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Ueber die Bildung von Ozon und Wasserstoffhyperoxyd.

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S. Ksppel, Bildung v. Ozon u. Wasserstofiyperoxyd.
B. Ueber die Bildung von Ozon und Wasserstoffhyperoxyd.
Nachdem der Beweis geliefert wurde , dass mehrere Metalle
in Beriihrung mit Ammoniak und Luft die Bildung von Nitriten
bewirken, untersuchte ich, ob die Alkalien in Beriihrung mit Kupfer
und Luft ahnliche Bildungen veranlassen , indem hierbei der Stickstoff der atmospharischen Luft sich eu salpetriger Saure oxydire.
Es wurden zu diesem Behufe Kupferschnitzel mit massig starker
chemisch reiner Kalilauge in eine Flasche gebracht und durch diese
einige Tage hindurch mittelst eines Aspirators Luft, welche zuvor
durch Salzsaure und Kalilauge gestrichen ist, hindurchgeleitet. Die
beiden Flissigkeiten hatten die Aufgabe, salpetrige Saure und Ammoniak der Luft zu absorbiren. Eine Probe dieser alkalischen
Fliissigkeit gab mit Jodkaliumstarke und Essigsaure die charakteristische Blauung. Auf Salpetersaure reagirte die Losung nicht,
Das inzwischen schwarz gewordene Kupfer wurde nach dem
Decantiren der alkalischen Fliissigkeiten und Auswaschen, mit verdiinnter Schwefelsaure behandelt. I n der schwefelsauren Losung
konnte Kupfer mittelst Ferrocyankalium nachgewiesen werden.
Auch reagirte diese Losung auf Jodkaliumstarke blauend.
Ein eweiter Versuch wurde unter Erwarmen des Kolbens im
Wasserbade angestellt. Es loste und suspendirte sich Kupferhydroxyd in der Kalilauge. Eine I’robe dieser Fliiasigkeit wurde
abgedampft ? mit Wasser behandelt und filtrirt. Das Filtrat reagirte auf Jodkaliumstarke bei Zusatz von Essigsaure. Der grosste
Theil der alkalischen Fliissigkeit wurde mit verdiinnter Schwefelsaure im Wasserbade destillirt. Das Destillat reagirte sehr stark
blauend auf Jodkaliumstarke.
Weitere zwei Versuche in dieser Weise angestellt , lieferten
keine sichern Resultate. Es wurdc ferner Luft durch Kalilauge
langere Zeit hindurchgeleitet , ohne dass Kupfer zugegen gewesen wiire.
In diesem Falle reagirte die Losung auf Jodkaliumstarke bei
Zusatz von Sauren gar nicht. Ebensowenig konnte ein Resultat
erzielt werden, wenn Luft durch Wasser , welches rnit Kupfer in
Beriihrung war, hindurchgeleitet wurde.
Zu einem weiteren Versuche bediente man sich statt des Aetzkalis eines Aetznatrons , welches durch Verbrennen von Natrium
S. Kappel,
Bildung v. Ozon u. Waaserstoffhyperoxyd.
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erhalten wurde und frei von jeglicher Verunreinigung, wie salpetrige Saure etc. war. Man brachte in eine E r l e n m e y e r ’ s c h e
Flasche mit grossem Boden Kupferschnitzel, goss so vie1 von besagter
Natronlauge darauf, dass das Kupfer kaum bedeckt wurde und
dadurch der Luft eine grosse Oberflache geboten war. Das Rohr,
durch welches die gereinigte Luft passirte, reichte bis fast auf den
Boden des Kolbens. Nachdem etwa zwijlf Tage durch die Flasche
Luft hindurch geleitet wurde, destillirte man das Ganze rnit Essigsiiure im Wasserbade und leitete die Dampfe in chemisch reines
destillirtes Wasser.
Wahrend des Destillirens wurde ein in die Flasche gehangter
Streifen von Jodkaliumstarkepapier intensiv geblaut. Boi weiterem
Erhitzen des Kolbens im Wasserbade verschwand die blaue Farbe.
Das Destillat reagirte stark auf Jodkaliumstarkelosung nach Zusatz
von Essigsaure.
Erwahnt muss werden, dass die Destillation oftmals unterbrochen wurde, so wie, dass nach Beendigung der Destillation
Streifen von Jodkaliumstarkepapier in die Atmosphare des Kolbens
gebracht , zu wiederholten Malen geblaut wurden. Mit Riicksicht
darauf wurde der Kolbeninhalt nochmals im Wasserbade, und zwar
unter Zusatz von verdiinnter Schwefelsaure destillirt. Das Destillat reagirte aber nicht mehr auf Jodkaliumstarkelosung.
Durch Eisenvitriollosung und andere empfindliche Reagentien
war es auch nicht moglich, in dem Destillate salpetrige Saure
nachzuweisen.
Ein ahnlicher Versuch wurde in demselben Xolben und unter
denselben Cautelen , aber linter Anwendung von chemisch reinem
Kali und Kupfer angestellt. Es traten dieselben Erscheinungen,
wie beim vorigen Versnche auf.
Das Destillat reagirte entschieden auf Jodkalinmstarkelosung.
Nachdem die Destillation mit Essigsaure vollendet war, versctzte
man den Kolbeninhalt mit verdiinnter Schwefelsaure, ohne denselben weiter zu erwarmen. Streifen von Jodkaliumstarkepapier,
welche in den Kolben gehangt wurden, bliiuten sich, nnd zwar um
so intensiver und schneller, als der Kolben geschiittelt oder Schwefelsaure hinzugefiigt wurde. Nach einiger Zeit trat eine Entfarbung des geblauten Streifens ein. Auf weiteren Zusatz von verdiinnter Schwefelsaure und Schiitteln , wurde ein neuer Streifen
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S. Kappol, Bildung v. Ozon u Wasserstofiyperoxyd.
bezeichneten Papieres geblaut. Nach einer Reihe von Tagen horte
diese Reaction ganz auf.
