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Vulpinsure.

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Eigenschaft der C$tronensdure, Reactionen zu verhindern.
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P 1a t i n a. Schwefelplatina wird bei gewtihnlicher Temperatur nur schwer gefall:, bei 800 R. scheidet es Rich
vollstandig aus. Platingalmiak llisst sich nur langsam
und mit steigender Neigung zum Krystallisiren fallen.
Alle diese Beobachtungen zeigen zur Geniige, wie
sehr die chemischen Reactionen durch die Gegenwart der
Citronensgure verandert oder verhindert werden konnen.
Diese interessante Eigenschaft kommt aber nicht ausschliesslich der Citronenslure zu; sie findet sich nach
S p i 11er's Versuchen auch bei der Weinsteinsaure, Traubensaure und dem Traubenzucker.
Weinsteinsgure verhindert die Pracipitation der Kobaltsalze durch Pottasche, und halt als neutrales weinsteinsaures Salz das Schwefelblei und Schwefelmangan
in Losung zuruck. Das Berlinerblau bildet sich in ihrer
Gegenwart nicht, und die Fallung des Schwerspathee wird
durch sie verzogert.
Traubensaure verursacht analoge Erscheinungen, nanientlich in Beaug auf schwefelsauren Baryt.
Traubenzucker verhindert die Fallung des Schwefelniangans bei gewohnlicher Temperatur, was Rohr- oder
Milchzucker nicht bewirken konnen.
Zur Erklarung aller dieser eigenthumlichen Erscheinungen stellt S p i l l e r folgende Theorie auf. Nach ihm
besitzen die neutralen citronensauren Salze die Eigenschaft
1) sich mit andern Salzen zu einer neuen Classe
von Salaen zu verbinden, die durch folgende Formel reprasentirt wird :
(3 M0,G)
3 (MO, SO3).
Die Schwefelsaure kann durch Kohlensaure, Chromsaure, Borskure, Oxalsaure, oder auoh durch 1 Aequivalent dreibasischer Phosphorsiiure vertreten werden,
2) sich rnit citronensauren Metalloxyden zu aufloslichen zweifach-citronensauren Salzen zu verbinden. (Journ.
de Pharnz. et de Chim. Janv. 1858. png. 54 etc.)
Hendess.
+
Vulpinsiiure.
In C'etravia vulpina (Lichen vulpinus Lime'), einer in
Norwegen haufig gesainnielten Flechte, wo sie mit Krahenaugen vermengt als Wolfsgift benutat wird, ist eine Saure,
die Vnlpinsaure, enthalten, deren Eigenschaften von Mol1e r und S t r e ck e r gemeinschaftlich studirt wurden. Zur
Vulpinsdzire.
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Darstellung derselben wurde die Flechte zweiinal mit
dunner Kalkmilch ausgezo en, die Colatur mit Salzsiiure
schwach iibersattigt und er entstandene gelbe Niederschlag, der, abgesehen von etwas Chlorophyll und einem
harzartigen Korper, wesentlich aus Vulpinsilnre besteht,
aus kochendem starkem Spiritus oder aus Aether gereinigt.
Beim Erkalten der iitherischen Losung scheidet sich
die Vulpinsnure in durchsichtigen gelben Nadeln ab und
beim langsamen Verdampfen dieser Losung kann man sie
in ziernlich volumin6sen, gut ausgebildeten Krystallen
des monoklinometrischen Systems, die durchsichtig und
nahezu von der Farbe des rhoinbischen Schwefels sind,
erhalten. I n Wasser ist die Saure selbst bei Kochhitze
SO gut wie unloslich; verdunnter Weingeist lost sie spurweise, absoluter Alkohol schwer, Aether etwas leichter.
Uas bcste Losungsniittel fiir sie ist Chloroform, das sehr
grosse Mengen der Siiure aufzunehmen im Stande ist.
