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Zersetzung der Glasstandgefsse.

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H. Frickhinger, Zersctznng der Glasstandgefasse.
Noch manche andere dem pharmaceutischcn Besucher
wohlbekannte Namen waren au8 dem gewaltigen Palmenhause
zu erwiihnen ; die eben angefuhrten mogen geniigcn , um nur
eben auf die Fiille dcr Belehrung aufmcrksam zii machen,
welchc in Kew in so leicht zugilnglicher Weisc aufgehauft
ist. Davon abgesehen liegt in cinem eben erst neu, mit
verdoppelter Sicherheit eingerichteten eigencn Gebiiude die
grosstc Pflanzensammlung der Y7elt sammt entsprechender
Bibliothek. Englische und fremde Botnniker sind fortwahrend
beschaftigt , haup tsiichlich auf Grund diescs Herbarium8 die
Floren , besonders dcr weiten Laudergebicte der englischen
Herrschaft monographisch zu bcarbeitcn. Die Aufgabe eine
Gesammtiibersicht der Vegetstionsdecke der Erde zu Standc
zu bringen, diescs Endziel der beschreibenden Botanik, ist
nirgends in so grossartiger Weiso in Angriff genommen
worden wie in Kew. Ueber die beziiglichen Fortschritte gibt
jedes Jahr cin biindiger Bcricht 1 des Directors, SIR JOSEPH
D. IrOOKER,: ,,Report on the progress and condition of the
Royal gardens at Kew" Auskunft. Gewohnlich findcn sich
darin auch Kachrichten uber Anbau officiueller und technisch
wichtiger Pflanzen.
Zersetzung der Glasstandgeflsse.
Von H. F r i c k h i n g e r , Apotheker in Nordlhgcn.
Ein Zofdl fulirte mich auf die Beobachtung, dads mild
alkslisch reagircnde Salze oder von Alkalicarbonat begleitete
Neutralsalze allmShlich auf tadelloses , alkuliarmes GLas kraftig einwirken, es matt fressen, wenn Feuchtigkcit mithilft
und die Eiuwirkung lange fortdaucrt. Die Zeitdauer , von
welcher ich hier spreche, erstreckt sich auf 4 Detennien.
Man hat keine Voranlassung, die Standgefasse trockner
oder trocken scheinender, nicht hygroscopischer Salze von
1) Kiuflich f~rasnige Pence bei \V. Clowes and S o n , 13 Charing
Cross, London.
11. Frickhiuger, Zcrsctzung der Glasstandgcfiisse.
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Zeit zu Zeit auszuwaschen; das Salz wird stets in kurzen
Zwischenraumen erneuert und ist immcr tadellos.
1st man zuflillig anf einc uberraschende Thatsache gestosscn und fasst man die Erfahrung - so weit zuganglich
- niiher ins Auge, so gewinut die Bcobachtung eine gewisse
Wichtigkeit , weil aus ihr in niannigfacher Richtung grosse
und wichtige Folgerringen gezogen werden konnen. Die aufloscnde Wirkung verdunnter Alkalicarbonate auf starre,
Rchwer aufschliessbare Mineralien geht daraus handgreiflich
hervor, und die Gcologie wird solche klcin schcinende Resultale g u t zii verwerthen wissen. Dic chernischc Kraft wirkt
langsam abcr sicher, und was ihr an Energie abgeht, das
ersetzt sic reichlich durch die lange Dauer der Einwirkang.
Meine Beobachtungen wurdcn gernacht an Standgefassen
von sehr hartem , alkaliarmcm, bohmischem Glase, welchc
Gefasse v. J. 1838 bis 1878, also volle 40 Jahrc gedient
hatten.
Untcr allen diesen GefEsscn hattc (abgesehen von jenen
iur Aetzlaugen , trockenes Kalihydrat etc.) am meisten dasjenige gelitten , welches zur Dispensation des milden Mittels
Tartarus natronatus gedient hatte. Bekannt ist die Erfahrung, dass bei der Bereitung des Scignettsalzes schonere
Krystalle erhalten werden , wenn die Lauge einen kleinen
Antheil von Natriumcarbonat cntlialt. Letzteres wird hierdurch * spurs-eke in die Schichten dcr ansehnlichen rhombischen S i d e eingclagert. Zur Erleichtcrung in der Receptur wurde stets ein Glas voll Krystalle zu grobem Pulver
zerrieben, welches wegen der in den Krystallen eingeschlossenen Spur Yuttcrlauge nictit ganz trocken erschcint , allein
wohl so gehalten wcrden kann, da es hier niemals zu Pulvern, sondern nur zu Auflosungen rcrschriebcn wird. Wircl
das Staiidgefass nun tausendma1 frisch bewhickt, aber n i e m a l s v o l l s t a n d i g b e f r e i t vou den am Glase hangenden
Krystalltriimmern, so wirkt in diesem feuchten Zustande das
anhangende Minimum von Natriumcarbonat so sehr angreifend
auf die Kieselsaure des Hartglases, das8 dieses nach 40 Jahren an der ganzcn Innentlachc matt gefressen erscheint und
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H. Frickhingcr, Zsrsefzung dcr Glasstsodgefasso.
kein Mittel mehr im Stande ist, dic fruhere glanzende Oberfliiche wieder herzustcllen.
