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Ueber einige neue harzhnliche Fossilien des ostpreussischen Samlandes.

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E. Pieszczck, Ueb. einige neue harzahnl. Fossilieii d. ostpreussischen Bamlnndes. 433
Ueber einige neue hareahnliche Fossilien des ostpreussischen Samlandes.
Von E r n e t P i e e z c z ek, Laboratoriumsassistent in Kiinigeberg.
Der glaukonitische Sand, die sogenannte blaue Erde des Samlandes beherbergt ausser dem Bernstein gewisse harzartige Mineralien, welche sich schon durch ihr Aeusseres aufs Wesentlichste vom
Bernstein und ahnlichen Fossilien unterscheiden und welche vorzugsweise in der Gegend von Gr. Kuhren und Palmnicken gefunden werden.
Seit einigen Jahren wurden die Arbeiter dieser von der hiesigen bekannten Firma Stantien & Becker betriebenen Bernsteingrabereien angewiesen, diese fossilen Harze sorgfaltigst zu sammeln
und es sind bereits ansehnliche Quantitaten der letzteren in den
Besitz hiesiger wissenschaftlicher Institute ubergegangen. Der
Conservator des hiesigen zoologischen Museums , Herr Kunow,
wandte bei seinen wiederholten Besuchen in GI.. Kuhren und Palmnicken diesen sehr interessanten Fossilien gleichfalls seine Aufmerksamkeit zu. Derselbe hatte die Freundlichkeit, mir aus seiner
recht umfangreichen Sammlung eine hinreichende Quantitat zur
chemischen Untersuchung zur Verfugung zu stellen, und habe ich,
von der giitigen Erlaubniss des Herrn Prof. Spirgatis Gebrauch
machend , diese Aufgabe im chem. pharm. Universitatslaboratorium
hierselbst zu losen versucht.
Die Harze bilden im Allgerneinen Stucke von sehr verschiedener Form und Grosse; die kleinsten haben etwa die Grosse einer
Erbse , die grossten, jedoch auch vie1 seltneren Stucke erreichen
vielleicht das Volumen eines Huhnereies. Bei Betrachtung der
ausseren Eigenschaften der Harze fallt sofort die Ungleichartigkeit
der einzelnen Stucke unter einander auf, und ich konnte dieselben
in zwei Arten von einander sondern, welche ich im Folgenden
kurz als ,,schwarzes Harz " und ,,braunes Harz " bezeichnen und
beschreiben werde.
Das schwarze Harz bildet eckige oder rundliche Stucke sehr
verschiedener Form, mit matter, schwarzer , rauber oder rissiger
Oberflache. E s ist ungemein sprode, liisst sich leicht brechen und
zu Pulver von zimmtbrauner Farbe zerreiben. Der Bruch zeigt
cine muschlige , glasglanzende Oberflache von tief braunschwarzer
Farbe. In Folge seiner sehr dunklen Farbiing ist das Harz in
Arch. d. Pharm. XVII. Bds. 6. Hft.
28
434 E. Pieszcrek, Ueb. einigo neue harziihnl. Fossilien d. ostpreussischen Samlandes.
grosseren Stucken vollig undurchsichtig, doch lassen feine Splitter
und Diinnschliffe das Licht mit braunschwarzer Farbe durchfallen.
Aeusserlich wesentlich verschiedeii von dem besprochenen ist
das braune Harz. Es bildct knollen- und tropfenformige, aber auch
lamellenartige Stiicke verschiedener Groase , welche den fruheren
Zustand des Geflossenseins zum Theil deutl ich erkennen lassen.
