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Untersuchungen Uber die Sekrete. Ueber die Sekretbildung im Wund- und Kernholze

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A. Will: Sekretbi!dung ici Wund- uod Kernholze.
369
Arbeiten aus dem pharmazeutischen Institute der
Universit&tBern.
Untersuchungen fiber &e Sekrete.
Von A. Tschirch.
31. Ueber die Sekretbildung im Wmd- und Kemholze.
Von A. Will.
(Eigegangeo. den 26. V. 1899.)
Verwundet man ein Laub- oder Nadelholz indem man z. B. einen
Zweig abschneidet, so reagiert die Pflanze in derWeise auf den Reiz,
dass sie die Elemente des trachealen Systems, Tracheiden und Tracheen,
(aber auch Holzparenchym und Markstrahlen) durch eigenartige ,,Busfiillungen" verstopft (,,Schutzholz"). Die Pflanze sorgt also s e l b s t
fiir Wundverschluss. Ganz etwas Ehnliches findet nun auch statt, w e n
die Pflanze das sogen. ,,Kernhold' bildet. Auch hier wird ein Teil
des Holzkijrpers verschlossen, aus dem Saftverkehr ausgeschaltet, gegen
das leitende Holz abgeschlossen'). Die Ausfiillungen im Wund- und
Kernbolze zeigen denn auch Yielfache Uebereinstimmhngen (,,Wundgummi - ,,Kerngummi"). Sie sind in ihrer phyaiologischen Bedeutnng
von F r a n k , T em m e und P r a el, denen wir ansftihrliche Untersuchungen
iiber den Geeenstand vexdanken, erkannt worden. Ueber ihre Entstehung und chemische Beschaffenheit aber war wenig bekannt. Da
es sich hier um ein eigenartiges Sekret handelt, dessen Entstehtmg
fUr die Praxis insofern von Wichtigkeit ist, als die Frage, ob und
wann man Wundea taeren oder mit Baumwachs verstreichen soll, mit
der Bildnng dieser natblichen Wundverschlilsse zusammenhbngt, andererseits aber die Kernhiilzer (z. B. Guajak, Campeche, Fernambuc,
Santel etc.) ihre Bedeutmg fiir die Praxis eben durch jene, meist
stark gef5rbten Ausfiillungbn erhalten, so war eine n8hei.e Untersuchung
defselben wiinschenswert.
Allerdings bleibt die Schicht, welche das Sekret bildet, fiir gewohnlich nur ,,btmorinogen", d. h. sie erzeagt nur eine bassorinartige
Substanz, bisweilen jedoch, wie beim Guajak wird sie auch ,,resinogen",
d. h. sie bildet Harz. Etwas Ehnliches findet man bei den Sekretgtingen
1) Vergl. die Darstellung dieser Verhbltnisse in Techirch's angew.
Pflanzenanatomie, pag. 199, 337 u. 423.
Arch. d. Pharm. CCXXXVII Bda
5 Keft
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A. Tschirch: Ueber die Sekrete.
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der Cycadeen und Coniferen. Bei den Cgcadeen bleibt der Beleg der
Kanale als reiner Schleimbeleg erhalten, bei den Coniferen wird der
Schleimbeleg resinogen
Wir haben nun mehrere hundert (ca. 300) Verwundungsversuche
an zahlreichen Laub- und Nadelholzern und krautigen Pflanzen vorgenommen und die Verwundungen bald sich selbst fiberlassen, bald
mit Teer oder Wachs oder durch Eintauchen in Wasser verschlossen.
Die Entstehung und Entwickelung des Sekretes wurde dann fortlaufend
verfolgt und so, da sich die Versuche iiber ein ganzes Jahr erstreckten,
eine vollstmdige Entwickelungsreihe erhalten. Auch den Farbhtilzern haben wir unsere Aufmerksamkeit zugewendet.
