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Ueber eine botanische MerkwUrdigkeit.

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Strassburger, iiber eine botawische Jlerkwiirdiyhit.
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Alkaloide bestimmt wurden, mitzutheilen, indein sich solche
dadurch auseeichnet , dam man recht reine Alkaloide
erhiilt.
Die Chinarinde wird namlich fein gepulvert, wiederholt mit reinem, angesauertem, destillirtem Wasser ausgekoclit, die Decocte filtrirt und Bur Trockne verdampft,
die trocknen Extracte wieder in angesauertem Wasser
aufgelost, filtrirt und durch Ammcni:tk niederpschlagen.
Nachdem die unreinen Alkaloide gesammelt und im Wasserbade getrocknet sind, werden sie mit einer Losung
ron schwefelsaurem Kupferoxyd gekocht, wndurch basisch
aohwefels. Rupferoxyd gefallt wird uiid die Alkaloide, an
Schwefels?.ure gcbunden, in Auflijsung kommen. Nach dem
Filtriren, Abwaschen, Prlcipitiren des noch vorhandenen
Kupfersalzes diirch Schwefelwasserstoff und wiederholtes
Filtriren werden endlich die Alkaloide in reinem Zustande
durch Aminoniak geallt, im Wasserbade getrocknet und
gewogen. Die auf diese Weise abgeschiedenen Alkaloide
(TGdschrift voor Wetensch. Pharmacie.
sind ganz weiss.
-Aus dem Holltind. Ubers. volz Dr. JoA. Milller.) *)
Ueber eine botanische Merkwiirdigkeit;
von
R. Strasshwger.
In diesem Archiv, Bd. 83. pag. 381, befindet sich die
Mittheilung iiber eine botanische Merkwiirdigkeit, die in
der That so merkwiirdig ist, dass sich wohl schon langst
eine Rerichtigung in dieser Zeitschrift hatte erwarten
lassen.
*) Dein \‘erf. scheint dm neueste Werk: ,Ueber die ehemischen
Bestandtheile der Chinarinden von Dr. E. B e i chard t noch nicht
bekannt zu sein, worin sich namcntlieh iiber die letzten Angaben
E. R.
Aufkllrung findet.
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St russ h tirye r,
Die Merkwiirdigkeit ist folgende. Aus einigen gewiilinlichen Feldbohnen waren in der Nahe der Narbe bis zu
zwei Drittheilen Hafcrkorner hervorgewachsen; Bohnen
und Haferkorn waren vollstindig entwickelt. Das letztere liess sich aus der Bohne ziehen, und zeigte an der
Stelle, wo sich der Stengel befindet, mit deni es sonst an
der Rispe hangt , ein kleinet3 Haferliischel, vermittelst
dessen es niit dein Kerne (also mit Saiiien) verwaclisen
war. Hieraus schliesst nun Herr Stolter, dass durch
Kreuzung eine abnoriiie Saiuenbildung statt gefunden habe,
und dass durch die Verschiedenheit der bciden Pflanzengattungen die zusaiiiinengewachseiien Snmen ihre besonderen Charaktere bewahrt haben.
Diese Schlussfolgerungen beruhen nun entweder auf
falscher Benrtheilung oder auf Unkenntniss. Denn welcher Befruchtungstheorie man aucli anhiiiigen mag, so ist
das Endresultat der Be€ruchtung eiii Enibryon, nieiiials aber
ein Fruchtknoten oder gar eine Bliithe, undnach Befruchtung
der Samenknospc werden erst die ferneren Entwickelungen der zur Fruchtbildung gelioi-enden Bliithentheile eingeleitet. Das Haferkorn ist aber eine Caryopse, also eine
aus einem oberstiindigen Fruchtknoten entstandene Frucht
und eine solclie kann sich niciii~lsdurch Kreuzung als
Iiaferpolleii mit cler Sanienknospe der Bobne bilden.
Das Unwal~rsclieinliclienun einnial angenomnien, eiii
in eine Samenknospe der Bohne eingedrungener Haferpollen hatte dort wirklich eiiien Embryon gebildet, was
nun weiter? Nacli Herrn St o 1t e r's Kreuzungstheorie
musste sich aus diesem eine Haferpflanze entwickelt haben,
die sich wahrschcinlich in der Nahe der Narbe durch die
Fruchtwand des Legumen gebolirt und dort, also zwisclien
Thiir und Angel, eine Art Bliitlie gebildet haben. Bevor
diese aber ein Haferkorn, also eine Frucht bilden kann,
muss sie doch erst wieder befruchtet werden, und in
welche Zeit sol1 diesc Befruchtung nun fallen? Angenornmen ferner, dass diese Befruchtung aucli wieder statt
gefunden hat, so liiitteii ja, eben so gut es diesiiial ein
Gber eiiie botaiiisclw ,~l~l.l;ioii,.di~l;ait.
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Haferpollen war, auch ein ri'cin-Pollen den Act vollziehen
litinnen. Dann wLre am Ende gar aus dein Fruchtknoten
des Hafers wicder ein Legtunen der T'icia entstanden.
Woliin sollen also solche leiclitfertige Kreuzungstheorien
fiihren 1
Dass Herr S t o l t e r die yon ihm beschriebenen Gebilde wirklich vor sich gehabt hat, ist wohl nicht ZU
bezweifeln, wohl aber zu bedauern, dass er sie niclit zur
Beurtheilung einem Sachkundigen vorgelcgt hat, und dass
die Redaction einer so unglaublichen Theorie die Spalten
dieses Archivs geoffnet hat.
Fiir uns knupft sicli hier wolil die Frage an: was
konnen diese Gebilde gewesen sein? Es ist natiirlicli
sehr bedenklich, aus der Xttheilung des Herrn S t 6 1 t e r
sich nur irgend oin sicheres Urtheil zu bilden. Konnen
nicht durch irgend eiiien Zufall oder Absicht Haferbliithen oder Haferkorner in den Fruchtknoten der Bohne
gesteckt sein, die, vielleicht auffallender Weise genug,
Adventivwurzeln getrieben haben, welche sich Schniarotzcrn gleich an den Samen der Rohne gelegt und Nahrung sucliend dort eingedrnngen sind? Da ein derartiges
Durchbohren gar nichts Seltenes ist, SO scheint dieser
Vorgang vielleicht die einfachste Losnng des Problems
zu sein. Verhalt sich indess die Sache anders, so ware
es im Interesse abnormerBildungen gewiss seLr zu wiinschen, uber diese ,botanische Merkwiirdigkeit" aus fachkundiger Fedcr etwas Sicheres mi erfahren.
N. S. Dic Mittheiluug des Hcrrn S t o l t e r haben wir als ein
botanisches Curiosum aufgeiioinmen, wie solche aucli in botauischen
Zeitschriften zuwcilen Platz finden. Zur Beurthcilung fuhlen wir
uns nicht veraiilabst, da der Gegenstand zur Priifuug uns nicht
rorlag. Eiuc sorgfiltige Untersuchung hiitte wahrscheinlich ergeben,
dass nicht ein Spiel der Natur, sondern yon Menschenhiiuden vorlag.
D i e Redaction.
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