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Ueber die Bildung von Ozon bei lebhafter Verbrennung.

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ARCHIV DER PHARMACIE,
CXCII. Bsiides drittes Heft.
.,
A. Origiiialriiittheilungeii.
I. Cliernie und Pharmacie.
Ueber die Bilclimg voii Ozon bci lebhafter Verbrennnng.
Von Dr. J. S c h n a u s s in Jcna.
I n Nr. 1 7 des ,,Naturforscher" von 1870 finde ich unter
obiger Ueberschrift zu meiner Ueberraschung eine Anzahl
Versuche des Herrn L iiw in New-York (RUS Clem 3. Heft
der Zeitschrift fur Chemie 1870 entnommen) rnitgctheilt , die,
obwohl in anderer TVeise angestellt, midi vor langer als
20 Jahren zu deniselben Resultate iiihrtcn. Jch referirte
damals iiber diese Versuche ansliihrlich an einen Frennd des
Professors S c 11 ij n b e i n, dem auch mir bcfreundeten Professor
Herrn d e K r a m 9 r in Mailand, filhrte dieselbcn auch rnehren damals hier befindlichen Chemiliern vor. Icli hielt jedoch
die erzielten Reactionen nicht fiir entscheidend genug , urn
dariiber etwas zu veroffentlichen. Gegeuwartig konnten sie
aber doch dazu beitragen, das Augenmerk cler Chemiker noch
wirksamer auf diese Erscheinung zii lenken , wesshalb ich
mir erlaube, meine damaligen V e r s y h e nur ganz im Kurzen
hier zu erwahnen, denn ich kann nur aus der Erinnerung
berichten, d a mir mein ausfuhrlicher verfasstes B.Ianuscript
hieriiber verloren ging. Ich beschranke inich nur auf Thatsachen und Versuche, die Jederniann lcicht wiedcrholen kann.
Durch Zufall machte ich dic Beobachtung, dass iuim beini
Ruckwartsziehen der Liift durch cine gewohnliche Spritzflasche, deren Spitze einige Linien vor eine brennende SpiriA?&. d. Phsrm. CXCII. Bds. 3. Hft..
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Ueber die Bildung von Ozon bei lebhafter Verbrennung.
tuslampe gehalten wird , einen eigenthiimlichen ozonahnlichen
Geschmack in den Mind bekommt. Oeffnet man dann die
Spritzflasche und riecht hinein, so zeigt sich ein sehr deutlicher und intensiver Ozongeruch. Ferner zeigt der Wasserdunst, welcher sich an kalten glatten Korpern aus einer
Spiritus - oder andern Flamme condensirt , einen deutlichen
Ozongeruch. Man muss aber bei diesem Versuche, zu dern
man am beaten eine grossere, polirte, ganz reine Metallmasse
oder ein mit kaltem Wasser gefiilltes , reines Glasgefdss
nimmt, etwas rasch verfahren, indem man den kalten Xiirper
nur einige Augenblicke iiber die Spitze dcr Flamme halt,
denn sowic ersterer sich nur im geringsten erwarmt, ist der
Ozongeruch verflogen. Nimmt man zu dem Versuch eine
andere als eine Spiritusflamme , so muss vorausgesetzt werden, dass sich aus derselben keine riechenden Stoffe verfliichtigen. Es gehoren immerhin feine Geruchsnerven dazu , uni
den Ozongeruch deutlich wahrzunehmen. - Ich selbst kam
sofort auf denselben Gedanken, den Herr L o w aussert,
dass der Sauerstoff der Luft rings um jede Flamme, bevor
er sich mit den Bestandtheilen des brennenden Korpers verbindet, momentan in Ozon iibergeht. Letztercs wird bekanntlich beim Erwarmen zerstort, die Ozonbildung kann im vorliegenden Falle daher nur in einer gewissen jedoch geringen
Entfernung von der Flamme stattfinden.
Urn mich genauer von der Gegenwart des Ozons hierbei
zu uberzeugen, experimentirte ich auf die Weise, dass ich
vor die Spitze einer Spritzflasche in gehoriger Entfernung
eine brennende Spirituslampe aufstellt'e, die kurze Rohre der
ersteren mit einem Aspirator (einen umgekehrt wirkenden
Gasometer) verband und nun die Luft durchsaugen liess.
Sowohl die Spritzflasche, als das zwischen ihr unh dem
Aspirator eingeschaltete Rohrensystem waren nach Bediirfniss
rnit verschiedenen Losungen und Korpern gefullt, um die beim
Verbrennen gebildete COP und den Wasserdampf zu absorbiren , damit dieselben nicht etwa die Ozonreaction modificirten. Es musste dabei auch auf die Bildung geringer Spuren
saurer Stickstoffoxyde Rucksicht genommen werden , die
Ueber die Bildung von Ozon bei lebhnfter Verbrennung.
