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Untersuchungen Uber den weissen Phosphor.

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B. Monatsbericht.
I. Anorgankche Chemie, technische
Chemie, Mineralogie, Gteologie.
Untersuchungen iiber den weissen Phosphor.
Von Bau d r i m o n t .
Es ist bekannt, dass der durchscheinende, farblose d. h.
normale Phosphor unter WasRer und bei Lichtabschluss sich
mit einer oft ziemlich dicken, weissen, undurchsichtigen Rinde
bedeckt, die man als w e i s s e n P h o s p h o r bezeighnet. Ueber
die Natur desselben bestehen bis heute sehr abweichende
Ansichten. Nach P e l o u e e ist es P h o s p h o r h y d r a t ; H.
R o s e findet, dass der Phosphor im luftleeren Raume vollig
getrocknet weiss und undurchsichtig bleibt, und halt dieses
Yrodukt fur einen e i g e n t h ii m l i c h e n M o 1 e c u l a r z u s tan d
des normalen Phosphors. Andere, wie W iir t z, welche annehmen, dass der Dormale Phosphor durch Schmelzung eine Art
Verglasung erfahre, dadurch amorph werde wie glseige arsenige Saure und Gerstenzucker, meinen, dass eine E n t g l a 8 u n g
rn i t 1a n g s a m f o r t s ch r e i f e n d e r Kr y s t a 11i s a t i o n die
Weisse und Undurchsichtigkeit des weissen Phosphors veranlasse. D u p a s q u i e r schreibt diesen Zustand der A u f n a h m e v o n K a l k s a l z e n aus dem Wasser zu, in welchem
der Phosphor autbewalrt wird ; bI u 1d e r einer Verbindung
von P h o s p h o r o x y d m i t P h o s p h o r w a s s e r8 t offgas.
Die Einen sagen, die im Wasser geloste Luft habe Einfluss
auf die Bildung des weissen Phosphors, die Andern geben an,
dass luftfreies Wasser zu demselben Resultate fdhre.
B a n d r i m o n t stellte zur Losung der offenen Frage, was
weisser Phosphor sei, eine lteihe anf die obigen Ansichten
beziigliche Experimente an.
1) Analyse und Synthese zeigen, d a s s d e r w e i s s e
P h o s p h o r k e i n H y d r a t s e i , er enthalt fast kein Wasser:
0,68Grm. verloren beim Scbmelzen 0,03. Grm. 2,72 Grm. verniin-
Untersuohungen iiber den weissen Phosphor.
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derten sich beim Schmelzen unter Wasser urn 0,01 Grm. -5,22
Grm. normalen Phosphors, unter lufthaltigern destillirten Wasser
5 Monate anfbewahrt, bedeckten sich mit der weissen Schicht
und v e r l o r e n 0,005 an Gewicht; ware ein Hydrat gebildet
worden, so hatte eine Gewichtsvermehrung eintreten miissen.
2) D e r w e i s s e P h o s p h o r i s t k e i n e a l l o t r o p e
F o r m d e s n o r m a l e n P h o s p h o r s ; beide stimmen in ihren
phyaikalischen und chemischen Eigenschaften vollig iiberein :
Wachsweiche, Ausstossen weisser Dampfe an der Luft, Leuchten im Dunkeln; beide baben auch genau denselben Schmelzpunkt, bilden sich unter Einfluss der. Sonnenstrahlen zu
rothem Phosphor urn und losen sich gleich gut in Schwefelkohlenstoff.
3) D e r w e i s s e P h o s p h o r e n t s t e h t nichf d u r c h
U e b e r g a n g aus d e m a m o r p h e n i n d e n k r y s t a l l i s i r t e n Z u s t a n d . Der normale Phosphor kann nicht mit
den verglasten, amorphen Korpern , wie plestiech6r Schwefel,
glasige arsenige Saure, Gersteneucker verglichen werden, da
man ihn dnrch einfache Schmeleung und langsames Erkalten
krystallisiren kann, wie den gewohnlichen Schwefel. Der
weism Phosphor zeigt unter Loiipe und Mikroskop keine
Spur von Krystaltisation, seine Obeiflache ist rauh , wurmfiirmig , die unregelmassige Granulation zeigt keine scbarfen
Eanten, keine krystallinische Durchsichtigkeit. Phosphor wurde
in einem Stiipselglase unter luftfreiem destillirten Wasser
geschmolzen, dae Glas geschlossen und im &sen
Lichte
vom 16. October 1864 bis zum 6. April 1866 erhalten; der
P h o s p h o r b l i e b t r a n s p a r e n t . Dies Resultat wurde von
w a r d de la Tour bestiitigt ; derselhe Phosphor in lufthaltigem
destillirten W aaser und bei ungebindertem Luftzutritte bedeckta
sich mit weissem Phosphor.
