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Verwendung der Infusorienerde.

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Verwendung der Infusorienerde.
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Verwendung der Infusorienerde.
Vor etwa 30 Jahren wurde bei Oberohn im Amt Bergen
(Provinz Hannover) ein Kieselerdelager entdeckt , das erst in
neuerer Zeit abgebaut und verwerthet wird. Seine Machtigkeit wechselte zwischen 12 und 18 Fuss; es ist an einzelnen
Stellen bei 40 Fuss Teufe noch nicht durchbohrt. Im Laufe
des letzten Jahres wurde die Ausbeutung desselben und die
Verwendung der gewonnenen Kieselerde wesentlich ausgedehnt.
Der Betrieb befindet sich nach dem B e r g g . gegenwartig in
den Handen von 3 Unternehmern.
Der Kaufmann H. W. K a s t e n in Hannover hat in seinem regelmassig gefuhrten Tagebau, in dem die Kieselerde in
vorziigl. Reinheit und in bedeutender Miichtigkeit vorkommt,
grosse Quantitaten gefordert , die vorzugsweise zur Fabrication von D y n a m i t , U l t r a m a r i n , W a s s e r g l a s , E m a i l 1 e n u. G 1a s u r e n Verwendung gefunden haben. Auch wurde
eine nicht unbetrachtl. Yenge als P u t z p u 1v e r verbraucht.
Die Kaufleute B e r k e f e 1d t und M u n d t e r in Hannover
haben gleichfalls erhebliche Quantitaten gewonnen und zur
Herstellung von D y n a m i t versendet. Der Kaufmann J a n k e 1 in Luneburg hat angeblich mehre Schiffsladungen davon
fur Hamburger Rechnung noch Schottland expedirt. Bei der
Versendung der Kieselerde ist grosse Aufmerksamkeit erforderlich, sowohl um eine r e i n e , als auch um eine t r o c k e n e
Waare zu liefern. Ein hoher Wassergehalt wurde die Fracht
unverhaltniesmassig vertheuern.
Die Kieselerde aus Diatomeenschaalen wurde bisher verwendet :
1) als D i i n g e m i t t e l fur an loslicher Kieselerde armen
Boden; .
2) als P o l i r - u n d Y u t z m i t t e l fur alle Metalle, sowohl
trocken, als mit Wasser, Spiritus, Petroleum; als S c h l e i f m i t t e 1 zum Abschleifen des Polirgrundes ;
3) als s c h l e c h t e r W a r m e l e i t e r zur Fullung von
Eisschranken, feuerfesten Bchranken u. 8. w. ;
4) zu l e i c h t e n Z i e g e l n . Die Kuppel der Sophienkirche in Constantinopel sol1 aus Kieselguhr von Rhodus
geaolbt sein, die auch das Material zu den ,,s c h w im m e n d e n
8 t e i n e n " der Alten lieferte;
5) als A b s o r p t i o n s m i t t e l f u r F l i i s s i g k e i t e n
a l l e r A r t . Sie absorbirt d a s D r e i - b i s F i i n f f a c h e ihres
eigenen Gewichts von damit gemengtem W a s s e r , O e l , N i t r o g l y c e r i n etc. Besonders ist hier der Dynamit zu
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Verwendung der Lnfueorienerde.
erwahnen, der aus mit N i t r o gl y c e r i n (Sprengol) getrankter Kieselerde besteht. *)
6) Als F ii 11u n g s m i t t el fur Siegellack , Papier und
besonders fir Seifen. Eine geringe Menge geniigte schon,
um das Abtropfen des Siegellacks zii verhindern. Bei der
Seife dient sie nicht als einfaches Mittel zur Gewichtsvermehrung , sondern vielmehr zur Erhohung der reinigenden
Wirkung der Seife beim Gebrauch;
7) als Z u s a t z z u m M o d e l l i r t h o n . Sie verhindert
dabei das Reissen, sowohl beim Trocknen als auch beim Brennen (Verwendung als F o r m s a n d);
8) zur Darstellung vou S t e i n k it t. Gleiche Theile KieRelerde und Bleiglatte und 1/2 Theil zu Pulver geloschter
Kalk mit Leinolfirniss zu steifem Teige angeruhrt , bilden
eine Masse von sehr bedeutender Bindekraft , die auch nach
einiger Zeit die Harte des Sandsteines annimmt und zum
Kitt von Stein, Metal1 und Holz sich vorziigl. eignet.
