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Zur Streitfrage Uber das FortglUhen der Metalldrthe in Alkoholdunst.

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Venghauss,
Zur Streitfrage iiber das Fortgluhen der Metalldriithe in Alkoholdunst ;
yon
V en g h a u s s ,
Apothelrer in Hahden.
-
Zwischen dem Herrn Dr. R. B o t t g e r in Frankfurt
a. M. und dem Herrn Dr. H. R e i n s ch in Zweibrucken hat
sich eine Streitfrage entsponnen, das Fortgluhen der Metalldrathe in Alkoholdunst betreffend (vergl. Annal. der Chem.
u. Pharm. Oct. 1816. und Jahrb. fiir prakt. Pharna. Bd. X I V.
Heft 3. Marz 1847).
Herr Dr. R e i n s ch behauptet im Jahrbuche, Bd. XII.
pag. 339, dass das Fortgluhen der Melalldrathe im Alkoholdunste nicht dem Platin allein eigenthumlich sei, sondern
auch den meisten iibrigen Metallen zukomme, woriiber
B e r z e l i u s , G m e l i n , T h e n a r d u. s. w. keine bestimmten Angaben gemacht haben.
Herr Dr. B 6 t t g e r dagegen behauptet, Re i n s ch sei
im Irrthum; nicht den Metallen komme die Eigenschaft
zu, im Alkoholdunste fortzugluhen, sondern den Metalloxyden; auch Chromsaure und Chromoxyd gluhen im
Alkoholdunste. Dereelbe bestreitet auch die Neuheit der
von R e i n sch beobachteten Erscheinung des Fortgluhens
von Eisen- und Messingdrath im Alkoholdunste, welches
der Letztere in der Versammlung der Naturforscher und
Aerate zu Mainz producirt hat, indem er das Fortgluhen
des Eisenoxyds, welches Herr B o t t g e r behauptet als auf
der Desoxydationsfahigkeit des Eisenoxyds beruhend erklarto. Herr R e i n s ch behauptet, dass, wenn Eisenoxyd
nicht desoxydationsfahig ware, dasselbe eben so wenig
fortgluhen wiirde, als Calcium- und Baryurnoxyd, da die
Reduction des Metalloxyds das Fortgluhen bedinge. Das
Gliihen des Metalldrathes sei also nur eine Folge der fortwahrenden Oxydation und Reduction des Metalls.
Am Schlusse seiner betreffenden Erwiederung wiederholt Herr R e i n s ch : ))Stoffe, welche durch Alkoholdampf
iiber Fortgliihen der Melalldrathe in Alkoholdunst.
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bei Gluhhilze nicht reducirt werden, wie die Oxyde der
Kalien, der kalischen Erden, der eigentlichen Erden, konnen nie in den Zustand des Fortgluhens versetzt werden.cc
Der Streit zwischen den beiden Herren ist personlich
geworden, eine in neuerer Zeit auf dem Gebiete der wissenschafdichen Erorterungen leider oft vorkommende, sehr
unerfreuliche Erscheinung, wodurch gewiss die Wissenschaft. nicht gefordert, ihr aber grosser Schaden zugefugt
werden kann, indem Mancher von der Veroffentlichung
schatzbarer Erfahrungen zuruckgehalten wird, wenn er
furchten muss, dadurch in npersonliche Bemerkungencc
verwickelt zu werden.
Ich beabsichtige keineswegs,,in dem Streite zwischen
den Herren B 6 t t g e r und R e i n s cli Partei zu nehmen,
erinnsre mich aber dabei einer von mir im Jahre 1831
oder 1835 beobachteten Erscheinung, welche auf obiga
Streitfrage Bezug hat und gegen des Herrn Rei nsch Aufstellung zu sprechen scheint. Ich habe ein Referat uber
jene Beobachtung in der General - Versanimlung unsers
Vereins zu Herford im Jahre 1833 unserm verewigten
Oberdirector B r a n d e s selbst ubergeben; ob dasselbe
aber in unserer Zeitschrift Aufnahme gefunden hat, weiss
ich nicht., da mir die Hefie aus jener Zeit nicht zu Gebote
stehen "). Die Notiz lautete ubrigens, nach dem mir vorliegenden Concepte, wortlicli :
))Es ist genugsani bekannt, wie sich in der Lampe ohne
Flammc, in welclier nach der Entdeckung des unvergesslichen H. D a v y ein spiralformig gewundener Platindrath
iiber dem Dochte einer Spiriluslampe nach dem Ausblasen
der Flamme fortgliiht, so lange Alkohol vorhanden ist, durch
die Oxydation der Bestandtheile des Alkohols Lampensaure bildet. Die Mittheilung in No. 14. der pharmaceut.
Zeitung v. J. 4832 iiber die Pottersche Polychrestlampe,
die ihre Einrichtung der Entdeckung D a v y 's verdankt,
*)
Die Notis hat weder in den vereinigten Annalen der Pharmacie,
noch in dem Archiv der Pharmacie vom Jahre 1835 an aufgefunden werden Iibnnen.
D i e Red.
40 Venghauss, Fortyliihen der Metalldriithe in Allcoholdutist.
crinnerte mich an eine Beobachtung uber die Bildung der
Larnpensaure, welche ich schon vor einigen Jahren zu
rnachen Gelegenheit hatte und deren Mittheilung vielleicht
interessant ist, da rnir nicht bekannt geworden, dass die
Erzeugung dieser Saure durch gluhende erdige Alkalien
irgendwo offentlich' mitgetheilt wurde.
Ich hatte Strychnin bercitet und gluhte eine geringc
Quantitat der von dem Alkaloidc erschiigften Magnesia in
cinem Platinloffel, urn zu schen, \vie sich diese vor und
nach dem Gluhen gegen reine Talkerde verhielt. Zufallig
warf ich die gluliende zusamrnengebackene Probe zum
Erkalten auf das neben mir stehende Filter rnit der vom
Alkohol noch feuchten Talkerdc. Kacli einiger Zeit bemerkte ich den auffallenden specifkchen Geruch der Lampensaure und die Ursache seiner Entstehung, denn die
hingeworfene Probe Sliihle lebhaft fort, jenen Geruch entwickelnd, was mich veranlassle, den aufsteigenden Darnpf
in einern Clastrichter aufzufangen, in welcheni er sich
bald zu Tropfen verdichtete, welche als Daniellsche Lampensiiure erkannt werden konnle. Das Gliihen jener Portion Talkerde daucrte fort, so lange der Ruhepunct dersclben voni Allioliol noch erreicht werden konnte. blit
reiner Talkerde konnte ich diesc Erscbeinung nicht hervorrufen; wic jenc Probe aber verandert, ob durch anhangenden organischen verkohllen Stoff theilwcise reducirt wurde,
wage ich n i c k zu rntscheiden. Dass iibrigens Iiohle jene
Bildung der Saure bedingte, muss ich bezweif'Fln, da die
weisse Farbc der gegliiheten Probe deren Beimischung in
grossercr Quantitat in Abrcdc stellte.
Ich glaube deshalb cher annehrnen zu konnen, dass
die Talkerde unter Sewissen Bedingungen, und mit ihr
vielleicht noch rnehrere anderc Korper, ebenfalls im Stande
sein werden, in gegliihetem Zustande den Alkohol zu zersetzen, wie nach D a v y das Platin, nach D i i l j e r e i n e r
Braunstein, metallisches Nickel, Kobalt, Kobalt- und Nickeloxyd, Zinnoxyd, Uranoxyd und auch Kohle. ((
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