Wurde Phosphor in einer nur theilweise gefiilltan Riibre
geschmolzen, so wurde er weiss, wo er von dem lufthaltigen
Wasser bespiilt wurde; der an den Wanden der IUihre baftende Phosphor, der von dem Wasser nicht beriihrt wurde,
blieb transparent. Die vielfach modificirten Versucbe gaben
stets dasselbe Resultat: in luftfreiem Wasser wurde der Phosphor niemals weiss und undurcheichtig, auch nicht nacb langer Zeit. Der weiqse Phosphor entsteht demnach nicht durch
Einwirkung des Wassers und auch nicht durch langsame Krystallisation, sondern nur d u r c h d e n l a n g e r n E i n f l u s s l u f t h a1 t i g e n W a s s e r 8. Bewahrt man Phosphor unter lufthrrltigem Waaser in einer Flasche anf, deren Hals durch Queckeilber abgesperrt ist, so wird er sehr langsam weiss, wahrend
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Bericht 8us d. Sitzung der ESnigl. phyaikalisch- iikonom. Gesellschaft.
bei gewohnlichem Korkstopselverscliluss die weisse Schicht
sich immer mehr verdickt, wo also die Luft durch Temperaturwechsel bald contrahirt bald ausgedehnt immcr ungehinderten Zutritt hat. Eine Phosphorstmge, uber welche 6 Tage
lang in je 12 Minuten 1 Liter Wasser floss, war weisser als
eine andere von gleicheni Gewichte und bgi gleicher Temperatur, die in nicht ernenertsni Wasser lag. Phosphoratangen
in sehr abgeschwachtem diffusen Lichtc? Karen an den Stellen
opak, die das meiste Licht empfangon hatten, dasselbe war
auch der Fall in einem Glase, das mit schwanem Papier
amgeben war: die mehr bestrahlten Stellen waren weisser
als die andern.
Der weisse Phosphor liegt auf der Oberflkhe wie ein
leicht zusammengshaiifter Stclub, der sich leicht entfernen
liisst. Zu bemerken ist n o d , dass das Wasser, in welchem
Phosphor weiss wurde, deutlich wmer reagirte , indem sich
photjphorige Saure bildete , was bei dem transparenten Phosphor nie der Fall ist.
Wir kommen nach deui Vorstehenden zu dem fichlusse,
dass der weisse Phosphor weder ein Hydrat noch eine allotrope Form im chemischen Sinne deu normalen Phosphors, noch
auch das Resultat einer Vitrification ist , sondern n o r m a1 e r
P h o s p h o r , d e s s e n O b e r f l a c h e d u r c h d i e im Wass e r g e l o s t e L u f t a n g e a t z t ist, e i n P r o d u k t d e r
langsamen Oxydation, welche das diffuse Licht
beschleunigt; d e r weisse Phosphor bildet sich
nicht, wenn d a s W a s s e r k e i n e n Sauerstoff i n Los u n g e n t h a I t. (Jouirz. de Phaiwi. et de Chim.).
R.
Berieht aus dcr Sitzung der K8ngl. physikalischMonomisehen Gesellschaft zu K8nigsberg i. Pr.
am 3. Januar 1868.
1) Nach geschaftlichen Einleitungen wurden erwiihot die
umfangreiche Arbeit des Prof. nr. Z a d d a c h uber d i e T e r t i i i r f o r r n a t i o n d e s S a m l a n d e s *) und Dr. B e r e n d t ’ s
-
*) Samland ist der Landstrich niirdlich von Eanigsberg und dem
Pregel bis zur Ostsee mit den Grenzpunkten Konigaberg, Pillau , Leuchtthurm Briisterort, nach Osten etwas iiber den Seebadeort Cranz hinaus
bis an den Fuss der kurischen Nchriing, die Ostgrenze hildet das Fliisschen Deime..
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