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Weiters Uber Quecksilberchlorid Chlornatrium.

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Weitercs iibor Quecksilberchloiicl Uhlornatriuiii
Weiteres iiber Queolrsilberchlorid- Chlornatrium.
Von J u 1i II s M ii 11e r , Apotheker in Breslai.
(Vorgetragen in dcr Schlesischen Gesellschaft fur vaterlandische Cultur ;
Medicinische Section den 7. Juli 1871.)
Am 1. Juli vorigen Jahres empfahl ich in Gemeinschaft
mit Herrn Dr. 8 t e r n das Quecksilberchlorid- Chlornatrium
rnit Ueberschuss von Chlornatriuni zur therapeutischen Anwendung. - Heute veranlassen mich die mir vom Herrn
Prof. Dr. F o r s t e r und Herrn Privatdocent Dr. R o b n e r
mitgetheilten dariiber gemachten Erfahrungen, sowie ein Aufsatz in der letzten Nummer des Archivs der Pharmacie darauf
zuriickzukommen. Hcrr C. S c h e r i n g in Berlin, Besitzer einer
der grossten chemischen Ftlbriken in Dcutschland , empiiehlt
ilarin das yon ihm in Folge der von Herrn Dr. S t e r n und
niir in dieser Zeitschrift veroffcntlichten Abhandlung dargestellte Yriparat ,,Iiydrargyro Natrium ch!oratum." Ehe ich
iiiher darauf eingehe, will ich ganz kurz noch cinmal die
Griinde angeben , die mich namontlich bewogen, das Quecksilberchlorid - Chlornatrium mit iiberschussigeni Chlornatrium
zu empfehlen.
Das metallische Quecksilber ldst sich durch Schutteln
init Chlornatriumlosung in der erwiihnten Form auf. Ausgehend von dem chemischen Urundsatz ,,corpora non agunt,
nisi soluta'' zog id1 daraus den Schluss, dass bei der Schmierlxir das Quecksilbcr durch den namentlich an Chlornatrium
so reichen Schweiss zu dieser Verbindung gelost und in dieser Form die antisyphilitische Wirkung ausiibe. Ferner fand
ich, dass alle Quecksilberpriiparate mit einziger Ausnahme
des absolut unloslichen Schwefelquecksilbers durch Chlornatrium, also gewiss auch durch die an Chloriden so reichen
thierischen Eliissigkeiten in einer Form gelost werden , die
Eiweiss nicht fallt, eine Eigenschaft, die eben das Quecksilberchlorid - Chlornatrium durch einen Zusatz von mindestenb
10 Theilen Chlornatrium ebenfalls erlaugt und die ineiner
Ansicht nach von grosser Wichtigkeit ist. Ich sagte damals,
dass in dieser Form alles Quecksilberchlorid im Organismus,
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Wciterev iiber Quecksilbcrchlorid - Chlornalriuni.
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ohne Storiingen zu veranlassen , sofort zur Wirkung komnien
niiisse, wogegen bei Anwendung von Quecksilberchlorid ohne
Chlornatrium sicher ein grosser Theil des Sublimats durch
clas Eiweiss des Organismus gefallt , also sugenblicklich gewiss unwirksam geniacht und hierdurch die mannichfachen
Storungen im Organismus beim Sublimatgebrauch veranlasst
werden. Ich schlug ferner in Folge der im Ganzen gewiss sehr
gcringen Menge vermittels des Chlornatriuin im Schweiss
gelosten Quecksilbers bei Anwendung der Schmierkur vor,
sehr kleine Mengen Sublimat in der crwahnten Verbindung
zurn innern Gebrauch zu benutzen. Heut nach Ahlauf eines Jahres gehort das Mittel glucklicher Weise noch nicht zu den vieleu ad acta gelegten. Im
hiesigen Allerheiligen - Hospital ist auf der syphilitischen Station dss Mittel bis Tor Kurzem ausschliesslich angewandt
worden und zwar so, dass der Patient von einer Mixtur, die
in 180 Grm. 6 Grm. Chlornatrium und 0,03 Grm. Sublimal
enthielt , zweistiindlich einen Essloffel, also pro die 0,015
Sublimat bekam. Das Mittel wurde sehr gut vertragen, nur
zeigtc sich, dass die Kur langsamer als bei Anwendung der
Schmierkur verlief; vor Allem war dies bei schweren Fallen
zu constatiren.
Ich fiihle mich in Folge dessen genothigt, den einen
gczogenen Schluss, dass abnorin kleine Mengen von Sublimat
in der erwkhnten Verbindung heilend wirken mochten , fallen
x u lassen, kann aber wohl aufrecht halten, dass das Quecksilberchlorid in dieser Verbindung weit besser als reines
Sublimat vertragen wird.
Die Herren Prof. Dr. F o r s t e r und Privatdocent Dr.
Ro b n e r , die die Preundlichkeit hatten, sich ebenfalls fur
das Mittel zu interessiren, hatten so giinstige Erfahrungen,
wie sie mir Herr Sanitatsrath Dr. H e r d a n n aus dem Allerheiligen -Hospital mitgetheiit , nicht gemacht, erwiihnten aber
gleichzeitig, dass, da ja nach meiuen Untersuchungen schon
die zehnfache Bfenge des Chlornatriums geniige, um die Fallbarkeit des Eiweiss aufzuheben, sie eine bei Weitem geringere
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Weiteres iibcr Quccksilberchlorid - Uhlornatriom.
