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Ueber die Vanille.

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Ueber die Vanille.
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Phosphor in Stangen, in letzter Zeit bezogen, ergab dagegen nicht weniger als 3,51 Proc. Arsen = As. Dieser
arsenhaltige Phosphor besitzt allerdings eine weit geringere
Haltbarkeit fur die wachsahnliche, gewohnliche Modification.
Sehr bald wird derselbe weiss oder bei einigermassen Lichteinwirkung roth, so dass hese jetzt so stark auftretende
Verunreinigung diesen leichteren Wechsel ’ der Form eu veranlassen scheint.
Ueber die Vanille. *)
Die Vanillepflanze zeichnet sich vor andern Orchideen
dadurch aus, dass sie ein Schlinggewachs ist. Es giebt mehrere Arten davon, und diese sind meist in den heissen feuchten
Districten des sudlichen und mittleren Amerika einheimisch;
doch kommen deren auch im tropischen Asien und Afrika vor.
Die Stengel klimmen zu einer Hohe von zwanzig bis dreissig
Fuss empor) indem sie dabei die Stamme der Baume rund
umschlingen, und eine Menge Luftwurzeln treiben, von denen
einige bis auf den Boden gelangen, wahrend andere in der
Luft bleiben. Die Bliitter sind dick und fleischig, und ebenso
die griinlich- weissen Bliithen. Der wichtigste Theil der
Yflanze ist jedoch die Schote, welche von einigen Species in
den Handel gelangt und das wohlbekannte ausserst duftende
Gewiirz reprasentirt. Ueber die dasselbe producirenden Species
herrscht noch einige UngewisHheit: doch scheint es, dass
V a n i l l a p l a n i f o l i a und V. a r o m a t i c a die wichtigsten
sind, obgleich auch V, g u i a n e n s i s , V. p a l m a r u m und V.
p om p o n a etwas liefern.
Ein grosser Theil der kauflichen Waare kommt aus
Mexiko und Venezuela, namentlich aber aus Vera Cruz, von
wo der Werth der jahrlichen Ausfuhr zu Humboldt’s Zeiten
40,000 Dol. betrug. Die Cultur der Vanille wird hauptsachlich zu Misantla, 24 Leguas nordwestlich von Vera Crua
*) Bus dem Phsrm. Journ. und Transact., Juli 1874, p. 24.
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Ueber die Vanille.
betrieben; sie ist ausserst leicht und einfach, denn es bedarf
dazu keiner vorhergehenden Beackerung des Bodens. Man
braucht nur Zweige der Pflanze kurz vor dem Eintritt der
Regenzeit an dem Fume einee Baumes in die Erde zu stecken,
und wird sehen, dass sie bald au demselben hinaufranken.
Einmal im Jahre reinigt man die Pflanzungen von Unkraut etc.,
und schon im dritten Jahre liefern sie Friichte.
Die Pflanzer unterscheiden fiinf Varietaten der Vanille.
Eine heisst Vanille de cochon, weil sie wahrend des Trocknens einen unangenehmen Geruch verbreitet. Die Erndte
beginnt im December, wenn die Frucht gelblichgriin wird.
Die Zubereitung fur den Handel geschieht auf zweierlei Weise.
Nach der einen lasst man die Schoten so lange trocknen, bie
sie ihre griine Farbe verlieren. Mit wollenen Decken iiberzogene Strohmatten werden auf dem Boden auagebreitet, und
wenn diese gehorig durchwarmt sind, so vertheilt man die
Friichte auf denselben 2nd setzt sie der Sonne aus. Nach
einiger Zeit werden sie in Decken eingehullt, in Kasten gelegt, diese mit Tiichern bedeckt, und dann abermals an die
offene Luft gebracht. Binnen ohngefahr zwolf Stunden sollen
die Friichte eine kaffeebraune Farbe annehmen , widrigenfalls
der Process wiederholt werden muss. Nach wahrend zweier
Monate fortgesetztem taglichem derartigem Behandeln werden
die Schoten in Biindel von 50 Stuck gebunden und in Blechkisten verpackt. Yan unterscheidet funf Qualitaten ; die beste
heisst p r i m i e r a , ihre Schoten haben 24 Centimeter Lange.
Die zweite, kiirzer und zwei davon gleich einer der ersten
gerechnet, heisst c h i c a p r i m a ; die dritte, s a c a t e , und
die vierte, v e s a c a t e, sind noch kleiner, und erst vier davon
entsprechen einer der ersten. Die funfte endlich , b a s u r a ,
jst sehr klein, unrein, und bildet selbst Bruchstiicke.
Die andere Zubereitungsart fur den Handel ist folgende.
Ohngefahr 12,000 Schoten werden an ihrem unteren Ende, dem
Stiele moglichst nahe aneinander gereihet, das Ganze auf
einen Augenblick in kochendes Wasser gataucht, dann an die
Luft gehilngt und der Sonne einige Stunden lang ausgesetzt.
