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Ueber einige sogenannte Klostermittel.

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C. Schneider, Nachschrift. - G. C. Wittstein, Ueb. ein. aog. Kloaterniitfel.
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indem er wenigstens den Einsichtigen als Leuchte auf ihrem
Wege dienen konnte, welcher inne gehalten werden muss,
sollen nicht auf dem Gebiete der Arzeneiwissenschaft R u c k s c h r i t t e dauernd zu verzeichnen sein.
Nothwendig erscheint es daher, als erster Schritt vorwarts die Aufmerksamkeit der Apotheken - Revisoren auf vorgenannte schreiende Missstande zu lenken , um nach Constatirung derselben als einem allgemein verbreiteten Hemmschuh
der LeistungsfLhigkeit der Apotheken - Institute, die Wege
zu dessen Abstellung von geeigneter hoher Stelle aus bahnen
zu konnen. -
,,Nachschrift.''
,,Durch D r a g e n d o r f f ' s Jahresberichte der Pharmacie
aufmerksam gemacht, welcher die Kiagen uber den Mange1
an arsenfreier Schwefelsaure sohon langer zu kennen scheint,
habe ich durch Vermittelung der Firma J. D. Riedel-Berlin
aus Freiberg in Sachsen sogenannte ,,technische '' Saure bezogen , welche den Anforderungen der Pharmacopoea german.
an rohe Schwefelsaure vollkommen entapricht. - Ihr Preis
ist nnr um ein Geringes hoher als der der gewohnlichen
Schwefelsaure."
Schneidar.
Ueber einige sogenannte Bloatermittel.
Von G. C. W i t t s t e i n .
Gewisse Quacksalber sind auf eine neue Art von Redame verfallen ; sie nennen ihre Erzeugnisse : Klostermittel,
offenbar in der Absicht, denselben beim Publicurn grosseres
Vertrauen zu verschaffen, denn, wie konnte man von Monchen
oder Nonnen etwas Anderes erwarten, als griindliche Kenntnisse in der Medicin, und als weitere riihmliche Eigenschaften : Barmherzigkeit , Gewissenhaftigkeit und Uneigenniitzigkeit! -
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G. C. Wittstein, Ueber cinige sogenanntc Klostermittel.
Zu jener Sippschaft, welche die Kloster zur Unterstiitzung
ihres Ausbeutungssystems missbrauchen , gehort auch ein gewisser C. P i n g e l in Gottingen, der, wie er behauptet, ein
General -Depijt der von den Franziscaner-Brudern in St.
Mount unter der Aegide des P. Dr. Rhode bereiteten Mittel
halt, und sich als General - Correspondent dieser Fabrikantenunterzeichnet. Was ich zunbhst von diesem Gebahren halte,
ist, dass St. Mount sammt Kloster und dessen Bewohnern am
sichersten im Nonde anzutreffen 4ein werden. Auf geschehene
Anfrage hat P. allerdings geantwortet, St. Mount liige in
England, aber alle Geschafte wiirden lediglich durch ihn vermittelt. Gemiss ein untrugliches Zeichen fur die Luge!
Um auch s e i n e Uneigenniitzigkeit zu documentiren, giebt
P. die - vom Kloster hatiirlich umsonst erhaltenen und nur
durch ihn acht zu beziehenden - Mittel ebenfalls umsonst,
berechnet nur fur Behandlung ein Honorar und die Verpackung zum Selbstkostenpreise. Damit die Abnehmer aber
auch erfahren , welch' grosses pecuniares Geschenk ihnen dadurch zu Theil wird, setzt P. den ,,Werth" derselben einzeln
an. Es sind folgende 6 Mittel, unter denen sich, wie Saul
unter den Propheten, auch ein Haarbalsam hefindet.
1) Decoct A Flasche
3'/, Mark.
2 3i4 1J
2 % 99
2) Liniment B Flasche
Schachtel
4) Pillen h Schachtel
1'12
5 ) Bandwurmmittel A Schachtel G
6) Haarbalsam B Flaeche
3
3) Pulver
9,
,,
,9
Die Sophistik dieses Manovers liegt auf der Hand, wenn
ich hinznfiige, dass das Honorar fur Behandlung den obigen
Ansiitzen ungefahr gleich kommt.
