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Ueber die Mineralquellen zu Tnnisstein und Heilbrunnen in Brohlthale.

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ARCHIV DER PHARWCIE.
-___
CLSXXJ. Handes drit tes Heft.
I. Physik, Cheinie, Pflanzenphysiologie und praktische Pharmacie.
Ueber die Mineralquellen zu Tonnisstein nnd
Heilbrnnnen im Brohlthale;
von
H. 13 e 11 d e r.
Einen Hauptreichthum des 13rohlthales bilden eine
hlenge Mineralquellen, welche durch die Verschiedenartigkeit ihres Qehaltes auffallen und als die namhaftestea sind zu erwiihnen: der Tonnissteiner .Brunnen, die
Tonnissteiner Stahlquelle und der Ileilbrunnen.
Das Toniiissteiner Wasser hatte schon in friihen
Zeiten einen medicinischen Ruf, so nennen schon Prof.
G i i n t h e r in Strassburg 3565 in seinem Commentar. de
balneis et aquis medicatis und T a b e r n a e m o n t a n u s 1593
diese Quelle f o i l s excellentissimus; im 17ten und 18ten
Jahrhundert erschienen verschiedene Schriften iiber dieselbe, in welchen die Heilkraft des Wassers in den verschiedensten Krankheiten angepriesen wurde; von den
neueren sind zu erwtihnen die von W a l l e r h e i m , G.
B i s c h o f , W e g e l e r u. a.
Das Tonnissteiner Wasser entquillt einem Brunnen,
der durch eine 17 Fuss hohe Kuppel, welche auf einer
Riickwand und 4 toskanischen Siiulen ruht, bedeckt wird.
Die ersten grosseren Brunnenanlagen fiihrte Kurfurst Max
Heinrich im Jahre 1666 aus. Sein Nachfolger Clemens
August errichtete das Brunnengebaude, das jetzige KurArch.d. Pharm. CLXXXI. Bde. 3. Hft.
12
R. Bender,
170
haus, die Kapelle und stellte einen Verbindungsweg mit
dem Heilbrunnen her.
Der Tonnissteiner Trinkbrusnen liegt in einer Hohe
von 395 Fuss iiber dem Spiegel der Nordsee, etwa 1 Meile
vom Rhein entfernt; er besitzt eine Temperatur von
100,2
R.
Nach der Analyse von Prof. 0. Bischof sind in
einem Civilpfunde des Wassers enthalten :
Kohlensaures Natron ........ 6,60 Gran
Kohlensaure Magnesia.. ..... 7,lO
,,
n
Kalkerde.. ..... 3 , l O
,,
Kohlensaures Eisenoxydul ... 0,46
,,
Scbwefelsaures Natron.. ..... 0,60
,,
Chlornatrium.. ............. 4,lO
,
Kieselsaure ................ 0,30 ,,
S u m m a der Bestandtheile 22,26 Gran.
100 Vol. des Wassers enthalten 163,5 Vol. freie und
halbgebundene Kohlensaure.
Der Tonnissteiner Badebrunnen liegt oberhalb dem
Trinkbrunnen in einer Hohe von 441 Fuss iiber dern
Meeresspiegel. Derselbe besitzt eine Temperatur von
80 R. und enthalt nach der Analyse von G. Biscbof in
einem Civilpfunde :
Kohlensaures Natron. . . . . . . . 6,OO Gran
Kohleneaure Magnesia.. ..... 2,70
,
.
.
.
.
.
n
Kalkerde..
3,60 ,,
Kohlensaures Eisenoxydul ,. . 0,53
Schwefelsaures Natron ...... 0,40
,,
Chlornatrium.. ............. 1 , I O
,,
Kieselsaure.. . . . . . . . . . . . . . . 0,20
,
Summa der Bestnndtheile 14,53 @an.
Der Tonniasteiner Stahlbrunnen liegt 20 Minuten
oberhalb dem Radebrunnen bei Wassenach, in einer Hohe
von 680 Fuss iiber dem Meere und besitzt eine Temperatur von 80,7 R.
Illineralqiiellen zu Tanitisstein und Heilbmmnen.
17 1
In einem Civilpfunde des U’assers sind nach G.
