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Ueber die Mngel der Pharmacie.

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Zlweite Abtheilung.
Vereins - Zeitnng,
redigirt vom Directorium des Vereins.
1, IJeber die Miingel der Pharmacie;
von C. Ohme.
Bei der hohen Bedeutung des Apothekerstandes in Bezug auf
die Pflege der menschlichen Gesundheit scheint es mir wichtig zu
sein imlner und immer wieder auf d i e Mangel unseres Faches aufmerksam zu maclien, welche seiner Entwickelung hinderlich sind
und dasselbe vielleicht seinem allmaligen Verfalle entgegenfuhren
konnten.
Als eine Hauptquelle vieler wenn nicht aller Uebelstande muss
dabei die mangelhafte, einseitige Ausbildung der Junger der Pharmacie angesehen werden.
Der Apotheker-Lehrling tritt i n der Regel schon im vierzehnten oder funfzehnten Jahre in seine neue Laufbahn ein. Eine vollst.andige Gymnasia1- Bildung kann zu diesem Zeitpuncte sclten oder
nie vorausgesetzt oder verlangt werden. Von einem Ausfullcn der
vorhandenen Lucken im \%sen, wahrend der drei- oder vicrjahrigen Lehrzeit, kann wegen Mangel an Zeit und Gelegenheit selten die
Rede sein. J a in den meisten Flllen werdcn auch diese Lehrjahre
nicht einmal so zwecklnksig und eifrig zur Erlernung der Fachstudien der Pharmacie verwandt, als dieses fur die wcitere Ausbildung nothig ist, und zuletat wird dann im gunstigsten Falle durch
den Besuch einer pharmaceutischen Lehranstalt die einzige und
wirlrliche Studien-Zeit in den engen Raum von zwei Semestern
zusammengedringt. In dieser kann eelbstverstiindlich uur das
Allernothwendigste getrieben werden, obgleich es ebenso wunschenswerth und nothwendig sein mochte, dass der kunftige Apotheker neben den pharmaceutischen Fachstudien auch allgemein
bildende gemacht hatte, weil dicse auf die Stellung desselben im
socialen Leben einen wesentlichen Einfluss ausuben.
Was kann aber bei so mangel- und fehlerhafter Einrichtung
anderes geschehen, als dass im Allgemeinen das Endresultat eine
traurige Halbwisserei wird, so dass nur ausnahmsweise bei besondereni Talent und Fleiss tiichtige Miinner aus der pharmaceutischell
Schule hervorzugehen pflegen.
Die Folgen dieser Halbwisserei sind denn auch nicht ausgeblieben. Die etwaigen wissenschaftlichen Bestrebungen der Apotheker werden im Allgemeinen von der iibrigen gelehrten Welt
spottisch belachelt und schonungslos kritisirt. Die Arbeiten i n
14
Arch. d. Pharni. CXXXIII.Bds. 2.Hft.
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.
Vereimzeitung
gerichtlich- chemischer Hinsicht werden leider oft nicht mit Unrerht
als unzuverlassig hingestellt, und so glaube ich, dass wir grosse
Ursache haben befhchten zu miissen, dass in der Znkunft den1
Apotheker dergleichen Arbeiten ganzlich cntzogen werden, wenn
nicht auf die Ausbildung unseres Standes mehr Fleiss uncl Sorgfalt verwcndet werden wird.
Kine weitere Folgc dieser einseitigcn und mangelhaften Ausbildnng ist dcr untergeordnete Rang, den im Allgemeinen der Apotheker in1 Staate einzunehmen pflcgt, da der Staat sclbst seine hohere Befiihigung selten anerkennt, sondern ihn bei allen Gelegenhciten von Aerzten, Juristen und Professoren der Chemic bevormunden liisst.
Es ist bei diesem Zustande der Dinge kaum zu verwundern,
dass im Public0 vielfach die Ansicht verbreitct ist, dass, wer zu
hSheren ' Studicn nicht befiihigt sei immerhin noch zuin Apotheker
tauge, weshalb rjieh auch, in der jugend hervorragende KSpfe selten unserem Fache zuzuwendcn pflegen. Wcnn dennoch von Zcit
zu Zeit aus der pharmaceutischen Schule einzelne ausgezeichnete
Manner hervorgehen, so beweist das eben nur, dass Fleiss und
Anstrengung, trotz ungunstiger Verhlltnisse, das Talent in manchen
Fallcn ersetzen konnen.
So wenig aber e i n e Schwalbe den Sommer ausmacht, ebenso
wenig kSnnen einzelne hervorragende Miinner einen Stand hehen
und ihm eine hohere Stellung im Leben anweisen.
Wir beanspnichen fiir das Gedcilicn dcr Pharmacie als Grundbedingung eine selbststiindige Vertretung unserer Interessen, wir
werden aber diese auf dem bishcrigen Wege n i e erlangen. Niir
erst wenn durch zweckmassige Veranderungen in der Erlernung unserer Kunst und deren Hiilfswissenscliaften diese durch cine kraftigere und intclligentere Generation vertreten sein wird, kann auf
eine Abhiilfe der eben besprochenen hlLngel gehofft werden.
__-Nachtrag zu Ohm e's Aufsatz tibe?. die M&zgel der
Pharmacie, von Dr. L. F. B 1 e y.
