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Untersuchung eines grUnen Pulvers zur Frbung ungebrannter Kaffeebohnen.

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Ltihr, Pul ver zicr Farhng ungebrannter Kizfeebolmen. 27 1
Untersuchung eines grunen Pulvers zur Fzirbung
ungebrannter Kaffeebohnen ;
vom
-4potheker M. J. L o ti I'.
Die nachfolgende Analyse obiger Substanz beweist,
dass die Industrie nicht immer unschadliche Mittel, son-
dern auch oft der Gesundheit sehr schiidliche Stoffe anwendet, urn manchen Waaren, die als Nahrungsmittel
gebraucht werden, ein anderes, nach ihrer Ansicht besseres Ansehen zu geben; ohne oft in der Lage zu sein,
die schiidlichen Mittel von den unschadlichen untersiheiden zu konnen.
Das Resultat der Untersuchung dieses, inir von einem
Handlungshause ubergebenen Pulvers, welches angeblich
zum Griidarben der ungebrannten Kaffeebohnen gebraucht,
auf seine Bestandtheile zu untersuchen und demselben
das Schadliche oder Unschadliche des Pulvers zu einem
solchen Zwecke bekaniit zu machen, scheint mir so viele
Wichtigkeit fiir das Allgemeinwohl zu haben, dass die
Veroffentlichung dieses Resultats, nebst einer kurzen chemischen Analyse, im Archiv nicht an ungeeigneter Stelle
eu sein, indem durch dieselbe zwei der Gesundheit sehr
nachtheilige Bestandtheile aufgefunden wurden, die wie
das chromsaure Bleioxyd, hochst giftige Eigenschaften
besitzen und deswegen mit dem zugleich vorhandenen
Berlinerblau zu einem solchen Zwecke in sanitatspolizeilicher Hinsicht nicht angewendet werden sollen.
Chenzische Untemuchung des Pulvers.
Die mir iibergebene Substanz war ein dunkelgrunes,
ziemlich feines und fast gleichartiges Pulver, worin man
nur vermittelst der Loupe einzelne weissliche Puncte bemerken konnte.
1) Eine Drachme des fraglichen Pulvers wurde zuerst
mit destillirtem Wasser in einem Morser eine Zeitlang
2 72
Liihr,
gerieben, die abfiltrirte Fliissigkeit war wasserhell und
blieb auch gegen die angewendeten Reagentien ganz indifferent; man kochte nun das Pulver mit Wasser, das
Filtrat war ebenfalls wasserhell und die Untersuchung
ergab nur eine geringe Losung von schwefelsaurein Kalk
zu erkennen.
2) Eine andere Drachme des Pulvers setzte man
dann in eincm Platintiegel so lange der Qluhhitze aus, bis
alle fluchtige Bestandtheile entfernt waren ; das griine
Pulver nahm unter dein Gluhen nach und nach eine
graue Ocherfarbe an; die Masse entwickelte im Anfange
des Gluhens einen deutlichen Geruch nach organischen
cyanartigen Stoffen und hatte nach dem Erkalten circa
15 Procent an Feuchtigkeit uiid fliichtigen Bestandtheilen
verloren.
3) Der gegluhte Riickstand wurde mit verdunnter
Salpetersiiure ubergossen, auf der Spirituslampe einige
Zeit im Kochen erhalten, dann trennte man das Ungeloste
durch ein Filter und liess in das Filtrat so lange Schwefelvasserstoff einstreichen, als noch eine Reaction erfolgte;
die Flussigkeit f%rbte sich augenblicklich grauschwarz
und setzte bald einen reichlichen schwarzen Niederschlag
ab, der auf einem Filter gesaminelt und gut snsgewaschen,
in verdunnter Salpetersaure gelijst wurde. Die salpetersaure Losung versetzte man mit Aetzammonisk im Ueberschuss, es zeigte sich aber keine Reaction, die auf Kupfer
hindeixtete; es wurde nun verdiinnte Ychwefelsiiure zugetropfelt, wodurch gleich eine starke weisse Triibung entstand, die sich spiiter als Niederschlag ablagerte, welcher,
auf dem Filter gesainrnelt und gut ausgewaschen, mit
Soda vor dem Lothrohr behandelt, ein deutliches Rleikorn gab.
4) Die von dem Niederschlage, welclier aus der sauren Losung des gegliihten Pulvers durch Schwefelwasserstoffgas erhalten worden war, getrennte Fliissigkeit ubersiittigte man mit Aetzammoniak, wodurch augenblicklich
eine bedeutende dunkelschwarze Trubung entstand, die
Pulver zur Farbung uugebramter Kafeebohnen.
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durch Schwefelamrnoniak noch bedeutend vermehrt wurcle
und sich spater als schwarzer Niederschlag absetzte. Der
Niederschlag wurde gesanimelt, gut ausgewaschen, in
Chlorwasserstoffsaure gelost, worin er sich vollstandig aufloste, und der Losung etwas Kaliumeisencyaniirlisung zugesetzt, wodurch augenblicklich eine blaue Triibung entstand, die spater einen Absatz von Berlinerblau niederschlug ; die Fliissigkeit enthielt aber noch ausserdem Eisen
und eine nicht unbedeutende Menge Tlioncrde aufgelost.
Um nun zu ermitteln, an welche Sauren die beiden
Hauptbestandtheile des Pulvers, Blei und Eisen, gebunden waren, verfuhr man folgendermaassen:
5) Eine Drachme des griinen Pulvers wurde mit
Aetzkalilauge eine Zeitlang gekocht, dann die Flussigkeit
abfiltrirt und das Filtrat in zwei Theile getheilt.
u ) Den einen Theil machte man durch verdiinnte
Salpetersaure schwach sauer und setzte basisch-essigsaure
Bleioxydlisung hinzu, wodurch ein gelber Niederschlag
von chromsaurem Bleioxyd erzeugt wurde. Dieser Niederschlag mit Borax vor dem Lothrohr geschrnolzen, gab
sich durch die charakteristische Farbung als Chromsaure
deutlich zu erkennen.
b) Dem zweiten Theile des Filtrats sctzte man eine
Auflosung von schwefelsaurem Eisenoxyduloxyd ZU, schiittelte eine Zeitlang stark urn und fiigte zu dem schmutzigbraunen Gemische Chlorwasserstoffsaure im Ueberschusse,
modurch sich sofort blaue Flocken von Berlinerblau abschieden, welche das Cyan ausser Zweifel setzen.
Der Verlauf der Untersuchung ergab ferner in dem
Pulver, wahrscheinlich als billigeren Zusatz, circa 35 Proc.
einer Mischung von Kieselverbindungen, besonders kieselsaure Magnesia, Thonerde, Gyps und etwas Kali.
Nach der chemischcn Analyse war das griine Pulver
zusammengesetzt aus: circa 1.5 Proc. Berlinerblau, 35 Proc.
chromsaurem Bleioxyd, 35 Proc. eines Zuschlags von Gyps,
Thonerde und Kieselverbindung und 15 Proc. fliichtigen
Bestandtheilen und Feuchtigkeit.
-
Arch. d. Pharru. CXXXI.Bds. 3.Hft.
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