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Ueber die vermeintliche Unfhigkeit des Kali zur Ultramarinbildung.

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144 Ueber die vermeintliche Unfahigkeit des Kali
zur Ultramsrinbildung.
Das Schwefelnatrium besitzt, wie bekannt, eine dunkel
fleischrothe Farbe, die dem Blau complementiir, daher im
Stande ist, letzteres auszuloschen. Ob es im weissen Ultramarin chemisch mit dem Schwefelaluminium verbunden ist
oder nicht, Iasst sich vor dcr Hand noch nicht mit Sichcrheit entscheiden. F u r die optische Wirkung ist es nicht yon
wesentlichem Einflusse.
D e r g r u n e U l t r a m a r i n entsteht in jedem Falle au8
dem weissen dadurch , dass das Nntriumsalfuret in Bisulfuret
ubergeht, wodurch die Verbindung (bez. die ausloschende
Wirkung) aufgehoben und durch Mischung von Blau und
Gelb eine griine Farbe erzeugt wird (zugleich Grund, wesshalb in rein blauem Ultramarin dieRe Vcrbindung nicht vorkommen kann).
Ueber die vermcintliche Unfihigkeit des K d i znr
Ultramarinbildang.
Von D e m s e l b c n .
(Sepsrstabdruck aus dem Journal fur practische Chemie. Jahrg. 1871.
Bd. 3. Heft 3. S. 137.) *)
C. G. G m e l i n erwahnt zuerst, dass es ihm nicht gelungen sei, Ultramarin zu erhalten, wenn er statt Natron Kali
zur Darstellung verwendete. Ili t t er hat spater die Angabe
G m e 1i n ' s bestatigt. Fur diesc somit ausser Zweifel gestellte
Thatsache wiirden sich auf Grund des S. 133 ff. von mir uber
die Constitution des Ultramarins hlitgetheilten mehre Erklarungen a priori geben lassen, ich hebe es jedoch vorgezogen,
durch Versuch die richtige zu finden.
Zuerst wurde aus 1 Th. Yeissner Thon mit 1,4 Thl.
kohlensaurem Kali (als dem Aequivalent fur die gewohnlich
angewandte Natronmenge) eine Fritte bereitet. Dieselbe war
milchweiss und stimmte im Aeussern mit der Natronfritte
iiberein ; liess also voraussetzen, dass ihr optisches Verhalten
das Entstehen der blauen Farbe nicht verhindern werde.
*) Vom Herrn Verfasser erhdten, Dresd. d. 15. Sept. 1871.
H.I;.
Ueher die vermeintliche Unfihigkeit des Kali zur Ultmmarinbildung.
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Es kam nun darauf a n , ZII untersuchen , ob das Schwefelkalium unter den gleichen Bedingungen , wie das Schwefelnatrium , im Stande eei , aus der Thonerde Schwefelaluminium zu bilden. Zu dem Ende wurde 1 Th. eiaenfreie Thonerde mit 6 Th. eiscnfreien, kohlensaurcn Kali und eben so
vie1 Schwefel, uber Kohlenfeuer SOWOMals iiber dem Gasgebliisc erhitzt. Dic orangefarbige Fritte wurde mit w a m e m
Wasser aufgcweicht, auf ein Filter gebracht und der blaugriine Ruckstand kalt ausgewaschen, bis das Wasser nicht
mehr alkalisch reagirte. Ein Theil desselben wurde dann im
Vacuum getrocknot, ein anderer Theil mit Waseer iibergossen
und in dem verstopften Trichter stehen gelassen. Nach
1 2 Stunden war dcr erstere an der am schnellsten getrockneten Oberflache noch griinlich gefarbt, im Innern farbloe.