Einige wickeln es in wollene Tiicher, urn ein 8chwitzen her-
Ueber die Vanille.
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vorzurufen. Am folgenden Tage bestreicht man die Schoten
vermittelst einer Feder oder der Finger dunn mit Oel, und
wickelt sie in geoltes Baumwollenzeug, um ein Aufspringen
der Schoten zu verhiiten; durch dime Behandlung werden die
Schoten braun, runzelig, weich und schrumpfen zu einem Viertel ihrer urspriinglichen Grosse zusammen. Zuletzt bestreicht
man sie noch einmal, aber nur sehr wenig, rnit Oel.
Merkwiirdigerweise giebt man sich in Westindien mit
der Cultur der Vanille, wo sie auf gar keine Schwierigkeiten
stossen wiirde, nur wenig ab. Aber selbst in Carracas und
Guiana, wo die Pflanze reichlich wild wachst, wird sie fast
ganz vernachlassigt. Dagegen schenkt man ihr auf der Insel
Bourbon grosse Aufmerksamkeit, und zwar mit solchem Erfolge,
dass z. B. im Jahre 1871 171/8Tonnen ( B 20 Centner) von
RQunion exportirt werden konnten. Bei Liittich hat man
einen kleinen Versuch gemacht, der per Jahr nur 600 Frcs.
abwarf. In Paris erreichte eine Vanillepflanze im Jahre 1840
eine Hohe von drei Ellen und trug 117 Schoten, welche
binnen zwolf Monaten reif wurden. In England zieht man
die Pflanze seit 1759, und in den Gewachshausern des Gartens zu Kew kann man schone Bxemplare sehen. Die Herren
Ewing und C. Bennett ziehen Vanille mit Erfolg zu Osberton,
und der Letztere hatte ein Exemplar, an welchem sich gleichzeitig 300 reife Schoten befanden. Nach seiner Erfahrung
sagt eine Temperatur von loo bis 21° C. der Vanillepflanze
am besten zu. Er fand sich genothigt, die Befruchtung kiinstlich zu bewerkstelligen, da die Narbe durch die Zwischenstellung eines gewissen Organs, welches den Namen r e t i n a c u l u m fiihrt, verhindert war, den Pollen von der eigenen
Bluthe zu empfangen.
Da die in England gezogenen Vanilleschoten sich durch
ausserst feines Aroma auszeichnen, so wiire es wohl maglich
hier einen Industriezweig darauf zu griinden. In dieses Land
kommen jahrlich 5 bis 6 Centner Vanille, deren Preis aber
bedeutenden Schwankungen nnterliegt, denn das Pfund ist
sahon suf 125 Schillinge (it 1/3 Thaler) gestiegen, aber auch
schon auf 26 herabgesunken.
446 Hillebrand u. Norton, Ueber metdische8 Cerium, Lanthan u. Didyni.
Der hauptsachlichste Gebrauch der Vanille beschrankt
sich auf das Aromatisiren nnd Wiirzen, namentlich der Chokolade. 1 Schote reicht fur llh Pfund gezuckerte Chokolade hin. Die Verwendung in der Heilkunde ist unbedeutend. In Peru wendet man eine Fliissigkeit an, welche
V a n i l l e - B a l s a m genannt wird, und aus den offenen, vollig reifen Schoten quillt. Dass die Schoten sich mit der Zeit
mit einem weissen krystallinischen Anfluge uberziehen , ist
bekannt.
Die Chica- Vanille von Panama kommt von einer andern
Orchidee, einer Art der Gattung S o b r a l i a . Der ausgepresste Saft der V. c l a v i c u l a t a , welche in den waldigen
Bergen Westindiens wachst, wird zur Heilung frischer Wunden angewandt, heisst daher bei den Franzosen auf St. Domingo Wundliane ( L i a n e B b l e s s u r e s ) . In Yucatan
wachst eine Art, die dort z i z p i c heisst und ein grosser
Schmuck der dortigen cen o t e s oder unterirdischen Wasserhohlen ist. Diese merkwurdigen Hohlen befinden sich oft
ganz und gar unter der Erde, und daher naturlich vegetationslos; haufig jedoch sind sie an der Spitze mehr oder
weniger offen, und da entwickelt sich dann ein iiberraschend
schones und iippiges Pflanzenleben, worunter nebst Farnen
auch jene Vanille, deren Schoten zuweilen auf dem Markte
zu Valladolid feil geboten werden.
W.
Ueber metallischas Cerium, Lanthan and Didym.
Von H i l l e b r a n d und N o r t o n . * )
Da von diesen drei Metallen bisher kaum mehr als ihre
Existenz bekannt war, so haben sich die Verfasser ein Verdienst dadurch erworben, dass sie die ihnen im Heidelberger
Laboratorium dargebotene Gelegenheit zur Darstellung derselben und Ermittlung ihrer Eigenschaften benutzten. Die
Darstellung geschah mit Hulfe des electrischen Stromee nach
*) Poggend. A n d . der Phpsik u. Chemie. CLVI. 466. Auszug.
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