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Untersuchung einer menschlichen Leber.

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Ramclohr, UntersucAung einer menschlichen Leber.
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Untersuchung einer menschlichen Leber ;
von
Dr. G. R a i n d o h r io Marburg.
-
Herr Professor Dr. F a l c k iiberlieferte rnir kurz nach
der Section einer an den Folgen des Delirium tremells
gestorbenen Frau die Leber derselben zur Untersuchung,
namentlich zur Prufung des Fettgehalts. Schon das aussere Ansehen der Leber, welches von dem normalen sehr
abweichend war -- sie sah weiss und speckartig aus Less darauf schliessen, dass in dem vorlicgenden Falle
eine abnorme Fettbildung statt gefunden habe. Die quantitative Bestimmung des Fettes bestatigte dies, so dass
dadurch ein fernerer Beitrag zu dem Erfahrungssatze geliefert ist, dass bei iiberrriassigem Genuss von Spiritus
die Assimilation der Nnhrungsinittel nicht in der Weise
vorgeht, wie bei Hinweglassung eines so Ieicht oxydabeln
Korpers, des Alkohols. Die zur Oxydation desselben
erforderliche Menge Sauerstoff wird beim Stoffwechsel den
nicht so leicht oxydirbaren Korpern, wie z. B. Stiirke,
entzogen, und entstehen auf diese Weise an gewissen
Stellen abnorme Fettablagerungen.
Ich bestimmte in der Leber den Wasser-, Fett-, Parenchym- und Aschengehalt und verfuhr dabei wie folgt.
Zur Wxsserbestiminung legte ich einen frischen Schnitt
der Leber auf einem Uhrglase in ein Wssserbad. Das
Abwagen der Substanz gescliah swisohen zwei Uhrgliisern, welche vorher tarirt waren. Nach dem drei- bis
vierstiinrligen Erwiirmen bei 1000 C. hatte sich aus der
Leber eine verhaltnissmassig grosse Menge Fett ausgeschieden. Nach dem Erkalten der erwarmten Masse in
einem Exsiccator iiber Chlorcalcium, blieb dies Fett in
halbfliissigem Zastande. Aus dem Gewiclitsrerluste ergab
sich cler Waseergehnlt. Obgleich nach der ersten TWigung das ErwLrmen im Wnsserbade wiederholt und daranf eine neue Wiigung gemacht wurde, so Less sich den-
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R a vi dolt T ,
noch keine absolute Gewichtsiibereinstinimung erzielen.
Auch bei ofterer Wiederholung des Erwarmens und Wiegens zeigte sich stets eine Differenz von einigen Milligrainiii en.
Zur Fettbestimmung wandte ich eine grossere Gewichtsmenge der Leber an, welche zu diesem Zwecke in
feine Scheiben geschnitten uncl in einem gerKumigen Porcellantiegel im Wasserbade so lange erwiirmt wurde, bis
bei wiederholten Wagungen die Qewichtsdifferenz auf ein
Minimum reducirt war. Die so erhaltcnen Zahlen dienten als Controle fur die erste Wasserbestimmung. Bei
dieser Operation hatte sich am Boden des Porcellantiegels
ebenfalls eine halbflussige Fettmasse ausgeschieden. Zur
Auflosung derselben goss ich zunachst in den Tiegel
Aether, liess die Masse eine Zeitlang stelien, goss den
Aether darauf ab nnd wiederholte dies so lange, bis der
Aether nichts mehr aufnahm. Nach dem Trocknen hinterblieb in dem Tiegel eine fast farblose, parenchymatose,
lockere Substanz, die sich leicht zu einein feinen Pulver
zerreiben liess. Dies wnrde schliesslich mit Aether in
ein Digerirkolbchcn gespiilt und die Extraction mit Aether
wiederholt, unter Anwendung einer gelinden Erwliimung.
Das nach dicser Behandlung zuriickbleibende, fast farblose, sehr loclrere Pulver sammelte ich auf einem getrockncten iind gewogenen Filter rind wog die Masse nach
dcm Trocknen zwischen Uhrglasern.
Zur Aschenbestimmung verwandte ich die so erhaltene Masse. Die Verlrohlung geschah in ciner Platinschale, iiber welcher zur Verniehrung des Luftzuges ein
Glascylinder befestigt war.
I. 3,1680 Grin. der. frischen Leber verloren 1,7080 Grm.
Wasser.
11. 13,2142 Grrn. der frischen Leber verloren 7,0883 Grm.
Wasser.
111. 6,1259 Grin. der trocknen Leber verloren bei der
Behandlung mit Aether 4,5301 Grm.
IV. 1,5958 Grm. der trocknen und fettfreien Leber lie-
Untemuchny einer menschlic?ien Leber.
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ferten 0,101 3 Urm. Asche. Die qualitative Untersuchung der Asche ergab als wesentliche Bestandliche: CaO, MgO, Allralien und PO5 (HC1 und SO3
Spuren).
Obigen Bestimmungen zufolge enthielten 100 Theile
der frischen Leber:
Wasser. . . . . . 53,795 = Mittel a m zwei RestimFett ........ 34,010
mungen
Parenchym . . 11,314
Asche . . . . . . . 0,766
99,885.
Bei 1000 getrocknet:
Fett . . . . . . . . . . . 73,390
Parenchym ..... 24,547
Asche. . . . . . . . . .____
1,661
99,598.
Auf den Wunsch des Hrn. Prof. F a l c k untersuchte
ich ausser der Leber, gleichzeitig das Gehirn derselben
Frau auf einen Aikoliolgehalt. Ich brachte zu dem Ende
den Theil des Gehirns, welcher die Sehhiigel ausmachte,
nachdem er fcin zersclinitten war, in eine tubulirte, mit
gnter Kuhlvorrichtung verschene Retorte. Da die Reaction des Gehirns schwach sauer war, setzte ich nach dem
Uebergiessen der Masse mit Wasser etwas vcrdiinnte
Natronlauge hinzu und destillirte darauf im Wasserbade.
E s ging nur sehr wenig Flussigkeit fiber, obgleich die
Destillation einige Zeit fortgesetzt wurde, und das Destillat reducirte eine Mischung von KO, 2CrO3 und HO, SO3
nicht.
Auch bei Anwendung der Buchheim'schen Methode"),
welche in der Erkennung des Alkohols durch die Bildung
von Essigsaure mittelst Platinmohr besteht, trat kcine
Reaction ein.
Es konnten deinnach auf keinerlei Weise Spuren von
Alkohol in dem Gehirn entdeckt werden.
-
*) Ausmittelung der Gifte, yon O t t o ; pag. 85 ff. Jhunschweig
1856.
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