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Zur Frage Uber das Selbstdispensiren.

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Vet-einszeitung
5. Znr Frage iiber das Selbstdispensiren.
Die Erlaubniss des Selbstdispensirens der Hornoopathen besteht
in einigen Landern, als Oesterreich, Preussen, Bayern und einigen
kleinen Staaten seit langerer Zeit, zurn Theil schon seit einem Jahrzehend und dariiber. Man hat daran hier und da die Bedingung
iiber die Arzneibereitung an eine Prufung gekniipft, welche nicht
schwer zu bestehen sein soll, und der Angabe der Arznei auf der
Signatur. Alle eigentliche Controle fallt weg. Hie, hat man die
Erfahrung gemacht, dass die Homoopathen um so rnehr Zulauf
haben, als sie gewandte Charlatane sind, RWS sich j a am meisten
bei dem Erfhder der Homoopathie enviesen hat, der hei aller seiner Gelehrsamkeit, seinem vielfachen Wissen, docli nicht eher zu
festern Brod kornmen konnte, bis dass er seine Zuflucht zur grossartigsten aller elaonnenen Charlatanerien nahm. Bei scinem Pneuwt
Kali anfangend, bis zu der Hypothese seines Organons, war sein
Streben: Gelderwerb auf leichte und grossartige Weise. Er bebte
nicht zuriick vor den Mitteln, ob sic mit der Sittlichkeit irn Einklange oder im Widerstreite waren. Sein Treiben in unserer Nahe
in Cothen, seine Art der Behandlung seines furstlichen Gonners,
seine Verheirathung, sein Urnzug nach Pwk, liefern dafur vielfache
Beweise; ja das Treiben seiner Wittwe zeigte, dass auch das Meisterstiick des Gelderwerbs in die Erbscliaft gefallen war. Es war
so naturlich, dass der Meister bei der Art seines Treiheiis einen
llstigen Controleur, \vie den Apotheker, xiicht gebrauchen konnte.
E r dispensirte also selbst, oder durch Frau und sonstige Gehiilfinnen, und schiitzte vor, dass der Duft anderer Arzneien die Wirksainkeit der homijopathischen beeintrachtigen konne, urid fand bei
seinem damaligen Hemi und Gcbieter Schutz und Schirm f ~ alle
r
seine Wunsche.
Wab dem Meister gelungen, suchten die Jiinger auch anderwarts arizustreben. Der Minister Freiherr von Altenstein wies mit
Beharrlichkeit in Preussen die beabsichtigte Selbstdispensation
zuriick. Unter seinem Nachfolger hatte die 13egunutigung der HOmoopathie einen festeren Hoden erworben und bedingsweise ward
die Erlaubniss zugestanden. Seitdem ist ein grosser Riss in die
rnedicinische Gesetzgebung gekommen. Der Grundsatz, dass der
Arzt Verordner der Arzneien, der Apotheker Bereiter und Ausgeber
derselben sein solle, fie1 mit jener Erlaubniss, taglich mehrten sich
die Eingriffe sowohl in die iirztliche als die pharmaceutische Praxis.
Je hoher die Wissenschaft stieg, desto zudringlicher trat die Quacksalberei auf. Kuren aller Art, mit Wasser, Magnetismus, Galvanismus, Aepfelwein, Lehmwasser, Semmcl, Krautertriinken und wie sie
alle heissen mogen, vom unsterblichen P r i e s n i t z bis auf den
Schuster L a m p e tauchten auf, um das Ansehen der Medicin und
Pharniacic zu gehhrden. Nichts fehlt, als dass man die Medicin
und Pharmacie als eine vollig freie Kunst erkliirt uud deren Auciibung Jedem nach seiner Wcise gestattet. Alles dieses ist Folge von
der ersten Lucke, die man in die medicinische Gesetzgebung riss,
von dem Selbstdispensiren der Homoopathen. Der Gedanke aber,
daas die Homoopathen rneinten, die Pharmacie iiberflussig zu rnachcn,
wie gar ofters das gesprochen worden, war um so thorichter, als sie
selbst die Pharmacie nicht entbehren konnen und zur Anfertigung
der Urtincturen die Hiilfe dcr Apotheker unentbehrlich ist, wie
G r u 11 e r, T h r a e n und Nachfolger und mauche andere durch ihre
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Vereimzeitung
rege Wirksamkeit noch heute beweisen"). Alles hat seincn Anfang und sein Ende. Was auf Wahrheit und wissenschaftlichem
Streben beruhet wird das iiberdauern, dessen Grundlage Unwahrheit und grobe kelbsttauschung ist. Darum diirfen auch die Aerzte
alter Schule und die Apotheker sicher sein, dass ih're Sache obsiegen werde. W i e viele aber einstweilen in Kummer und Noth
zu Grunde gegangen oder doch zu klaglicher Existenz verdammt
worden sind, das ist eine andere Frage. Die Hauptfrsge bei dem
Allen sollte aber die sein: ,,Wie sorgt man am vorziiglichsten fk
die Wohlfahrt des Publicums?"
