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Ueber eine Doppelverbindung des Silberfluorids mit Fluorammon.

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Mitteilung aus dem pharmazeutischen Institut der
Universitltt Breslau.
Ueber eine Doppelverbindung des Silberfiuorids mit
Fluorammon.
Von Dr. B. G r u t z n e r .
(Eingegangen den 21. XI. 1899.)
Die ersten Angaben fiber Doppelsalze der Fluoride ruhren von
B e r z e l i u s her, der in seinem Lehrbuche eine Anzahl ihm bekannter
oder von ihm selbst dargestellter Verbindungen anfuhrt. Die Kenntnis
der Doppelfluoride wurde splter von F l u c k i g e r , M a r i g n a c , N i c k l i s
und W a g n e r erweitert. Die beschriebenen Salze sind zumeist Fluorverbindungen der Schwermetalle mit Alkalifluorid oder Ammoniumfluorid. Bur Darstellung der Ammoniumsalze wurde nur in zwei
Flllen, bei Zinkammonfliiorid und Ammoniumaluminiumfluorid die Einwirkung von Metallhydroxyd auf Fluorammonium beniitzt; alle
anderen Doppelfluoride waren auf anderem Wege erhalten worden.
In einer ausfuhrlichen Arbeit uber Doppelfluoride hat kurzlich Hans
von Helmolt') das Verhalten der Metallhydroxyde gegen Fluorammon
studiert und verschiedene bisher noch nicht nlher beschriebene Verbindungen auf ihre Zusammensetzung gepruft, sowie eine Reihe neuer,
analoger Salze dargestellt und analysiert. Die Versuche v o n H e l m o l t ' s
ein Silberammoniumfluorid darzustellen waren insofern resultatlos, als
es ihm nicht gluckte, diese Verbindung zu isolieren und ihre Forniel
festzusetzen. von H e l m o l t loste frisch gefalltes Silberoxyd in erwarmter Fluorammonflussigkeit ; beim Konzentrieren schied sich etwas
Oxyd wieder aus, welches abfiltriert wurde. Die sehr konzentrierte,
etwas dunkel aussehende Liisung wurde erkalten gelassen, worauf sie
zu einem Krystallbrei erstarrte, der das Aussehen von krystallisiertem
Fluorammon hatte. Mit Alkohol von 90%behandelt, schieden sich
kleine, silbergl'anzende Nadelchen aus der Masse ab, die jedoch niemals
isoliert werden konnten, weil sie ungef%hr dieselbe Lijslichkeit hatten,
wie dau uberschussige Fluorammon. I3ei Zusatz von etwas Wasser
losten sich daher sowohl die Fluorammonkrystalle, als auch die Nadeln.
1)
Zeitsch. f. anorg. Ch. 1893, Seite 115 u. f.
Arch. d. Pharm. CCXXXVIII. Bde. 1. Heft
1
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B. Gr u t z ner: Doppelverbindung des Silberfluorids rnit Fluorammon.
Bei einem zweiten Versuch wurde die konzentrierte Fluorammonlosung,
die vie1 Silberoxyd gelost enthielt, durch ofteres Filtrieren von dem
auskrystallisierten Ammoniuinfluorid befreit. Es blieb schliesslich eine
sehr silberreiche Flussigkeit, aus der aber weder durch Alkohol, noch
durch langsames Verdunstenlassen ein Doppelsalz erhalten werden
konnte.
Ich habe die Versuche v o n H e l m o l t ’ s wiederholt. E s gelang
mir durch einige Aenderungen der Darstellungsweise ein Silberammonfluorid in krystallisiertem Zustande zu isolieren und die Formel
festzusetzen.
