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Ueber die Zusammensetzung der Excremente von gyptischen Fledermusen.

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138 Ueber d. Zusammensetzung d. Excremente v. agypt. Fledermausen.
Die antiseptischen Eigenschaften dee Glycerins werden
ohne Zweifel solche Gallerten vollig unveranderlich machen,
wahrend dessen Unfahigkeit zu trocknen ihnen ihre saftige
Consistenz bewahrt. Diesen Gemengen kann jeder mogliche
Gcschmack ertheilt werden.
Eine diinne Losung von Leim in Glycerin kenn zur Tanninbestimmung dienen und lange Zeit unverandert aufbewahrt
werden.
Ueber dic Zusammensetzung der Excrcmcnte von
Sgyptischen FledermEuscn.
Von 0. Popp.*)
Wenn Aegypten durch seine subtrope Hitzc, durch die
bestandigc Klerheit seines nachtlichen Himluels zum Aufenthalt von Fledermausen sehr geeignet ist, so sind cbenso die
vielen unterirdischen Gewolbe, friiher Todtcngriiftc , und die
jetzt zu Ruinen zerfallenen Tempel, welche man hiiufig an
den Ufern des Nils antrifft, gesuchte Zufluchtsstiitten dieser
Thiere.
Aegypten ist sehr rcich an Beprasentanten diescr eigenthumlichen Familie, SO dass schon G e o f f r o y - Sa i n t - H i 1a i r e acht verschiedene Genus davon aufgestellt hat.
Die Excremente dieser FIedermause , welche ich Gelegenheit hatte zu untersuchen, waren in einer Hohle gefunden,
welche von dicsen Thieren besucht wurde und wo sie sich
stalaktitenartig angehauft hatten. Sie bildeten schwach gedrehte, hockerige, stellenweise oavernose Stiicken, von schwach
wachsgelber Farbe und ausgesprochen krystallinischer struttur. Die Substanz war leicht und fast vollstandig in Wasser
loslich, ebenso loste sie sich zum grossten Theil in Alkohol;
die wasserige Losung besass einen schwach bitteren und kiihlenden Geschmack und reagirte deutlich sauer. Die eaure
*) Bls Separatabdruck aus d. Annalen d. Chemie u. Pharm. vomHm.
Verf. erhalten.
E. L.
Ueber d. Zusarrrmensetzung d. Excromentc v. agypt. Fledermausen. 139
Reaction der frisch bereiteten Losung ging nach einigen Tagen
in eine alkalische iiber , eine deutliche Ammoniakbildung war
wahrnehmbar und es schieden sich spater schleimige Sedimente aus. Die frisch bereitete Losung, mit Magnesiamilch
gekocht, entwickelte kein Ammoniak; bei anhaltendem Kochen
mit Aetzalkalien trat starke Ammoniakentwickelung auf,
wclche durch Einwirkung des Alkali’s auf die Substanz erzeugt
sein musste. Die nicht zu verdiinnte Losung der Substanz
wurde von Salpetersaure, Oxalsaure und einer Lijsung von
salpetersaurem Quecksilberoxyd gefallt. Bei massigem Erhitzen der trockenen Substanz auf Platinblech schmolz dieselbe , briiunte sich unter Ammoniakentwickelung und hinterliess einen geringen unverbrennlichen geschmolzenen Ruckstand, der sich als ein Natronsalz erwies.
Die Stickstofiestimmung ergab als Mittel mehrer Analysen einen Gehalt von 37,2 pC. N. Dieser hohe Stickstoffgehalt,
sowie das Gesammtverhalten der Substanz zu Reagentien liess
dieselbe als f a s t r e i n e n H a r n s t o f f ansehen. Die nahere
Untersuchung der Excremente habe ich im Laboratorium des
Herrn Prof. W o h 1e r ausgefiihrt und hat dieselbe zu folgenden Resultaten gefiihrt:
Die Isoliiung des Harnstoffs geschah durch fractionirtes
Behandeln der Substanz mit absolutem Alkohol in der Wiirme,
wodurch derselbe leicht und vollstandig gelost, und beim Erkalten der Losung, theils bei weiterem Abdampfen der alkoholischen Liisung uber Schwefelsiiure erhalten wurde. Der
in Alkohol nicht geloste Theil bestand fast nur aus p h o s p h o r s a u r e m N a t r o n , gemengt mit e t w a s K r e a t i n
u n d H a r n s i i u r e . Die wasserige Losung dieses in Alkohol
iinloslichen Ruckstandes gab bei langsamem Verdampfen uber
Schwefelsaure das K r e a t i n in deutlichen Prismen, die facherartig mit einander verbunden waren, scharf getrennt von den
rhombischen Krystallen dcs phosphorsauren Natrons. Letztereg war nur gemengt mit etwas Harnsaure, welche zur Bildung von saurem phosphorsauren Natron Veranlassung gab
und 60 die Ursache der sauren Reaction der frisch bereiteten
Losung der Excremente war.
