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Ueber die Zusammensetzung des Milchzuckers und sein Verhalten gegen Kupferoxyd.

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7~sa~nnaenset.ztrng
dee Alilchnrckers etc.
319
Ileber die Znsammeusetzung des Milchmekers nnd
sein Verbalten gegen Hiipferoxyd.
G. S t a d e l c r und W. K r a u s c liaben den Milchzucker, da Grund vorhanden sei an der Richtigkeit der
bishcr angenommenen Formel desselbcn zit eweifelh, einer
ncuen Analysc nnterworfen.
Kauflicher Milchzucker wurde dnrch mehrmnliges
Unikrystallisiren aus wiisserigcr Losung gereinigt, und
sowohl die lufttrockncn, wie die iiber Clilorcalciuin getrockneteri Krystalle annlysirt. Die hierbei crhaltenen
Resultate (I. u. 11.) stiminen zwar niit denen der Analyse
von L i e bi g sehr genau iiberein, indessen reinigten
S t i i d e l e r imd K r a n a e den Milchzucker noch weiter,
indem sie ihn einige Male aus der concentrirten, wasserigen Losung mit Weingeist fkllten. Er wurde dadurch
von einer kleinen Menge milchsauren Kalkes, der ihm
hartniickig anhing, befreit, und gab in der Analyse 111.
folgendes Resultat:
I.
11. Liebig. 111.
1 = 6 40,OO
6,65 A,?4
6,70 1 = 1
6,67
0 53.71 55.55 53.76 53;23 1 = 8 5335
1o0,oo.
1uu,uo 1o0,oo 100,w 100,uo
C 3!),58 39,80 39,50 40,07
H
A,?3
Der lufttrockne Milchzucker verandert sein Gewiclit
weder uber Chlorcalciuni nocli bci 1000. Gegen 1300
entweicht Wasser; zwischen 140 - 1500 sintern die zerriebenen Krystalle etwas znsammen, ohne sich zu fiirben.
Bei etwa 1600 bcginnt die Zersetzung; der Zucker braunt
sich und entwickelt eincn karamelartigen Geruch. Die
Resultate der Analysen fuhren zu der Formel C12H1101';
wie folgt:
I.
11.
C 44,05 41,97
H H,49
0
6,119
51,44
111.
41,83
6,44
51,?:3
51,46
100,oo 100,oo 100,oo
12 = 72
11
11
42,11
= 11 6,4d
= 88 51,46
111 10n,oo.
Zur Austreibung des Wassers ist ein anhaltendes
Erhitzen erforderlich ; am raschesten entweicht es zwischen 140- 1450. Man fand den Verlust bei 4 Hestimmdngen
4,W 4,96 5,07 5,3
oder im Mittel = 5,08 Proc. Demnach wird die Znsammensetzung des krystallisirten Milchznckers durch
die Formel
Cl2HllO11
aq.
+
320
Zusammensetzung des
Milchzuckers etc.
ausgedriickt, welche einen Verlust von 5 Proc. Wasser
fordert.
An feuchter Luft nimmt der entwiisserte Milchzucker
langsam sein Krystallisationswasser wieder auf ; ubergiesst
mnn ihn mit Wasser, so verwandelt er sich augenblicklich in eine feste Masse.
Diesen Thatsachen zufolge ist also der wasserfreie
Milchzucker isomer dem Kohrzucker, und im krystallisirten Zustande isomer dem wasserfreien Traiibewucker.