Menge Chlornatrium, wio sio iIn Hospital angewandt wurde,
zugesetzt hiitten. Die Erfahrungen standon sich also gewisser Maassen im
Widerspruch; es musste dies sicher am Mittel selbst liegen
und dies stcllte sich in der That bald heraus. - Es ist richtig, dam, w‘enn man zu cinem Theil in miiglichst wenig
Wasser gclostcn Quccksilberohlorids zehn Theile Chlornatrium
zufiigt , Eiweisslosung von dieser Fliissigkeit nicht gefallt
wird; vcrdiinnt man aber solche Losung niit vie1 Wasser, so
erlangt diese so verdiinnte Fliissiglieit wieder die Eigenschaft,
die Eiweisslosung zu triiben. Ich loste beispielswcise 1 Grni.
Chlornatrium in 10 Grm. Wasser und fugte hierzu 0,1 Grm.
Quecksilberchlorid. Diese concentrirte Losung flillt Eiweisslosung nicht, verdiinntc ich clicse Flussiglreit aber bis zu
180 Grru., so wurde davon Eiweiss gctriibt; es ging also
daraus hcrvor, dass in dieser Verdiinnung die Menge des
Chlornatrium nicht hinreichcnd war, dass also gewiss da, wo
das Mittel dieselben unangenehmen Nebenwirkungen wie
Subliniat ohne Chlornatrium eweugt , die Dlenge dcs zugef‘iigten Chlornatrium eine zu geringe gewesen sein mag. Als ich nach dieser Erfahrung in dem Archiv der Pharniacie den erwahnten Anfsatz von S c h e r i n g las und fand,
dass das von ihm dargcstellte Hydrsrgyro-Natrium chloratnm auf
1 Aequivalent Quccksilbcrchlorid nur 1 Aequivalent ChlornaIrium, d. i. nach Gewichtstheilen noch nicht ganz die Halfte
entliielt, sagte ich mir bald, dass, da dieses Praparat sichcr
in Polge dcr geringcn Alenge Chlornatrium Eiweisslosung triiben wiirde, es den1 von mir empfohlencn Mittel mehr schaden
wie niitzen miisse, d. 11. dass cs vor dem Gebrauch des reinen
Sublimats keinerlei Vorzug haben konne. Eine von S c h e ring bezogene Probc iiberzeugte mich von der Richtigkeit
ineiner Vorausset;Lung. Dieses Salz , gelost in Wasser, triibt
Eiweisslosung sofort, wogogen das von mir nach eincr gleich
zu crwahnenden Vorschrift bereitete Sale Eiweiss vollig klar
lasst. Ja es verlialt sich such gegen chemische Reagentien
ganz anders: wenn das S c h e r i n g ’ s c h e Praparat mit dem
geringen Chlornatriumgehalt bei Zusatz von Kalilauge einen
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Weitercs iibcr ~ncc~ksilbcroliloridChlor~iatrium.
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gelbrothen Niederschlag giebt , so erzeugt Iialilauge in den1
von mir dargestellten Salz einen weissen.
Es ist also die reine von S c h e r i n g dargestellte chemische Verbindung von Qutlcksilberchlorid Chlornatrium ohne
vermehrten Zusatz von Chlornatrium mit meinem Vorschlage
in Ireinem Zusammenhang xu bringen. Um nun den Aerzten
ein - gewiss Vortheile vor dem reinen Sublimat bietendes
Priparat zu liefern und eine leichte Verschreibweise zu ermoglichen, stellte ich das H y d r a r g . b i c h l o r . c u m N a t r i o
c l i l o r a t o dar. E s e n t h i i l t a u f 1 T h e i l Q u e c k s i l b e r c h l o r i d 1 0 0 T h e i l e C h l o r n a t r i u m , in jedem Gramme
also 0 , O l Grm. Sublimat und lost sich in wenig Wasser leicht
auf. Man stellt es dar, indem man 100 Theile Chlornatrium
und 1 Theil Quecksilberchlorid in destillirteni Wasser lost
ond die filtrirte Losung bis zur Trockene eindampft. In1
Allerheiligen - Hospital wird es seit Kiirzern verordnet nnd
zwar s o , dass 6 Grm. des Salzes in 180 Grm. Wasser gelost und hiervon der Patient zweistiindlich einen EsslofTel
erhalt, pro die also 0,03 Grm. Sublimat nimmt. -
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Ich bin iiberzeugt, dass es auch in dieser grosseren Dosis, wie es bisher angewandt, gut vertragen wird und hoffe,
dass, da die langere Dauer der Kur sicher nur in der zu
geringen Dosis lag, auch dieser Vorwurf fallen wird. Denn ist man iiberzeugt, dass bei der Schmierkur das Quecksilber, um die antisyphilitische Wirkung auszuiiben, sich losen
muss, so knnn es kaum in einer anderen als in der von niir
erwiihnten Form sein und es ist gewiss rationeller, das zur
Heilung nothige Quecksilber in der am leichtesten assimilirbaren Form und in der niir unbedingt erforderlichen Menge
dem Organismus zuxufiihren , als eine nicht zu bestimmende
Menge Quecksilbcr vermittelR der Schmierkuy iii den Xijrper mi bringen.
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