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Ueber die Menge der festen erdigen Bestandtheile welche FlUsse in Folge von Anschwellungen durch starke RegengUsse mit sich fUhren.

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Erdige Bestnndtheile der Fliisse.
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Ueber die Men e der festen erdigen Bestandtheile,
welche F tisse in Folge von Anscbwellnngen
dnrch starke Regengtsse mit sich fiihren;
P
von
Dr. Gr.
Es sind bia jetzt nur wenige Reobachtungen bekannt
geworden, die genauere Angaben ubcr die Menge der
erdigen Stoffe enthielten, welche durch stiirkere Regengiisse hoher gelegenen Gegenden entnommen und Niedemngen, wo sie sich allmalig ablagern, zugefuhrt werden.
Dies hat offenbar seinen Grund in den grossen Schwierigkeiten, welche derartige Untersuchungen darbieten. Es
gehort vor allem dazu, dass man unmittelbar an einem
Flusse oder Strome wohne, urn den Verlauf eines solchen
Ereignisses in seinen verschiedenen Perioden leicht beobachten zu konnen; man muss die wecbselnde Grosse der
Flache des Qnerschnitts des Flussbetts, und dio Geschwindigkeit des Stromes kennen ; tnan muss beriicksicbtigen,
ob das Erdreich zur Zeit des Regens, der eine Anschwellung des Flusses bewirktc, trocken oder nass und aufgeweicht war; aus welcher Hohe der Regen niederf&llt, ob
die Anschwellung des Stronies von einem an Ort und
Stelle gefallenen Regen, oder von Weiters herriihrt ; denn
alle diese Momente, und wahrscheinlich noch viele andere,
haben auf die Menge der im Wasser sich vorfindenden
erdigen Stoffe den grassten Einfluss. Ich mum schon
hier das Geetiindniss ablegen, dass ich mir von vornherein nicht slle diese Fragen gestellt habe, und dass daher
auch meine Beobachtungen in dieser Beziehung nur unvollkommen sind. Wenn ich mir gleichwohl erlaube, die
von mir im Verlanf d e r letzteren Jshre gemachten Beobachtungen mitxutheilen, so beabsichtige ich damit nur,
auch die Aufmerksamkeit Anderer auf diesen Oegenstand
hinzulenken, und, wenn sich ihnen Gekgenheit darbietet,
i u irhnlichen Versuchen zu veranlassen, nnd da vereinzelte
Angaben nur wenig Werth haben, wogegen das Interesse
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Erdige Bestandtheik der
Ir'lli85e.
in demselben Maasse wachst, wie sich unter verscbiedenen Verhaltnissen angestellte Beobachtungen mehron, und
Gelegenheit zu Vergleichungen untereinander darbieten.
Bei meinen Beobachtungen habe ich mich bis jetzt darauf
beschranlrt, sobald die Fluthen ihren hochsten Stand erreicht
zu haben schienen, aus der Mitte des Stroms eine gewisse
Quantitit Wasser zu schopfen, dasselbe durch Absetzenlassen sich klhren zu lassen, den Niederschlag auf ein
Filter zu nehmen, bci 1000 C. zu t'roclmen und zu wagen.
Die Beobachtungen beziehen sich fast lediglich auf die
Unstrut, doch habe ich aucb gelegentlich, der Vergleichung
wegen, das Wasser zweier Chauseegraben, von nahezu
gleichem Gefalle, auf ihren Schlammgehalt untersucht.
1. U n s t r u t w a s s e r.
Am 22. Juli 1855 enthielt trockene Erde. . 1,590 Proc.
Vom 16 - 26. Januar 1856; Anschwellung
durch schmelzenden Schnee, 2 Meilen Entfernung.. . . . . . . . . . . . . . . 0,220
Am 16. April 1856, nachdem das Wasser
bereits seit einiger Zeit im Fallen war. 0,0278
Am 4. Juni 1866 unniittelbar nach seinem
hochsten Stande . : . . . . . . . . . . . . . . 0,5400 ,,
Am 10. Juni 1856, kurz vor dem hoclisten
Stande.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,3730 n
Am 10. December 1866 aus schmelzendem
Schnee.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,100 ,,
Die grossen Abweichungen haben schon ihren natiirlichen Grund ; dass Wasser aus schmelzendem Schnee sehr
grosse Mengen Schlamin niclit herbeifuhren werde, begreift sich sehr leicht, indem die Wirkung eines fallenden Regens auf die Abfuhrung erdiger Theile vom Boden
fehlt; den griissten Gehalt zeigte das Wasser kurz
vor Eintritt seines hochsten Standes; doch wiirde es
zu gewagt sein, eine solche Vergleichung fortsetzen zu
wollen, was nur dann erlaubt sein diirfte, wenn die Zahlen
aus derselben Anschwellung erhalten worden waren; es
ergiebt sich hieraus fur kiinftig anzustellende Versuche,
mindestens dreimal eine Probe Wasser zu schopfen, ein-
ETdige Bestandtheile der Fliisse.