Den Bcleg, dass die Feuchtigkeit das Nittel fur den
Angriff bildet, geben die Standgefasse von Kali carbonic. pur.
und dcpnrat., sowie von Liqu. Kali carbonic. Letztcres
crschien schon nach 10jahrigem Gebrauch stark angegriffcn ;
die Standgefasse von dem trockenen Kali carbonic. pur. und
depurat. aber nur am oberen Rande, wo die zufallig auffallenden Staubchcn zerfliessen und hierdurch ihre fortdauernde
Einwirkung auf die Glasmassc vermittelt ist. Der Umstand
aber , dass der Receptircnde von eincm l'eucht gewordenen
Inhalte Nichts mehr mit Sicherheit abwagen kann, zwingt zu
der grossten Vorsicht, innen irn Glase keine Feuchtigkeit aufkommen zu lassen und, ware dies doch einmal geschehen,
das Glas sofort durch Wasser zu reinigen und vollstandig
anszntrocknen, ehe es wieder beschickt wird. Da auf dil.se
Weise in den Standgefasaen z. B. von Kali carbonic. pur. und
depurat. die Bedingung corpora non agunt nisi fluida Rich
nie erfiillt, erscheint in ihnen nach 40 Jahren die Innendache
kaum bemerkbar angegriffen, fast intact, die Rander dagegen
sind m a t t g e f r e s s en.
Eine auffallende Erscheinung bot dss Standgefass von
Nagnesia usts. Obwohl diese nichts wenigcr als chemisch
- (hochstens mechanisch -) hygroscopisch ist , war gleichwohl die ganze innere Flache s t a r k m a t t g e f r e s s e n . Ob
dazu vielleicht ein Ruckhalt an Alkali mitwifkte ?
Die alte Erfahrung des Mattwerdcns der Gefisse des
Aetzammoniaks namentlich an den Randern kommt schliesslich mit dem Mattwerden und Abstehen der Fensterscheiben
in Pferdestiillen suf Eines heraus , obwohl die Standgefasse
des trockenen Ammoniurncarbonats wenig angegriffen erscheinen, weit mehr die des Liquor ammon. carbonic. - Auch
das Standgcfiiys des Liq. ammon. anisat. ist stark angegriffen.
Ziemlich stark angegriffen sind ferner die Gefiisse von
Natr. carbonic. crystall. und von Kali bicarbonic., welche
Heide beim Zerreiben der Krystalle etwas zwischengelagerte
Lauge erkenncn lassen.
E. IEofniann, Naringin (Hesperidin de Vry).
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N i c h t a n g c g r i f f e n sind die Standgefassc der Stlurcn
(mit Ausnahme der rauchendun Schwefclsaurc), des Salpeters,
des Natrum bicarbouicum, Alauns und des Kali tartaricum.
Letzteres enthalt haufig ein Minimum von iiberschussigem
Weinstein, dessen saure Beschaffenheit den Angriff auf die
blanke Kieselfliche des Glases abwehrt.
Eine auffallendc , mir nicht erklirliche Erscheinung ist
das Angegriffensein der oberen Theile der Innenseite des
Glases, in welchem seit 40 Jahren Camphora trita gehalten
wird. Um beim Mengcn kleiner Portionen Camphor mit arabischcm Gummi etc. nicht stets wieder Weingeist zusetLen
zu miissen, wird beim Zerreiben und Fullen dea Standgefasses
ein Ueberschuss von Weingeiet angcwendet. Der Camphor
ist also feucht und scheint in der Wcingeistatmosphare noch
leichter an die obercn Theilc des Glases zu sublimiren als es
sonst der Fall ist. Und diese Theile des Standgefasses
erscheinen nun angegriffcn! N i c h t der Fall ist d i e s bei
dem Gefiisse, welches den Camphoi. zuni Zwecke des Handverkaufes in Sliicke zerschnittcn enthalt.
Ich glaubte diese angefuhrten Thatsachen constatiren zu
sollen, nachdem ich i n der gunstigen Gelegenheit gewesen
bin, sie zu beobachten. Miichten sie von Anderen erweitert
und vervollstandigt werden.
Naringin (Hesperidin de Vry).
Von Dr. Xd. H o f f m a n n , Apotheker in Kandel.
I n friiheren Mittheilungen iiber Hesperidin lieferte ich
don Nachweis, dass mit diesem Namen zur Zeit zwei giinzlich
verschiedcnc Bestandthcile der ilurantiaceen bezeichnet wurden:
jener bereits 1838 ron Lebreton in den Orangen nachgewiesene ,,indifferenter " Xorper und ein in erst verhaltnissmassig
neuerer Zeit von de Vry, diesem unermudlichen Forscher auf
pharmacognostischem und pflanzenchemischem Gebiete, aus
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