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Ueber Gifte im allgemeinen.

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Gifte und Vergiftungen.
versetzten Speise, und wahrend diejenioen starben, die
nur wenig gellossen hatten und sich ni&t erbrachen, genascn dic, wclche vicl genossen und sich darauf iibergeben hatten ]<in Fall, der sich in London wahrend der
Cholcrazcit crcignete, tjcweist, dass, ohwohl inan in der
Regcl cine Vcrgiftung annehrnen darf, wo mchrcre Personcn zugleicli iiacli dcrn Essen crkrankcn, es doch Emstiindc SieLt, wo dic Vcrgiftung,,nur schcinbar ist. Vier
illitglieder cincr Farnilie, die in Iiauslichem Unfrieden lehte,
sctzten sich i n viilliger Gesundheit nieder, bald nachher
wurden Vatcr, Mutter und Tochter \:on plotzlicheni Vomiren und Durchfall crgriffcn. Die .4usleei1ingen waren mil
Rlut gefarbt, walircnd die Blauc der Iiaut fehlte, die als
ein Zcichcn bosartiger Cholera betrac*htet wird. Zwei von
den Patientcn unterlagen, und der Solin, der rnit seinen
Aeltcrn gespannt war untl allein von diesen Symptomen
frei blicb, wurdc beschuldiut, sic vcrgiftct zu hahen. Es
fand cim strcnge UntcrsucRung statt, a t m das Zeugniss
der Aerzte hcwies, dass jene beideii Individuen wirlilich
an der Cholera gestorhen waren, untl class kcin Griind
vorhanden sci, ihim Tod der Vei-giftung zuzuschreiben.
Es crhellt aus diesen lVot.izen, class man vor Allem
einen scharfen Bcobachtungsgeist und genaue Kenntniss
der Thatsachen bcsitzen muss, urn Falle zu beurtheilen,
wo das Lebcn und die Ehre eines UnschuldiFen von den
geringfugigsten Umstiinden abhiingcn. Das btudium der
gerichtlichen Medicin, das in unsern Tagen so grossc Fortschritte niacht, wird daher immcr unent.behrlicher, damit
die Behordcn - cs rniigen nun Richter oder Geschworne
sein - sicli nicht durch Unwissenheit, Vorurtheil oder das
Geschrei der hlengc zu Schritten hinreissen lassen, die sie
eincr schwercn Verantwortliclikcit aussetzen. (lUach englischen Zeitschriften aus dein ;I/ng. d. Literatur d. Azisl.
1844. 112.) Geiseler.
Veber Gifte im Allgemeinen.
AIle vorwarts gcrichtcten Bcwegungen in der Wissenschaft sind sehr natiirlich von vielcn Scitensprungen
begleitet, vornehmlich dann, \Venn, wie in der Medicin
und Toaikologic, das Intcre.sc eines Jcden davon heriihrt
w i d . Alan tlarf aber i n solchen Fiillen sicli nicht irren
lassen iiber d u s wirklich Cute in den Bestrebungen der
Gegcnwnrt, wclchc (!hen cine Ucbergangsepochc bildet.
Mit der Zeit wird Alles i n das wahre Geleise zuriickkehren; das Excentrische, Eckige und L'ngelenke wird sich
Ueber Gifte in1 Allgenieinen.
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eindammen und abschlcifen mit und an der ewig wahreii
Natur dcr Korper- untl C!?isterwclt.
Die Zweifel an der Miiglichkeit einer Definilion ndes
Giftes., zeigen an, tlass sich wctler das Ziel, noch die Begriffe geliiirig festgestellt haben. Ganz p w i s s ist der
Ilegriff ))Gift(( em relstiver. clcr rrst in tlem gegcbenen
besttmmtcn Fallc cler Ycrgihung ein rlcmonstrativer wird.
Der Ausdruck ))Gift(( umfasst nur cine der heiden Umiinderungen , welchc tlcr thierisclie Orpnisnius von der
Aussenwelt erfahren kann. Blcibt die Thaligkeit des Organisrnus a c 1 i v gcgen allc iiusseren Einflusse, insbesondere gegcn die in den hrmkailal aufgenommenen Stoffe,
so nennen wir dieselhen Sahrungs- oder Arzneimittcl; also
der faulige Thran, den die Lapplindcr trinken, odcr das
Opium, das die Orientalen genicssen iind iiiiserc Aerzte
anwenden, oder die stark gcistigcn Gelriinke, gegen welche wir zu Fclde ziclicn, werdcn i n tlic Iiategorie der
Nahrrings - oder Arzncirnittel vcrsetzt. Unterliegt ober der
Organismus den Einwirkungen der Ausscnwelt, wird seine
Reaction eine 1) a s s i v e , so crliegt er Schadlichkeitcn, die
man in eiricrn allzu ausgedchnlen Sinne jetzt Gifte nennt.
