close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Zum Tryptophan-Stoffwechsel und zur Nikotinsuresynthese bei zentralasiatischem Mutterkorn.

код для вставкиСкачать
474
Ergc, Qroger und Mothee
AFchlv der
Pharmazie
2119. D. Erge , D. Groger und K. Mothes
Zum Tryptophan-Stofiechsel und zur Nikotinsauresynthese
bei zentralasiatischem Mutterkorn*)
Aus dem Institut fiir Biochemie der Pflanzen in Halle ( S a l e )
der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin
(Eingegangen a m 9. November 1961)
Durch Versuche mit 14C markiertem Tryptophan, die von verschiedenen Arbeitskreisen durchgefiihrt wurden, konnte diese Aminosiiure als Vorstufe des Lysergsaureskeletts erkannt werden. Dabei ist noch unbekannt, welcher Reaktionsmechanismus die Kondensation zum Ergoljngeriist beherrscht. Ohne Zweifel steht
damit der Metabolismus des Tryptophans bei Claviceps purpurea in engem Zusammenhang.
Die Kondensation von Indol und Serin zu Tryptophan und der Abbau des Tryptophans zur Anthranilsiiure konnten sowohl von Ty k r und Schwartingl)als auch von
Cr6ger2) und &@er
et aL3) festgestellt werden. Der von Griiger verwendete Stamm
SD 58 zeigte bei Verfiitterung von Tryptophan oder Indol eine Zunahme der Clavinalkaloidausbeute. AuBerdem konnte bei Indolfiitterung in Spuren 3-Hydroxyanthranilsiiure nachgewiesen werden, aber keine Nikotinsiiure, die Tyler und
Schwarting jedoch als Abbauprodukt des Tryptophans finden.
Wir verwendeten fiir m e r e Untersuchungen den Stamm EK 47, der von zentralasiatischem Grasmutterkorn isoliert wurde. Die Anzucht des Myceis erfolgte in
500 ml-Langhalskolben, die 100 ml Niihrlosung Nr. 353 (&6ger2)) enthielten. Nach
achttagiger Schiitteldauer auf einem Rundschuttler war die Niihrlosung zugewachsen, und das Mycel wurde nun auf einer Fritte mehrmals mit sterilem Wasser gewaschen. Fiir den sich anschlie5enden Replacement-Versuchverwendeten wir kleine
Schuttelbirnen, die 'jeweils 15 ml 0,067 m Phosphatpuffer und die eingewogenen
Mengen der verfutterten Vorstufen enthielten. Die Beimpfung der Schiittelbirnen
mit dem gewaschenen Mycel erfolgte mittels Platinloffel derart, da13 moglichst jeder
Ansatz die gleiche Menge Trockengewicht enthielt. Die Schutteldauer betrug
90 Stunden bei 24".
Es wurden drei Versuchsserien mit 3-Hydroxyanthranilsiiure, 3-Hydroxykynurenin und Tryptophan angesetzt. Die Substanzen verfiitterten wir in folgenden Konzentrationen :
1. 5 mg 3-Hydroxyanthranilsiiure in 15 ml Puffer
2. 2 mg 3-Hydroxykynurenin
in 15 ml Puffer
3. 1,5 mg Tryptophan
in 15 ml Puffer
*) Herrn Prof. Dr. Winterfeld aus AntaB der 70. Wiederkehr seines Geburtstages gewidmet.
V. 1. Tyler und A . 1.Schtimrting, J. h e r . pharmac. Aasoc. sci. Edit. 43, 207 (1954).
D. Gciqer, Arch. Pharmaz. 292,389 (1959).
8 ) D. GWger, K . Mothes, H . kXmon, H . G . FloPund F . Weygand,Z. Naturforsch. 16b. 432 (1961).
1)
a)
295. Bd.
1962, ~ r 13 .
Zum Tryp@hun-Stoffwe.chael und zur Nikotinaaureaynthese
475
Nur die Losungen der 3-Hydroxyanthranilsaure und des 3-Hydroxykynurenins
wurden durch Sterilfiltration keimfrei gemacht, wahrend die Tryptophanlosung an
drei aufeinander folgenden Tagen 20 Minuten lang auf 100" erhitzt wurde.
Nach Beendigung des Versuches benutxten wir 1ml des Replacement-Mediums
zur Chromatographie und trugen es strichformig auf Papier 2043b Schleicher und
Schiill auf. Der Nachweis der Nikotinsaure erfolgte durch Vergleich der gefundenen
Rf-Werte mit denen reiner Nikotinsaure, die als Testsubstanz in einer Menge von
1Opg auf jedes PC aufgetragen wurde. Jede Probe chromatographierten wir aufsteigend in drei verschiedenen Laufmitteln.
Das Anfarben der Nikotinsaure erfolgte durch Behandlung der PC mit Dampfen
von wassergesiittigtem BrCN (15 Min.) und nachfolgendem Bespriihen mit einer
2proz. Benzidinlosungin 96proz.;bthanol. AnschlieBend,setzten wir die PC nochmals
den BrCN-Dampfen aus, um eine Verstarkung der roten Farbe zu erreichen (Kuffner4)).Sowohl bei der Verfiitterung von 3-Hydroxyanthranilsiiure und 3-Hydroxykynurenin, ah auch von Tryptophan entsteht Nikotinsaure, jedoch immer nur
in sehr geringen Mengen. Im Falle der Verfiitterung von Tryptophan ist Anthranilsaure immer in wesentlich grofleren Konzentrationen als die Nikotinsaure vorhanden. In den Kontroll-Experimenten trat keine Nikotinsaure auf.
Die Nikotinsiiure hatte im Versuch 278 folgende Rf-Werte :
Propanol :Wasser 3 : 1
Waaserg&ttigtes Butanol
1,5 n NH,OH geaiittigtes Butanol
0,45
0,13
0,19
Unabhiingig davon setzten wir einen Versuch an, in dem die gleiche Menge
3-Hyclroxykynurenin verfiittert wurde, um zu untersuchen, ob daraus 3-Hydroxyanthranilsiiure gebildet werden kann. Durch Cochromatographie mit reiner
3-Hydroxyanthranilsaure im Berg-Mason-Gemisch konnte diese Vermutung bestiitigt werden.
Damit erweitern unsere Untersuchungen die Befunde von Tyler und Schwwting
und machen wahrscheinlich, daB bei Claviceps in prinzipiell gleicher Weise wie bei
Neurospora und bei Tieren die Nikotinsauresynthese im Tryptophanabbau iiber
Hydroxykynurenin und Hydroxyanthranilsiiure erfolgt. DaD das nicht in 'allen
Organismen so ist, weiD man seit liingerer Zeit. Nach neuesten Ergebnissen unseres
Laboratoriuma geht bei Tuberkelbakterien Asparaginsaure in die Nikotinsiiuresynthese derart ein, daB das vierte C-Atom zum C-Atom der Carboxylgruppe wird
(E. Moths et a1.6)).
4,
5,
F. Kuffner, Mh. Chem. 86, 995 (1955).
E . Hothea, D . &0/3, H . R . Schade y d K . Hotha, Naturwissenschaften 48, 623 (1961).
Anachrift der Verfasser: Halle/Saale. Am Kirehtor 1.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
2
Размер файла
141 Кб
Теги
bei, mutterkorn, zentralasiatischem, zur, nikotinsuresynthese, zum, tryptophan, und, stoffwechsel
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа