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Ueber die medicinischen Eigenschaften der sUdamerikanischen Kuhbume.

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J. R. Jackson, Siidanierikanischc Knhbiiume.
529
Ueberhaupt aber liefcrten 100 Theilc Blutroth:
89,25 organische Materie.
9,04 Eisenoxyd.
1,45 Yhosphorsaure.
0,32 Kalk.
100,06.
Wst.
Ueber die iuedicinisclren Eigenschaften der siictamerikanisclren Knhblume.
Von J. R. Jackson.*)
Die Anwesenheit milchiger Safte in Pflanzen ist nichts
Ungewohnliches , sie ist selbst ein Merkmal vieler natiirlichcn
Familien. Bei den zahlreichen Pflanzen , welche Kautschuk
liefern, besitzt der Saft, sowie er aus dem Baume fliesst, ein
milchweisses Ansehn, und farbt sich erst an der Luft oder
beim Erstarren. Die Safte gewisser milchgebenden Baume
werdcn indessen nicht dick , dienen als Nahrungsmittel , und
einige solcher Baume mit wohlschmeckendem Milchsafte werden Kuhbiiume genannt. In Sudamerika, dem Hauptquartier
dieser Art Baume, heissen sie P a l o d e v a c a , oder A r b o l
d e l e c h e . Vielleicht am besten bekannt unter ihnen ist
B r o s im u m g a l a c t od en d r on Don. (Urticeen); dekselbe
wachst in grossen Waldern an den Bergen um Cariaco und
in andern Theilen der Seekiiate von Venezuela, erreicht haufig
cine Hohe von mehr als 100 Fuss, und schickt erst 60 bis
70 Fuss uber dem Boden Zweige aus. Der nach, Einschnitten
in den Stamm ausfliessende Milchsaft riecht schwach balsamisch und schmeckt sehr angenehm, ahnlich wie susser Rahm ;
er hat nur das Unangenehme, etwas klebrig zu sein, ist iibrigens sehr nahrhaft und Trollig unschadlich. H u m b o 1d t
berichtet dariiber : ,,IVir tranlren betrachtliche Mengen davon
*) Phnrm. Journ. and Transact. 26. Oct. 1872. S. 321.
Arch. d. Pbnrm. III. Rclbe. I I T . BdR. 6. Ha.
34
Vsf,
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J. R. Jackson, Sldamerikanische Kuhbaume.
Abends vor dem Schlafengehn und friih Morgens ohne die
geringste Belastigung. Die Neger und die Freien, welche in
den Pflanzungen arbeiten, trinken diese Milch und tunken ihr
BIais - oder Cassava-Brot hinein. Der Aufseher eines Gutes
erziihlte uns, die Neger wurden wiihrend der Jahreszeit, wo
der Kuhbaum ihnen reichliches Getrank liefert , merklich fetter. Beim Stehen an der Luft uberzieht sich diese Milch
init einer gelblichen , faserigen , kaseahnlichen Haut. Mehre
Monate des Jahres hindurch fallt kein Tropfen Regen in den
Distrikten, wo dieser Baum vorkommt, und seine Zweige
erscheinen dann wie abgestorben; wenn man aber dann den
Stamm anbohrt , so entquillt ihm demungeachtet die niihrende
Nilch. Bei Sonnenaufgang fliesat sie am reichlichsten , wird
daher alsdann am eifrigsten aufgefangen. Wie thierische
Milch wird sie binnen wenigen Tagen sauer."
T a b e r n a e m o n t a n a u t ili s Ara., in Britisch - Guiana
11 y a - H y a oder Kuhbaum genann t , liefert gleichfalls einen
weissen Milchsaft , der vollkommen unschHdlich ist , obgleich
sie in eine Familie (Apocyneen) gehort, welche meiet giftige
und scharfe Pflanzen enthilt. Der Stamm wird zur Gewinnung der Milch nicht angebohrt, sondern geklopft.
Der Kuhbaum von Para, dort Mas s a r a n d 11 b a genannt,
so11 M i m u s o p s e 1 a t a sein, was jedoch noch zweifelhaft ist,
obgleich man weiss, dass er zu den Sapotaceen gohort. Scine
aus aer angeschnittencn Rinde fliesscnde Milch hat das Ansehn von gutem Milchrahm, sol1 aber wcgen ihrer grossen
Klebrigkeit sich weniger zum Nahrungsmittel eignen.
Unter allen Kuhbiumen verdient vom medicinischen
Standpunkte aus C 1u s i a g a1 a c t o d e n d r o n Dew., (Guttiferen) unstreitig die meiste Beachtung. Dieser Baum hat eine
dicke, mit rauhen Hockern bedeckte Rinde , verkehrteiformigc
3 Zoll lange Blatter , ist in Venezuela einheimisch , kommt
aber auch im Cauca - Thale, im Norden des Staats Antioquia,
an den Ufern des Flusses Abraeto und an der Kiiste des stillen
Meeres bei Tumaco vor, gedeihet uberhaupt nur in heissen
feuchten Distrilrten und geht nicht iiber 200 Meter, voxn
J. R. Jackson, Siidnnieriksuischc Kuhbaume.
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Meeresspiegel an gerechnet, hinauf. Sein Milchsaft wird. vie1
consumirt, aber dessen werthvollste , bisher fast ganz unbeachtet gebliebene Eigenschaft besteht darin, die Dysenterie zu
heilen. E r enthalt eine harzige, adstringirende, aromatische
und tonische Substanz. In Choco und an der pacifischen
Kiiste von New- Granada wendet man kein anderes Mittel
gegen Dysenterie an, und diese Krankheit wird dort ganz
leicht genommen, weil sie dadurch so gut gehoben werden
kann. Diese Milch ist dort allenthalben zu haben, und die
Flasche wohl kostet 1 bis 2 Dollars. W h i t e berichtet dariiber
wie folgt: ,,Mehr als zwei Jahre hindurch sah ich diese
Milch von den Arbeitern an der Buena-Ventura- Strasse, in
eineni sehr ungesunden Klima, angeweudet. Wir hatten zu
Zeiten A00 bis 700 Manner im Dienste, und es kamen unter
ihnen sehr zahlreiche Falle von Dysenterie vor, aber es trat
kein einziger Todesfall ein. Ich selbst litt daran und so
heftig, dass die Stiihle blutig erschienen und ich schon furchtete, meine letzte Stunde habe geschlagen. Selbst das Bewusstsein verliess mich fast ganz. In dieser kritischen Lage
nahm sich meiner die Frau eines unserer Aufseher an; sie
gab mir nemlich einen Essloffel voll jenes milchigen Baumsaftes in einem Glase Wasser mit ein wenig Zucker ein und
wiederholte dies alle halbe Stunde 3 Stunden hindurch,
worauf alle Symptome der Dysenterie vollstandig verschwunden waren. Nachdem ich dann noch ein paar Tage strenge
Diat gehalten hatte , fiihlte ich mich wieder ganz hergestellt
und bekam auch keinen Ruckfall. Bemerken will ich noch,
dass jener Milchsaft , selbst in verschlossenen Gefamen,
bald sauer wird und gerinnt, aber dadurch seine Wirksamkeit nicht verliert , wenigstens sie noch monatelang beibehiilt."
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