Hierin findct sich n u n cine Uebertreihung, wie mir scheint ;
dcnn ofFenhar liegt cin wosentlicher Unterschied darin, ob
man bei eineni St.off nach seiner Wirkung anf den gesunden, oder auf den kranken Organismus, insbesondere des
mcnschlichen, frigl,. oder ob man von eincm sanitiitspoiizeilichen oder juris~ischcn Standpuncte ausSc1it. Man
kennt j a Fiillc, i n denen sich Menschen mit I~ochsalzumbractiten. Riemand wird Zweifel hegen, dass die Criminaljustiz hier das sonst so unschuldige Kochsalz als Gift
ansehen musste, dasselbe aber irn Allgerneinen fur Gift
nicht crkliiren konnte. - Wenn, wie es auch meistens bezweckt und voni allgemeinen Sprachgcbrauch gerechtfertigt wird, die Definition von Gift auf die S a n i t i i t s p o l i z e i Bczug nimrnt, so durftc vielleicht dic folgende geniiSen: Gift ist cine jedc Substanz, wclclic schon in einer
verhaltnissrniissig peringen blenge, die init dem gesunden
Organismus ir vnJwie absichtlich in Contact gebracht wird
oder im gewo inlichen Gangc der Dingc leicht in Contact
gebracht werden liann, vermiige einer chemischcn oder
sogenannten dynarnischen Wirkunu die Reaction des Organismus ubcrwaltigt und dadurch $rankheiten und Lebensgefahr verursachcn kann
Fur den Criminalrichter is1 diese Definition theils zu ens,
theils zu weit. Alle chemiscli wirkenclen Stoffc, in sofern sie zu
einer c u 1 p o s e n oder d o 1 o s e n Vergiftung Gesunder oder
P
illiscellen.
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Kranker wirklich dienten, muss die Criminaljustiz als Gifte
anerkcnnen. Die Physiologic wirrl alle chemisch wirlcenden Substanzen, die in grossserer ode, kleinerer hlenge
den g c su II (1 e n Organismus in Unordnung zu bringen
vermogcn, fur Gific crkliircn. Und die Pathologie wird,
wie allbel<annt ist.. tliesen Begriff auch auf den k r anlten
Organismus ausdchnen. Sic wird z. 13. gleichwie den
Weinseist bei allcn cnIzundlichen h‘rankheiten, so auch
das Eisen in den an~iphlo~istisclien
Salzcn fur eine Schadlichkcit, und in1 iiusserstrn Falle fur ein Gifi erkliiren
mussen. - Man sieht leicht cin, dass eine fiir diesc v i e r
verschiedenen Betrachtungswcisen gleich gultige Definition
zu den Unmiiglichkeitcn gehort, und dass demnach Abhandlungen uber die Gifie sehr yon cinander abweichen
konnen, ohne deshalb den Weg zii ihrem Ziele zu verfehlcn.
H. Wr.
-
Tartnrus notronntus (Satronweinsteinj
wird s t n t t des n’ciiistcins fiir \Vollenfiirberei vorgesclilagen; da er ein
neutrnlcs Salz ist, so wird na!iirlirh h i seiner aut’ doppelter Zersezzung berulientlen Anwendung nlle Weinsteinsiiure benulzt, wellrend im
Weinstein nur die ll;ilfte. Der Sntronweinstein ist leicliter ldslich und
auch billiger als d c r gerciiiigtc \Vciiisteiii. Ein Theil derselben ersetzt
beirn Fdrlien 2 Th. (?) gercinigtcn Weinstein und 3 Th. rohen Veinsteins. (All$. Z e d . f k i * S n ~ i o ~ r r i l - I ~ r d u s ~ r1843.
. i e . iYo. 84.)
Yolyt.
C e n t m l l l . 1864. 3.H e f t . ) B .
-
-
Dic Schwcfelsiiurc f i r Platin Ziindniaschinen dnrf, wie BO t I g e r
richtig beiiicrltl, lteine rnuchende nordhiiuser sein, da diese beini Vermisclieii init Wasser scliwclligsaures Gas entwickelt, was den Platinschwainin sclinell unhuglicli nincht. Die englische, nicht rauchende
SchwePelsBure t h u t tliess nie ”). (Attit. der Chen,. 14. Phnrm. B. 47.
P o l y t . Cetrtrnllrl. 1843. 11. 22.)
-
-__.. _nlcisalzen in Filtrirpapier.
Gcgenwart yon
Sclion friilicr war liupfer in cler Aschc von gewissen Papiersorten
a d ‘ p r ~ l l t l c nwurclrii. 111 neuercr Zrit fand Or f i la und nach ilim
G o 11 I e y niicli Ulei, rind lctztrrer ausscrdrni aiich Eisen i i i Filtrirpnpier. Die Grpriiw;irt des Bleies liisst sicli noch durcli Schwefelwasserstoffwasscr iincl Jodlialiiiiii lciclit nnchweisen. G o b l c y ist der
Ansichf, dnss clas IHei nls essigsnures Blei oder als Blciweirs in dem
Papiere entlialfen sci, iiitlrin der wasserige Auszug lceine Spur yon
BIci cnthllt. L);I niclit w o l i l nnziinelimcn ist, doss das Bleiweiss i n
dciii Papier zur Gcwichfrvcrnieliriing u n d nicht ziir Verbesserung cler
selir unbriiuclib;ir, wenn sic ctrsenige und solpetrige
Siiurc enthiilt, wie es ofrtnals tler Fall ist mit der sogen. englischen Schwefelslure, wclche in BBhnien und Sachsen gewonnen wird und in Sachseii und Thcringen sehr verbreitet irt,
D. Red.
” ) I a t aber
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