Ein dritter Versuch, welcher in derselben Weise zur Zeit der
grossen Julihitze vorigen Sommers angestellt wurde , lieferte noch
scharfere Reactionen. Der Kolbeninhalt reagirte noch funf Wochen
intensiv auf Jodkaliumstarkepapier blauend.
Mit dem Eintreten kiihler Witterung horte jegliche Reaction auf.
Ein vierter Versuch, welcher im Herbste angestellt wurde,
lieferte keine Resultate. Dagegen traten dieselben Erscheinungen
in der schlagendsten Weise auf, nachdem der Kolben wahrend des
Hiudurchleitens von Luft im Wasserbade erwiirmt wurde. Die
Atmosphare des Kolbens reagirte nach vielen Monaten nicht nur
auf Jodkaliumstarkepapier blauend , sondern auch entfarbend auf
Schwefelbleipapier. Ein ahnlicher Versuch mit Zink und reinem
Aetzkali angestellt, gab negative Resultate.
Diese Versuche und Beobach tungen an denselben berechtigen
zu folgenden Sehliissen:
1) Beim Hindurchleiten von reiner Luft durch rein alkalische
Losung, welche mit Kupfer in Beriihrung steht, ist kaum die Bildung von Nitriten, wohl aber die von Ozon und Wasserstoffhyperoxyd anzunehmen.
2) An der Bildung des Wasserstoffhyperoxydes ist das Alkali
in erster Linie betheiligt, indem es ersteres bindet, welches auf
Zusatz einer SBure in Freiheit gesetzt wird.
3) Da diese Reactionen nur in der Warme auftreten, so ist
damit die Behauptung , dass das Wasserstofiyperoxyd eine endothermische Verbindung sei, bestiitigt.
4) Da ferner die Atmosphare des genannten Kolbens blauend
und entfarbend auf das Jodkaliumstiirkepapier einwirkt , d. h. OXYdirende und reducirende Wirkungen hervorruft, SO ist nicht Tinwahrscheinlich, dass Wasserstoffhyperoxyd gebildet wird, sich dann
mit dem gleichzeitig gebildeten Ozon zerlegt, spater aber wieder
regenerirt etc.
denn:
oder:
0 3
">
0
+ H 2 0 2 = HaO + 2 ( 0 8 )
0
+ E} 0
=
11)+ 2(02).
H
W. Lenz , Notiz zur Priifung von Bismuthum subnitricum.
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5 ) Jene Metalle, welche in Beruhrung mit Alkalien Wasserstoff
entbinden, wie Zink etc. vermogen beim Hindurchleiten von Luft
diese Bildungen nicht hervorzurufen, weil der nascirende Wasserstoff
reducirend einwirkt.
Sammtliche Versuche, welche in A und B beschrieben sind,
wurden von mir im chemischen Laboratorium fur angewandte
Chemie an der hiesigen Universitat gemacht. Fur den gutigen
Beistand, dessen ich mich Seitens des Herrn Prof. Hilger zu
erfreuen hatte, fiihle ich mich stets zu Dank verpflichtet. Ich
gedenke , friiher oder spater , noch weitere Versuche uber diesen
Gegenstand anzustellen und die Resultate seiner Zeit zu veroffentlichen.
Nachsc hrift. Versucht man in der alkalischen Flussigkeit,
welche in Beriihrung mit Kupfer war und durch welche langere Zeit ein
Luftstrom durchgeleitet wurde, das Wasserstoffhyperoxyd durch Zusatz von Kaliumdichromat und Schwefelsaure und Schutteln mit Aether
nachzuweisen, so gelingt dies nicht. Lasst man aber diese Probe
in einem Kolbchen mehrere Tage offen stehen oder leitet langere
Zeit einen Luftstrom durch dieselbe, bis alles Ozon entwichen ist,
so reagirte die Fliissigkeit ganz entschieden mit dem charakteristischen Reagens zu wiederholten Malen auf Wasserstofiyperoxyd.
Dadurch ist die gleichzeitige Bildung beider Korper mit Evidene
erwiesen. Diese Bildungen beobachtete ich ferner , wenn Kupfer
mit alkalischen Erden, wie Kalkwasser , Barytwasser in Beriihrnng
gebracht wird. Nur muss man vie1 langer einen Luftstrom hindurchleiten, weil die Oxydation des Kupfers viel langsamer stattfindet und das gebildete Kupferoxyd schwerer in der Flussigkeit
sich suspendirt.
Noth zur Priifung von Bismuthum subnitricum.
Von Dr. W. L e n z in Munster.
Ton den Priifungen des officinellen Wismu thnitrates , welche
die Pharmacopoe vorschreibt, wird in den Apotheken wohl vielfach
diejenige durch Auskochen mit Essigsaure, Ausfallen dieser Losung
rnit Schwefelwasserstoffwasser und Verdunsten der nun wismuthfreien Flussigkeit nicht ausgefuhrt. Die Probe erfordert ziemlieh
viel Schwefelwasserstoffwasser, das Verdunsten nimmt Zeit in An
spruch, nnd in den meisten Fallea hat man schliesslich nur eine
Arch. d. Pharm. XX. Bas. S . Heft.
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