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Vergiftungsfall mit kohlensaurem Baryt.

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E. Reichardt , Yergiftungsfdl mit lcolilensaurem nnryt.
schiedene folgende Einzelheiten erklarlicher zu machen. Und
derweil schau sich nur jeder College, der dazu Lust hat, in
seiner Apotheke und seiner Behausung um.
Ich behalte mir vor, in einem bcsondcrn Werkchen diese
an Einzelexcursen reich ausstattbaren Themata weiter auszufuhreii, als der Zweck eiqer Zeitschrift hier erlauben kann;
und werde auch die folgenden ,,Blicke in unser Einrichtungsweson" nur im Allgemeinen gehalten und zum Selbetnachdenken auffordernd und daraus reforruverlangend niederschreiben.
Vergiftnngsfall mit kohlensrnrem Btrryt.
Von E. R e i c h a r d t in Jena.
Die giftige Wirlrung der loslichen Barytverbindungen
ist liingst bekannt, jedoch sind Falle der todtlichen Wirkung
bei Ifenschen im Ganzen noch wenig beobachtet worden, so
dass die Erwahnung eines solchon gerochtfertigt erschcint.
I n der liiesigen Gegend wurde yon einigen Apothekern
liohlcnsnur. Baryt als Mittel zur Vertilgung der Ratten u. s. w.
verkauft nnd auch allgemein als gut wirkend befunden. Der
Verkauf trelbst orfolgte unter den gesetzlichen Vorsichtsinassregeln fur Gifte unter Schluss und unter der genauen
Bezeichnung als Gift.
Eine in angehender Schwangerschaft befindliche, sonst
lcriftige Frauensperson von 28 Jahren beschloss, wie aus deln
umfangreichen Uiitersuchungsiiiateriale entnommen, ihrem Lebun durch Gift ein Ende ZII machen und erkrankte und starb
unter allen Erscheinungeu eiiier Vergiftung. Sie war an
cinem Xachmittage gesund in die Stadt gegangen , wo zufallig ihre Mutter sich aufliielt und erkrankte dort bei dieser
gegen 6 Uhr Abends; gegen 5 Uhr war sie erst bei derselben
angekommen. Es stellte sich Erbrechen ein, verbunden wit
1ieiGgen Magcnschmerzen, jedoch sclrlief die Person des Naclrts
rnliig , ohne weiteres Erbrechen. Nachdem sie des anderen
Norgens Kaffeo getrunken hatte, fing das Erbrechen von
E. Rcichnrdt, Vorgiftuitgefall init
kolrlcnsurcm Baryt.
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Neueln a n , trotzdem wandcrte die Kranke nach ihrem wenig
molir als 1 Stunde entfernten Dienstorte. Hier besorgte sie
zwar noch ihre Geschafte, jedoch gaben das Erbrechen und
gleichzeitig Diarrhoe nicht nach, so dass sie, auf Wunsch der
Dienstherrschaft, um 2 Uhr Nachniittags das Bett aufsuchen
musste. Gegen 4 Uhr erklarte sie sich zu matt, urn herab
zu kommen, war ganz kalt, und unruhig, jedoch kein Erbrechen inehr vorhanden. Urn 8 Uhr Abends klagte Patientin
iiber grosse Hitze, dazwischen Frostschiitteln, Sprache undeutlich, Athmen erschwert. Gegen 11 Uhr sollte es besser eein
und derselbo Zustand wurde bei vollem Bewusstsein noch
Morgens 3 Uhr gefunden, UN 4 Uhr jedoch eine Leiche.
Die gerichtliche Obduction crgab im Magen, wie den weiteren Verdauungsorganen, den Darinen u. s. w. eine Menge
entziindcter Stellen, gleichzeilig wurden kleine weisse Kornchen oder zusammengeballte Stuckchen gefunden, die man als
Arsen hinstellte. In der Niihe der Schlafstube, aus dem Fenster geworfen, wurde endlich in einem Lappen gewickelt ein
kleines Papierconvolut mit weissem pulverigen Inhalt gefunden, welchcs die Aufwhrift Gift und Todtenkopf hatte.
Die weiter folgende Untersuchung erwies den vernieintlichen Arsonik als k o h l e n s a u r e n B a r y t , ebenso wurde
genau erforscht , dass nur Selbsttodtung vorliegen konnte.
Hierdurch war der gerichtliche Fall an und fur sich erledigt,
jedoch des InteresRes wegen unternahm ich noch eino besondere Untersuchung der zuriickgelegten Leichentheile.
Der ganze Berlauf der Krankheit wies anf atzendes Gift
hin, dennoch war durch die erkannte Sachlage lreineswcgs
ausgeechlossen, dass nicht neben Baryt noch ein anderes mctallisclies Gift Verwendung gefunden hatte.
Fur die Prufung wurden Magen und Leber gevahlt,
letzlere um den etwaigen Uebergang i n die inneren Wege zu
erkennen.
