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Ueber eine beachtenswerthe Vergiftung mit Bleizucker.

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4 68 Ceber citle benchtenswerlhe Vergifiung mit B1eizucl;er.
Ueber eine beachteaswerthe Vergiftung mit
Bleiziicker.
(Briefliche Mittheilung yon C h r . R u i c k o l d t an €1. W a c l i e n r o d e r . ]
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Noch kann ich nicht umhin, Ihnen eine kleine Mittheilung zu machen, die Ihnen gerade nichts Neues bieten diirfte, die aber fur mich von Interesse war. Tchhatte
namlich in den jiingsten Tagen Gelegenheit, eine polizeilich-gerichtliche Untersachung vorzunehmen. In Themar,
einer Stadt in der Nahe von Meiningcn, hatte diesen Winter der dasige Handelsconcessionist S t u rm an mehre
Einwohner der Stadt und Umgegend B 1e i z u c k e r anstalt
S a l p e t e r verkauft. Die Leute hatten die angeblich als
Salpeter gekaufte Substanz zum Einsalzen des Fleisches
angewendet und damit natiirlich dieses, wie auch die daraus bereitelen Wiirste vergiftet. Durch den Genuss von
diesem vergiftetelen Fleische erlirankten mehre Personen
6nd ein Kind starb daran. Wie man der Vergiftung zuerst auf die Spur gekomrnen, weiss ich lhnen indess nicht
genau anzugeben. Genug, der hiesige Physicus, zu dessen Physicat Themar gehort, wurde von Seiten des dortigen Burgermeisteramtes aufgefordert, die Sache an Ort
und Slelle amtlich zu untersuchen. Von diesem nun erhielt ich dann spatcr mehrerc Portionen Fleisch, sowohl
Rindtleisch als Schweinefleisch, Wurste und Speck zur
Untersuchung. Da hier ganz einfach die Frage zu beantworten war, oh in den fraglichen Substanzen Blei enthab
ten sei oder nicht, so war die Untersuchung sehr leicht.
lch verfuhr bei dieser Gelegenheit ganz nach der Methode,
wie ich solche in Ihrem Laboratorio ofter anzuwenden
Gelegenheit hatte und dic mich auch hier nicht im Stich
gelassen hat. lch kochte namlich ein wenig von der zu
untersuchendcn Substanz rnit verdunnter Salzsiiure und
chlorsaurem M i . Ich ziehc dicse Methode unbedingt derjenigen vor, welche die organischen Substanzen mit Salpetersaure gckocht wisscn will. Erstens hat das Kochen
organischer, nanientlicb thierischer Substanzen mit Salpe-
Ueber eine beachtenswerthe Vergflung mil Bleimcker. 169
tersaure fur den Arbeiter seine grossen Unnannehmlichkeiten, und dann wird auch das metallische Gift, wie
gerade in diesem Falle das Blei, nicht so vollstandig ausuezogen, wie es bei Anwendung jener Methode der Fall
?
1st. Ich habe mich gerade bei dieser Gelegenheit nochmals durch vergleichende Versuche davon uberzeugt. Beim
Kochen mit Salpelersaure geht ferner mehr organische
Substanz in die Losung iiber. Je mehr dies nun der Fall
ist, um so sohwieriger lassen sich bekanntlich anorganische
Korper in solchen Flussigkeiten nachweisen, was jedenfalls zu beachten ist, da es sich in der Regel nicht urn
Auffindung von grossen Mengen, sondern wie am haufigsten von Spurcn handelt.
Es war mir auffallend, dass die fettigen Theile, namentlich der Speck, stets mehr yon dem Bleisalze impragnirt waren, als die eigentliche Fleischfaser. Das Fett
des Schweinefleisches und auch des Rindfleisches, als
auch der Speck, zeigte sich den] aussern Ansehen nach
durchaus nicht verschieden von anderm gesunden. Bei
dem Fleische bemerkte man ganz auffallend ein gewisses
Zusarnmengetrocknetsein. Eine eigenthumliche schwarzliche
Farbung war an den Fleischhauten zu bemerken, vorzuglich an denen des Rindfleisches. Das letztere namentlich
hatte das Ansehen, als sei es schon langer in Faulniss iibergegangen. Bemerkenswerth war es rnir noch, dass in den
Fassern, in denen das Pokelfleisch lag, fast gar keine
Laake vorhanden war, wahrend man doch in demselben
Falle bei Anwendung von Salpeter stets eine nicht unbedeutende MenSe Laake im Fasse hat. An den Wiirslen war
nichts Auffalliges zu bemerken, mit Ausnahme einiger, die
mit dem als Salpeter verwendeten Blcizucker bestreut
worden waren. Die Schale dieser Wiirste hatte ein ganz
blasiges Ansehen.
Unter den mir zur Untersuchung iibcrgebencn Stucken
war ein Stuck Schweinefleisch, das nach Angabe des damaligen Inhabers ofter in Wasser eingeweicht und SO
wenigstens zum Theil ausgelaugt worden war. Bei der
Untersuchung dieses Schweinefleisches fand sich auch
170 Ueber eine leachlenswevthe Vergiflung mil Bleixuclcev.
wirklich sehr wenig Blei vor im Verhaltniss zu den
andern Stiicken, die weit starker davon impragnirt waren. Es ist wohl moglich, dass das Chlorblei, in welcher
Verbindung das Metall hier wohl zum grossten Theile vorkommen musste, von den Fleischfasern, an denen es mehr
mechenisch haftete, ohne eigentlich in dieselben eingedrungen zu sein, abgespult wurde, wahrend es mit dem Felt
jedenfalls cine chemische Verbindung eingepng.cn war.
Denn, wio schon erwahnt, fand sich in dcn fettig-en Theilen, namentlich im Speck, s t cts eine verhaltnissmassig
’
grossere Menge Blei vor 81s in den Muskelfasern.
Wie oben angefihrt, wandte ich bei dieser Untersuchung die hlethode an, dass ich die fraghhe Substanz
mit verdiinnter Salzsaurc unter Zusgtz von ein wenig chlorsaurem Kali kochte und sofort die verdunnte filtrirte klare
Flussigkeit mit einem Strorne Schwefelwasserstoffgasbehandelte, nachdem vorher die zicmlich stark vorwaltende
Saure mit Aetzammoniak abgestumpft worden war. Der
entstandene Niederschlag yon Schwefelbleiwurde auf einem
Filter gesammelt, dieses getrocknet und verbrannt. Ein
Theil des verbrannten Filters gab mit Soda gemengt vor
dem Lothrohre auf der Kohle regulinisches Blei; der andere Thcil des verbrannten Filters wurde mit Salpetersaure behantlelt und die Losung mit Reagenlien gepriift.
Auf diesc Waise wurde das Blei mit griisster Sicherheit
und Scharfe nachgewiesen.
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