Mit geschmolzenem Harz (Colophonium) und Schwefel
gemengt, bildet die Kieselerde nach dem Erkalten eine steinharte und sehr ziihe Masse, die als Kitt vielfacher Verwendung fahig ist. Verwendung als C e m e n t - S t u c k ;
9) zur T h o n f a b r i k a t i o n ; 10) zur G l a s f a b r i k a t i o n ;
11) zu G 1a s u r e n , besonders bei Fayenoegegenstanden ;
12) zur G l a s m a l e r e i und zu E m a i l l e n (in den Rheinliindern, Frankreich, Italien, z. B. Venedig) ;
13) zu W a s s e r g l a s .(in der Provinz Hannover);
14) zur S m a l t - und U l t r a m a r i n f a b r i k a t i o n (am
Nittel- und Niederrliein, in Rheinhessen, Bayern, Provinz
Hannover).
Auoh wird von den oben Genannten c h e m i s c h r e i n e
K i e s e l e r d e geliefert. Der Preis schwankt je nach der
Iteinheit und der bezogenen Quantitiit zwischen lI8 bis 3
Thaler pro Centner. Schliesslich eei noch erwahnt , dass die
Kieselerde hei Oberohn SO ausgedehnt vorkommt , dam an
*) Diese ,hoho Absorptionsfiahigkeit des K i e s e 1 g u h r 8 von Hermaimsburg bei Tiergen, Liineburg, Hannovcr habe ich schon im Jahre
1851 bestimmt; man vergleiche H. L u d w i g ' s Grundsuge der analyt.
Chcmie zum Gebrauch in landwirthschaftl. chemischen Laboratorien, 1851.
S. 453 : ,,Wahrend 100 Gew.-Th. Quarzsand nur 20 bis 25 Gew -Th.Wasser suriickhalten, k6nnen 100 Th. dieses Kieselguhrs 4G3 Theile Waeser
zmiickhnltcn." Auch eino Anrrlysc dieses Kieselguhrs 5ndet ;sieh a. a. 0.
Seite 442 und 1862, Bd. 110, S. 100. Arehiv d. Pharmacie 2 Reihe (1856).
-
-
Bd.
86.
s.
139.
N. Amerik. Methode d. Stahlbereitung. - Z. Analyse d. Gusseisens. 177
ein Erschopfen in Jahrhunderten nicht gedachf zu werden
braucht. (D. l d - 2 . ; dnrnus i n den Industriebldttern uom
29. Sept. 1870.).
H. L.
Nene Amerikanische Methode Ber Stahlbereitung.
Ein mit Salpeter oder mit in der Hitze Sauerstoff entwickelnden Oxyden gefiillter, an einer Seite offener Kasten wird, mit
der Oeffnung nach unten , in einem gewohnlichen Puddelofen
in das Bad von geschmolzenem Metal1 gebracht. Bei der
Httze des Ofens entwickelt sich alsbald Sauerstoff und dringt
linter den Seiten des Kastens her durch das fliissige Eisen,
darin den Kohlenstoff, Phosphor, Schwefel und das Silicium
oxydirend. Zugleich bilden sich aus den Salzen Fliisse, die
die Reduction der Eisenerze befordern. Die Vortheile der
nmen Methode sollen darin liegen, dam weniger Abgang,
also hohere Ausbeute erzielt wird und dass man aus nnreinen Erzen einen eben so guten Stahl erhalt, wie wenn derselbe aus Eisensauen der besten Sorte bereitet ware. Diese
Methode gestattet auch die Anwendung von Legirungen, die
in die Riichse gethan werden und sich dem Eisen wahrend
der Decarbonisation und Reinigung incorporiren. Man sol1
damit Stahl erhalten, der dreimal so debnbar und zahe ist
als das beste Schwedische Eisen. (Journ. of applied Chemistry.
Vol. W. N9*.10. Octbr. 1869. p. 258.).
WP.
Znr Analyse des Gnsseisens
bemerkt Ch. MBue (Compt. rend. t. 68, p 449) im Anschluss
an die Arbeit B e r t h e l o t ’ s iiber den hohlenstoff des GUSReisens Folgendes :
Beim Auflisen des Gusseisens in flchwefelsaure, Salpetersaure, Salzsaure oder Konigswasser entwickelt sich immer
zuniichst ein KohlenwaBserstoff. Dann soheidat sich Kohle
ab , gemengt mit kleinen gelben Bliittchen, welche Graphitsaure sind. Spater entstehen losliche Kohlenhydrate, und
zwar in so erheblicher Menge, dass es anmiiglich wird, das
Eisen in der Losnng mit iibermangansaurem Xali zu hestimmen, d a eine nicht zu bestimmende Quantitiit dessdben mrmtzt wird. Um desshalb keine irrigen Resultate zu erhalten,
i d es nothig, vor der Titrirung mit iibermangansaiirem
Arch. d. Phnrni. OXCIV. Bda. 9. Aft.
12
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