Nach der ublichen Zerstorung des Organischen dursh
vordunntc Salzsaure und chlorsaures Kali wurde direct auf
Baryt in dew Filtrate durch Zueatz von Schwefclsiiure gepriift
und sofort eine Fallung dcsselben erlialten. Nach Entfernung
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E. Reichardt, Vergiftungefall mit kohlensaurem Baryt.
des schwefelsauren Barytss wurde sodann durch Schwefelwasserstoff auf andere Metalle gepriift, jedoch nur die Abwcsenheit derselben bewiesen. Hierauf wurde noch der unlosliche
Ruckstand verbrannt und mit Salpeter und kohlensaurem
Natron aufgeachlossen. Die weiter folgende Yrufung und
Abscheidung des Barytes ergab nochmals eine kleine Menge,
in Summa mit obigem und auf kohlensauren Baryt berechnet
0,124 g. kohlensauren Baryt.
Die L e b e r wurde hierauf
der gleichen Behandlung unterworfen und sowohl in der Losung, wie in dem veraschten und aufgeschlossenen Riickstande
B a r y t in S p u r e n abgeschieden.
Somit war auch hier Baryt als alleiniges Gift erwiesen
worden und gleichzeitig auch der Uebergang in die inncren
Organc, wenn auf diese qualitative Abscheidung des Barytes
durch Zusatz von Sohwefelsiiure, als bestimmte Triibung und
folgende Ablagerung ein solches Gewicht gelegt werden kann.
Zur quantitativen Bestimmung war die Menge zu gering.
Dass in dem Nagen nicht mehr vorhanden war, lasst
sich B U S dem fortdauernden Erbrechen wohl erklaren und
hatte die Person wahrscheinlich am Abend des ersten Tages
und Morgens bei dem Xaffee wiederholt das Gift genommen.
Die giftige Wirkung der Barytsalze und auch des kohlensauren Barytes isl; schon bokannt, jedoch eigentlich mehr
bei zufalligem Genuss von Chlorbaryum oder salpetersaurem
Baryt; S o n n e n s c h e i n erwahnt eine heftige Erkrankung
einer Frau nach Aufnahme von kohlensaurem Baryt im Thee,
dieselbe genass aber nach langerer arztlicher Behandlung.
Als Leichenbefund findet sich dann verzeichnet: starke Entzundung der Magenschleimhauto," *) Diese Entzundung im
Magen und Darm wurde auch hier beobachtet, aber leider
iiberhanpt keine arztliche Hulfe in Anspruch genommen.
Am Ausfihrlichsten berichtet 0 r f i 1 a iiber die giftige
Wirkung der Barytsalze,**) welcher sowohl bui Baryt, wie
s.
*) Handbuch der gcrichtl. Chemie. 1869. S. 69.
**) Lehrbuch der Toxicologie, Ueberaetzung YOU Krupp. 5. Ad.
189 u. f.
R. Nietrki, Web. dam iitherische Oel der Wurzel v. Spiraea ulmaria. 429
Chlorbaryum , wie kohlensaurem Baryt bei Hunden ziemlich
rasch, nach wenigen Stuuden, den Tod eintreten sah und
auch den oben erwahnten Fall mit kohlensaurem Baryt ausfuhrlicher berichtet.
J e n a im Marz 1874.
Ueber dre gtherische Oel der Wurzel yon Spiraea
ulmaria.
Von Dr. R. N i e t z ki in Duisburg.
Schon im Jahre 1834 wurde von P a g e n s t e c h e r das
Vorkommen von salicyliger Saure in den Bliithen von Spiraea
ulmaria beobachtet. Ausserdem giebt W i c k e an, sie auch
in dem Wunelstock derselben Pflanze gefunden zu haben.
Der eigenthiimliche Geruch, welchen die frische Spiraawurzel
beim Zerquetschen entwickelt , veranlasste mich jedoch, einen
Zweifel an letzterer Angabe zu hegen.
Derselbe eeigte nemlich nicht die entfernteete Aehnlichkeit mit dem der salicyligen Saure, erinnerte vielmehr lebhaft
an das Gaultheria Oel, welches bekanntlich als Hauptbestandtheil den Methylather der Salicyleaure enthiilt.
Da mir im vorliegenden Fall das Vorkommen eineR Salycylsaure Aethers nicht nnwahrscheinlich erschien, machte ich
den Vereuch durch Destillation das riechende Princip aus der
Wurzel abzuecheiden.
Bei einem im kleinern Maassstahe ausgefuhrten Vorversuch erhielt ich ein stark riechendes , durch kleine Oeltropfchen getriibtes Destillat, welches Lackmuspapier schwach
rothete, ohne es jedoch, wie dies die salicylige Saure thut,
hinterher zu bleichen. Mit Ekenchloridlosung zeigte es die
schon violette , sowohl der Salicyleaure als der salicyligen
Saure eigenthumliche Reaction. Jedoch konnte man durch
daa Verhelten gegen ammoniakalische Silberlosung, welche
nicht dadurch reducirt wurde, auf Abweeenheit der Letatern
echliessen,
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