Da sich Rohrzucker und Traubenzucker init Kochsalz zu
krystallinischen Verbindungen vereinigen, so haben S t iid el e r und K r a us e versucht, eine entsprechende Verbindung des Milckzuckers hervorzubringen. Sie losten
Milclizucker und Kochsalz in dem Aequivalentverhaltniss
2 : 1 in siedendem Wasser und liessen die Losung freiwillig verdunsten. Die zuerst anschiessenden Krystalle
crwiesen sich als reiner Milchzucker, die fol enden Krystallisationen bestanden vorwiegend aus Kocghsalz. Eine
Verbindung erliielt man nicht. Der Milchzucker reducirt belcanntlich das Iiupferoxyd in alkalischer Losung
beim Erhitzen init gleicher Leichtigkeit zu Oxydul, wie
der Traubenzncker, und man benutzt diese Reaction, um
den Milchzucker quantitativ zu bestimmen. Als Yrobefliissigkeiten sind Losungen von Kupfervitriol, Weinstein
und Kali in verschiedenen Verhaltniesen vorgeschlagen
worden, die aber siimmtlich zu fehlerhaften Bestimmunmen fuhren konnen.
S t a d e l e r und K r a u s e haben
9
sich nun damit beschaftigt, die giinstigsten Verhaltnisse
auszumitteln, bei wekchen vollstiindig Zersetzung erfolgt,
und die Fehler kennen zu lernen, welche bei Abweichung von dein gefundenen Verhaltnisse entstehen konnen.
1) Eine frisch bereitete Losung von Weinsaure rediicirt bei Siedehitze nicht das Kupferoxyd in alkalischer
Losung. Eine Weinsiiurelosung, die liin ere Zeit aufbewahrt worden ist, veranlasst dagegen Re uction. J e verdiinnter sie ist, um so rascher erfolgt die Zersetzung.
2) Urn das Kupferoxyd in Kali loslich zu niachen,
ist auf 2 Aeq. des Oxydes 1 Aeq. Weinsiiure (2110,
C8 H4 010) erforderlich. Wird eine solche Losung mit
iiberschiissigem Kali gekocht, so scheidet sich schwarzes
Oxyd ab. Erst wenn auf 2 Aeq. Kupferoxyd 3 Ae .
Weinsgure vorhanden sind, bleibt die Losung bei anha tendem Kochen klar. Anderen Tages aber findet man
in der Itegel einen Absatz von lebhaft rothern Kupfer-
i
4
32 1
Zwammensetzung des -4Mchauckers etc.
oxydul, dessen Bildung einer Zersetzung der Weinsaure
durch Kali zuzuschreiben ist.
3) Wird eine Losung von 2 Aeq. Kupferox d und
3 Aeq. Weinsaure mit 8 Aeq. Kali vernlischt (a so alle
Siiure an Kali gebunden), so erhalt man eine neutrale
Fliissigkeit, die bei Siedhitze weder fiir sich noch auf
Zusatz von Milchzucker getriibt wird.
4) Enthslt die mit Zucker verrnischte Losting auf
1 Aecl. Kupferoxyd I Aeq. freies Kali, so erfolgt bei
etwa 600 Triibung, und entsteht allmalig ein gelblicher
Niederschlag, der nach liingerem Kochen schmutzi orangefarben wird. Enthalt die Losung auf 8 Aeq. kupferoxyd 1 Aeq. Milchzucker, so wird nach dem Kochen ein
kupferhaltiges Filtrat erlialten; sind auf 1 Aeq. Milchzucker 7 Aeq. Kupferoxyd vorhanden, so ist das Filtrat
gelblich und enthalt unzersetzten Zucker. In beiden Fallen verschwindet die alkalische Reaction der Fliissigkeit nicht.
5) Eine Losung, welche auf 1 Aeq. Kupferoxyd 2
Aeq. freies Kali enthiilt, verhalt sich ganz iihnlich; enthalt sie dagegen 3 Aeq. freies Kali, so entsteht beim
Kochen sogleich ein schon rother, echwerer Niederschlag,
der sich leicht absetzt.
6) Bei diesem Verhaltnisse ist zur Reduction von
7 Aeq. Kupferoxyd genau 1 Aeq. Milchzucker erforderlicli. Verdoppelt man die Menge des Kalis, so ist keine
erhebliche Abweichung zu bemerken.
7) Eine Losung, welche neben Kupferoxyd nur Milchzucker enthalt, wird durch Kali nur dann bleibend klar,
wenn auf .5 Aeq. Kupferoxyd 2 Aeq. Milchxucker vorhanden sind. Die Losung setzt bei tagelangem Stehen
kein Kupferoxydul ab, beirn Erhitzen dagegen erfolgt
sogleich Reduction.