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bekanntlich leicht iiber die Gegenwart des Ozons tauschen
konnen. Das Resultat aller dieser ziemlich zahlreichen, auch
durch Einschaltung einer Luftpumpe und anderer pneumatischer Vorrich tungen erweiterten Versuche war jedoch, dass
in grosserer Entfernung von der Spritzflasche resp. der Spiritusflamme nichts mehr von Ozon zu entdecken war. Nur
ein unmittelbar iiber dem in der Spritzflasche befindlichen
Kalkwasser befestigter, mit Jodkaliumkleister getrankter feuchter Papierstreifen zeigte sich stets bald deutlich gerothet.
Herr L o w sagt am genannten Ort iiber seine Versuche
und deren Resultate in Kurzem Folgendes:
,,Es schien mir bei naherer Betrachtung , dass uberhaupt
bei irgend einem Akt der Oxydation, gehe er nun rasch oder
langsam vor sich,’ das aus mehreren Atomen zusammengesetzte Moleciil des gewohnlichen Sauerstoffs erst sich in seine
es componirenden Atome (?)a dose n musste, ehe das Oxydationsproduct sich bilden konne. Da nun diese intermediare
Ozonbildung auch bei den lebhaftesten Verbrennungen vor
sich zu gehen hat, so schien es mir von einigem Interesse, zu
versuchen, ob’ in einer F l a m m e das Ozon sich nicht positiv
nachweisen lassen konne. Und in der lThat gelingt dieser
Nachweis auf so leichte Weise, dass Jedermann sich in wenigeh. Secunden davon iiberzeugen kann: Man blast durch
eine weite Glasrohre einige Secunden lang einen starken
Strom Luft auf eine kuwe Flamme eines Bunsen’schen
Brenners und halt dem Luftstrom ein geraumiges Becherglas
entgegen, das man sofort mit einer Glasplatte bedeckt. Die
so erhaltene Atmosphare besitzt den charakteristischen Ozongeruch in starkem Grade , bliiut Guajakpapier und scheidet
in kurzer Zeit Jod aus Jodkalium aus.
Die hiermit nachgewiesene Ozonbildung ist dann am
bedeutendsten, wenn die Stiirke des Luftstromes die Flamme
fast bis zum Erloschen bringt. Mit jeder andern Flamme
gelingt der Nachweis ebenfalls, wenn dcr Luftstrom so regulirt wird, dass keine DImpfe der sich in der Flamme entwickelnden Oxydationsproducte mit dem Ozon gemischt erhalten werden Es erhellt aus diesen Versuchen:
13 *
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Ueber die fliichtigen Sluren des Crotoniils
1) dass bei jeder lebhaften Verbrennung der Sauerstoff
zuerst in Ozon vemandelt wird.
2) dass mehr Ozon gebildet wird, als zur volligen Verbrennung nothig ist ;
3) dass dieser Ueberscliuso von Ozon, der unter gewiihnlichcn Umstanden durch die hohe Temperatur der Flamnie
zerstort wird, durch einen starken Strom kalter Luft nnveriindert aus der Flamme weggefiihrt werden kann." Der ,,Naturforscher " fugt hinzu :
, , A h eine Ozonquelle konnen nach dieser n o c h a n g e x w e i f e l t e n Entdeckung des Hewn L o w die Icbhaften Ferbrennungsvorgiinge nicht hetrachtet werden. Sie erzeugen
zwar diescn Xorper, aber bilden ihn auch gleichzeitig wegen
der hohen Warme in getyohnlichen Sauerstoff zuriick. Hingegen bereichern die langsamen Oxydationen die Atmosphare
mit Ozon , weil hier die nicdrige Temperatur keine Riickbildung des Ozons veranlasst."
Ich fuge diesem nur noch hinzo, dass nach meiner Ansicht es schwer fallen diirfte, wenn man den Versuch nach
Herrn L o w anstellend, durch eine weite Rohre so stark auf
eine Gasflamme blAst, dass sie fast ausloscht , eine Vermischung des aufgefangenen Ozons mit unvollkommenen Verbrennnngsproducten oder gar unzersetztem Leuchtgas giiBlich
xu vcrmeiden. Es mochtc sich dahcr der von mir angefuhrte
Versuch mit der Spritzflasche inehr empfehlen , indem hierbei
zugleich auf einfache Weise das Ozon gewaschen und iiber
der Waschfliissigkeit am Korkpfropfen der Flasche eines der
bekannten Reagenzpapiere auf Ozon leicht angebracht werden kann.
Ueber die fliichtigen S#uren des Crotonifls;
d n A. G e u t h e r ,
0. Prof.
der Chemie in Jena.*)
Bei der Einwirkung von PC15 auf A e t h y l d i a c e t s a u r e C6H1°0 **) entstchen 2 nietamere chlorhaltige Sauren
~*) Als Separatabdruck aus d. Zeitschrift f. Chemie vou Herrii Prof.
H. I;.
G e u t h e r erhalten.
**) H = 1, C = 12, 0 = 16.
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