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Vorsichtsmaassregeln beim Gebrauche des Chloroforms.

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Vorsichtsmaassregeln beim Gebrauche des Chloroforms.
mil kohlensaurem Kali unterworfen, um durch den Versuch
festzustellen, ob die in den schweissigen Exhalationen
entbaltenen Ammoniakverbindungen zur Cyanbildung beitragen konnten, wodurch allerdings in manchen Fallen
das Experiment zweifelhaft wurde; allein nie si.nd die
geringsten Spuren von blauen Flockchen bei Zusatz von
Eisenchlorid und nach langer Zeit ruhigen Stehens wahrgenommen worden. Die Losung des Eisensalzes wurde
vor dem Zusatze noehmals filtrirt, um allen Tauschungen
vorzubeugen und alsdann das Rohrchen mit einem Korke
verschlossen. Ausserdem ist es wohl schon wahrscheinlicher, dass Ammoniakverbindungen bei Gegenwart des
Alkalis schon bei niederer Temperatur sich zersetzt und
verfluchtigt haben wurden, als anz~inehmen,dass bei den
hohen Hitzgraden, wie sie die Cyanbildung verlangt, letztgenannle Verbindung aus den Bestandtheileii des Ammoniaks enstehen sollte. Gerade der hohe Reichthum des
Blutes an Proteinsubstanzen ist der Cyanbildung selbst
bei Seringen dem Versuche ausgesetzten Mengen gunstig,
und L o e w e ist der Meinung, dass dieses Experiment
charakterislisch genue ist, um die Gegenwart einer so
complicirten Flussigkeit in zweifelhafien Fallen darzuthun.
Wo organische Pismente wesen ihrer Aehnlichkeit mit
dem Blutfarbstoffe einen Zweifel aufkommen lassen, da
Iasst letzterer sich schon beseitigen durcb das deutlich
ausgepragte Verhalten jener zu Ammoniak, unterchlorigsaurem Kalk, Natron oder freiem Chlor, und was die Rostflecken anbelangt, so werden diese nimmer, hafien sie
auf der Pflanzenfaser oder auf den Klingen schneidender
Instrumente, beim Verschmelzen mit kohlensaurem Kali,
Cyankalium oder Doppelcyaniir erzeugen konnen. (Polyt.
Journ. Juni l"53.)
B.
Vorsichtsmaassregeln beim Gebrauche des
Chloroforms.
Nach den Versuchen F 1 o u r e r ' s erslreckt sich die
Wirkung des Chloroforms nach und nach von den Lappen
des grossen Gehirns aus auf das kleine Gehirn, dann auf
die hintere Halfte und die Wurzeln der Sensitivnerven
des Ruckenmarkes, dann auf die vordere Halfie und die
Wurzeln der Bewegungsnerven des Ruckenmarkes, endlich
auf das verlangerte Mark. Ein chloroformirtes Thier verliert daher erst die IntelliFenz und das Gleichgewicht der
Bewegung, dann das Gefuhl, dann die Bewegun
In
dieseln aussersten Momente concentrirt sich das t e b e n
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noch in dem verlangerten Marke und bald darauf stirbt
das Thier.
Nach B a u d e n s soll man daher vor dem Chloroformiren die Natur des Patienten genau erforschen, den Herzschlag und die Lungen auscultiren und sich ubsrzeugen,
dass er keine organischen Fehler hat, die als Contradictionen gelten. Solche sind .4sthma, Lungenphthisis, Chlorose, Anamie etc. Der Kranke muss ruhigen Geistes sein
und darf durchaus keine Furcht VOI' dem Chloroformiren
haben, namentlich muss er das Chloroformiren selbst verlangen und das vollste Vertrauen zu seinern Arzle haben.
Die Operation darf nur in grossen und leicht auszuluftenden Zimmern geschehen.
Zur Vorsicht beim Chloroformiren sol1 man, wie es
G u i! r i n machte, das Chloroform in kleinen, langen, graduirten Flaschchen fiihren, so dass jeder Grad 1 Grm.