Aus S t a d e l e r ’ s und K r a u s e ’ s Versuchen geht
also hervor, dass zur Reduction von IS Aeq. Kupferoxyd
2 Aeq Milchzucker erforderlich sind; dass dieses Verhiiltniss aber nur dann zutrifft, wenn die Losung auf
1 heq. Kupferoxyd mindestens 3 Aeq. frcies Kali enthalt. Nur in- diesem Falle wird reines Kupferoxyd gebildet, und die aus dem Zucker entstehenden Prodiicte
sind nicht im Stande das Kali zu sattigcn, selbst wenn
seine Menge dern Kupferoxyd iiquivalent ist. Nach Versuch 6. und 7. scheint das Aequivalent des Milchzuckers
doppelt so gross zu sein, wie S t l d e l e r und K r a u s e
oben angenommen haben.
Arch. d. Pharm. CXXXIII. Bds.3.Hft.
21
-r
322
Zusammensetzung des M~lchuckersetc.
Die Probeflussigkeit wird bereitet, indem 10 Grm.
reiner Kupferdraht in etwa 50 CC. conc. Salzsaure und
etwas Salpetersaure in einem Kolben aufgelost und gekocht wird, bis keine rothen Diimpfe mehr entweichen.
Ueberschiissige Saure wird durch vorsichtigen Zusatz
von Kali entfernt und die erkaltete Losung auf 1000
Cub.-Centim. erwarmt.
10 Cub.-Centim. der Losiing enthalten 0,l Grm.
metallisches Kupfer oder 0,1252 Grm. Kupferoxyd.
Die Weinsaurelosung enthalt in 40 Cub. - Centim.
15 Grm. Weinsaure. Die Kalilosung in 1000 Cub.-Centim.
1.50 Grm. kaufliches Kalihydrat, das aber nicht mehr
als etwa 10 Proc. durch Schmelzen abscheidbares Wasser enthalten darf.
Diese Losungen bewahrt man in cylindrischen GefAssen mit durchbohrten Propfen auf, durch welche Pipetten, die mit einer Marke versehen, gesteckt sind. Die
Pipetten mussen 10 Cub. - Centim. Kupferlosung, 10 Cub.Centim. Kali und 2 Cub. -Centim. Weinsaure ausfliessen
lassen.
Vor jedem Versuche werden die 3 Flussigkeiten in
dem angegebenen Verhiiltnisse vermischt, wobei man die
Weinsaure auf das Kupfer folgen lasst. Triibte sich die
mit einem gleiclien Volum Wasser verdunnte Mischung
nicht beim Kochen, so wird ohne Weiteres die zu priifende Zuckerlosung hinzugesetzt j im anderen Falle muss
vorher die Weinsaurelosung erneuert werden.
Bei dem angegebenen Verhiiltnisse sind zur Reduction des Kupferoxydes 0,081 1 arm. Milchzucker (Clz
H 11 011 aq.) erforderlich. Zahlreiche vergleichende
Versuche haben sehr gute ubereinstimmende Resultate
gegeben, wenn die zu priifende Zuckerlosung sogleich in
dein annahernd richtigen Verhaltnisse (dass sich in wenigen Minuten, durch einen vorlaufigen Versuch ausmitteln
hsst) zugesetzt wurde.
Urn Milch auf ihren Zuckergehalt zu prtifen, erhitzt
man 20 Grm. in einer Porcellanschale, coagulirt das Casein durch einige Tropfen Essigsaure, und verdunnt das
mit Kali schwach ubersattigte Filtrat auf 500 Cub.-Centim.
Durchschnittlich werden zur Entfarbung der Kupferlosung
40 Cub. - Centim. dieser Flussigkeit erforderlich sein.
(Ailitth. d. nahrf. Gesellsch. in Ziirich. 1854.)
B.
+
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