Die erzielten Resultate werden demnachst in einer von drei
Tafeln begleiteten Arbeit veroffentlicht. An dieser Stelle mag ein
kurzes Resume Platz finden.
1. Das im Schutzholze sich fiir gewohnlich bildende Produkt
im Innern der Zelle ist nicht als Gummi, sondern als ein bassorinartiger
Korper anzusprechen. (,,Schutzbassorin.")
2. Die Entstehung und Bildung dieses Schutzsekretes findet in
einem aus dem Zellinhalte, dem Plasma, stammenden Belege, der der
inneren Bellmembran eng anliegt, statt. Diesen Beleg nennen wir
"bassorinogene Schicht" (analog dem Worte "resinogene Schicht" gebildet), die Membran ist an seiner Bildung nicht beteiligt.
8. , Die bassorinogene Schicht ist (wie die resinogene Schicht)
samt dem gebildeten Sekrete durch eine "innere Haut' gegen das Zelllumen hin scharf begrenzt.
4. Bei der Bildung des bassorinartigen Schutzstoffes kommen
nur solche Stoffe in Betracht, die in Losung der sekretbildenden Schicht
zugefiihrt werden. Eine direkte Umwandlung, z. B. von S t k k e in
Schutzsekret, ergiebt sich nicht aus den Beobachtungen.
5. Die Thatigkeit der bassorinogenen Schicht hangt mit dem
Bildungstriebe der betreffenden Pflanze eng zusammen. Ruht dieser, so
ist es auch bei jener der Fall. Im Winter entsteht also bei Verwundungen
kein Schutzholz. Die intensivste Sekretbildung findet zur Beit der
vollen Blattentfaltung statt, gegen den Herbst hin verlangsamt sie sich.
Das Riickschneiden der Baume findet dementsprechend fiir unsere
Witterungsverhdtnisse am vorteilhaftesten im zeitigen Frtiqjahr, unmittelbar nach dem Wiedererwachen der Pflanze aus dem Winterschlafe, statt.
6. Das Verschmieren der Wundflgchen (mit Teer, Baumwachs etc.)
bedingt nicht das Ausbleiben der Schutzholzbild ung; wohl aber tritt
'>.
1)
T s c hi r c h, Pringsh. Jahrb. f. wiesensch. Botan. 26 (1893), pag. 376-
-4.
Will: Yekretbildung im Wund- und Kernholze.
371
dieselbe hierdurch etwas verzogert ein. Durch das Verschmieren der
Wnndfltlche werden schtidliche Witterungseinfliisse und parasitische
Eindringlinge ferngehalten. Es ist daher stets ein kilnstlicher Verschluss anauraten. Bei grosseren Verwundungsstellen muss ein solcher
sogar als ein Bediirfnis bezeichnet werden.
7. Eine vijllige Uebereinstimmnpg von Kern- und Schutzholz lHsst
sich f~ dieselbe Pflanzenspecies nicht durchgangig nachweisen, da im
Schutzholze stets eine Bildung der bassorinartigen Verschlussaubstanz
stattiindet, wahrend dieser Korper im entsprechenden Kernholze oft
vergeblich gesucht wird.
8. Bei den Farbholzern werden die Inhaltsstoffe gleichfalls von
einer eigenen, der inneren Zellwandung aufliegenden Schicht gebildet
und gegen das Zelllumen hin von der ,inneren Haut" abgeschlossen I).
9. Der Zellinhalt des Ebenholzes ist nicht als ein Humifikationsoder Karbonisationsprodukt aufzufassen, sondern er bildet sich auf
ganz normalem Wege aus dem hellen Splintsekrete durch sekundgre
Einlagerung eines , allerdings gegen Reagentien sehr resistenten,
schwarzen Farbstoffes.
10. Die Inhaltsstoffe der Kernholzzellen der FarbhBlzer sind bei
derselben Pflanzenspecies nicht einheitlicher Natur in den verschiedenen
Zellformen, sondern sie zeigen oft recht verschiedenes chemisches Verhalten, wie durch succedane Anwendung verschieden konzentrierter
Reagentien, Erhitzen mit Wasser etc. nachgewiesen werden konnte.
