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Vergiftung junger Gnse durch Wolfsmilch Euphorbia Cyparissias.

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Lelintann,
trocknet war, sich rein schwarz gefarbt hatte. Das war
mir nun recht. Ich riihrte mehrere Tage hinter einander
mit dem Pistill vorsichtig um, wobei die Masae ganz
trocken und vollig schwarz wdrde. Vielleicht am vierten
Tage was es, die Sonne schien gerade in die Reibschale
hinein und hatte wahrscheinlich die Oberflache der Mssse
etwas erwarmt, als ich wieder umruhren wollte - ds explodirte beim ersten Druck des Pistills der ganze lnhalt
der Schsle, ahnlich verpuffendem Salpeter, jedoch ohne
Flarnme. Mir wurde der schwarzestaub ins Gesicht geschleudert (sum Gluck schutzte niich die Brille vor Verletzung der Augen). Die rechte Hand, welche das Pistill
hielt, war so verbrannt, dass die Haut derselben ledersrtig erschien. Glucklicherweise war der Schaden in
einigen Wochen mieder geheilt und keine nachtheiligen
Folgen fur mich damit verbunden.
Dasa Quecksilberoxyd mit Schwefel gemengt und in
einer Retorte erhitzt, cine furchterliche Explosion bewirkt,
berichtete schon P r o u s t (L. Gmelin’s Handbuch der
Chemie 3 Bd. S. 475). Von Oxydul konnte man Aehnliches erwarten und die obige Mittheiluug fordert zu doppelter Vorsicht auf, da ihr zu Folge eine gelinde Erwiirmung schon hinreichte, eine Explosion zu veranlassen.
4mpL
Vergiftnng jnnger Cilnse dnreh Wolfsmilch,
Enphorbia Cyparissias ;
beobachtet von
A. L e h i n a n n .
__
Vor einiger Zeit hatte ich Gelegenheit, die Wirkung
der Wolfemilch an jungen Giinsen zu beobachten. Auf
einem Landgute wurde mir mitgetheilt, dass seit drei
Wochen die jungen Ganse auf eine unerklarliche Weise
dahin sterben ; alle angestellten Beobachtungen iiber die
Ursnche des schnellen Absterbens htrtten zu keinem Resultat gefuhrt, mahrend man die Ausmittelung der Ursache sehr wunschte. Sogleich liess ich mir ein Thier,
Vergiftung junger GiZnse durch Wolfmiilch.
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welches erst vor einigen Stunden gestorben, bringen und
untersuchte die iiusseren und inneren Organe. Die Untersucbung ergab:
1) Die Leichtigkeit des todten Thieres war fur seine
Glrosse, welche bald die einer ausgewnchsenen Gans erreicht hatte, eine auffallende. Buf mein Befragen wurde
mir gesagt, dass die iibrigen todten Thiere, davon bereits
funfzig, ebenso leicht gewesen seien.
2) Die Fusse waren sehr goschwollen, besonders in den
Gelenken. Ich schnitt dieselben auf, indem ich Wasser
oder eine Substanz, die etwa den aufgeschwollenen Theil
einnahm, zu finden hoffte, jedoch war kein fremdartiger
Stoff vorhanden. Hierauf offnete ich den Korper und fand:
1. Der Magen, der sonst aehr feat bei den Thieren,
war formlich aufgelost, die Magenhaute an verschiedenen
Stellen ganz entfernt und wo sie vorhanden, sehr weich,
bei der geringsten Beriihrung sich ablosend.
11. Dss Herz war durchweg krampfhaft und das
Blut wie Wasser, uberhaupt im ganzen Korper eine Zersetzung des Blutes vor sich gegangen.
.In. An verschiedenen Theilen, so wie am Magen
waren Geschwiire vorhanden.
Alle diese Erscheinungen liessen ein Gift vermuthen,
welches die Giinse gefressen und auf deren Korper todtlich gewirkt hatte. Urn jedoch ein iibereiltes Urtheil
zu vermeiden, stellte ich bei einem noch lebenden aber
sehr kranlrhaften Thiere, Beobachtungen an und fand :
I) Die Fusse waren nicht geschwollen, die Flugel
hingen jedoch ganz hernb, das Thier war SO schwach,
dass es nicht gehen konnte; wurde demselben Futter vorgeworfen, so frass es gar nicht. Das Thier starb bald
darauf und es ergab sich bei der Oeffnung desselben:
I. Die Schleimhaute des Magens ebenfalls zerfressen.
11. An verschiedenen Stellen waren) wie bei dem
vorigen Thiere, Geschwure vorhanden.
111. Das Herz war in gesundem Zustande, ebenso
das Blut im Korper unzersetzt. Dieses Thier, welches
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Lehmann, Vergiftung juitger Gzinse durch Wo&zmilch.
kleiner und schwacher als ersteres, schien eher gestorben,
als die vollkommene Zersetzung des Blutes vor sich gegangen, was ganz erklarlich, wenn man bedenkt, dasses
nicht mehr frass, da der krankhafte Zustand des Magens
die Verdauung des Futters nicht zuliess, es also verhungern musste.
Alle diese Umstande waren hinreichend mich in
meinem Qlauben, dass die Thiere vergiftet, 5u bestarken.
Ein Pflanzengift schien mir das glaubwurdigste. Um
dieses zu ermitteln, begab ich niich am andern Morgen
unbemerkt nach dem Stalle, wo das Futter zubereitet
wurde. Die Ganse bekamen Gras und andere Krauter
fein zerstampft und mit Kleie gemengt. Rei der &heren
Untersuchung der Krauter bemerkte ich bedeutende Men-.
gen Euphorbia Cyparissias, wodurch natiirlich alle meine
Zweifel gehoben wurden. Bei der angefangenen Futterung bemerkte ich, dass die alten Giinse gar nicht
frassen, die jungen jedoch sammtlich, wenn auch nicht rnit
so grosser 33egierde) als man es gewohnlich findet. Die
g a n z e vorgeworfene frische Pflanze liessen sammtliche
liegen, woraus hervorgeht, dass die Thiere sehr wohl die
Schadlichkeit der Pflanze kennen. Die derartige Futterung wurde sofort aufgehoben und erkrankten die Thiere,
seitdem sie des Morgens keine Krauter bekamen, nicht
mehr, erholten sich auffallend und waren bei meiner Abreise sichtlich kraftiger geworden. Spaterhin brachte ich
in Erfahrung, dass die IIuter den Gansen absichtlich aus
Rache Kraut der Euphorbia Cy arissias gegeben hatten.
Zwei Ganse, welche an
ersten Tage ineines
Aufenthaltes erkrankten, gelang es mir noch zu retten.
Ich gab ihnen dreimsl des Tages drei Tropfen Opiumtinctur, wodurch oie in acht Tagen wieder hergestellt waren. Die sehr gunstige Wirkung des Opiums habe ich
friiher einmal bei einer Vergiftung eines Stossers gesehen, welcher Euphorbisstaub beim Pulverisiren verschluckt hatte, und schwer erltrankte, aber durch grosse
Gaben Opiums gerettet wurde, so dass der Mann schon nach
zwei Tagen wieder arbeiten konnte. - Als ich nun meinen
obigen Verdacht aussprach, horte ich zu meiner Freude,
dass meine Verinuthungen richtig, da eine Frau angab,
dass das Madchen, welches die Ganse ftitterte, mit Absicht Wolfsinilch gepfliiclrt, um alle zu todten, aus Rache,
weil ihr ihre Stelle gekiindigt war.
dm
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euphorbia, wolfsmilch, durch, cyparissias, gnse, junger, vergiftungen
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