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Ueber eine neue Sorte Moschus.

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XI. Naturgesehichte und Pharmlc.
kognosie.
Ueber ehe neue Sorte I#oschns.
Eine interessante Neuigkeit voni Droguenmarkte hat
das Haus Gehe & Co. in Dresden unter dem freilich etwas abenteuerlichen Namen Siidamerikanischer MoschusY
erhalten, auf welche ich die Herren Pharmakognosten nicht
verfehlen will aufmerksam LU machen. Es scheint mir
diese Drogue, die unbedingt asiatischen Ursprunges ist
und wahrscheinlich nur ihren Namen erhalten hat, weil
sie uber Siidamerika nach Europa gelangte, mehr zu der
sibirischen als tibetanischen Handelssorte zu gehoren.
Ueber die Begrenzung der mit einem Driisensacke
versehenen, ausschliesslich auf den Gebirgen Asiens vorkommenden Arten dcr Gattung Moschus sind die Zoologen
bekanntlich nooh keineswegs einig. Einige nehmen nur
eine Art an, Moschus moschifel-us L., melche fast durch
das ganze gebirgige Asien verbreitet ist und bei so grosser Verbreitung auch Mannigfaltigkeit in der Farbung des
Pelzes darbiete ; die verschiedene Festigkeit und Lange
des Oberhaars konne wohl von der gewiss verschiedenen
Sommer - und Winterbekleidung abgeleitet werden. Andere trennen die auf dem Altai vorkommende Form als
besondere Art, Moschus Sibiricus Pallas, Moschus dltaicus Eschholz, von dem in Tibet einheimischen Moschus
moschiferus. Hodgson endlich, der Gelegenheit hatte in
Nepaul Thiere in der Freiheit und Gefangenschaft zu
sehen, unterscheidet als besondere Arten des Tibetanischen Thiers Moschus saturatus, chysogaster und leucoguster, und ihm schliesst sich, zum Theil wenigstens,
Gray an.
Uebev eine neue h'orte Moschus.
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Leider liisst sich hier an Ort und Stelle keine Entsoheidung uber die Abstaniruung der genannten Drogue treffen,
da das Material auf unserein zoologischen Museum eu
diirftig ist und auch die vorhandenen Beschreibungen vie1
zu oberflgchlich gefasst sind. Soviel aber ist sicher, dass
diese neue Handelssorte in der Behaarung sich wesentlich
verschieden eeigt von den bisher abgebildeten und beschriebenen Handelssorten. Dennoch niochte ich sie unmaassgeblich wegen der allgemeinen Form des Beutels,
des niinder penetranten Geruchs, der noch weichen salbenartigen Consistens der eingeschlossenen Moschussubstanz, die bei dem Tibetanischen schneller eintrocknet,
dem Sibirischen Moschus beiziihlen, der bekanntlich wegen
dieser Eigenschafteii niedriger im Preise steht.
Der Beutel selbst hat einen ovalen Umfang, ist etwa
2" lang, l l / z " breit, auf der nackten Seite flach, auf der
Haarseite stark gewolbt, 1" hoch, an dem einen Rande
vollig vom Bauchfell befreit, auf dem entgegengesetxten
mit einem 5"' breiten Streifen und auch hinten an der
noch l/z" hervorragenden Ruthe rnit einem schmalen Streifen
Fell versehen. 4uf der gewSlbten Aussenflache ist der
Beutel mit einer ausscrordentlich grossen Menge langer,
weicher, biegsamer, s'dmmtlich nach vorn gerichteter, locker
aufliegender Haare bedeckt, welche ihn vollstbdig verhiillen, im Ganzen gesehon weissbraunlich, etwas gescheckt
erscheinen, sich pinselartig ausbreiten und nur in der
Mitte eine Liingsfurehe xurucklassen und so dem Beutel
das Ansehen eines fast 6" langen und 4" breiten und
2" hohen Haarschopfes geben. Die Haare sind meist
nur halb 80 dick wie die des Tibetanisehen und AssamRfoschus, etwa 3" lang, wellenformig hin und her gebogen, gegen die Basis und an der haarfein auslaufenden
Spitze heller, unter dieser etwas dunkler, unter dem Mikroskop von zelligem Bau. Unter diesem Oberhaar findet
sich ein splrliches, bedeutend feineres, kurzeres und hellere8 Unterhaar von lhnlichem anatomischen Bau. Die
Haarbedeckung des mehr dem Centrum der Beutelwol-
-
16 *
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Ueber eine rheue Sorte Moschus.
bung genaherten Theils ist durch die langen Haare des
peripherischen Theils ganz verdeckt und wird erst sichtbar, wenn man das lange Oberhaar zur Seite biegt. Sie
besteht aus iihnlichen, aufwiirts strebenden Haaren, welche
sich nur durch etwas dunklere Farbung und geringere
L h g e von dem iibrigen Oberhaar unterscheiden, gegen
die naturliche Oeffnung des Beutels wirbelformig zusammengedrangt sind und hier mit dem Pinsel gelbbraiiner,
steifer Haare susammentreffen, der die Oeffnung des Vorhautkanals bezeichnet.