Zur Darstellung beniitzte ich das im Handel erhaltliche kijmigkrystallinische Fluorammonium. In eine kalt bereitete hijchst konzentrierte wasserige Losung dieses Salzes wurde frisch gefalltes, mit
chlorfreier Natronlauge dargestelltes, feuchtes Silberoxyd eingetragen,
bis nach kurzem Digerieren bei gewohnlicher Temperatur etwas Silberoxyd ungelost blieb. Es losten sich ganz betrachliche Mengen und
zwar ohne Ammoniak-Entwickelung auf. Nun wurde schnell niittels
Saugpumpe filtriert und ein Teil des wasserhellen, klaren Filtrates in
Eis, der andere Teil in einer P!atinschale i m Chlorcalcium-Exsiccator
vor Liuht geschiitzt beiseite gestellt. Nach einigen Tagen hatten sich
in der Platinschale kleine Iirystallchen abgesetzt, die aber mit einem
schwarzen, pulverformigen Bodensatz vermischt waren. Es gelang
wohl durch Abschlemmen m i t der Mutterlauge die Krystallchen fur
sich zu erhalten, doch war die Ausbeute so geriug, dass von einer
quantitativen Analyse abgesehen werden musste. Etwas reichlicher
fie1 die Ausscheidung der krystallisierten Verbindung durch Abkiihlung
aus. Bei verwendung yon annahernd 50 g Silberoxyd konnten fast
2 g reine Substanz erhalten werden. Die abgeschiedenen rein weissen,
nadelfdrmigen Krystillchen wurden mittels Saugpumpe abfiltriert,
einmal mit abgekiihltem destillierten Wasser auf dem Nutschfilter
sorgttiltig abgespiilt und vor Licht geschutzt zwischen Fliesspapier
getrocknet. Die lufttrockenen KrystUlchen waren nicht hygroskopisch,
hatten einen Anflug von grauer Farbe und losten sich in Wasser und
Alkohol gleich leicht mit neutraler Reaktion auf. Dass die Verbindung nicht aus Silberfluorid bestehen konnte, ergiebt sich schon
daraus, dass Silberfluorid in krystallisierter F o r m nur schwierig
darstellbar und zerfliesslich ist. Die qualitative Priifung ergab a h
Bestandteile Silber, Fluor und Ammoniak.
Analyse. Silber wurde i n der iiblichen Weise als Chlorsilber bestimmt; Ammoniak durch Destillation mit Kalilauge, Auffangen des NH8 in
N. Salzsiiure und Zuriicktitrieren des Ueberschusses mit N. Kalilauge unter
Anwendung von Rosolsaure als Indibator; Fluor durch Fallen mit Calcium-
B. Gr iit z n e r : Doppelverbindung des Silberfluorids mit Fluorammon.
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nitrat in neutraler Losung als Calciumfluorid, Auswaschen des Niederschlages
mit heissem Wasser, Trocknen und Gluhen. Eine direkte Wasserbestimmung
war wegen der Dissoziation des Ammoniumfluorids in der Hitze nicht angangig. Der Wassergehalt musste daher aus der Differenz berechnet werden.
0,5554gSubstanz gab 0,3720 gAgC1=0,27990g Ag -50,39%Ag
,,
0,4360,
n
0,5681n
n
0,5554,
,, braucht.5,15cc.N.HCl=0,08755nNH~-15,76%N~=16,68~NH~
0,2922 AgCl=0,21991,, Ag ==50,43%Ag
0,3104 CaF~=0,15122,, F =26,60%F
Wasser (aus der Differem)= 6,31%.
Bus diesen Zahlen ergiebt sich, dass Ag :NHs : F in einem Verhaltnis
steht wie 0,466 :0,927 :1,400 oder wie 1Ag :2 NH8 : 3 F.
Fur ein Dopdelfluorid von der Zusammensetzung 2 NH4F
berechnet sich:
49,31O/,Ag, 26,02%F, 16,43%NH4, 8,21%H20,
+AgF +HgO
gefunden: i.M. 50,41%Ag, 26,60q$F, 16,68%NH4, 6,31%H20.
Weit besser stimmen die gefundenen Analysenzahlen, wenn man sie auf
wasserfreie Substanz umrechnet. Es ergiebt sich daun:
gef. 53,85%Ag, 17,80%NH4,28,39%F,
berechnet fur AgF (NH4F)a: 53,73%Ag, 17,90$ NH4, 28,35 % F.
Die untersucbte Verbindung ist demnach ein Silberammoniumfluorid, dadurch entstanden, dass sich 2 Mol. N H 4 F mit einer Molekel
Silberfluorid (AgF+H20) zu einer krystallisierten Doppelverbindung
vereinigt haben. Ihr kommt die Formel zu: 2 NH4F+AgF+H20.
P a s Analysenmaterial hatte bereits etwas Krystallwasser verloreo.
Die Eigenschaft des Silberchlorids in konzentrierten Losungen
des Ammoniumchlorids etwas loslich zu sein, findet sich analog in
erhshtem M a k e beim Silberfluorid, das mit grosser Leichtigkeit in
Ammoniumfluorid sich zu obiger Verbindung aufliost.
Ueber die Einwirkung des Quecksilberoxyds anf Ammoniumfluorid
werde ich demnachst berichten.
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