4 25
ma1 so lange das Wasser noch steigt, dann bei seinem
hochsten Stande, und zuletzt bei seinem Fallen.
Bei den Sommerregen is!, weil alsdann die Regenwolken hoch gehen, die Qeschwindigkeit der Tropfen,
folglich auch deren Wirkung grosser, so dass mehr Erde
losgerissen und mit fortgefihrt wird, als in den ubrigen
Jahreszeiten. Nach den drei Messungen im Somrner wiirde
hier die Menge Schlamin 1,501 Proc., nacb den beiden
Beobachtungen im Winter 0,16 Proc., im Fruhjahr aber
nur 0,0278 Proc. betragen. Es niag hiermit nur die
Art und Weise angedeutet sein, wie die Beobachtungen
beschaffen sein sollten, um sie zu Vergleichungen benutzen zu konnen; denn aus obigen Zahlen schon Schliisse
aiehen zu wollen, kann wohl Niemandem einfallen.
Gleichwohl liefern dieselben nach einer anderen Richtung ein fassbares Resultat; in Beziehung namlich auf die
Menge von Schlamm, welche unter Umspnden das Wasser
jedesmal mit sich fiihrt. Ich will fur eink solcheBerechnung die beiden Falle wahlen, wo nach meinem Dafiirhalten
die Beobachtungen mit einer gewissen Genauigkeit hatten
gemacht werden konnen: es maren dies die vom 22. Juli
1855 mit einem Gehalte yon 1,59 Proc. und die vom
16. bis 26. Januar 1856 mit 0,22 Proc. festen Bestandtheilen. Bei dem ersten Falle dauerte die Erscheinung
vom ersten Anwachsen bis zur Ruckkehr auf den normalen Stand 11 Stunden; hiervon kommen auf die skigende Periode
3 Stunden mit einem Querschnitt von 248,O Quadratfuss
auf den hochsten Stand
2 Stunden rnit einem Querschnitt.. . 30$,0
,,
und auf die fallende Periode
6 Stunden rnit demselben Querschnitt 248,O
,,
Die Geschwindigkeit uberall zu 2 Fuss angenommen,
flossen 9 Stunden hindurch in jeder Secunde 496 Cubikfuss, und 2 Stunden hindurch in jeder Secunde 616 Cub*fuss Wasser voriiber; im Ganzen 30505600 Cubikfuss;
dieses Wasser hat, mit Rucksicht auf seinen Qehalt an
Arah.d.Pharm. CLXVII. Bds. 3.Hft.
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Erdige Bestundtheile der Fliisse.
erdigen Theilen, ein spec. Clew. von 1,02544, und wiegt
daher, den Cubikfuss Wasser zu 63 Pfd. angenommen, in
runder Zahl 1980 Millionen Pfund, worin 31,500,000 Pfd.
Erde enthalten sind = 192260 Cubikfuss; zieht man hier&us die Cubikwurzel, so erhiilt man einen Wiirfel von
57',7 Seite. Eine ahnliche Berechnung mit dem aus dem
schmelzenden Schnee vom 16 - 26. Januar erhaltenen
Wasser ergiebt einen Wiirfel von 52',8 Seite; man darf
aber nach der bisherigen Erfahrung annehmen, dass die
Unstrut jahrlich mindestens zweimal einen dem vom 22. Juli
gleichen Wasscrstand erreiche, so dass sie einen Wiirfel
von 72',72 Seite ans Land abspiilt, resp. ablagert; was
beilaufig gesagt, hinreichend sein wiirdc, eine Flache von
700000 Morgen um 3 Zoll zu erhohen.
2. W a s s e r a u s z w c i C h a u s s e e g r a b e n .
Solchc und ahnliche GrHben, so wie andere zufillige
Wasserrisse, Rawinen, sind fur die grossercn Flusse die
&gentlichen Zubringer und Lieferanten der erdigen Stoffe,
die diese zur Zeit von Hochwassern mit sich fuhren; da
sie ihre Entstehung unmittelbar einem Regen selbst verdanken, so geben sic in ihrem Wesen auch ein getreues
Abbild von der Wirkung des Regens, wobei freilicli sehr
vie1 auf die Neigung ankommt, die der Wasserlauf mit
dcr Horizontalebene bildet.
Der Chausseegraben a gab am 10. Juni 1856 Wasser,
welches 5,138 Proc. Schlamm mit sich fiihrte; der Chausseegraben b an dcmselben Tage Wasser von 2,434'Proc.
Schlammgehalt ; derselbe Qrabcn hatte am 10. August
1855 Wasser von 4,119 Proc. Erde geliefert; ebenso wurde
am 25. Januar 1856, in dem aus schmelzendem Schnee
herriihrenden Wasser 0,40 Proc. Erde gefunden. Zur Zeit
liisst sich mit diesen Zahlen noch nicht rechnen, es niiissen
erst vervielfaltigte Beobachtungen vorliegen ; es muss auch
die Wassermcnge bestimmt werden, welche diese Griiben
liefern ; gleichwohl aber werdcn die hierbci gewonnenen
Ergebnisse immer nur ein mehr ortliches Intercsse darbieten.
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