Besonders die Gefassausf iillungen zeigten oft ein ganz anderes Verhalten als die Ausfaungen der iibrigen Zellen.
Haufig sind die Ausfiillungen ein Gemenge verschiedener Kijrper,
wie Gummi, Harz und Oel.
Die Geftissausfiillnngen tragen vorwiegend bassorinartigen Charakter, nur bei Guajacum officinale ist eine Harzsubstanz in denselben
enthalten. Die Ausfiillungen bestehen hier aus Harz, Oel und Farbstoff.
Bei Campeche , Santel, Fernambuc, Copaifera tritt der Harzgehalt
zuriick, neben Baseorin findet sich Gummi und bisweilen auch Oel
(Haematoxylon). Oft sind noch Reste der basaorinogenen Schicht
wahrzunehmen. Dieselben bleiben nach Losnng der fibrigen Bestandteile ungeltist zurlick.
11. Trotz des reichlichen Hangehaltes der Coniferen bilden auch
diese im Wundholze, sowohl in den Trache'iden, als auch in den Holzparenchym- und Markstrahlzellen, Bassorinwundverschluss, wobei aller1) Vergl. anch die Beschreibung der Verhiiltniase bes. der inneren
Rant bei Santel und Fernambnc in Tschirch-Oesterle, Anatominchef
Atlas, Taf. !27 (1894).
!a*
372
J. Gadamer: Senfol und Senfspiritus.
dings nebenher, jedoch nur vereinxelt, harzartige Tropfen auftreten
kannen.
12. Auch in den Thyllen kann Wundsekret auftreten. Dasselbe
ist ferner nicht auf die Tracheen und Trachei'den beschrlnkt, sondern
tritt auch im Holzparenchym nnd den Markstmhlzellen auf, sowie im
Libriform. Verschlussbrilcken findet man aber meist nur in Tracheen,
Trachei'den und Libriform. Diese allein versohliessen die Bahn. Das
Auftreten von Sekret in den parenchymatischen Elementen ist also nuteine Begleiterscheinung.
Mitteilung aus dem pharmazeutisch-chemischen Institut
der Universitilt Marburg.
117. Zur Gehaltsbestimmung des Senfbles und des
Senfspiritus.
Iron J. G a d a m e r .
(Eingegsngen den 28. V. 1899.)
In diesem Archiv 1899, Heft 2, pag. 110, habe ich eine Vorechrift
zur Priifung des Senfoles und des daraus bereiteten Senfspiritus gegeben,
welche im wesentlichen nur eine Uebertragung der gewichtsanalytischen
Methode von E. D i e t e r i c h in die Mafsanalyse bedeutet.')
Noch ehe die Fassung im Druck erschienen war, wurde mir durch
IEerrn Dr. Griitzn e r die freundliche Nachricht, dass auch er sich mit
der Beatimmung des Senfoles beschaftigt und bei der mafsandytischen
Bestimmung, die nach friiheren Bearbeitungen von Herrn Geheimrat
E. S a h m i d t i n sein Lehrbuch aufgenommen worden war, j e nachUmsti&den gana erhebliche Differenzen gefmden habe. I m hiesigen Institute
waren derartige Differenzen noch nicht beobachtet worden, obwohl schon
seit Jahren die Best,immungen des Senfirles im Senfpapier nach der
mdwnalytiachen Methode ausgeftihrt wurden. Herr Dr. G r ii t z n e r
hat dann auf meine Antwort hin nach unserer Spezialvorschrift eben1) Bedauerlichemeise ist in der Vorsohrift ein Druckfehler stehen geblieben: anf Seite 111, Zeile 6 von oben, muss es heiesen ,,nicht mehr ala
4,65 ccm statt 4,5.
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