tage gestanden, als sie nochmals mit dem
obenerwiihnten Knochen zusammen gekocht worden war.
Nach dieser zweiten Abkochung war durcharis keine Veranderung durch Geschmack u. s. w. zu bemerken gewesen.
Der Rest der Mahlzeit wurde darauf in einen verschliessbaren Speiseschrank gestellt, worin sich die Speisen sonst
recht gut conserviren sollen. Als jedoch die Hausfrau am
andern Tage diesen Rest benutzen will, findet sie denselben mit einer schonen rothen Farbe iiberzogen. Ein
ahnlicher rother Anflug fand sich auch bei einer andern
Portion Suppe, die in einem bedeckten irdenen Gefasse
auf dem Heerde gestanden haue. Der erste Gedanke,
welcher der Hausfrau bei dieser Erscheinung aufstieg, war:
Ueber die Bildung eines rothen Farbestoffes etc. 303
irgend Jemand konne sicli vielleicht den Scherz erlaubt
haben, einen rothen Parbstoff mit der Bouillon zu vermengen. Zu dieser Annahme war aher u m so weniger
Grund vorhanden, als die im Schranke gewesene Portion
unter Verschluss gestanden hatte.
Da, wie angegeben wurde, die rotheParbe erst nach
dem Kochen mit dern Rindsknochen sich gezeigt hatte, so
verrnuthete ich anfangs, es mochte dieser als der Trager
jenes Pigments anzusehen sein, e r alsdann wahrscheinlich
von einem mit Krapp gefutterten Thiere herruhren konnte.
Die nahere Untersuchung jedoch, die nach dem Abwaschen
des Knochens damit vorgenommen wurde, l i e s indess,
selbst in dijnnen Schichten mil der Loupe belrachtet und
gegen das Tageslicht gehalten, keine Spur einer rothlichen
Farbung im Innern, geschweige denn einer Ablagerung eines
rothen Pigments erkennen.
Nachdem ich nun versichert zu sein glaubte, nach
dieser Richlung hin nichts zu finden, wandte ich mich zu
der naheren Untersuchung der ziemlich dicken Bouillon.
Dieselbe war ohne Reaclion auf blaues und gerothetes
Lackmuspapier. Unter einer ziemlich stark vergrossernden
Loupe berrachtet, zeigte sie sich in ihren Zwischenraumen
mit einer unzahligen Menge kleiner, durchsichtig klaren,
schwach rubinrothen, kugelformigen Tropfchen bedeck,
wodurch dieselbe das Ansehen bekam, als ware ein fettes
roth gerarbies Oel ganz diinn uber die Bouillon gegossen.
Ein Versuch mit einer kleinen Menge angestsllt, durch
Aelher den Parbstoff auszuziehen. gab mir in so fern ein
gunstiges Resultat, als es dadurch gelang, die Masse ziemlich zu entfarben. Der Aelher enthielt nur wenig Farbe,
die sicli aber erit,schieden in das Blaulich -rothliche hinzog. Nach dem sponlanen Verdunsten des Aethers auf
eiiiem Uhrglase hatte sich, narnentlich urn den Rand des
Glases, eine dunne Schicht des Pigmentes mit frisoher
rosenrother Farbe abgelagert. Es war dieses jedoch nicht
alles reiner Farbstoff, sondern grossten Theils mit ausgezogenes Pett, welclies die erste Farbe angenommen hatte.
hlit einer Probe hiervon wurden nur wenige Versuche an-
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Ueber die Bddung eines rothen Farbstoffes
etc.
gestellt und das Verhalten gegen Ammoniak nnd Kali ermittelt. Die Farbe schwand in beiden Versuchen ganzlich,
wurde aber durch Essigsaure sogleich wieder hervorgerufen; doch schien das IebhafL schone Roth dadurch etwas
schmut.zig und mehr ins Blauliche spielend utngewandelt.
Verdunnte Mineralsauren veranderlen die Parbe n i ch t.
Als ich das noch auf dem Uhrglase befindliche schon
rothe Felt unbedeckt bis zum andern Tage stehen liess,
liatte die Intensitat der Farbung schon bedeutend abgenommen. Die Substanz zeigte am Rande des Glases sich
zuerst schwacher gefarbt, nahm immer mehr eine weisse
Farbe an, welche sich am dritten Tage auch deriibrigen
biasse mittheilie.
Die Zeit erlaubte es mir damals nicht, weitere Versucbe zu machen; ich suchte aber durch gelindes Austrocknen der Bouillon bei Ofenwarme dieselbe in einen
Zustand zu versetzen, dass es spater moglich sein wurde,
die Untersuchung wieder aufzunehmen. Hierbei hemerkte
ich, dass die schone lebhafie Rosenfarbe sich in eine
schmutzige rothlich - braune umanderte, welche Farbe auch
die ganze trockene Mass'e beibehielt. Aus Jrrthum wurde
diese vor einigen Wochen leider weggeworfen. Als Resultat meiner Untersuchung gab ich an: dass die fragliche
Farbung der Bouillon wahrscheinlich in Fol e einer e 1 g ent h u m 11ch e n Zersetzung statlgefunden ha en miisse, dass
ich jedoch nicht naher anzugeben vermochte. wie und
woraus der rothe Parbstoff entstanden sei und ich auch
keinen eignen Namen dafur ksnne.
Nach den wenigen Versuchen, die ich mit diesem Farbstoffe vornahm, zu scbliessen, diirfle derselbe wohl
nicht von dem des Herrn Dr. O b e r d o r f f e r verschieden
sein. Die Annahme jedoch, dass die Bildunf dieses Pigments mit dem Ende des Monats Septem er aufhore,
durfte indess hierdurch als eine irrthiimliche bezeichnet
werden, was auch schon durch Herrn Professor W ack e nr o d e r , der einen ahnlichen Stoff im Anfange des Octobers untersuchte, bestatist wird. Die Entstehun des rothen Farbstoffes durfte, wie
schon friiher von
v o n E s e n h e c k , spater von
S c h l e i d e n vermuthet worden, von der Bildung eines
Pilzes ahhangig sein. Es bleibt aber immer die VeranL. Bley.
lassung dieser Bildung noch unerklart.
%
sees
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farbstoffe, ueber, die, organischen, eine, krper, rothen, bildung
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