Der Inhalt des Aufsatzes von Herrn O h m e iiber die nicht
gehiirige Vorbildung der angehenden Apotbcker und dic Mangelhaftigkeit der fachlich wissenschaftlichen Aushildung dcrsclben ist
schon oft Gegenstand offentlicher Besprechuug gewesen, aber von
Seiten der Staatsbehorden ist dem Resultate derselben, dass namlich mehr als bisher geschehen auf eine hijhere Vorbildung der
Ziiglinge der Pharmacie zu achten und deshalb passende Verordnungen zu erlassen an der Zcit sei, zu wenig. ltechnung getragcn
worden. Die Apotheker konnen nun allerdings auch ihrer Seits
hoch mehr thun als die gceigneten Vcrordnungen beantragen, nachdem sie die Nothwcndigkeit derselben, wie gar vielfach geschehen,
enviesen haben, indem sie keine Zoglinge annehmcn, welche nicht
eine vollstandige Gpnasialbildung oder doch wenigstens eine solche,
welche zum Eintritt in dic oberste Classe eines Gymnasiums befahigt, besitzen, indem sie den Lehrlingen Gelegenheit verschaffen
auch das Fortschreiten in den nothigen Zweigen der Schulbildung
nicht eu vernachlassigen und indem sic sich dem Unterrichte in
den Zweigen des pharmaceutischen Wissens mit aller Sorgfalt unterziehen, auch ihren Gehiilfen es nicht an Darbietung von Mitteln
21 1
Veveinsreitzing.
fehlen lassen, urn dicsen das Fortschreiten in wissenschaftlicher wie
praktischer Hinsicht zu erleichtcrn.
Dagegen wird es Sache der Staatsregierungen sein durch geeigncte Vcrordnungen das Maass dcr Vorbilclung der angehenden
Apotheker fcstzustellen, die Einhaltung desselben zu iiberwachen,
so wie die Art des Untcrrichts in der Lehrzeit, was recht gut bei
den Revisionen geschchcn kann, die sorgsame Priifung nach Vollendung derselben, die Wahi-nehmung der von Seiten der Apothekenbesitzer den Gehiilfen dargebotenen Gclegenheit zur praktischen wie wissenschaftlichen Fortbildung, Feststcllung der zu machcnden Studien und Anordnung umsichtiger und unnachsichtlicher
Priifung vor der Erlangung dcs Zeugiiisses zur Reife fur das Provisorat oder eigenem Etablissenient.
Die Staatsregierungen haben aber auch Sorge zu tragen fGr
zweckin&ssige Gelegenheit zur wissenschaftlichen Ausbildung der
Apotheker durch Anstellung tiichtiger Professoren, hervorgegangen
&us dcr dchulc dcr Pharmacie uiid vertraut mit allen Eigenschaften, die ein ausgezeichneter Apotheker besitzen muss, passende Ausriistung dcr vorhandenen Sammlungen, Apparate und Utensilien,
zweckdienliche Einrichtung der chemischen Laboratorien auch fiir
Pharmaceuten, Uebung in chemisch- torikologischcn Arbeiten.
Wenn Herr O h m e den1 Apothekerstande i m Allgemeinen Talentc absprechen will, so mag er das vcrantwoi-ten. Uns scheint es
nicht schwer, auch unter den Pharmaceuten aller Zeiten talentvolle
Kopfe nachwcisen zu kijnnen. Es kommt aber im Allgemeinen
nicht sowohl auf diesen Vorzug an, der nur sclten vertheilt ist,
sondern vorziiglich auf moralischc und wissenschaftliclie Tiichtigkeit, die sich bekundet durch die trcueste Pflichterfiillung. Doch
diirfte jetzt, wo man Milliarden auf das Spiel setzt um traurige
Kiirnpfe des Ehrgeizes anszufechten, wohl keiiie geeignete Zeit sein mit
Erfolg fir die Verbesserung der pharmaceutischen Studicn zu redcn.
Miige ein baldiger Friede eine dafur besser geeignetc Zcit herbeifiihren und dann die Triumphe der Sittlichkeit, der Wissenschaft
und Industrie wieder geschaut werdcn, die allein ein wiirdiges Ziel
sind f~ die Restrebung dcs Menschengeschlechts.
2. Zur Kenntniss der Pflanzenwelt,
-
Die Nutzp$amen des Mosguitolandes.
Der nordostliche Vorsprung von Mittelamerika, welcher sich
von dem 11. bis zum 16. Grade nordlicher Breitc uiid von dem 83.
bis 86. Grade westlicher Lange erstreckt fuhrt den Namen Mosq u i t o l a n d o l e r M o s q u i t o k i i s t e . Es i)st jcner Theil Amerikas,
welcher von C o l u m b u s auf seiner vierten Reise (1502) zuerst betreten wurde. Trotz dieser langen Kenntniss war jener Landstrich
doch bis in die-letzten Jalire eine Terra incognita, wozu ganz besonders der Umstand mit beigetragen haben mag, dass allgemcin
die Ansicht verbreitet war, das Klima sei der Gesundheit des Europlcrs sehr gefiihrlich. Erst in den letzten Jahren zog jener h c h t bare Landstrich die Aufiuerksamkeit der Englander, spatter aber
auch mehrerer deutschen Fiirsten auf sich. Es wurde eine besondere Commission zur Erforschung jenes Landstrich ernannt. Der
Bericht derselben erschien bei Alexander Dunker in Berlin,
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