Auf den lamellenformigen meist kleineren Stucken zeigen sich oft
deutliche Langserhabenheiten und - vertiefungen , welche vielleicht
Abdriicke der Rinde des Baumes sind, dem das Harz vor Zeiten
entfloss. Pflanzliche Abdriicke und Reste darunter einer Frucht,
Carpolithus paradoxus Casp. sind ferner in einzelnen Stucken gefunden und von Herrn Prof. Caspary untersucht und beschrieben
worden. Die Oberflache ist hell graubraun, matt, &er Bruch erdig,
sehr selten muschlig, durchaus nicht glanzend und ebenfalls von
graubrauner Farbe. Wahrend das schwarze Harz sich durch Sprodigkeit auszeichnet, hat dieses eine fast ziihe Beschaffenheit, so dass
es sich nur Rchwierig fein pulvern lasst. Das Yulver ist von graubrauner Farbe.
Zur Prufung der Loslichkeitsverhaltnisse der beiden Harze
liess ich auf dieselben, qachdem sie fein gepulvert waren, verschiedene Agentien, als Alkohol, Aether, Benzol , Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Terpenthinol bei Digestionswarme cinwirken. Es zeigte
sich die fast vollige Unloslichkeit in den genannten Medien. Das
schwarze Harz Iiesonders war vollig unloslich ; vom braunen Harz
loste Aether 1,2 Proc., Chloroform 1,0 Proc., also auch verschwindend geringe Mengen. Die Aether- und Chloroformlosung hinterliess beim Verdunsten einen klaren gelben firnissartigen aromatisch
riechenden Ruckstand, dessen Menge jedoch zu gering war, um
ihn naher untersuchen zu konnen. Auch an weingeistige Xalilosung gaben beide Harze beim Kochen nichts Losliches ab. Anf
Platinblech erhitzt , blieben beide Harze anfangs unverandert und
ohne Schmelzung zu erleiden. In hoherer Temperatur trat Zersetzung ein unter Entwicklung eines acrole'inartigen Geruchs und
eines dicken, mit leuchtender russender F l a m e verbrennenden
Rauchs. Zur Ermittelung eines etwaigen Bernsteinsauregehalts
wurden die Harze der trockenen Destikation unterworfen. Sie lieferten hierbei gelbe und braune pyrogene Oele , sowie dickilussige
theerartige Producte, Bernsteinsaure war jedoch weder als Sublimat,
noch im fliissigen Theile des Destillats wahrzunehmen. Auch eine
E.Pieszczek, Ueb. einigc neue hnrzkhol. Fo3silien d. ostpreuss. Samlandes. 435
zweite Prufung anf nassem Wege durch Extraction nit, weingeistiger Kalihydratlosung ergab dasselbe negative Kesultat. Beide
Harze enthalten in geringer , jedoch deutlich nachweisbarer Menge
Schwefel. Zum Nachweis desselben wurden Proben der Harzpulver mit Kalilauge gekocht, die Fliissigkeit verdunnt , vom Ruckstande decantirt und in verschlossenem Kolben mit verdunnter
Schwefelsaure ubersiittigt. Es entwickelte sich reichlich Schwefelwasserstoff, welcher durch seine Einwirkung auf ein im Kolben
befindliches alkalisches Bleipapier erkannt wurde.
Schon das Aussehen nnd die Unschmelzbarkeit besonders deg
braunen Harzes lassen einen hohen Aschengehalt vermuthen. Ich
fand denselben in verscliiedenen Proben etwa8 abweichend, wab
wohl anf eine ungleichmiissige Vertheilung der anorganischen Stoffe
deutet. Im hlittel betrug derselbe im schwarzen Harz 1,65 Proc.,
im braunen 5,50 Proc. Die Harze waren zur Aschenbestimrnung
bei 100° getrocknet worden, es verlor hierbei das erstere 3,4 Proc.,
das letztere 4,5 Proc. an Peuchtigkeit. Die Aschen besonders des
schwarzen Harzes zeigten durch hohen Eisenoxydgehalt bedingte
Braunfarbung. Sie enthielten ausser Eisenoxyd wesentlich Magnesia, Kalk, Schwefelsaure , Kieselsaure , Phosphursaure, Kohlensaure.