Mit der ,,Behandlung" macht P. es sich sehr bequem.
Obgleich er von den Hiilfe Suchenden verlangt, die Krankheit
genau zu bezeichnen, da die Mittel sehr verschieden seien, SO
scheert er doch die verschiedensten Krankheiten iiber einen
.Kamm; man hatte eich nernlich an ihn im Auftrage zweier
Kranken gewendet, von denen der Eine, ein 5 1 jEihriger Mann,
G. C. Wittstein, Ueber einige sogenannte Klostermittel.
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sehon seit vielen Jahren an Hlmorrhoiden und seit
Jallre
an Podagra, der Andere, eine 29jahrige Frau, seit l'/* Jahren an Magenschwache und Krampfen , letztere zuweilen epileptischer Art, leidet. Die bald darauf angelangte Sendung
bestand aber fur Beide aus einerlei Decoct, einerlei Liniment
und einerlei Pillen. Auch in der Diat wurde fur Beide keiu
Unterschied gemacht , nur sollte der Mann ausserdem noch
Klettenwurzthee, die Frau Baldrianthee trinken.
Die oben genannten Mittel wurden mir , mit Ausnahme
des (nicht empfangenen) Pulvers , zur chemischen Untersuchung zugestellt, und ich benutze die dadurch gebotene Gelegenheit, den neuen Volksbegliicker, der sich riihmt, mit No. 1
bis 4 alle Krankheiten von A bis Z sicher zu heilen und
bereits 3000 Dankschreiben gliicklich Geheilter in Hiinden zu
haben, in seinem wahren Lichte zu zeigen.
1) D a s D e c o c t .
Die Flasche entbalt 420 g. einer gelbbraunen, etwas triiben, aromatisch riechenden, aromatisch, sehr bitter und zugleich siisslich schmeckenden Fliissigkeit , welche ein mit
Wasser bereiteter Auszug mehrerer Vegetabilien, nemlich
Enzian , Angelika, Calmus, Siissholz , Schafgarbe und Tausendguldenkraut ist.
Preis 31/2Mark; Werth 50 Pf.
2) D a s L i n i m e n t .
Die Flasche enthalt 80 g. einer gelbbraunen, klaren,
nach Ammoniak, Campher und Weingeist riechenden Fliissiglieit, und ist eine Mischung von
20 g. Campherspiritus,
20 ,, Ammoniakliquor,
40 ,, schwarzem Kaffeeaufguss.
Preis 2s/, Mark; Werth 50 Pf.
3) D a s P u l v e r .
(Wie oben bemerkt, nicht empfangen).
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ff. C. Wittstein, Ueber einige sogenannte Klostermittel.
4) D i e P i l l e n .
Die Schachtel enthalt 38 Stuck liederlich bereitet denn
ihr Gewicht variirt von 0,048 bis 0,140 g. (3/4 bis 21/4 Bran).
Sie hestehen aus Pfefferminzpulver und Enzianextract , und
sind mit grobem Siissholzpulver bestreuet.
Preis Illz Mark; Werth 50 Pf.
5) D a s B a n d w u r m m i t t - e l .
Zwei Stuck Pulver, jedes 15 g. wiegend und aus Kousso
bestehend.
Preis 6 Mark; Werth 1 Mark.
6) D e r H a a r b a l s a m .
Angeblich aus den heilsamsten Krautern bereitet und
zur Beforderung des Haarwuchses, ale Toilettenmittel , zur
Beseitigung aller Kopfiirankheiten und zur Wiederherstellung
der natiirlichen Farbe des Haares angepriesen.
Die Flasche enthalt 160 g. einer farblosen, wie KolnischWasser riechenden Fliissigkeit , unter welcher ein geringer
schwarzer flockiger Niederschlag lagert.
Die Fliissigkeit enthkilt
g. salpetersaures Silberoxyd,
25 ,] Glycerin,
134 ,, Wehgeist
nebst wohlriechenden Oelen.
Der Niederschlag ist metallisches Silber , entstanden
durch die reducirende Wirkung der atherischen Oele au€
das Silberoxyd. Seine Quantitiit 'entsprach
g. Silbernitrat, mithin enthielt die Flasche im frisch bereiteten Zustande
g. dieses Salzes.
Preis 3 Mark; Werth 80 Pf.
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