140 Ueber d. Zuaammeneetcung d. Exeremente v. iigypt. Fledermausen.
Die quantitative Bestimmung der einzelnen Bestandtheile
geschah folgendermaassen: Die Bestimmung des Harnstoffs
geschah nach der Liebig’schen Methode durch Fallen rnit
salpetersaurer Quecksilberoxydlosug , nachdem vorher die
Phosphorsaure mit Barytmischung eliminirt worden. Das Mittel mehrer Bestimmungen ergab den Gehalt an Harnstoff zu
77,8 pC. Das Kreatin wurde in concentrirter alkoholischer
Losung mit einer ebenfalls alkoholischen Losung von C h 1o r a i n k gefallt und das Kreatinchlorzink bei looo getrocknet.
1 Grm. der Substanz gab 0,0385 Grm. Kreatinchlorzink, entsprechend 0,0255 Grm. Kreatin = 2,55 pC. Die Harnsaurebestimmung geschah in der Weise, dass man die wasserige
Losung in iikerschiissige verdiinnte Salzsaure fallen liess,
wobei sich die Harnsaure nach liingerem Stehen krystallinisch
ausschied, welche d a m bei looo getrocknet wurde. 1 Grm.
der Substanz gab 0,0125 Grm. Harnsaure = 1,25 pC.
Die Bestimmung der Phosphorsaure wurde als phosphorsame Ammoniak Magnesia ausgefuhrt. 0,615 Grm. Substanz
gaben gegliiht 0,0755 Grm. pgrophosphorsaures h’atron. Dasselbe gelost und mit Magnesiamixtur gefallt gab 0,0655 Grm.
pyrophosphorsaure Magnesia = 0,0419 Grm. Phosphorsaure
e= 6,81 pC. PO4 und 0,0345 Grm. Natron= 5,61 pC. Beide
wiirden rnit 1 Aeq. Wasser 13,45 pC. phosphorsaures Natron
= 2 NaO,HO,PO5 constituiren.
Bei 1000getrocknet, verlor die SubstanzWasser. 0,642Grm.
ergaben einen Gewichtsverlust beim Trocknen im Luftbade von
0,0235 Grm. = 3,66 pC. Wasser.
Bei dem Behandeln der Substanz mit Wasser blieb qin
ganz geringer Riickstand, der ausser etwas mechanisch beigemengter Heselsaure (Sand) noch Spuren einer organischen
Materie beigemengt enthielt, deren Natur ich nicht rnit Entsohiedenbeit habe nachweisen konnen., die ihrem Verhalten
zu Salpetersaure nach aber als X a n t h i n betrachtet werden
kann. Dieselbe loste sich beim Erwarmen in Salpetersaure
ohne Gasentwickelung; diese Losung hinterliess beim vorsichtigen Verdunsten einen gelben Ruckstand, der sich nicht in
Wasser, wohl aber in Aetzkali rnit rothgelber Farbe loste,
-
Ueber d. Zusammensetzung d. Excremente v. iigypt. Fledermiiusen. 141
dagegen bei Behandlung mit Ammoniak nicht purpurroth
wurde. Diese Reactionen charakterisiren diese in Wasser
nnlosliche Materie als Xanthin ; leider erlaubte die geringe
Menge es nicht, dasselbe weiter zu constatiren. 2 Grm. der
Substanz gaben 0,0115 Grm. bei 1000 getrockneten unloslichen Ruckstand = 0,575 pC.
Aus diesen Daten ergiebt sich die procentische Zusammensetzung der Excremente ale folgende:
77,80 pC.
Harnstoff
Harnsaure
1,25
Kreatin
2,55
Phosphorsaures Natron (2NaO,HO, PO5)13,45 ,,
Wasser bei looo eliminirbar
3966 2)
In Wasser unloslicher Ruckstand
0,575 9,
))
99,285
,,
Wie schon im Eingange der Abhandlung erwiihnt, ,en&
hielt die Substanz kein Ammoniak praformirt, und miissen die
Spuren, die bei der Destillation mit aikalisch gemachtem Wasser erhalten wurden , als Zersetzungsproduct des Harnstoffs
betrachtet werden. Dass das Kreatin wirklich als solches
und nicht als Kreatinin in den Excrementen enthalten war,
dafur spricht die angegebene ganz charakteristische Krystallform desselben und seine Unloslichkeit in Alkohol.
Durch die Zusammensetzung ihrer Excretionen, besonders
durch den hohen Gehalt derselben an Harnstoff, schliesst siah
die Familie der Fledermause den hoheren Saugethieren eng
an, und wird dadurch ihre systematische Verwandtschaft
chemisch bestiitigt. *)
Laboratorium G o t t i n g e n , den 1. Juli 1870.
-
*) Dieee Fledermaus Excremente kommen jetst schon als Diinger in
dem Handel vor.
F. W.
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