Chloroform. fassl. Man sol1 den Puls, die Lungenbewegungen und die Zeit des Einathmens nach einer Secundenuhr abzahlen und auf die Starke und Frequenz des Herzschlages gehorig achten. Der Kopf des Kranken sol1
durch ein Kopfkissen unterstutzt hoch liegen, und es sol1
das Chloroform mittelst eines Taschentuches zum Einathmen gegeben werden, i d e m man zuerst
Grm. und
nach und nach mehr darauf giesst. Man halt das Tuch
zuerst in einiger Entfeernung vor dem hlunde, nahert es
dann, doch so, dass ein Theil des hlundes stets offen und
frei bleibt. Indem man den Kranken gelinde in die Hande
kneift u n d ihn fragt, was man thut, muss man aus der
Antwort genau den Augenblick erkennen, wo er die Besinnung verliert, und dann die Operation schnell ausfuhren.
Z u r Zeit der eintretenden Aniistasie fangen die Patienten
haufig an zu reden, die Worte verlieren den Zusammenhang; jedenfalls soll nun das Taschentuch entfernt und
nicht beibehalten werden, wie es geschieht. Jetzt ist
besonders Vorsicht und Aufmerksamkeit auf den Puls, das
Herz und den Athmungsprocess nothwendig, und wenn
inan unwillkuhrlich den Palienten bis zum zweiten Stadium, der totalen Anastasie, gebracht hat, sol1 man alle
Dlittel anwenden, urn die Anastasie auf den ersten Grad
zuruckzubringen. Bei Ianger dauernden Operationen sol1
man dem Patienten das Chloroform intermittirend geben.
Nach dem' Chloroformiren, wenn dies ohne Unfall vor
sich gegangen ist, bedarf es weiter keiner Behandlung.
1st es dagegen zu weit egangen, so soll, man durch Oeffnen von Fenstern schnel frische Luft schaffen, den Patienten auf den Rucken legen, um die Circulation leichter
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Die Liebig'sche Reaction auf Hamstof.
herzustellen, die vier Extremitaten aufheben, um das Blut
leichter wieder nach dem Herzen hin fliessend zu machen,
den Schaum vor dern Munde des Kranken entfernen, ein
kunstliches Athmen hervorzubringen suchen, indem man
abwechselnd die Wande des Thorax und Abdomen comprimirt, auf das Gesicht Glaser voll kalten Wassers als
Douche schutten, Luft einblasen oder einpumpen, nach
R i c o r d Wasser, nothigenfalls einen Loffel voll mit ein
Paar Tropfen Ammoniak eingeben. und selbst die Eleklricitat zu H u l k nehmen. (Compt. rend. 2'. 37. - (?hem.LI.
pharm. Centrbl. 1853. No. 4 6 )
Vorkommen einer der vegetabilischen Cellulose
ahnlichen Substanz im Gehirn.
P u r k i n j e hat im Menschenhirne eigenthumliche Korper gefunden und bescbrieben, die aus concentrischen
Schichten gebildet sind und eine den rlmylumkornern analoge Structur haben. Dieselben Kopper hat man spater
noch a n anderen Stellen des Gehirns, in den oberflachlichen Schichten der Wande der Ventrikel untl im Riickenmarke gefunden. Einige Beobachter meinen, dass der
acervulus cerebri aus derselben Substanz beslehe
V i r ch o w beobachtete unter dem Mikroskope. dass
a u f Zusatz von Jodfliissigkeit diese Korper eine blauliche
Farbe annahmen. Wenn man nun Schwefelsaurehydrat
dazu brachte, so trat auch die violette Farbung ein, welche
die vegetabilische Cellulose unter gleichen Bedingungen
zeigt.
Dabei macht V i r ch o w die Bemcrkung, (lass die Stelle
im Gehirne, wo sich diese Korper besonders finden, dieselbe Gegend ist, durch deren Verletzung B e r n a r d die
Entstehung des Zuckerharnes bedingle. {Compt. rend.
T. 37. - Chem.-phawn. Cwtr61. 1853. No. 4.q.j
B.
Die Liebig'sche Reaction auf Harnstoff.
Bekanntlich hat L i e b i g als eine durchaus sichere
Reaction zur Erkennung des Harnstoffs in einer Flussigkeit
empt'ohlen, dem zu prufenden Liquidum eine kleine Menge
Kalilauge beizumischen und dann Quecksilbersublirnatlosung tropfenweise zuzusetzen. Durch Entstehung eines
hlendend weissen Niederschlags, welcher ails einer Verhintlung von Harnstoff urid Quecksilberoxyd besteht, Iasst
sich die kleinste Menge des Harnstoffs entdecken.
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