Beim Erhitzen uber 1000 schmilzt die Vnl inskire leicht
und erstarrt beim Erkalten wieder krystalfkscli ; sie ist
nach der Formel C38Hl4010 znsammengesetzt, worin
1 Aeq. Wasserstoff durch Metalle vertretbar ist. Das
vulpinsaure Knli, C 3 ~ H J 3 K O l o 2 aq, bildet hellgelbe
nadelformige Krystalle, die dcnen des Ammoniaksalzes,
C39H*3h:€14010
2 aq, sehr iihnlich sind; vulpinsaurer
Baryt kryetallisirt mit hellgelber und orangegelber Farbe,
die hellgelben Krystalle haben die Zusammensetzung
C38H13Ba010 .7aq; vulpinsaures Silberosyd bestelit aus
einem gelben Niederschlage, der dcr Forinel C38H 13AgO10
entspricht. Von der Usninstiure untermheidet sich die
Vulpinsnure dadurch, dass ihre Alkalisalze sich an der
Luft nicht roth farben ; auch sind ihre Zersetzungsproducte
andere, aIs die der Usiiinsiiare.
Beini Kochen mit einer warm gestittigten Losung
von Harythydrat wird die Vulpinsaure zersetzt; es entweicht eine leichtfluc!itige Flussigkeit, welclie die Reactionen des Methylalkohols zeigt, und in der Retortc scheidet sich eiii weisses, sandartig krystallinisches Pulvcr
ab, welches fast reiner oxalsauwr Baryt ist. Filtrirt
nian von dieseni ab, so ist in dem Filtrate neben uberscliiissigem Barythydmt noch ein sehr leiclit Iosliches
Barytsalz enthalten, dcssen Saure Alphatoluyls#urc genannt wird. Iliese bildet farblosc, breite, sehr dunne
Hlatter, welche schon irisiren und mit der Benzoesaure
grosse Aehnlichkeit zcigen, bei 76,50 schmelzen, beim
%
+
+
+
Vulpinsiiwe.
71
Erhitzen schon unter 1000 zum Husten reizende Dampfe
verbreiten und sich in kaltem Wasser wenig, reichlich
aber in lzochendem Wasser, Alkohol und Aether h e n .
Die Siiure wird, waa die Zusammensetzung betrifft, durch
die Formel ClSHSO4 susgedriickt, ist also mit der Toluyleaure isomer, aber in eiuigen Eigenschaften wesentlich
unterschieden. Bemerkensmerth ist der Widerstand, den
sie gegen kraftige Oxydationsmittel leistet. Es wurden
aus ihr das Chlorid, das Amid und die Nitroverbindung
dargestellt.
Die Spaltung der Vulpinszure durch kochendes Uarytwas6er erklart sich hiernach leicht in folgender Weise:
Vulpinsiiure C38H140lO C16H8 0 4 2 Aeq. Alpha+8Aeq. Wasser 118 0 8 = C16H8 0 4 1 toluylsaure
~ 3 8 ~ ole
2 2
C4 Hz 0 8 Oxalsaure
(Y 114 0 2 Methylalkohol
C38W018
Wendet man zu der Zersetzung der Vulpins”aure verdiinnte Kalilauge statt Barytwasser an, so treten zurp
TheiI andere Producte auf. Es geht gleichfalls eiiie
alkoholische Flussigkeit uber , der Methylalkohol, aber in
dem Riickstande befindet sich eine reichliche Menge Kohlena h r e nnd cine neue Saure, die Oxatolylskure. Dieselbe
krystallisirt in farblosen, sprtiden, ltlicht zerbrechlichen,
zicmlich hartcn Saulen j ‘sic scliniilzt bei 1540, verfluchtigt sich in 1iohererTemperatur und lost sich in :‘insserst
eringer Menge in kochendern Wasser, leicht in kochen8em Weingeist und Aether. Die Analyse fuhrte zu der
Formel C32lI16O6. Mit den Alkalien bildet die Saure
leichtlosliche, mit den Erdallialien schwerlijsliclie Salze.
