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Ueber Extractum Gentianae.

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Feldhuus,
sen Wassers vermischt, colirt und auf einmal getranken ;
soll abfuhrend wirken. 3 Nusskerne gerostet, fein gestossen unrl init Wasser gckocht, soll augenblicklich die
stirlrsten Koliksclimerzen hcilen j ich habe selbst sehr
gutc Wirkung davon gcsehen. Die Nrurzelrinde wird zu
Pulvcr gestossen und dasselbe gegcn Wunden des Nabels
der neugebornen Iiiiider angewendet.
Ueber Extracturn Gentianae ;
von
F el clli a II s,
Apotheker zu Horstmar.
Die klaren wnsserigen Ausziige der Gentianawurzcl
scheiden beim Abdampfen hailfig cine gallertartige substanz aus. Wird diese nicht entfernt, so vermclirt sic die
Quantitiit des Extracts erheblicli, verschlcchtert aber in
demselben Afsasse die Qualitiiit desselben. Ausserdein
schiminelt ein solches Extract, wenn es nicht sehr stark
eingedampft ist. Das stark eingediclrte Extract hat einc
kleisterartige Consistenz, gleitet unter dcm Pistill init
Wasscr, lost sich nicht rasch in Wasser nnd die Losung
ist trubc.
Herr Mo h r bespriclit diese Erscheinung in seineni
Cornmentar genau und giebt den richtigen Grund, die
Umwandlung des Pectins, an.
Das Interesse, welches dieses Verhalten der wiisserigen Qentiana-Ausziige fur die Praxis bietet, rechtfcrtigt
wohl eine etwas nahere Betrachtung der GaIIertlrorper.
Die besten Forschungen hieriiber verdankt man Fr &my.
Ich fuhre die Resultate dieser Untersuchungen, so weit
sie fur den vorliegsnden Fall Auflclkung bieteu, in
Kiirze an.
P e c t o s e , die Muttersubstanz aller Gallertkorper,
begleitet die Cellulose in den Pflanzengeweben, vorzugsweise in den u n r e i f e n Friiohten und Wurzeln, ist nn-
iiber Extructum Gentianne.
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lijslich in Wasser, Weingeist und Aether, wird sofort
loslich durch Erwarmen mit verdiinnten Siiuren und geht
dabei in Pectin iiber.
P e c t i n ist in den r c i f e n Fruchten und T'Vurzeln
enthalten, loslich in Wasser wie Gummi, wird aus seinen
Losungen durch Weingeist als Gallerte abgeschieden ;
durch Erwiirmen init Pectase gerinnt es und giebt damit
zuniichst Pcctosinsaurc, dann Pcctinsiiure.
P e c t o s i n s iiu r e ist im feuchten Zustandc gallertartig, behalt diesc Eigenscliaft auch in ihren Salzen, in
kaltcm JVasser kaurn liislich, etwas mehr in siedendem,
die Losung gerinnt beim Erkalten. Durch Pectase, langcres Sieden und IJeberschuss von Basen geht sie leicht in
P e c t i n s a u r e uber. Sie ist der Pectosinsiiure sehr
iiihnlich, liist sich leicht in alkalischen Fliissigkeiten und
in den Losungen ricutraler Salzc. Durch andaucrndes
Erhitzen init Wasser liist sie sicli darin auf und verKndert sich in Parapectinsaurc, die noch durch Alkohol
gcf'iillt wird. Zuletzt entsteht Mctapectinsaure, die in Alkohol liislich ist.
P c c t a s e ist die sticlwtoffhaltige Substanz, welche
die Pectose und das Pectin in den Pflanzen begleitet und
gleich wie die Diastase das Starkemehl in Dextrin und
die Synaptase das Amygdalin in Blausaure, Bittermandeliil etc. umwandelt, aus Pectin beini Erwiirmen die Pectosinsaure i d dann die Pectinsaure erzeugt. Durch Alkohol wird die Pectase coagulirt, ohne jedoch die Fwhigkeit,
als Ferment zu wirken, dadurch einzubiissen.
Ich hebe hervor, dass alle so eben beschriebenen
Substanzen durch Alkohol aus ihren Losungen abgeschieden werden, mit Ausnahme des Endzersetzungsproducts
dcr Metapectinsaure.
Die praktische Anwendung dieser wissenschaftlichen
Resultate ergiebt sich beinahe von selbst.
Die Gentianawurzel wird wechselnde Mengen von
Pectin enthalten, j e nach Standort und Zeit der Einsammlung vcrschieden. Die Wurzeln werden urn so reicher
2!lG
Feldltuus,
an Pectin sein, nls sie spiiter in der Jalireszcit cingcsaniiiiclt wordon sind. Dns Pcctosin blcibt beiiii Ansziehcn
niit Wasscr zuriiclr. Pectin liist sich sowohl Lci der
RIaceration als bei der Digestion auf. Zugleich geht
such in Lciden Fiillen die Pectase niit in Lijsung und
anclcrt n.hlircnc1 der Digcstioii uiid des Abdanipfcns dns
gu~nininrtige Pectin i n gdlertnrtige Pectosinsiiure ulid
Pcctinsiiurc utn. Diosc Siiuren veranlnsscn durch ihre
Scliwcrliislichkeit in Wasscr die Triibung und rcrmiige
ilirer gnllertartigen Bescliaffeitheit die grosserc Nenge
nnd kleistcrartige Consistcnz des Extracts. Gewiss lint
H e w 1 I o h r Recltt, dnss dicser Gallcrtlrorper niclit i n
das Estrnct gchijre, dasselbe verschlcchtere und dcslialb
entfernt werclen miisse.
Es blcibt zu crortcrn, wic diese gallertartigcn Yubstanzen n u s dem Extract ausznschcidcn orler fern zu
lialtcn sind.