Die in dem Beutel enthaltene Moschussubstanz ist
noch salbenartig und scheint mit Ausnabme der Consistenz
nicht wesentlich von dern Inhalt dev Tibetanischen Moschus abzuweichen.
Wie schon oben erwahnt, kommt diese Handelssorte
dem Sibirischen Moschus am nachsten, doch berechtigt
die von Goebel mitgetheilte Beschreibung des letzteren
nicht, beide Sorten zu vereinigen. Abgesehen davon,. dass
bei dem Sibirischen Moschus die Haare der Peripherie
abgeschnitten sind, erwahnt doch Goebel Nichts von der
abweichenden Richtung der Haare zluf der Beutelwolbung,
welche nur hier feiner und dunkler sein sollen als an
der Peripherie. Der Bucharische Moschus, den Murtius
beschreibt und abbildet, ist auch auf der unbehaarten
Flache gewolbt und auf der Haarseite nur sparsam mit
diinnen, weichen Haaren besetzt. Der Moschus von AsSam kommt mit einem bedeutenden Theil des Bauchfells
versehen in den Handel und hat viillig die Behaarung
des Tibetanischen Moschus, der sich durch die steiferen,
dicken Haare der Peripherie und die angedrfickten, dunneren der Mitte auszeichnet. Auf der hiesigen pharmakognostischen Sammlung der Universitat befindet sich ein
vor langerer Zeit von dem Hause Lampe, Kaufnaann
& Comp. als Moschus Tonquinensis bezogener Moschusbeutel, der in der Peripherie sehr dicht mit zahlreichen,
langen, starkeren Haaren bedeckt ist, in der Mitte aber
die etwa 1" Durchmesser haltende Wiilbung des Beutels
Indian. Wasserkrug, Sarracenia purpurea L.
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vollig frei lasst. Dieser Theil ist mit bedeutend dunneren, angedriickten, gegen die Beuteloffnung strebenden
Haaren nur spiirlich bedeckt, so dass sich auch diese
Sorte Moschus hinliinglich von dem oben beschriebenen
unterscheidet.
Die Beschreibung ist naoh einem einzelnen Exemplare entworfen, so dass mogliaher Weise noch Abanderungen vorkommen kijnnen.
Berlin, im Mlrz 1863.
0. B e r g .
-
Indianische Wasserkrug, Sarracenia pnrpurea L.
-
Im vorigen Jahre erhielt ich durch das Haus Lumpe,
Kaufmann & Comp. einige ziemlich vollstandige, jedoch
bliithenlose Exemplare der gegen Kinderblattern empfohlenen Sarracenia purpureu, welche aus dem Wurzelstock
und Wurzelblattern bestanden ; dennoch erschien mir das
Material xu einer pharmakognostischen Besehreibung nicht
ausreichend. Jetzt ist mir nun durch freundlicbe Mittheilung des Medicinalraths Herrn Dr. Schacht eine gr6ssere Menge von Wurzelstocken zugekommen, wie sie von
Savoy und Moore in London zur Versendung kornmen,
zugleich mit einer Abhandlung von H. Chalmers Miles
uber diesen Cegenstand. Da eine Diagnose der Pflanze in
de Candolle's Prodromus fehlt, in den pharniakognostischen
Lehrbuchern derselben gleichfalls nicht Erwahnung geschicht, so erscheint es mir nicht unzweckmassig, eine
kurze Beschreibung derselben eu geben.
Clasizts gab zuerst in seiner Historia pl. rar. (1601)
eine Abbildung dieser Pflanze ale Limonio congener und
Limonium peregrinwn nach einer Zeichnung und trocknen
Blattern, die er von dem Apotheker Claude Gonier erhalten
hatte. Casp. Bauhin nannte sie in seinem Pinax .Limonium pevephurn folii8 f m a j o v e Aristolochiae", Plukenet
im Almagest und Amaltheum , Bucanephyllum americanum,
limonio congener dictum u , Morison in seiner Historia ,,Coi-
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