Die genaue Ermittelung des spec. Gewichts konnte der vielen kleinen Kaniile und Hohlungen wegen niclit mit ganzen Harzstucken
vorgenommen werden; ich Iiabe daher diese Bestimmung mit den
gepulverten Fossilien ausgel'uhrt. Das spec. Gew. des schwarzen
Harzes ermittelte ich zu 1,175, das des braunen zu 1,126.
Endlich habe ich rnit beiden Fossilien Elementaranalysen angestellt. Zur Verbrennung wurden rnit Rucksicht auf den Reichh u m der Aschen an Kalk und Magnesia Bleichromat und Kaliumdichromat verwendet. Die geringe Schwefelmenge glaubte ich vernachlassigen zu durfen.
I. S c h w a r z e s H a r z lieferte, bei looo getrocknet, 1,715 Proc.
Amhe. 0,3627 Substanz ergaben:
0,9282 COz = 0,2531 C = 69,79 Proc. Kohlenstoff.
0,2617 HeO= 0,029 H = 8,Ol WasserstotE
0,01622 Asche
= 1,715 Asche.
Auf den organischen Theil berechnet :
71,02 Proc. Kohlenstoff, 8,15 €r'oc.
Wasseretoff, 20,83 Proc.
Sauerstoff.
28 *
436 P. Solthien, Abscheidung v. Silber aus Legirungen zur Hollensteinbereitung.
11. B r a u n e s H a r z lieferte, bei 100" getrocknet, 5,7 O/, Aschc.
0,1881 Substanz ergaben :
0,4411 C 0 2 = 0,1203 C = 63,95 Proc. Kohlenstoff.
0,1366 HaO = O,G151 H = 8,06 Wasserstoff.
0,0107 Asche
= 5,70
- Asche.
Auf den organischen Theil berechnet :
67,86 Proc. Kohlenstoff, 8,56 Proc. Wasserstoff, 23,58 Proc.
Sauerstoff.
Ich erlaube mir, fur dils braune Harz den Namen ,,Beckerit"
fur das schwarze den Namen ,,Stantienit" hiermit in Vorschlag ZLI
bringen.
Abscheidung von Silber aus Legirungen zur Hollen-
steinbereitwg.
Von P. S o 1t h i e n
Apotheker in Hoyerawerda.
Die Bereitung von Hollenstein wird in vielen Apotheken unterlassen, thcilweise gewiss, weil man befurchtet, von dem theuern
Material bei Anfertigung des Priiparates zuviel zu verlieren, da die
Bereitungsweisen uxnstandliche sind. Ob meinen Geschmack darin
andere Collegen theilen, weiss ich nicht, aber ich ziehe eine Anfertigung eines Praparates , soweit sie a u f n a s s e m W e g e moglich, jeder andern vor, sah daher von der Anfertigung von Hollenstein nach der bekannten Schmelzmethode (bei welcher gleichzeitig
anwesendes salpetersaures Kupfer durch Gliihen zersetzt wird) ab.
Auch die Methode der Pharm. Bor. ed. VII. mit Ausfallen eines
Theiles der Losung durch Natronlauge ist umstandlich genug.
Nach der im Duflos'schen Apothekerbuche vorgeschlagenen Methode mit Abscheidung reinen Silbers mittelst Eisenvitriols habe ich
viel lieber gearbeitet, sie erfordert aber, da man mit grossen Quantithten von Fliissigkeiten arbeiten muss grosse Gefgsse, und
schliesslich erhalt man doch nicht alles Silber ; Chlorsilber abzuscheiden, auszuwaschen und durch Zink zu reduciren, ist noch die
rentabelste. Bei beiden letzteren Methoden wird, da auch etwaiges
Blei vorher abgeschieden werden muss, viel Zeit durch sorgfiiltiges
Filtriren und Auswaschen absorbirt, viel destillirtes Wasser ver-
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