Die Ueantwortung dieser Fragc wurde inir tlurch
das Gchtiniren ciner griivsercn Menge des wiisserigcn
Gentiann-lluszuges nalie gelcgt. Diescr Anszug war aus
20 Pfd. (3cnti:inawurzel durch glcichzeitige Anwenclung
von Dninpf uiid Deplacirung bei etwa 40-450 C. crhalten, volllroniincn ltlnr und zieinlich concentrirt. DRSAbdanipt’en desselben gesclinli irii Wasscrbade unter unnusgesctztciii Ruhren.
Die Filtration grosserer JIcngen truber Extractliisung
ist ein inissliches Unternelinien, weil dicse Operation
lange dnuert und doch nicht grundlich zu Ende gefiihrt
werden kann, iveshalb dabci rueistens ein nicht unbcdeutender Thcil des Extracts zu Grunde geht. Verdiinnen
dcr tiiiben Extractliisung niit Wasser, Decantiren und
Colirea fuhrte durchaus nicht zu einein befriedigendcn
Resaltntc. Sehr gut gelung indesscn die Abscheidung
der Gallertlrijrger durcli Alkohol.
Dcr auf etwa 15 Pfd. eingednnipfte Anazng wurde
mit einern gleichen Voluixen Alkohol vcrsetzt, tiichtig
durchgescliiittelt und nach krlrzem Absetzen auf ein Colir-
iiber Extmctzrni Gentianue.
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tnch gebrucht. Die Gallertkorper hatten sich als Gerinnsel, welches dic Poren dcs Colirtuclics niclit rcrstopfte,
nlgeschieden. Die Fliissigkeit lief rasch ah, cs wurde
niit 45proccntigeni Alkoliol nachgespult und danri iniissig
stark ansgepress t. Der Alkohol ivurdc ini n’nsscrbade
ahclestillirt. Bcini Abdainpfen cler klnren Extractlosung
Ii0111itc Iieine iieuc Triibung bemerkt werclen; sie gab
4
Fftl. Extract voii durcliaus nicht kleisterartigcr 13csclinffcnheit. Dieses liist sich rasch und fnst vollstiindig
I r . 1 ~in Wnsscr, und geringe Flocken scheiden sic11 nach
einigcr Ruhe nb. Die Pharniakopiie verlangt eine Solution in q u a Eirnpida, aber es wird sicli einc wirklich
l i h e Losung in der Wirklichkeit beim Gentiana-Extract
schwcrlicli finden. Dic filtrirte wiisserige Liisnng dcs
Estracts init dein niehrfaclien Voluinen Alkohol versetzt,
schcidct eine lrleinc Rtengc Flocken aus, die sicli in Wasscr k l u anflosen.
I)as durch Alkoliol ttus deni wiisserigcn Wurzelausznge nbgeschiedene Gerinnsel war dine Zweifel ein Gemenge yon Pectosinsfiurc, I’ectinsiinrc und ctwns Pectin.
,hIit Wasscr geschiittelt gab es niimlich einen kleincn
Theil davon ab, der sich durch vie1 Alkohol fallcn und
in JVasscr wieder aaflosen liess. Dies mar ohne Zweifel
Peatin. Das Gerinnsel war fast ungefArbt und schmeclrte
nur schwach bitter, offenbar von einem Ruckhalt an Extract. UeLrigens verhielt sich das Gerinnsel gegen Allrnlien etz. wic die Gallertsliuren. Dass nicht alles Pectin
bciiii Abdnmpfen in Wasser unloslicli geworden war und
niclit un\ijslich in 45procentigein Weingeist ist, gcht darnus hcrvor, dnss sich in der Extractlosung beini zweiten
Abdampfcn wieder Hildung der unloslichen Gttllertsiiure
zeigte; Beweis hierfiir, die nicht vollkonimen klare Lijsung dcs Extracts in Wasser.
Es wiirde ein holier Grad rigoroser Anscliaunng erforderlich sein, urn dss Vorkommen so unbedcutender
Nengen an sich unschiidlicher Substanzen in eineni PrZ-
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Feldliaus, . i i h E d , actuni Gewtinnae.
pnrate wie das Extr. Gentianae zu tadeln. Ohne Zweifel ist die Anwendung von Alkohol in der angegebenen
Weise von Nutzen und darf, da er keine wirksamen
Theile aus dem Extracte entfernt, in ahnlichen Fllllen
empfolilen werden. Es geht aus dein Mitgetheilten hervor, dass inan den Alkohol atn besten erst dann anwendet, wenn man die Umwandlung cles Pectins durcli lingeres Erhitzen als beendigt ansehen darf. Aus demselbcn Grunde muss man auch einer warmcn uiid anhaltenden Digestion der Wurzel mit Wasser vor der Maceration den Vorzug einriiumen. DRS Pectin geht hierbei
zum Thcil in unlosliche Gallertsauren iiber, deren Flocken
nian zwischen den Wurzelstucken sehr wohl bemerken
kann. Dieselben werden beim Pressen von den Wurzeln zuriickgehalten und kommen dadurch nicht mit in
die Extractfliissigkeit. Es ist mir jedoch nicht gelungen,
selbst durch eine mehrtiigige Digestion der Wurzel bei
450 C. alles Pectin unlijslicli zu machen. Eben so wenig
bleibt dieser Korper beim Maceriren oder Digeiiren der
Wurzel mit 45procentigem Weingeist ausser Losung. Bei
der Anwendung des 90proccntigen Alkohols bleibt das
Pectin allerdings zuriick; nber es wird wohl Niemandem
einfallen, denselben deshalb an die Stelle des seitherigen
Extractionsmittels setzen zu wollen.
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