Von cliesen wurde der osatolylsaure Uaryt = C32H15Ba06
-!- 4 nq, dns oxntolylsaurc Silberoxyd = C32Ill5AgO6
und das osatolylsaure Ulcioryd = C32H15Pb06
4 aq
untersuch t . Dcr Osatolylsaure-nether, durch Vermischen
des Silbewdzes init Jodathyl dargestellt, wurde in farblosen siiulcnformigen Ihystallen erhalten, die h i 45,50
schmelzen nnd fiir die sich die Forinel C 3 2 € 1 1 5 ( C 4 l 1 5 ) 0 6
berechnet.
Fur die Spaltung der Vulpinsaure durch Kalilauge
gilt folgendes Schema:
Vulpinsiiure C33II13 0 1 0 - C3zIl16O6 Oxatolylsiiure
116 0 6 -- Cz 114 02 3Iethvlalkohol
Wasser
+
72
Ueber die kUmtZiche Weinsteins&ure.
LIast man die kochende Kalilauge noch liinger auf die
Oxatolylsaure einwirken, 80 werden Oxalsaiire und Toluol
gebildet nach der Gleichung :
C32H16O6
2HO = C4HZO8 3. 2C14H8
O'xatolylsaure
Oxaleiiure
Toluol.
G.
(Annalen d. Ch. u. Ph. CXIII, 56-77.)
+
Ueber die kiinstliehe Weinsteinsiiure.
In der Sitzung vorn 5. September theilte Hr. P e l o u s e der Akademie der Wissenschaften in Paris Hrn.
v. L i e b i g's kiinlich gernachte Entdeckung der kiinatlichen Erzeugung der Weinsteinsaure aus Qummi und
Zucker mit, und der beriihmte Senior der Yliysiker,
B i o t, knupfte hieran die Bemerkung : wie wichtig eine
enauere Erforschung der optiechen Eigenscliaften der
fiinstlich dargestellten Weinsteinsaure sei, um durch eie
die Identitat, oder die mitunter bernerkenswerthe Nichb
identitat mit der in der Natur, 2.R. im Safte der Weintrauben, vorkommenden Weinsteinsaure festzusetzcn, und
er schlug zu diescm Zweckc eine Reilie darnit vorzunehmender Versuclie vor; diese Versuche Bind nun von Dr.
B o h n in Miinchen ausgefuhrt worden, und es hat sich
herausgcstellt, dass eine Losung der kunstlichen Saure,
welcbe Hr; v. L i e b i g dargestellt hatte, die Polarisationeebene der durchfallenden Lichtetrahlen nach rechte ablenkt, und daas diese Drehung durch Zusatz einer Spur
Borsaure ganz wie bei der gewohnlichen Weinsteineaure
vermchrt wird.
Die Identitat der natiirlichen Weinstcindure mit der
kunstlich dargestellten, und zugleich eine der interessantesten Beziehungen der, in dem organischen Processe in
der Pflanze erzeugten Producte ist damit festgeetellt. Die
unreifen Weintrauben enthalten z. H. Weinsteinsaure, die
nach und nach verschwindet, an ihrer Stelle enthalten
die reifen Trauben Zucker (ein Kohlenhydrst) und da
man durch den Oxydationsprocess aus Kolilehydraten
Weineteineaure erzeugen knnn, so scheint kaum ein
Zweifel zu bestehen, dase in dem entgegengesetzten organischen Processe ini Pflanzenleib m s der Weinsteinsaure
der ZucLer entsteht. Den Elcmenten nach kann man die
Weinsaure betrachten als Oxalsliure, welche halb in ein
Kohlchydrat iibergcgangen ist. Es ist wohl nicht zu bezweifeln, dass ganz bestiinmte und ahnliche Beziehungen
zwischen der Citronensiiure (in dem Citronensafte, den
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