Der letztere war gleichfdle farbloe, und ein iiber den Trichter
gelegtes, rnit Bleilosung betupftes Papier Less erkennen, dam
Hich Schwefelwasserstoff ‘entwickelt hatte. Dieser Versuch
wurde mehrmals, u. A. auch mit Anwendung von oxaleaurem
Kali anstatt des kohlensauren (um Eisen sicherer auszuschlicssen), rnit gleichem Erfolge wiederholt. Die beobachtete
Farbc NUSR demnach derselben Ursache , welche bei Anwendung von Natron wirksam ist, nemlich der Bildung von
Schwefelaluminium zngeschrieben werden.
Der folgende Versuch l h s t dariiber keinen Zweifel iibrig.
In einer Porcellanrohre wurden zwei Scbiffchen von Porcellan
auf Kohlenunterlage, wovon das eine mit der oben erwahnten
milchweissen Kalifritte, das andere rnit eincr ebenso bescbaffencn Natronfritte gefull+.war, bis zur hellen Rothglulh zwei
Stunden lang im Schwefelkohlenstoffdampfe erhitzt und zuletzt
bei Abschluss der Luft erkalten gelassen. Nach Beendigung
des Vcrsuchs zeigten beide Proben ein sehr ahnliches AuRsehen, sie waren sehr stark zusammengebacken, durch und
durch schwarz , ausserlich glanzend und rnit abgelagerteni
Kohlenstoff bedeckt. So ahnlich indessen ihr Aussehen, 80
verschieden war ihr Verhalten gegen Wasser. Die Natronfritte farbte letzteres weder kalt noch beim Erwarmen, wobei
nur Spuren von Schwefelwasserstoff entwickelt wurden. Die
Arcb. d. Pharm. CXOVIII. Bda. 2. RR.
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146 Uebtr die vermeintliche Unfahigkeit des Kali zur Ultramarinbildung.
Kalifritte dagegen farbte das Wasser schnell gelb und entwickelte beim Erwarmen lebhaft Schwefelwassemtoff. Es
war also Schwefelaluminium und zwar in solcher Yenge
gebildet worden, dass es die Masse schwarz farbte. Sie
erweichtc dabei schneller und vollstandiger als die Natronfritte und hinterliess endlich einen stellenweise farblosen , in
der Hauptmasse aber schmutzig grunlichen Ruckstand, wahrend die Katronfritte ihre urspriingliche Farbe unverandert
behiel t.
Dieser Versuch beweist nicht bloss, dass dss Ksli sich
gegenuber der Thonerde dem Natron gleich verhalt, er zeigt
aueh, was fur den vorliegenden Fall noch vie1 wichtiger id,
dass das Kalithonerdcsilikat vom Wasser stark angegrxen
wird und darum nicht fiihig ist, das von ihm eingeschlossene
Schwefelaluminium vor der Zersetzung zu schutzen. Da er
indessen nicht unter den Lei der Ultramarinbereitung obwaltenden Umstiinden angestellt war, so wurde auch noch 1 Th.
Meissner Thon mit 2 Th. Schwefelkalium innig gemengt und,
wie ein gewohnlicher Ultramarinsatz erhitzt. Die an einzelnen Stellen deutlich grun gefarbte Pritte wurde zur Halfte
mit Wasser, aur Halfte mit Weingeist von 80 p.C. warm ausgewaschen. Von ersterer verblieb ein schon im feuchten
Znstande ungefdrbter diickRtand ; der von der zweiten Halfte
war feucht blaugrun , verlor jedoch seine Farbe beim Trocknen in massiger Warme. Der Weingeist war aus dem
Grunde angewendet worden, .weil er das 8chwefelalurninium
weniger rasch zersetzt uud es auf dime Weise mijglich
wurde zu constatiren, ob Ultramarin sich uberhaupt geblldet
hatte.
Das Verhalten des Kalithonerdesilikates im vorliegenden
Falle Rtimmt mit den Erfahrungcn iiberein, welche uber die
Hygroskopicitiit des Kaliwasserglases , sowie kalireider GI&
ser uberhaupt bekannt sind und es erklkrt sich daraus das
abweichmde Verhalten des Kali bei der U1tramarinbreitung
auf eine einfache Weise.
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