Gewiss nur in der Weise der Aufrechterhaltung zweckmiissiger
Gesetze, Abwehr der Charlatanerie und der mit ihr vergesellschafteten Prcllerei: Alles nur, indem man die Wissenschaft achtet,
ehrt und schiitzt.
Dr. L. F. Bley.
6. Ueber die heutige Homiiopathie.
Erster Aufsatz.
Die Homijopathie nach ihrem jetzigen wissenschaftlichen Standpuncte spiegelt sich am besten ab in dem ,,Grundriss der Homoopathie von Dr. B e r n h a r d H i r s c h e l . 2te Auflage. Dessau 1854.',
und kann deshalb Jedem, der sich griindlich dariiber unterrichten
will, empfohlen werden.
Ich fange am besten mit dem pharmakognostischen Theile an.
Der Anhang Theil A. enthalt ein Verzeichniss der bis jctzt gebrauchlichen homoopathischen Arzneimittelr Dicse werden eingetheilt in
sog. Polychreste oder solche, die am meisten gebriiuchlich sind, in
solche, die im zweiten Grade der Hiiufigkeit und 3) und 4) d'ie am
wenigsten gebrauchlich sind.
Zu den ersteren gehoren: Aconit. Napellus, Arnic. montana,
Arsenic. album, Baryt. carbon., Belladonna, Brom, Bryonia, Calcaria carbon., Cantharis, Chamomill. vulgar., Cort. Chinae, Cina,
Cocculus, Colocynthis, Ignatia, Ipecacuanha, Lycopodium, Mercur.
solubilis H., Nux vomica, Phosphor, Rhus toxic., Pulsatilla, Sepia,
Silicia, Solanum dulcam., Spig. anthelm., Sulphur, Veratr. album.
Zu den zweiten: Ammon. carbon., Antim. crudum, Antim. tartar.
Brechweinstcin), Aur. mur. natron. Baryt. acetic., Bar. muriatic.,
Bisrn. nitric., Calcar. acetica, Camphora, Cannabis sativa, Capsicum
annuum, Carb. anim., C u b . vegetab., Chinin. sulph., Cicuta virosa,
Clematis erecta, Coffea, Colch. aut., Conium maculat., Croc. sativ.,
Cupr. metallic., C. acetic., Digit. purpur., Drosera rotund., Electricitas, Euphras., Ferrum acetic., carbon. und muriat., Galvanismus,
Graphites, Hellcborus niger, Hep. sulphur. cdcar., Acid. hydrocyan.,
Hyoscyam. niger, Jod. pur., Kali bichrom., K. carbon., K. hydrojod.,
Kreosot, Lachesis (Schlangengift), Magnes. carbon., Mangan. acetic.,
Merc. sublim. corr., Morph. acetic., Acid. muriatic., Natr. carbon.,
*) Ueber das Selbstdispensiren der Homoopathen und Thierihzte
von D r . G c i s e l e r (Archiv der Pharmac. Hd. 111. S.209) und
Neue Denkscbrift iiber die Reformen der pharmaceutischen
Verhaltnisse in Deutschland von Dr. L. F. B l e y und Dr. Walz.
Hannover 185 I . S. 19-39.
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