B i s c h o f enthalten:
Kohlensnure Magnefiia. . . . . . . . 2,60 Gran
n
Kalkerde.. . . . . . . 2,60
Kohlensaures Eisenoxydul.. . . . 3,08
Schwefelsaures Natron . . . . . . . . 0,70
Kieselsiiure.. . . . . . . . . . . . . . . . 0,30
~~Summa der Rcstandtheile 9,28 Oran.
D e r Hcilbrunnen im Brohlthale,
hieile unterhnlb
Tiinnisstein, liegt in einer mit Wald umgebenen Gebirgsschlncht, 356 Fuss iiber den1 Meere. Die Temperatur
des Heilbrunnene betragt P , 3 R. Dieser Temperaturgrad,
die niittlere Bodentemperntur nach dem Ternperaturgrsde
siisser Quellen der Umgebung zu 7,30 nngenomnien, lasst
ungefahr auf eine T i d e ihres Ursprungs von 2.30 Fuss
scliliessen.
Nach einer Analyse von G. B i s c h o f enthalten 10,000
Theile des Heilbrunner Wassers:
Kohlensaures Natron.. . . . . . . . 17,495
Kohlensaure Magnesia . . . . . . . 10,935
n
Kslkerde . . . . . . 3,744
Kohlerisaures Eisenoxydul.. .. 1,116
Schwefelsaures Nntron. . . . . . . 3,054
Chlornatrium . . . . . . . . . . . . . . . 16,695
Kiesels3ure.. . . . . . . . . . . . . . 0,678
Suninla der Bestandtheilc 53,717.
Die Summe der loslichen Bestandtheile betrfigt.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37,245
Die der unloslichen.. . . . . . . . . . . 16,475.
Die Bestiinmung des Gehalts an Kohlenskure im
€?eilbrunnen wurde von Ur. F. BIohr ausgefuhrt. Derselbe fand in 1000 Grammen 4,942 Grin. Kohlenskure, wovon 1,6732 Orm. in gebundenem und 3,2688 Grm. in
freiem Zustande sich befanden. Bercchnet man dieses
Gewicht auf Volumina bei OOR. iind 28 Zoll Barometerstand, so repriisentircn diese 3,2688 C4rni. einen Ranm
12*
172
R.Bewder, nlinerctlqaellen zit Tiinnisstei,i 21. iieilbninnen.
von 1G51,1 C.C. Es enthalt demn:tch 1 Vol. RIinera1wasser 1,6511 Vol. I(oh1cnsiiiure i n freiem und doppelt
lrohlcnsrturein Zustandc. Es ist somit das Wasser nls
init Kohlensaure vollstiindig gesiittigt anzuseheii und wird
das aus dem Wasser frei werdende Gas iiocli d a m benutzt, vor der Fiilluiig in die Kruge und Flaschen geleitet zu werden, deren 1000 in eineni Tage Lequeni gefiillt
we r den k o nnen .
Eine Priifung des IIeilbrunner llineralwassers durch
den Spectralapparat habc ich geineinsclinftlicli mit Hcrrn
Director Dr. I) r o n I< e versuclit. %u diesem Endzwecke
wurden 30 Grni. des klaren unfiltrirten IVassers in einer
Platinscliale ziir Trocknc verdunstet. l>er snlzige Ruckstand, bei 1200 getrocknet, zeigte im Spectroskop die
Linien :
h'a. a sehr stark und lang,
L i . a stark und lang,
CY. 9 scliwacli nber deutlich.
Xacli Ihfcuchten init (:lilori\~nsserstoffs~urczcigte sich
Ca -Spectrum selir intcnsiv.
Es enthielt demn:di das Ileilbrunner Wasser noch
Spuren von Litliiuim und Ciisium, welche Korper in tler
jungsten Zeit in verscliicdenen all;alisch-salinisc~ienIllineralwiissern aufgefunden wurdcn.
Die wissenschaftliche Deputation fur das Medicinalwesen in Jjerlin, \vclche von der Brunnen- und Badeverwaltung uni ein Gutachten ersucht worden, hat, nach
den mitgetheilten Analysen und nach dem Vergleich derselben niit ahnlichen RIineralwiissern, wie Carlsbad und
Jlarienbad, sicli dahin ausgesprochen, dass der Eleilbrunnen und die demselben zunhchst liegeiiden Mineralquellen
iin Brohlthale, begiinstigt durch ihre rortheilhafte Lage,
eine ganz beaondere Beriicksichtigung verdienen.
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